Voice Search wird Text Search teils ersetzen

Voice Search

14.07.2016

Was bedeutet das für SEO?

Mobile Optimierung ist in den letzten Jahren unumgänglich für das Online Marketing geworden und mittlerweile Voraussetzung für eine erfolgreiche Internetpräsenz in jeder Branche. Im Mai letzten Jahres bestätigte Google die Wichtigkeit der Mobile-Optimierung und erklärte, dass in insgesamt 10 Ländern mobile Geräte häufiger genutzt wurden als Desktop-Oberflächen. Die zunehmende Nutzung von mobilen Geräten geht Hand in Hand mit einer weiteren Funktion, die in Bezug auf die Suchmaschinenoptimierung nicht zu unterschätzen ist und zunehmend an Bedeutung gewinnt – die sprachgesteuerte Suche oder „Voice Search“.

Mit Apples Siri, Microsofts Cortana und Google Now haben mittlerweile alle großen Hersteller von mobilen Geräten die sprachgesteuerte Suche zu einem wichtigen Bestandteil gemacht. Nach Angaben Googles nutzen allein in den USA 55% aller Teenager und sogar 41% aller Erwachsenen „Voice Search“ mehr als einmal täglich. In Deutschland ist der Trend ähnlich. Besonders junge Personen nutzen vermehrt diese neue Art der Suche. Leider haben viele SEO- Experten den Einstieg in die „Voice Search“-Optimierung bis dato verpasst. Da allerdings die Tendenz hinsichtlich der Nutzung sprachgesteuerter Suchanfragen steigend ist, ist davon auszugehen, dass „Voice Search“ die Suchmaschinenoptimierung grundlegend beeinflussen wird. Google straft Seiten zwar (noch) nicht ab, wenn diese nicht „Voice Search“ – optimiert sind, doch kann sich eine diesbezügliche Optimierung vorteilhaft für die Seite auswirken.

Somit stellt sich hiermit die Frage, was genau beachtet werden sollte und welche Maßnahmen ergriffen werden müssen, um Webseiten erfolgreich auf die steigende Anzahl von sprachgesteuerten Anfragen zu optimieren. Wie kann man also den Webseiteninhalt so optimieren, dass dieser auch in den „Voice Search“-Ergebnissen wiedergegeben werden kann?

Semantischer Kontext

Wie schon seit dem Hummingbird Update im Jahr 2013 bekannt, wird der semantische Kontext immer wichtiger, wohingegen eine bloße Keyword-Optimierung langsam in den Hintergrund tritt. Google versucht zunehmend den semantischen Kontext zu verstehen, um Nutzern die bestmöglichsten und passendsten Ergebnisse zu liefern. Je mehr Kontext Google demnach zu einem bestimmten Thema auf einer Website findet, desto besser kann der Inhalt dieser Seite verstanden und dessen Relevanz für die Suchanfrage des Users bestimmt werden. Suchmaschinen lernen die Intention und Semantik hinter einer „Voice Search“- Anfrage zu verstehen und erkennen zunehmend besser, wonach genau ein User sucht.

Aus diesem Grund wird Zielseitenrelevanz auch bezüglich „Voice Search“ immer wichtiger, da Google und andere Suchmaschinen durch die Absprungrate schnell erkennen, wann eine Seite die Frage eines Nutzers beantwortet – oder eben nicht. Eine Webseite ausschließlich mit nicht zusammenhängenden Keywords zu füllen, ist also auch bei der sprachgesteuerten Suche nicht zielführend. Content sollte natürlich gestaltet werden und auch der Sprachstil des Inhaltes sollte an die Zielgruppe angepasst sein.

Natürliche Sprache und Fragewörter

Neben dem semantischen Kontext wird demzufolge die Natürlichkeit der Sprache immer bedeutender. Im Gegensatz zu Suchanfragen, die als Text in Suchmaschinen eingegeben werden und immer kürzer und generischer geworden sind, werden bei „Voice Search“ hauptsächlich ganze Sätze benutzt, welche häufig mit Fragewörtern beginnen. Aufgrund dessen werden Longtail-Suchbegriffe und Fragewörter im Content zunehmend wichtiger. Dies bedeutet für SEO Experten, dass bei der Optimierung der Seite sowie dem Inhalt darüber nachgedacht werden sollte, was genau User auf der Seite suchen und wie diese Frage im Content beantwortet werden kann. Potentiell häufig gestellte Fragen können z.B. mit FAQs ganz einfach beantwortet werden.

Wenn also ganze Fragen via „Voice Search“ gestellt werden, können die Antworten in den FAQs der Website von Google einfach aufgegriffen und somit in den Suchergebnissen, vorausgesetzt auch der Inhalt ist relevant, bevorzugt werden. Infolgedessen ist es nicht sinnvoll, übermäßig viele Keywords in den Texten einer Website zu nutzen. Eine FAQ-Strategie hat einen viel größeren Mehrwert bezüglich „Voice Search“ und Inhalte klingen im Idealfall authentischer, was von Google wiederum positiv berücksichtigt wird. Einen weiteren Mehrwert bieten Online-Foren, in welchen Kunden die Möglichkeit haben auf ihre gestellten Fragen direkte Antworten zu erhalten. Hiermit hilft der Kunde aktiv mit Content für z.B. die FAQs zu erstellen, der von Google später als relevante Antwort in den Suchergebnissen verwendet werden kann. Darüber hinaus wird das Einbeziehen des Users positiv von Google bewertet und steuert zusätzlich zu einem besseren Ranking in den Suchergebnissen bei – hier werden also zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen.

Google´s „Direct Answers“

„Voice Search“ hat den Zweck eine Frage effizient zu beantworten und steht oft in engem Zusammenhang mit Multitasking. Laut einer Google Studie nutzen Personen „Voice Search“ beispielsweise während des Kochens oder beim Fernsehen. Der Großteil der sprachgesteuerten Suchanfragen hat demnach den Zweck eine unmittelbare Frage zu beantworten. Häufig wird via „Voice Search“ nach einem bestimmten Restaurant oder Ladengeschäft in der näheren Umgebung gesucht. Darüber hinaus dient die sprachgesteuerte Suchanfrage auch der schnellen Informationsbeschaffung, z.B. dem Recherchieren von Daten, Fakten oder Anleitungen zu einem Prozess. Google wird deshalb vermehrt direkte Antworten („direct answers“) auf sprachgesteuerte Suchanfragen zu geben, anstatt dem User nur Links anzubieten, die dieser erst nach einer konkreten Antwort durchsuchen müsste. In einer aktuellen Studie von 850.000 Suchanfragen stellte Google fest, dass fast 20% dieser Fragen mit direkten Antworten beantwortet wurden.

Um im Google Index mit solch direkten Antworten gefunden zu werden, müssen SEO-Experten also wieder darauf achten, dass im Content der Seite auf spezifische Fragen sofort eine unmittelbare Antwort folgt.

Inhalt allein ist bei direkten Antworten jedoch oft nicht ausreichend. Die Domain Authority spielt zusätzlich eine große Rolle, um für direkte Antworten in Suchmaschinen überhaupt in Frage zu kommen. Trotz des verhältnismäßig größeren Aufwands in der Optimierung, sollte jeder SEO-Manager darauf bedacht sein Webseiten schon jetzt für „Voice Search“ zu optimieren, da der darüber kommende Traffic oft als erfolgsversprechend gilt und eine stärkere Etablierung der sprachgesteuerten Suche in der Gesellschaft zu erwarten ist.

Fazit

Zusammenfassend kann man sagen, dass Funktionen wie „Voice Search“ dazu führen, dass Google und andere Suchmaschinen zunehmend danach streben bestmögliche Suchergebnisse zu liefern. Google legt weiterhin zunehmenden Wert auf Content und Seiten, die auf das User-Verhalten optimiert sind. Dabei wird versucht Suchmaschinennutzern die genaueste, beste und direkteste Antwort auf ihre „Voice Search“ Anfrage zu geben und gleichzeitig authentische Inhalte zu bieten. SEO-Experten sind also gezwungen darüber nachzudenken, was auf einer Website vom User gesucht wird, bzw. wie potentielle Suchanfragen aussehen könnten, um diese so präzise wie möglich im Inhalt der Seite zu beantworten. „Voice Search“ hat das übliche stichwortartige Suchverhalten von Usern um Suchanfragen in Form von Longtail-Keywords und vollständige Fragen ergänzt. Für SEO-Experten ist die unmittelbare Lösung deshalb ein natürlicher Content, der dem potentiellen User sprachlich angepasst ist sowie FAQ-Strategien, die schnelle und zielgerichtete Antworten liefern.

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  • Das grundlegende Ziel ist also gleich geblieben – man will/soll dem Nutzer geben was er will. Das Problem der Publisher ist jedoch auch gleich geblieben – wie krieg ich den Nutzer monetisiert?!
    Wenn google (mit meiner Hilfe) nun exakt die Antwort liefert, die der Nutzer sucht, wird nichts aus der Monetarisierung, es wird ja nur die Antwort angezeigt. Im Falle des genannten Beispiels mit der Köchin könnte eine Frage so lauten: „Wie lange muss die Gans in den Ofen?“. Antwort wäre: „3 Stunden auf …“. Die mühevolle Werbung mit den Kochbüchern auf meiner Seite war also für die Katz.
    Traffic ade mit Voice Search würde ich sagen. Die SERP-Ads treten in den Vordergrund.
    Das Werbe-Internet muss sich neu ausrichten.

  • Viola Zweschke

    Lässt sich bereits herausfinden, wie viele Besucher der eigenen Webseite über die Voice Search gekommen sind?