Panda 4.0 – Warum SEO wieder Spaß machen könnte

27.05.2014

Die letzten Tage waren turbulent. Das Thermometer sprang von winterliche auf sommerliche Temperaturen und wieder zurück. Die letzten Tage dann gar Unwetterwarnungen.

Eine Zusammenfassung aus wetter.de? Nein – vielmehr die Beschreibung der Turbulenzen in der SEO-Welt, die mit http://mozcast.com/ eben einen ganz eigenen und speziellen Wetterdienst hat.

Grund für die Bewegungen der letzten Tage war vor allem ein großes Update aus dem Hause Google:
Panda 4.0.

Es braut sich etwas zusammen – Panda 4.0 zieht auf

Seit dem 23. Februar 2011 in SEO-Kreisen bekannt, ist die Update-Reihe „Panda“ darauf aus, Seiten mit qualitativ minderwertigen Inhalten entsprechend schlecht zu gewichten. Um dieser Aufgabe gerecht zu werden, hat Google zwischenzeitlich eine große Anzahl kleinerer Aktualisierungen vom Algorithmus vorgenommen. Änderungen, denen allesamt gemein war, dass sie auch von Google selbst als Subversionen bestehender Pandas bezeichnet wurden.

Das aktuelle Update aber ist anders. Weniger eine Wiederholung bisheriger Updates, geht es hier nun um eine ganz neue Generation von Algorithmus und damit auch um eine eigenen Benennung als Version 4.0. Schon im März auf der „Search Marketing Expo“  angekündigt, soll dieses neue Update zwei Aufgaben erfüllen:

1) Taktische Aufgabe: Weiterhin geht es um die Bewertung ‚dünnen‘ Contents. Ändern allerdings soll sich, dass das Update ’smarter‘ und ’softer‘ vorgehen wird

2) Strategische Aufgabe: das aktuelle Panda-Update soll eine Implementierung eines grundlegend neuen Ansatzes darstellen, der auf lange Sicht verschiedenste Wiederholungen erfahren wird. Das Langzeitziel ist dabei eine vorurteilsfreie Sicht auf die Suchergebnisse, innerhalb derer nun eben auch kleine Seiten realistische Chancen auf gute Positionierungen haben sollen.

Panda 4.0 schlägt zu – der Plan geht auf (?)

Googles Unterfangen ist ehrgeizig und damit typisch für das amerikanische Unternehmen. Spannend aber bleibt nach Matt Cutts öffentlicher Ankündigung zum Release des Updates, wie es sich in der Realität verhalten wird.

Die dazu vorliegenden Analysen mögen allesamt vorläufig sein, was entsprechende Verfasser auch selbst erklären, dennoch lohnt sich ein Blick auf die bisherigen Ergebnisse:

1. Erwartungsgemäß sind besonders Aggregatoren betroffen. Ohne eigene Inhalte können diese Seiten den neuen Richtlinien nicht entsprechen und erhalten teils starke Abstrafungen.

2. Dennoch fallen aktuell auch diverse Aggregatoren unter die Gewinnerliste und erhalten Aufwertungen. Fraglich ist hier aktuell noch, warum das der Fall ist. Vermutet wird, dass Panda4.0 entweder noch nicht ganz abgeschlossen oder getreu der Vorankündigung wirklich ’smarter‘ ist und daher anders bewertet.

3. Ein Hinweis für ein sensibleres Vorgehen des Algorithmus‘ kann dabei im Umstand gesehen werden, dass Änderungen gar auf der Ebene einzelner Unterseiten zu registrieren sind, wie Julian in seinem lesenswerten Artikel beschreibt. Hier werden also gezielt ganz spezifische und inhaltlich sehr gut aufbereitete Artikel belohnt.

4. Diese neue Sensibilität führt auch dazu, dass es nicht allein negative Konsequenzen aus dem Update gibt. Nicht mehr nur, ist dünner Content negativ; auch wird guter Content nun explizit positiv bewertet.

5. Weiterhin scheint der Markenbonus gebrochen oder – vermutlich korrekter – weniger stark zu wiegen. Konnten in der Vergangenheit große Marken wie Ebay noch mit einer gewissen Gelassenheit auf Updates reagieren, finden sie sich nun in absoluten Zahlen unter den großen Verlierern des Updates.

Zusammenfassend lässt sich das von Google selbst gezeichnete Bild der neuen Pandas durchaus wiederfinden. Nicht nur, dass es allgemein größere Änderungen in den SERPs gibt, diese sind auch weiterhin mit einer Sensibilität des Algorithmus‘ erreicht worden, die zumindest im Prinzip eine dezidierte Stärkung kleiner, qualitativ hochwertiger Seiten ermöglichen sollte. Zusammen mit einer Entlassung vormaliger Panda-Opfer aus Ihren Abstrafungen ist damit das Potential für ein Umdenken geschaffen worden.

Guter Content jedenfalls muss sich nicht nur lohnen, sondern auch mit begrenzten Ressourcen, besonders also für kleinere Seiten, möglich sein. Gelänge Google dieser Spagat, wäre dies ein pragmatisch sinnvoller und daher überaus folgenschwerer Neuanfang im turbulenten SEO-Frühling 2014.

Und so stellt sich die Frage: macht SEO zukünftig wieder – mehr – Spaß?

Für konkrete Daten der top 1000 Gewinner und Verlierer jedenfalls reicht ein Blick auf die Startseite der XOVI V3 Beta. Hier können die entsprechenden Listen vollständig eingesehen werden. Wer noch keinen Zugang hat, der kann sich gerne unter info@xovi.de melden.

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