Wie deine Facebook Gruppe in 8 Schritten erfolgreicher wird

28.07.2015

Beim Thema „Facebook Marketing“ sind viele oft ganz schnell mit einer eigenen „Fanpage“ am Start. Allein schon die nicht mehr korrekte Bezeichnung (es heißt schon lange nicht mehr „Fanpage“, sondern „Facebook Page“) zeugt dann leider meist davon, dass das Tiefenverständnis für Facebook und Marketing auf und mit dem weltweit größten sozialen Netzwerk noch lange nicht weit genug verbreitet ist. Facebook bietet neben einer eigenen Unternehmensseite nämlich einen (immer noch) echten Geheimtipp, der viel zu oft in der eigenen Strategie vernachlässigt wird. Ich spreche hier von den „klassischen“ Facebook Gruppen – und „klassisch“ deshalb, weil es sie schon lange gibt, sie aber immer noch ein aus meiner Sicht unverdientes Schattendasein fristen. Das möchte ich mit diesem Artikel ändern und dir zeigen, wie viel besser dein Facebook Marketing mit erfolgreichen Facebook Gruppen sein kann:

1. Brande deine Facebook Gruppe mit einem Titelbild

Facebook Gruppen und Facebook Pages haben eine Gemeinsamkeit: Beiden kannst du ein individuelles Titelbild verpassen und so dafür sorgen, dass es einen ganz klaren Wiedererkennungseffekt gibt.

In der Default-Einstellung werden „nur“ einige der Gruppenmitglieder per Profilfoto angezeigt. Das mag das Gefühl einer Gruppenzugehörigkeit vermitteln, bringt aber nicht so viel, wenn du mit deiner Gruppe aus der Masse hervorstechen willst.

Mach dir stattdessen intensive Gedanken über ein individuell gestaltetes Titelbild für deine Facebook Gruppe, das auf der einen Seite professionell ist und auf der anderen Seite etwas über den Inhalt der Gruppe verrät. Zusätzlich kannst du dieses Titelbild für Brandingzwecke nutzen, zum Beispiel wenn es darum geht, auf deine Website aufmerksam zu machen – das Titelbild kann sich dafür als wertvolle Werbetafel entpuppen.

2. Sprich genau die richtige Zielgruppe auf Facebook an

Der allergrößte Vorteil von Facebook Gruppen ist die Ausrichtung auf eine ganz bestimmte Nische. Natürlich kannst du in deiner Gruppe auch über Gott und die Welt reden – die Erfahrung hat aber gezeigt, dass Facebook Gruppen wesentlich erfolgreicher sind, wenn sie sich einem (einzigen und) klar definierten Thema widmen.

Gut für dich, denn so bekommst du in deiner Gruppe wirklich nur DIE Mitglieder, die sich für das Thema hochgradig interessieren – und je spitzer, desto besser. In solchen Gruppen wird erstens mehr und zweitens qualitativ besser diskutiert, was dann letztendlich auch deutlich wertvollere Learnings nach sich zieht (denn nur darum geht es in einer Gruppe, um das Lernen durch den Austausch mit anderen).

Damit die richtigen Leute auf deine Facebook Gruppe aufmerksam werden, hast du ein paar Hebel, einer der wichtigsten ist der Gruppenname. Hier muss sich die thematische Ausrichtung deiner Gruppe eindeutig widerspiegeln – das gilt übrigens auch für die Gruppenbeschreibung und die Tags (zusätzlich kannst du einen sticky „Welcome Post“ schreiben, damit wirklich keine Missverständnisse aufkommen).

3. Stelle leicht verständliche Verhaltensregeln auf

Du kennst das: Wo viele Leute zusammenkommen, da gibt es auch mal Reibereien – und eine Facebook Gruppe ist da keine Ausnahme. Die Mitglieder in deiner Gruppe werden nicht immer einer Meinung sein und natürlich gibt es auch Leute, die einfach nur in die Gruppe wollen, um dort Werbebotschaften (also Spam) zu verbreiten.

Das musst du um jeden Preis verhindern und dafür sorgen, dass dieser Spam immer sofort im Keim erstickt wird. Sehr sinnvoll dafür sind einfache und verständliche Verhaltensregeln, die du aufstellst und in einem speziellen Post veröffentlichst – gern auch direkt in der Gruppenbeschreibung und zusätzlich ist es ebenfalls möglich, einen Link auf eine externe Seite oder ein PDF-Dokument zu hinterlegen, wo die Regeln noch ausführlicher erklärt werden.

So machst du unmissverständlich klar, was in deiner Gruppe erlaubt und vor allem NICHT erlaubt ist. Wer sich nicht an deine Regeln hält, muss gehen – das klingt drastisch, es ist aber der einzige Weg, damit deine Facebook Gruppe sauber und somit qualitativ hochwertig bleibt (wenn deine User merken, dass der Spam Überhand nimmt, dann werden sie die Gruppe in Scharen verlassen).

4. Schalte neue Mitglieder nur nach Überprüfung frei

Zur Eindämmung von Spam gibt es neben den Verhaltensregeln noch eine weitere, sehr sinnvolle Möglichkeit, die allerdings mit Arbeit verbunden ist: Schalte jedes neue Mitglied per Hand frei und schau dir die Mitglieder vorher immer ganz genau an!

Im Klartext: Konfiguriere deine Gruppe genau so, dass man nur reinkommt, wenn der Admin (also du) neue Bewerber/innen freischaltet – du bekommst dann von Facebook jeweils eine Info, wenn es neue Mitgliedsbeiträge gibt. Öffne das jeweilige Profil in einem neuen Tag und schau es dir genau an – sobald du auch nur ein Anzeichen für Spam siehst, klickst du sofort auf „Blockieren“!

Das mag hart klingen, es ist aber der beste Weg, um dir Spammer vom Leib zu halten. Wenn ein Spammer erst in deiner Gruppe ist, musst du ihn rausschmeißen und hinter ihm aufräumen – besonders perfide ist die Taktik, nicht nur einen einzelnen Spam-Beitrag zu posten, sondern das als Kommentar hinter einer ganzen Reihe von Beiträgen zu tun (du musst dann all diese Inhalte manuell löschen).

5. Überwache alle Beiträge, ohne Ausnahme

Eine 100-prozentige Sicherheit für die sofortige Erkennung von Spammern gibt es leider nicht. Wenn du aber eine eigene Facebook Gruppe startest und dann nach und nach die ersten echten Mitglieder bekommst und zwangsläufig auch mal ein Spammer durch dein Sicherheitsnetz schlüpft, dann bekommst du schnell ein Gefühl dafür, wie so ein Spammer-Profil aussieht.

Was für die Kontrolle deiner potenziellen Mitglieder gilt, ist auch für die Beiträge selbst oberstes Gebot. Es kann vorkommen, dass sich Spammer in deiner Gruppe einnisten, die zunächst passiv sind und selbst nicht posten („Schläfer“, wenn es überhaupt echte Personen sind und keine Bots) – erst später gibt es dann Spam-Beiträge und die musst du ebenfalls mühsam per Hand löschen.

Behalte also die neuen Beiträge in deiner Facebook Gruppe im Auge. Wenn dort Spam auftaucht, dann musst du diese Beiträge löschen und natürlich ist es generell wichtig, deine Facebook Gruppe im Auge zu behalten, damit du auf neue Beiträge reagieren kannst – es ist ja nicht immer Spam und deine User freuen sich, wenn du in die Diskussion einsteigst (zu der du wahrscheinlich auch sinnvollen Input beizutragen hast).

6. Biete deinen Gruppen-Mitgliedern exklusive Inhalte

Damit sich die User in deiner Facebook Gruppe besonders wohl fühlen, solltest du dich etwas ins Zeug legen. Denk immer daran: Diese User wollen sich austauschen und sind meistens auf der Suche nach neuen Infos oder wollen neue Dinge lernen, brauchen Lösungen zu konkreten Problemen und so weiter.

Da kann es sich für dich lohnen, wenn du selbst dafür sorgst, dass es Content gibt, den deine Gruppenmitglieder anderswo so nicht bekommen. Sicher – damit ist Arbeit verbunden… doch wenn du wirklich in der Lage bist, hochwertigen und vor allem nützlichen Content exklusiv in deiner Facebook Gruppe zu verteilen, dann wird aus dieser Gruppe eine treue Community.

Gleichzeitig erarbeitest du dir so den Status einer Autorität. Wenn jetzt deine Facebook Gruppe entsprechend zum Beispiel per Titelbild auf deine Website gebrandet ist (siehe oben), dann sorgst du auch noch dafür, dass du selbst bekannter wirst – und deine Website bekommt mehr Traffic (das gleiche Prinzip funktioniert übrigens auch für eine Facebook Page und die Absicht, neue Fans zu generieren).

7. Kuratiere nützliche Inhalte von Dritten

Mit exklusiven Inhalten verwöhnst du die Mitglieder deiner Facebook Gruppe und zeigst ihnen, dass du dich um sie kümmerst – außerdem machst du dich nützlich und nützliche Dinge sind immer beliebt. Und eine weitere Möglichkeit, um dich nützlich zu machen, ist das Kuratieren von Inhalten Dritter.

WENN es sich um wirklich guten Content handelt, der nützlich ist, ein Problem löst, eine komplexe Sache erklärt, etc. – das kennst du ja mittlerweile und es sollte dir in Fleisch und Blut übergegangen sein. Solche Inhalte solltest du in deiner Facebook Gruppe präsentieren: Schreib gern noch ein paar Sätze dazu und erkläre, warum der Content lesenswert ist und welchen konkreten Nutzen deiner User davon haben.

Nicht nur durch eigenen Content kannst du zur Autorität in einer Nische werden. Viele Menschen sind dankbar, wenn es andere User gibt, die die Funktion eines „Hubs“ übernehmen – also das Suchen und Finden guter Inhalte, die dann vorgestellt werden.

8. Promote tolle Beiträge auf deiner Facebook Page

Ein ganz besonders interessanter Tipp, dessen Anwendung ich in freier Wildbahn nicht oft erlebe (obwohl es so einfach ist): Wenn du in deiner Facebook Gruppe einen Beitrag findest, aus dem sich eine lange, spannende und komplexe Diskussion entwickelt hat, dann solltest du auf diesen Beitrag hinweisen. Teile ihn auf deiner Facebook Page, in deinem Profil oder in einer anderen themenrelevanten Gruppe (wenn du dazu die Erlaubnis hast).

Auf diese Weise erreichst du mehr Facebook User, die sich ebenfalls für deine Gruppe interessieren. Der Vorteil: Indem du nicht einfach nur einen Link zu deiner Facebook Gruppe postest, sondern auf einen ganz bestimmten Beitrag aufmerksam machst, zeigst du sofort, wie hoch das Niveau in deiner Gruppe ist – potenzielle Neumitglieder haben so einen höheren Anreiz, sich der Gruppe anzuschließen.

Zusätzlich hast du so Content direkt aus deiner Gruppe, den du an anderer Stelle kuratieren kannst. Du drehst meinen 7. Tipp also quasi um und verwendest ihn für deine eigenen Zwecke.

Fazit

Marketing mit Facebook Gruppen lohnt sich sehr, weil du mit einer Gruppe eine sehr genau definierte Zielgruppe ansprechen kannst – teilweise noch viel genauer, als das mit einer herkömmlichen Facebook Page möglich ist. Je stärker sich eine Facebook Gruppe auf eine bestimmte thematische Nische bezieht, desto besser.

Das klappt aber nur, wenn das inhaltliche Niveau in dieser Gruppe hoch ist! Spammer und andere Störenfriede sollten so schnell wie möglich aus der Gruppe ausgeschlossen werden – mit klaren und leicht verständlichen Verhaltensregeln kannst du alle bestehenden und potenziellen Gruppenmitglieder schnell und einfach darauf hinweisen, wie sie sich zu verhalten haben (es ist deine Gruppe, also kannst du auch die Regeln bestimmen, denn du hast das Hausrecht).

Jedes aktive Gruppenmitglied freut sich über neue und hochwertige Inhalte von Dritten, die du teilst und die einen Mehrwert darstellen. Besonders interessante Diskussionen solltest du zudem auf deiner Facebook Page oder in deinem Facebook Profil teilen – so lockst du neue User für deine Facebook Gruppe an und sie wird wachsen!

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  • Hallo Björn, wie schaut’s mit den Kriterien „öffentlich“ oder „geschlossen“ aus?

    Kannst du da auch noch darauf eingehen?

    Danke und Gruß

    Rainer