Wie du die besten Backlinks für deine Website erkennst

16.02.2016

Suchmaschinenoptimierung gilt als eine der Königsdisziplinen im Online Marketing – und das Thema „Linkaufbau“ ist darin eine ganz besondere Sache für sich. Mal ehrlich: Es vergeht doch keine Woche, in der Google nicht an seinem Algorithmus schraubt und was heute noch „richtig“ ist, kann morgen schon „falsch“ sein. Zugegeben, nicht immer ist es wirklich so dramatisch, aber besonders Updates wie das, welches von Google den Namen „Pinguin“ verpasst bekommen hat, sind echte Herausforderungen – vor allem, wenn es qualitativ hochwertigen Linkaufbau geht. Aber auch dann, wenn du selbst überhaupt nicht aktiv Linkaufbau betreibst, musst du wissen, welche Backlinks sich lohnen und welche nicht. Denn wenn deine Website schlechte Backlinks einsammelt, kann sich das negativ auf dein Ranking in den Suchergebnissen bei Google auswirken. In diesem Artikel zeige ich dir 5 wichtige Merkmale optimaler Backlinks – so erkennst du schneller, welche Backlinks sich wirklich lohnen und welche nicht.

1. Ist die linkgebende Seite im Google Index gelistet?

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Die Frage verwirrt dich? Sollte sie nicht, denn Google hat schon vor dem eigentlichen Pinguin Update damit begonnen, minderwertige Websites abzustrafen – und am besten wirkt die Abstrafung, wenn solche Websites gleich aus dem Index entfernt werden. Das macht Google, wenn man dort der Meinung ist, dass eine Website massiv gegen die Richtlinien von Google verstößt.

Wenn du einen Backlink von einer solchen „deindexierten“ Website hast, dann solltest du den schleunigst entfernen (lassen). Wenn das nicht geht, dann melde den Backlink bei Google mit dem Disavow Tool in der Search Console. Damit kannst du solche Backlinks „entwerten“ und Google weiß, dass du diesen Backlink nicht in deinem Linkprofil haben willst. Übrigens: Google schaut sich Websites auch dann noch an, wenn sie nicht mehr im Index sind – zumindest eine gewisse Zeit.

Auch deswegen solltest du handeln, denn sonst kann Google der Ansicht sein, dass dir schlicht und ergreifen egal, von wo du deine Links bekommst… und das wirkt sich auf die Reputation deiner Website nicht positiv aus! Wenn du selbst aktiv Linkaufbau betreibst, dann darfst du dir von solchen Seiten natürlich unter keinen Umständen Backlinks besorgen.

2. Sieht Google die linkgebende Website als Authority an?

Wenn die Website nicht im Index ist – ganz sicher nicht! Daneben gibt es aber natürlich unzählige Beispiele, bei es sich sehr wohl um eine Authority handelt. Denk zum Beispiel mal an große Nachrichtenmagazine wie Spiegel Online, Stern oder Focus. Gleiches gilt für Tageszeitungen oder Magazine – und das ist nicht nur auf die Größe bezogen.

In jeder thematischen Nische gibt es Websites, die in Googles Augen Autoritäten sind. Vielleicht kennst du „t3n“ – im Vergleich zu ganz großen Websites auch kein Zwerg, aber eben doch deutlich kleiner. Trotzdem ist diese Website in der thematischen Nische, in der sie sich bewegt, ein der besonders wichtigen. Google weiß das, weil es den Content solcher Websites kennt, weil die Nutzersignale registriert werden und weil diese Seiten selbst in der Regel keine schlechten Backlinks haben (um nur einige Beispiel zu nennen).

Folge: Google bewertet diese Websites im Vergleich zu anderen hochwertiger. Nicht zwingend „besser“, bezogen auf die Suchergebnisse. Ein Backlink von einer solchen Website ist aber trotzdem erstrebenswerter als von einer Website, die keine Authority für Google ist. Grundsätzlich sollte es das Ziel von jeder Website sein, von Google genau so in der eigenen thematischen Nische wahrgenommen zu werden- nämlich als besonders wichtig. Wenn du also selbst Backlinks von solchen Autoritäten bekommst, dann machst du definitiv etwas richtig!

3. Hat die linkgebende Website selbst erstklassigen Content?

Das mit der Bewertung einer Website durch Google als Autorität kann übrigens nur funktionieren, wenn es dort immer wieder richtig guten Content gibt. Die von mir genannten Beispiele untermauern das: Spiegel Online, Stern, Focus aber eben auch t3n (ja sogar BuzzFeed) sind in ihrer thematischen Nische sehr erfolgreich, weil sie immer wieder Inhalte präsentieren, die die Nutzerinnen und Nutzer konsumieren.

Sie wissen, dass sie auf diesen Websites in regelmäßigen Abständen die besten Informationen bekommen – weil sie das so entsprechend gelernt haben. Schau dir Spiegel Online als Beispiel an: Die Zeitschrift (also offline) gibt es sei Ende der 1940er Jahre. Und seitdem berichtet der Spiegel fundiert und detailliert zum Beispiel über politische Themen. Im Internet haben die Macher vom Spiegel das seit 1995 auch so gemacht. Deswegen gehört Spiegel Online heute zu den ganz großen Publikationen im Internet – natürlich neben einigen anderen.

Letztendlich soll dir das aber nur das Prinzip erläutern, wie du selbst mit erstklassigen Inhalten eine erfolgreiche Website aufbaust. Und natürlich zeige ich dir damit auch, welche Backlinks sich für dich und deine Website lohnen – nämlich genau dann, wenn sie von einer Website kommen, die immer wieder, kontinuierlich und langfristig, mit erstklassigen Inhalten punktet.

4. Verlinkt die linkgebende Seite aus dem thematischen Fließtext?

Wenn du dich jetzt fragst, woher der Backlink denn sonst kommen soll, wenn nicht aus dem Fließtext einer anderen Website, dann müsste ich dir eigentlich tausende von schlechten Beispielen zeigen, wo genau das nicht passiert. Das würde den Rahmen dieses Artikels sprengen, doch Fakt ist: Backlinks, die auf deine Website zeigen und zum Beispiel aus der Sidebar eines Blog kommen oder sich im Footer eines Online Shops befinden, können sich im Zweifel negativ auf deine Website auswirken.

Der Grund ist simpel: Vor 10 Jahren funktionierte Linkaufbau noch sehr viele einfacher als heutzutage. Damals reichte eben ein Link aus dem Footer oder aus der Sidebar… solange dieser Backlink auf das richtige Ziel zeigte (also auf deine Website) und einen passenden Linktitel hatte, warst du zumindest auf einem erfolgreichen Weg. Wie gesagt, das ist lange her und heute ist Google schlauer – oder besser gesagt, Google ist wählerischer.

Mit den „einfachen Links“ aus dem Footer und der Sidebar war das nämlich wie folgt: Weil es so gut funktionierte, wurde das Prinzip massenhaft angewendet. Billige Backlinks aus Footer und Sidebar wurden millionenfach aufgebaut und verschlechterten die Suchergebnisse von Google. Das lässt Google nie lange auf sich sitzen, weil Google nach wie vor einen sehr großen Teil seiner Umsätze mit bezahlter Werbung in den Suchergebnissen macht. Und auch wenn diese bezahlten Ergebnisse von der organischen Suche abgekoppelt sind – falls die organischen Suchergebnisse schlechter werden, wenden sich die User früher oder später mangels Qualität ab. Weniger Besucher führen unmittelbar aber auch zu weniger Klicks auf die bezahlten Suchergebnisse – und dann verdient Google weniger Geld. Backlinks aus dem Footer und der Sidebar waren und sind oft thematisch zusammengewürfelt. Wenn also eine Website, die sich eigentlich thematisch mit Smartphones beschäftigt, dann aber in der Sidebar und im Footer plötzlich auf andere Websites verlinkt, bei denen es um Kredite, Glücksspiel, Gewichtsreduktion oder Krankenversicherungen geht, dann stimmt da was nicht – und das merkt natürlich auch Google und handelt entsprechend. Ein Backlink aus dem Fließtext ist dagegen fast immer thematisch passend, denn in einem Artikel, der sich zum Beispiel um das kommende iPhone dreht, lässt sich nur schwer etwas über Krankenversicherungen einbauen – und die Konsumenten würden sich so fühlen, als würde man sie veräppeln wollen. Die so entstehenden Nutzersignale schaden einer Website. Achte also bei denen Backlinks darauf (egal ob organisch entstanden oder durch welche Strategie auch immer aufgebaut), dass es Backlinks aus dem Fließtext der linkgebenden Website sind – alles andere lohnt sich im Zweifel weniger oder gar nicht.

5. Hat die linkgebende Website selbst gute Backlinks und Rankings?

Früher galt mal die Devise: Je mehr Backlinks, desto besser. Und auch die Höhe des PageRanks war vor einigen Jahren zum Beispiel noch sehr wichtig und wurde von vielen SEO Tools ausgegeben. Heute ist bekannt: Google lässt sich nicht von der schieren Größe beeindrucken. Selbst wenn eine Website Massen von Backlinks und einen hohen PageRank hat, ist das keine Garantie dafür, dass Google diese Website auch entsprechend in seinen Suchergebnissen zu bestimmten Themen ganz oben ausspielt. Und genau das ist auch der springende Punkt: Hat eine Website gute (aber nicht zwingend viele) Backlinks, dann bekommt sie in der Regel auch gute Rankings in der Google Suche in ihrem thematischen Umfeld.

Logische Konsequenz für dich: Du musst darauf achten, vornehmlich Backlinks von genau solchen Websites zu bekommen. Richte also deinen eigenen Content auf dieses Ziel aus und versorge deine Zielgruppe mit erstklassigen Inhalten. Auf diese Weise wird sich deine Reichweite mit der Zeit (auch, weil dein Content zum Beispiel via Facebook viel geteilt wird) deutlich verbessern und du kannst viel mehr potenzielle Konsumenten von dir und deinen Inhalten überzeugen. Unter dieser vergrößerten Leserschaft sind auch immer andere Webmaster oder Blogger, die auf deinen Content aufmerksam werden und dich dann verstärkt verlinken (was letztendlich das Prinzip des organischen Linkaufbaus ist, wenn auch sehr vereinfacht dargestellt). Letztendlich musst du wissen, dass ein Backlink von einer anderen Website, die selbst gute Backlinks hat und entsprechend ordentlich bei Google punktet, für dich immer die erste Wahl ist.

Fazit

Mit diesen 5 Tipps bist du bereits gut in der Lage, qualitativ hochwertige Backlinks zu bewerten und zu erkennen, ob sich ein bestimmter Backlink für deine Website lohnt oder nicht. Daneben gibt es noch diverse andere Faktoren – so spielt es zum Beispiel eine Rolle, ob die linkgebende Website selbst im Rahmen der Onpage Optimierung möglichst gut aufgestellt ist oder ob es bei den Linktiteln für die Backlinks zu deiner Website ein gute Mischung in der Wortwahl gibt (zu oft sollte der Begriff, für den du eigentlich ranken willst, nicht benutzt werden – sonst wittert Google Linkspam). Auch die Anzahl der Backlinks, die außer auf deine Website noch auf andere Seiten verweisen, kann eine Rolle spielen. Wenn du dir den so genannten Linkjuice von einer starken Website mit mehreren anderen Linkzielen teilen musst, bleibt weniger für dich übrig. Letztendlich geht es aber darum, dass du einen ausgewogenen Link Mix erreichst – und das klappt am besten immer noch mit erstklassigem Content, regelmäßigen Veröffentlichungen und einer auch sonst technisch optimal aufgestellten Website (und natürlich mit den Tipps aus diesem Artikel).

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  • „Wenn du einen Backlink von einer solchen „deindexierten“ Website hast, dann solltest du den schleunigst entfernen (lassen)“

    Guter Artikel. Aber was mache, wenn ich nicht mitbekomme, ob eine Seite deindexiert wurde. Wird das Google Webmaster angezeigt? Dort habe ich doch nur eine Übersicht, wo die Backlinks herkommen, aber nicht ob die Seite aus dem Index geflogen ist oder von Google als nicht vertrauenswürdig eingestuft wurde. Oder?

  • Sauguter Artikel, aber: Nach Adam Riese wären dann Backlinks aus der Wikipedia für die Katz, denn im Artikeltext selber sind externe Links nicht (mehr) erlaubt, nur in den Fußnoten. Zusätzlich markiert die WP alle Links, die auf ein nicht-Wiki-Projekt führen, mit dem Nofollow-Täg.