Digitales Marketing für KMU

20.05.2015

Wir leben in einer rasanten aber auch spannenden Zeit. Das Internet und die damit verbundenen Technologien halten viele neue Möglichkeiten bereit. Für viele Unternehmen in Deutschland fühlt sich die Entwicklung der digitalen Medien allerdings noch an wie Neuland. Die Digitalisierung macht aber auch vor kleinen und mittelständischen Unternehmen nicht halt. Denn das Konsumverhalten und die Mediennutzung der Menschen hat sich grundlegend geändert. Viele KMU wiegen sich noch in Sicherheit und merken dabei nicht, dass sie den Anschluss schnell verpassen können. Im Bereich des Marketings muss nämlich zeitnah auf die digitale Welt reagiert werden. Aber wie geht man das an?

Alter Wein in neuen Schläuchen

Was soll denn genau anders sein? Warum nicht einfach so weitermachen wie bisher? Die klassischen Kampagnen lassen sich ja auch prima einfach in digital verpacken und damit hat sich die Sache! FALSCH! So einfach geht es leider nicht und die Vergangenheit hat in Form von vielen erfolglosen und verpufften Werbekampagnen gezeigt, dass es eben für die digitale Welt andere Mechanismen braucht. Alter Wein in neuen Schläuchen ist somit im digitalen Marketing meist zum Scheitern verurteilt. In erster Linie muss verstanden werden, dass Push-Marketing im Internet nicht wirklich funktioniert, da der Nutzer fokussiert ist und sich sehr einfach dem „Anschreien“ durch Werbetreibende entziehen kann. Werbeblocker sind nur ein Beispiel dafür. Sehr störende Unterbrechungen in Form von Werbung kann im Internet sogar den gegenteiligen Effekt haben und eine negative Verbindung zum Produkt oder der Marke herstellen. Dazu kommt, dass die Werbemittel auf die Technologie angepasst sein müssen, was sie oftmals nicht sind. Wer schon einmal versucht hat ein Werbebanner mobil zu schließen und das auf Grund eines technischen Fehlers nicht möglich war, weiß wie sehr man sich als Nutzer über so etwas freut. Nämlich gar nicht. Überlegen Sie sich also gut, ob Ihre Inhalte auch mobil optimiert sind und wie diese beim Nutzer angezeigt werden.

Im Kopf des Kundens

Im Marketing sollte man immer zunächst im Kopf des Kundens denken. Was ist genau das Bedürfnis für das ich einen Mehrwert biete bzw. Abhilfe schaffe mit meinem Produkt. Das ist eigentlich nichts Neues aber wird mittlerweile offenbar oft vergessen. Im digitalen Marketing ist dies allerdings wichtiger denn je. Dazu kommt, dass ich in Echtzeit auf die Bedürfnisse meiner Kunden eingehen muss, um erfolgreich mein Ziel zu erreichen. Dabei gibt es in Form von Web Monitoring und Analyse die besten Marktforschungsmöglichkeiten überhaupt. Man muss es nur auch tun. Jährlich bietet der Goldbach Interactive Report eine gute Übersicht über mögliche Tools und Anbieter, die hierbei zum Einsatz kommen können. Denn die Stakeholder klären selbst durch ihr Nutzungsverhalten und was sie öffentlich zu Produkten und Marken sagen, sehr genau darüber auf, was ihre Bedürfnisse sind. Der erste Schritt ist also das Zuhören und nicht das Agieren. Welche Zielgruppe spricht am meisten auf mein Thema oder Produkt an und welche Themen sind besonders relevant? Eine ausführliche Evaluierung der digitalen Zielgruppe ist unabdingbar für erfolgreiches digitales Marketing. Durch professionelle Monitoring Tools ist dies auch für KMU möglich und finanziell umsetzbar. Man sollte sich jedoch unter Umständen professionelle Hilfe dazu holen.

Aus dem Auge aus dem Sinn

Hat man seine Zielgruppe im Internet getroffen und die digitale Kampagne war erfolgreich so sollte man sich nicht zu lange darauf ausruhen. Im Internet ist alles sehr schnelllebig. Was heute noch heiß diskutiert wird, ist übermorgen vielleicht schon wieder vergessen. Im Gegensatz zu klassischen Kampagnen, die einfach ausgeliefert werden, fängt die Arbeit jetzt erst richtig an. Nun gilt es nämlich, eine kommunikative Reichweite aufzubauen und den Dialog mit der Zielgruppe zu fördern und zu führen. Hier hört es bei vielen Unternehmen schon auf. Zum einen wird nicht die Notwendigkeit dazu gesehen oder die Angst etwas falsch zu machen überwiegt. Allerdings funktioniert Werbung im Digitalen in erster Linie über Empfehlungsverhalten der Nutzer und Entertainment. Statische Werbebotschaften werden nicht mehr wahrgenommen. Der Dialog mit den Kunden ist also ein wichtiges Instrument im digitalen Marketing. Daher sollten interne Prozesse und Inhalte geplant und strategisch umgesetzt werden. Es führt also kein Weg daran vorbei und auch hier sollte man sich ggfs. professionelle Unterstützung holen. Die Lösung mit dem Azubi, der nebenher auf Facebook schreiben soll, ist nicht wirklich zu empfehlen. Oder würden Sie auch einen Azubi nebenher als Pressesprecher für Ihr Unternehmen beschäftigen? Man sollte also dafür sorgen, dass der Kunde bzw. Stakeholder einen digital nicht aus den Augen verliert. Eine Redaktionsplanung für Content und deren Verbreitung ist der erste Schritt dazu. Hier sollten Sie ein Team zusammenstellen, dass in allen Disziplinen des digitalen Marketings fit ist: suchmaschinenoptimiertes Schreiben, Web Monitoring und Analyse, Mediaplanung und Kommunikation.

Strategie first

Man kann im Internet zwar selbst ziemlich viel mal schnell machen und ausprobieren, aber auch für KMU ist das nicht zu empfehlen. Gerade in Bezug auf die Analyse der Zielgruppe ist eine Strategie für das digitale Marketing und Content ein Muss. Definieren Sie ihr Ziel. Was genau möchten Sie erreichen und wen? Analysieren Sie Ihre Zielgruppe und bekommen Sie ein Gefühl für Ihre Community. Dies geschieht am Besten durch das gezielte Zuhören via Monitoring und dem Dialog selbst. Planen Sie relevante Inhalte und inszenieren Sie diese so, dass diese für Ihre Zielgruppe relevant sind und Mehrwert bieten. Beachten Sie hierbei, dass im Internet vieles schneller geht und übersehen wird, wenn es nicht wirklich relevant ist. Und letztendlich führen Sie einen offenen und ehrlichen Dialog, es lohnt sich!

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