Der Konkurrenz einen Schritt voraus sein!

Der Konkurrenz einen Schritt voraus

24.05.2016

Das Beobachten und Analysieren der eigenen Marktbegleiter ist in Zeiten immer umkämpfterer Märkte essentiell, um sich von der eigenen Konkurrenz abzusetzen und eigene Wettbewerbsvorteile zu schaffen. Im Gegensatz zur Industriespionage werden im Rahmen von Competitive Intelligence legal verfügbare Informationen gesammelt, systematisiert und ausgewertet. Gerade wenn es um das Online-Verhalten von Mitbewerbern geht, lassen sich viele Maßnahmen direkt beobachten, da diese ja ohnehin online umgesetzt werden müssen.

Mitbewerberanalyse oder Mitbewerberbeobachtung

Im Zuge von Markt- und Wettbewerbsanalysen müssen die beiden Teilschritte Mitbewerberanalyse und Mitbewerberbeobachtung unterschieden werden. Eine initiale Mitbewerberanalyse liefert zunächst einen ganzheitlichen Überblick über Stärken und Schwächen der Konkurrenten auf den einzelnen Kanälen. Doch eine solche Analyse bildet letztlich nur einen festen Zeitpunkt und bestenfalls die Entwicklung in der Vergangenheit ab. Aus diesem Grund sollte im Anschluss an die Analyse des Status quos ein kontinuierliches Mitbewerber-Monitoring (die Mitbewerberbeobachtung) konzipiert werden. So lassen sich auch zukünftige Entwicklungen erfassen und Tendenzen erkennen. Dies gibt Ihnen die Chance, frühzeitig auf Tendenzen zu reagieren.

Strategische Vorteile sichern

Grundsätzlich ergeben sich durch die Wettbewerbsanalyse vor allem eigene Wettbewerbsvorteile. Zudem wird das Risiko, am Markt urplötzlich überrumpelt zu werden, minimiert. Erfahrungsgemäß ergeben sich aus einer Konkurrenzbetrachtung zahlreiche Inspirationen für die eigene Online Marketing-Strategie. Die Ideen und Ansätze der Konkurrenten sollte man dabei nicht einfach kopieren. Stattdessen gilt es, Strategien zu hinterfragen und erfolgreich auf das eigene Business zu projizieren.

Nur wer Stärken und Schwächen der Konkurrenz kennt, ist in der Lage eine nachhaltige Abgrenzung zum Wettbewerb vorzunehmen und sich damit in eine komfortable Position zu befördern. An Schwachstellen der Konkurrenz kann man dabei ansetzen, um eigene (derzeitige) Wettbewerbsvorteile auszubauen.

Die relevantesten Mitbewerber identifizieren

Der erste Schritt der Analyse ist die Identifikation der relevantesten Online-Wettbewerber. Zur Ermittlung relevanter Konkurrenten können verschiedene Kanäle herangezogen werden. Die folgenden beiden Beispiele zeigen das konkrete Vorgehen mit Hilfe von Tools:

  1. Identifikation von Mitbewerbern, die im organischen Bereich für gleiche und ähnliche Themen / Keywords ranken
  2. Identifikation von Mitbewerbern, die bei Google AdWords für gleiche und ähnliche Themen / Keywords Anzeigen schalten

Fünf Beispiele für den Einstieg in die Online-Wettbewerbsanalyse

1. Organische Rankings vergleichen und in Relation zum Content setzen

Optimal für den Einstieg ist es hier, die TOP-Rankings der Mitbewerber absteigend nach Suchvolumen anzeigen zu lassen. Ziel hierbei ist es, besonders erfolgreiche Bereiche der Website zu identifizieren und herauszufinden, weswegen diese so gut ranken. Hierfür ist eine genauere Content-Analyse erforderlich. Hat man ein bestimmtes Keyword-Set festgelegt, lohnt es sich auch die Rankings der Mitbewerber zu exportieren und Überschneidungen im Excel zu ermitteln. An diesen Stellen zeigt sich dann deutlich, wer in diesem Bereich gegenüber welchem Mitbewerber welche Wettbewerbsvor- und -nachteile hat.

2. Backlinks analysieren

Die Backlinkanalyse ist sicher der Klassiker unter den Wettbewerbsanalysen im Online Marketing. Auch wenn Backlinks nach Meinung vieler Experten an Bedeutung verloren haben, eignet sich eine solche Analyse hervorragend, um passende Influencer für ein Seeding der eigenen Inhalte zu ermitteln.

Hat man relevante Backlinks ermittelt, gilt es auch hier, erneut den Bezug zum dazugehörigen Content herzustellen.

3. Google AdWords-Anzeigen auswerten

Falls die zu untersuchenden Mitbewerber bei Google AdWords aktiv sind, lohnt sich eine Analyse der gebuchten Werbeanzeigen. Diese lassen sich dank der SEO Tools wie z.B. XOVI ohne Probleme auslesen und liefern häufig Inspirationen für eigene Testings bei Goole AdWords.

4. Content-Typen auf der Website ermitteln

Ermitteln Sie bei erfolgreichen Unterseiten (viele Backlinks, viele soziale Signale, viele Kommentare etc.), welche Inhalts-Typen verwendet wurden, um bestimmte Themen zu verarbeiten. Inhalte liegen heute in den wenigsten Fällen als reiner Text mit Bildern vor. Lassen Sie sich inspirieren und kombinieren Sie Erkenntnisse der Mitbewerberanalyse mit den eigenen Strategien. Beispiele für andere Inhaltsformen sind:

  • Checklisten
  • Videos
  • Tools
  • Interviews

5. Vertrauensbildende Elemente analysieren

Viele Besucher von Websites sind grundsätzlich skeptisch und stellen sich regelmäßig die Frage, ob sie einem Anbieter vertrauen können, sofern es sich nicht um eine bekannte Marke mit dem passenden Image handelt. Ermitteln Sie daher, wie es Ihren Wettbewerbern gelingt, Vertrauen zur Zielgruppe aufzubauen. Identifizieren Sie jene Elemente, die den Unterschied machen. Dies können beispielsweise besonders gut inszenierte Kundenbewertungen, Gütesiegel oder andere Zertifikate sein.

Zwei entscheidende Tipps für den täglichen Workflow

  1. Nehmen Sie sich ausreichend Zeit für die Erstanalyse. Lücken und Fehler zu Beginn sorgen im Laufe der Wettbewerbsbeobachtung für unnötige Korrektur-Analysen, die Zeit und Geld kosten.
  2. Erstellen Sie einen internen Leitfaden und gehen Sie immer einheitlich bei der Wettbewerbsbeobachtung vor. So sichern Sie die Vergleichbarkeit der Daten auch über einen längeren Zeitraum.

Fazit

Eine konsequente Wettbewerbsbeobachtung ist der Schlüssel zu nachhaltigen Wettbewerbsvorteilen. Hierdurch lassen sich sowohl vorab Fehler vermeiden als auch neue Impulse für die eigene Online Marketing-Strategie sammeln. Wichtig dabei ist es, einen kontinuierlichen Prozess zu haben, welcher auch eine strukturierte Erfassung der Daten ermöglicht. Somit sind Daten auch retrospektiv gut auswertbar.

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