Keyword-Optimierung – wie beginne ich?

Keyword Optimierung: Beispiel Blumen

13.06.2016

Webseitenbetreiber, die sich erstmals mit Suchmaschinenoptimierung beschäftigen, recherchieren i.d.R. in verschiedenen Quellen im Internet. Sie lesen in Blogs wie diesem hier oder den Blogs der vielen SEOs hier im Lande. Überall lesen sie dann etwas über Keywords.

Dieser Artikel wendet sich an die Beginner in dem Bereich: jeder hat mal mit etwas angefangen und braucht Input. Im Support wird uns die Frage, wo man seine Keywords eintragen muss, auch immer mal wieder gestellt. Wir zeigen heute in dem Artikel, wie man eine Webseite bzw. eine Unterseite auf ein Keyword hin optimiert.

Fangen wir zunächst mit einem Mythos an, der tatsächlich immer noch auftaucht:

Meta-Tag Keywords

In vielen Content-Management-Systemen oder SEO-Plugins kann man Meta-Keywords eintragen. Im HTML-Header werden dann die Keywords aufgelistet. Bei der Website der einer Affiliate-Seite für Drohnen und Quadrocopter sieht das so aus:

<meta name=“keywords“ content=“quadcopter,quadrocopter,multicopter,drohnen,news,dji,phantom“ />

Der Webseitenbetreiber möchte anscheinend für diese Schlagwörter gefunden werden. Die Domain verraten wir mal nicht – es geht hier wirklich nur um das Eintragen der Meta-Keywords. Es mag Suchsysteme geben, die diese Methode nutzen, aber Google tut es nicht. Es gibt hierzu eine eindeutige Aussage von Google selbst.

In einem Beitrag aus dem September 2009 im Webmastercentral-Blog von Google wurde das ganz klar ausgeschlossen – das sind schon fast sieben Jahre. Und Google hat auch recht damit. Denn was war passiert: Man schreibt einen mittelmäßigen Text über die Fauna in Saudi-Arabien und schreibt in die Meta-Keywords Schlagworte hinein, die damit überhaupt nichts zu tun haben, z. B. weil sie einfach ein hohes Suchvolumen haben. Das tut man in der Hoffnung, dass man dann über Google viele Besucher erhält. Google würde dann also z. B. zum Keyword „Lebensversicherung“ einen Besucher aus den Google-Suchergebnissen auf eine Seite über die Vegetation in der Wüste von Saudi-Arabien schicken. Der Google-Nutzer wäre enttäuscht, weil er nichts über Lebensversicherungen erfährt, sondern nur etwas darüber, welche Pflanzen es geschafft haben, in der Wüste zu überleben. Google hat jedoch das Ziel die qualitativ besten Ergebnisse zu einer Suchphrase oder einem Keyword anzuzeigen. Das bezieht sich einmal auf die Qualität der Informationen auf der Seite selbst und eben auch auf die Relevanz. Das Keyword „Lebensversicherung“ ist für die Fauna von Saudi-Arabien eben nicht relevant – bzw. umgekehrt: zum Suchwort „Lebensversicherung“ besteht keine Relevanz beim Botanik-Artikel. Also – sparen Sie sich das Eintragen der Meta-Keywords. Es nützt nichts – jedenfalls nicht für Google.
Unser Freund Matt Cutts von Google hat dies auch in einem Video erläutert und unmissverständlich klar gemacht.

Aus SEO-taktischer Sicht gibt es einen weiteren Punkt, warum man es nicht tun sollte: Sie verraten der Konkurrenz Ihre SEO-Strategie. Ihre Mitbewerber schlafen nicht. Genauso wie Sie z. B. über die XOVI Suite nachschauen, welche Strategie der Marktbegleiter im Bereich Suchmaschinenoptimierung verfolgt, so macht dies Ihr Konkurrent mit Sicherheit ebenso. Dazu gehört auch ein geschulter Blick in den HTML-Quellcode Ihrer Website. Und wenn Sie dort die Keywords eintragen, dann weiß Ihr Mitbewerber auf welche Suchbegriffe Sie optimieren und kann diese Information ggf. in seine Strategie einbeziehen.

Wo sollten die Keywords denn vorkommen?

Jetzt wissen wir also, wo man die Keywords nicht eintragen sollte, aber wie kann man nun seine Seite für einen Suchbegriff optimieren?

a) In der Domain:

Der Effekt scheint mit den Jahren abgenommen zu haben, aber viele nutzen immer noch Keyword-Domains oder EMD (Exact Match Domains). Diese Domains haben also das gewünschte Hauptkeyword bereits in der Domain enthalten. Für XOVI wäre das z. B. seotool.de oder seo-tool.de. Beide Domains gehören XOVI übrigens nicht. Insbesondere im Bereich Affiliate-Marketing wird das oft genutzt: flatscreen-test.de oder fernseher-vergleich.de. Zum Zeitpunkt dieses Artikels wurden beide Domains übrigens nicht genutzt. Es geht hier lediglich um das Beispiel.

b) In der URL

Wesentlich häufiger und auch sinnvoller Weise wird ein Keyword in einer URL genutzt – z. B. als Verzeichnisname oder als Beitrag. Der Blog von XOVI ist z. B. unter der URL https://www.xovi.de/blog zu finden. Im Verzeichnis „Blog“ finden sich dann die verschiedenen Beiträge. Google weiß also durch die URL schon, dass sich in dem Verzeichnis ein Blog befindet. Das geht natürlich auch mit Shop-URLs. Blume2000 hat ein Verzeichnis „blumengeschenke“ und darunter einen Beitrag „Blumen zum Muttertag“. Es handelt sich dabei um eine speziell für dieses Keyword optimierte Landingpage. Die URL lautet
http://www.blume2000.de/blumengeschenke/blumen-zum-muttertag.html. Das Keyword „Blumen zum Muttertag“ wurde also hier in der URL eingebaut.

Diese „sprechenden“ URLs sind übrigens nicht nur gut für Suchmaschinen, sondern auch für den Webseiten-Besucher, denn auch User sehen direkt, was sich wohl hinter der URL verbirgt.

c) Im Title-Tag

Natürlich sind nicht alle Meta-Angaben wie der Meta Tag Keywords sinnlos. Im Gegenteil. Zur Berechnung des Rankings nutzt Google auch den Title-Tag. Zum einen wird oft der Title als Titel auf der Suchergebnisseite genutzt – zum anderen nutzt Google dies zur Einstufung der Relevanz der Website. Platzieren Sie also im Title-Tag das Hauptkeyword, auf das optimiert werden soll.

Blumen zum Muttertag in den Google Suchergebnissen

Hier das Beispiel nochmal. Hier wurde das Keyword „Blumen zum Muttertag“ auch direkt zu Beginn des Titels genutzt. Google hat diesen übernommen in den Suchergebnissen.

d) In der Beschreibung

Ein weiterer guter Platz, ein zu optimierendes Keyword unter zu bringen ist die Meta Beschreibung, also die Meta Description. Sie ist kein direkter Rankingfaktor, aber der Text der Meta-Description wird oft von Google ebenfalls für den Suchergebnistreffer (Snippet) genutzt. In dem obigen Beispiel wurde das Keyword „Blumen zum Muttertag“ ebenfalls wieder genutzt. Auffällig ist hier übrigens, dass die Meta-Description zu lang ist. Google schneidet am Ende Wörter ab und ersetzt es durch die drei Punkte „…“ . Nicht ganz optimal.

Zur Optimierung der Snippets – also der Länge von Meta-Title und Meta-Description hat XOVI nun im Onpage-Tool eine neue Funktion frei geschaltet. Der SERP Snippet Generator zeigt hier, wenn Title und/oder Description zu lang ist. Julia hat hierzu vor kurzem ein kleines Tutorial geschrieben.

e) In Überschriften (H1-Tag)

Sie sollten auch in (Zwischen-) Überschriften Keywords verwenden. Ähnlich wie beim Title werden auch diese von Google ausgewertet. Zeichnen Sie in Texten die Überschriften mit dem entsprechenden H-Tag aus. Die Überschrift sollte mit dem H1-Tag ausgezeichnet sein. Den H1-Tag bitte auch nur 1x verwenden und nicht mehrfach. Sie senden Google sonst widersprüchliche Signale. Für weitere Überschriften stehen H2 – H6 Tags zur Verfügung. Diese dürfen Sie jeweils auch mehrfach verwenden.

f) Im Content

So – und jetzt kommt eigentlich der wichtigste Faktor. Nutzen Sie den Suchbegriff natürlich auch im Text auf Ihrer Website. Wie soll Google die Relevanz Ihres Contents für den zu optimierenden Suchbegriff messen, wenn er gar nicht im Text vorkommt? Es gibt hier jedoch keine bestimmte Anzahl, die der Begriff im Text vorkommen sollte. In der SEO-Branche hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass die sog. Keyword-Dichte kein Anhaltspunkt mehr sein sollte. Früher geisterte dies durch die SEO-Szene. Stattdessen nutzt man das System von „WDF*IDF“ um einen optimierten Text zu schreiben. Wir haben dies bereits in einem Blog-Artikel thematisiert.

Nutzen Sie auch Synonyme für Ihren Suchbegriff und ähnliche Keywords. Google versteht mittlerweile ganz gut die Texte auf Websites und wird dies dann gut „einordnen“. Zudem haben Sie die Chance für den gleichen Text auch mit ähnlichen anderen Keywords zu ranken.

Fazit

Sie sehen – es gibt eine ganze Reihe von Möglichkeiten das Keyword auf einer Seite unter zu bringen. Der wichtigste Ort ist der letztgenannte – nämlich der Inhalt. Die besten Angaben in den Meta-Tags oder den Überschriften nützen nix, wenn Sie dann im Text von ganz anderen Themen schreiben. Das sollte schon gut zusammen passen. Die weiteren Faktoren stärken die Signale aus dem Content noch weiter. Wichtig ist aber: Übertreiben Sie nicht. Keyword-Spamming erkennt Google ziemlich schnell und honoriert das nicht gerade. Diese Erfahrung haben viele SEOs vor Ihnen gemacht. Das können Sie sich ersparen.

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  • Hallo Nadine,

    schöner Artikel. Das mit den Keyword-Metatags geistert nach wie vor in der Szene herum. Angeblich gibt es Webmaster, die heute noch Erfolge damit haben.
    Die anderen Punkte würde ich auch so sehen. Entscheidend für mich ist, einen Artikel zu schreiben, der herausragend ist und alle Konkurrenz-Artikel in den Schatten stellt. Ist er gut geschrieben, brauche ich auch keinen WDF-IDF-Test mehr.
    Wo ich mir noch mehr Info gewünscht hätte, ist beim Punkt Keyword-Recherche. Vorgehensweise, Tools, Vor und Nachteil der einzelnen Tools.