Der Static OVI – eine praktische Kennzahl für die schnelle Analyse

Static OVI Sichtbarkeit

17.03.2016

Kunden der ersten Stunde von XOVI kennen schon seit Jahren den OVI – den Online Value Index. Der OVI ist eine Kennzahl, mit der man auf einen Blick die Sichtbarkeit einer Domain bei Google (und Bing Deutschland) erkennen kann. Sie ist zunächst eine abstrakte Zahl, eignet jedoch hervorragend zum Vergleich einer Domain mit Mitbewerbern, um einen Benchmark durchzuführen. Wie steht meine Domain im Vergleich zu meinen Konkurrenten in den Suchergebnissen bei Google da? Durch die wöchentliche Aktualisierung seit 2009 lassen sich Trends und Entwicklungen ablesen und vergleichen. Zur genauen Analyse der Sichtbarkeit sind natürlich noch mehr Daten notwendig, die die XOVI Suite ebenfalls liefert, aber für einen ersten Überblick eignet sich der OVI hervorragend. Zudem kann die Entwicklung einer Domain gut visualisiert werden. Die folgende Grafik kann z. B. auch in einen Report eingebaut werden.

static_ovi_xovi

Aufmerksame Blog-Leser kennen schon unsere „Lieblings-Domains“ von blume2000 und fleurop. Auch heute nehmen wir diese wieder als Beispiel. Man sieht in dem Chart schön die Entwicklung der Sichtbarkeit der Domains in Google.de aus den vergangenen 3,5 Jahren. Die Zeiträume der Betrachtung kann man in der XOVI Suite für alle Diagramme individuell einstellen – bis zu sechs Jahre zurück.

Wie wird der Static-OVI berechnet?

Wenn man Kennzahlen vergleicht und vor allem interpretiert, dann sollte man natürlich auch wissen, wie sie berechnet wird und welche Aussagen sich ableiten lassen und welche nicht. Der genaue Algorithmus des Static OVI ist natürlich unser Betriebsgeheimnis. Der Static OVI wird aufgrund einer Datengrundlage von 500.000 Keywords berechnet. Diese Keywords weisen ein hohes Suchvolumen (ermittelt über Google Adwords) auf und sind somit besonders relevant. Eine hohe Sichtbarkeit von Domains zu Keywords, die niemand in der Suchmaschine eintippt ist natürlich weniger „wert“ als zu Keywords, die von hohem Interesse sind. Das Keyword-Set von XOVI bildet einen Querschnitt aus den verschiedensten Bereichen wie z. B. Shopping, Reisen, Finanzen, Versicherung, Bildung, Gesellschaft, Gesundheit usw. Die Keywords werden auch aktualisiert. Das Keyword „Fußball WM 2014“ wird mittlerweile – nach dem Event – viel weniger gesucht als z. B. das Keyword „Fußball EM 2016“ oder dann später „Fußball WM 2018“. Dies gilt für einige Keyword-Kombinationen die stark themenbezogen sind.

XOVI ermittelt jede Woche für diese 500.000 Keywords die TOP 100-Rankings. Es wird also aufgezeichnet, welche URL auf welcher Position zum jeweiligen Keyword bei Google gelistet ist. Das ergibt jede Woche 50 Millionen Datenpunkte. Dann sortieren wir intern diese Datensammlung nach Domains und schon ergibt sich der erste Bestandteil des Static-OVI, nämlich die Anzahl der Rankings.

Je mehr Rankings aus dem Keyword-Set in den TOP100 zu finden sind, desto höher ist der Sichtbarkeitswert.

Anschließend erfolgt eine Gewichtung der Rankings, denn ein Platz 1 bei Google für ein Keyword ist natürlich „sichtbarer“ als ein Platz 55 oder 87.

Der dritte Faktor ist dann das Suchvolumen. Auch innerhalb des Keyword-Pools für den Static OVI gibt es unterschiedliche Suchvolumina der Keywords. Hier wird ebenfalls nochmal gewichtet. Je höher das Suchvolumen ist, desto höher der Einfluss auf den Static OVI.

Warum Static-OVI?

XOVI-Kunden, die schon länger das Online Marketing Tool nutzen kennen den Online Value Index (OVI) schon länger. Es gibt zwischen OVI und Static OVI im Prinzip nur wenige Unterschiede – diese sind aber wichtig. Gestartet ist XOVI in 2009 mit einem Keyword-Pool von ca. 1 Mio. Keywords. Im Laufe der Jahre hat XOVI es Kunden ermöglicht eigene Keyword-Vorschläge für die Datenbank von XOVI vorzuschlagen. Dabei waren auch Keyword-Vorschläge möglich, die ein sehr geringes Suchvolumen hatten und deshalb nicht im Keyword-Set von XOVI enthalten waren. Um eine saubere Datenbank gewährleisten zu können, wurden zu allen Keywords die Anzahl der Suchanfragen pro Monat sowie die durchschnittlichen Klickpreise aus Google AdWords ermittelt.

Erst, wenn die vorgeschlagenen Keywords ein gewisses Suchvolumen erreicht hatten, wurden sie in einem zweiten Schritt manuell kategorisiert und zu der Datenbank hinzugefügt. Die Kategorisierung war für ein gleichmäßiges Verhältnis innerhalb der Branchen notwendig.

Mit Einführung der XOVI Version 3.1 wurde der Static OVI in die XOVI Suite eingeführt. Hier ist es nicht mehr möglich eigene Keywords vorzuschlagen. Der Vorteil ist die hohe Relevanz der Keywords, da hier keine Keywords mehr mit geringem Suchvolumen aufgenommen werden.

Der Static-OVI ist kein Traffic-Index

Immer wieder erhalten wir die Rückfrage, warum der Verlauf des Static OVI nicht mit dem Traffic-Verlauf, der z. B. in Google Analytics ermittelt wurde, übereinstimmt. Eine höhere Sichtbarkeit bei Google müsste doch auch zu mehr Klicks auf die Website führen. Das stimmt aber nur bedingt und ist relativ einfach zu erklären. Es gibt hier mehrere mögliche Gründe:

Saisonale Keywords

Nehmen wir an, Sie betreiben einen Online-Shop für Autoreifen und ranken auf dem wunderbaren Platz 1 für das Keyword „Winterreifen“. Wir haben jetzt März und viele Autobesitzer kümmern sich um neue Reifen. Sie werden nun aber eher nicht nach Winterreifen suchen, sondern vor allem nach „Sommerreifen“ oder „Ganzjahresreifen“. Insofern trägt die TOP-Platzierung für das Keyword „Winterreifen“ zwar zu einem hohen OVI-Wert bei, aber korrespondiert nicht mit den Traffic-Zahlen.

Wetter, Wochentag und Uhrzeit

Ja – auch solche Faktoren sind entscheidend für die Zahl der Klicks. Erfahrungsgemäß sind mehr Menschen vor dem PC und suchen über Google, wenn es draußen regnet und sich die Menschen nicht so gerne im Freien aufhalten, wenn sie nicht müssen. Je mehr User am PC Suchanfragen bei Google starten, desto mehr SEO-Traffic können Sie abgreifen. Diese Feststellung betrifft natürlich eher weniger Business-Anfragen aus dem Büro. Für Online-Shops im B2C-Geschäft ist das aber erfahrungsgemäß ein Faktor.

Auch der Wochentag kann entscheidend sein, ob viel oder wenig Traffic auf mein Online-Angebot kommt. Das Suchverhalten ist natürlich auch abhängig vom Freizeitverhalten der User. Ein besonders traffic- und damit umsatzstärkster Zeitpunkt in der Woche ist der Sonntagnachmittag. Viele Berufstätige haben frei und und weniger zu tun. Wenn dann auch noch das Wetter schlecht ist, steigen die Zugriffe.

Regionale Rankings

Google personalisiert seit einiger Zeit die Suchergebnisse und nutzt dabei – nicht nur auf einem mobilen Endgerät – die Standortdaten des Google-Users. Wenn Sie z. B. „Anglerbedarf“ als Keyword eingeben, dann erhalten Sie in München andere Ergebnisse als in Berlin oder Köln. Wenn Sie nun ein Online-Shop für Anglerbedarf betreiben und zu diesem Keyword auch gute Rankings besitzen, dann kann es trotzdem sein, dass Sie in einer Stadt wie Köln z. B. erstmal bei Google nach unten durchgereicht werden und Google dem Kölner Google-User zunächst Domains von Angler-Geschäften mit Ladenlokal in Köln anzeigt. Das wirkt sich natürlich auch auf die Klick-Zahl aus.

Schlechte Snippets

Über Klicks bei Google auf Ihr Ranking entscheidet der User auch nach dem Text, den er bei Google in der Suchergebnisliste sieht – das sog. Snippet. Ein ansprechender Titel und eine gute Beschreibung sorgen für eine höhere Click-Trough-Rate (CTR). Wir haben in einem früheren Blogartikel „Wie erhalte ich mehr Klicks auf meine Rankings“ einige Beispiele für eine Snippetoptimierung gemacht. Es kann also sein, dass Sie ein gutes Ranking und damit eine gute Sichtbarkeit zu einem Keyword haben, aber wenige Klicks bekommen, weil ihr Snippet nicht aussagekräftig oder vertrauenswürdig ist.

Zusammengefasst kann man also sagen, dass der Sichtbarkeitsindex „Static OVI“ kein Traffic-Index sein kann und will. Ein mittelbarer Zusammenhang besteht natürlich schon. Wenn man bei Google nicht sichtbar ist, dann kann man auch keine Klicks über Google erwarten und je höher die Sichtbarkeit bei Google ist, desto höher sollte auch der Traffic sein. Aus den o. g. Gründen können die Google-Sichtbarkeit und realer Traffic voneinander abweichen.

Praktisch: In der XOVI Suite gibt es ja das praktische Search Analytics-Tool, bei dem man sowohl die Google Search Console als auch Google Analytics mit der XOVI Suite verbinden kann. Innerhalb der XOVI Suite kann man also Traffic-Verlauf und Sichtbarkeitsverlauf bequem vergleichen.

Static OVI Trends:

Mit der Einführung des Static OVI wurden weitere Funktionen eingeführt wie z. B. die Static OVI Trends. Damit lässt sich leicht ablesen, wie sich die Sichtbarkeit in verschiedenen vergangenen Zeiträumen entwickelt hat.

trends XOVI

Zunächst unterscheiden wir drei Trends, nämlich kurz-, mittel- und langfristige Veränderungen. Die kurzfristigen Veränderungen vergleichen den aktuellen Static-OVI-Wert mit dem vor 4 Wochen, mittelfristig mit dem Wert vor einem halben Jahr und langfristig vor zwei Jahren. In der darunter stehenden Tabelle sind weitere Intervalle ausgewertet. Den damals geltenden Static OVI Wert kann man direkt daneben ablesen. Die Veränderung wird prozentual von diesem Wert aus angegeben.

Gerade für Agenturen oder Inhouse-SEOs, die an Kunden bzw. Vorgesetzte berichten müssen, ist das eine schöne Funktion, die Sichtbarkeitsentwicklung zahlenmäßig auszudrücken. Für den Screenshot haben wir übrigens wieder die Domain blume2000.de verwandt – eine schöne SEO-Arbeit der vergangenen Jahre. Alle Trends zeigen in unseren SEO Tools nach oben.

Wie man Trends richtig beurteilt haben wir schon vor längerer Zeit mal in einem extra Artikel „Sichtbarkeits-Analysen“ mit Fallbeispielen erklärt. Schauen Sie gerne auch mal dort vorbei.

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