Online Marketing Budget effektiv einsetzen

Budget

29.11.2016

Kleine und mittelständische Unternehmen verfügen häufig nur über begrenztes Online Marketing Budget, daher ist es umso wichtiger, dass sie dieses so präzise und effektiv wie möglich einsetzen. Ein besonders großer Vorteil von Online Marketing Maßnahmen besteht darin, dass Erfolge und Misserfolge i.d.R. direkt messbar sind. Viele Unternehmen mit nur begrenztem Online Marketing Know-how machen allerdings häufig den Fehler, dass sie den Fokus auf falsche KPIs legen und dass zudem Werbe-Einstellungen falsch verwendet werden, sodass erhebliche Streuverluste den eigenen Online-Erfolg verringern.

Vor allem bei den sehr beliebten Traffic-Lieferanten Google AdWords und Facebook Ads können bereits kleine Fehler dazu führen, dass nur ein Bruchteil des vollen Marketing Budget-Potenzials genutzt wird, da das Budget z.B. für falsche Zielgruppen verwendet wird, die zwar Kosten verursachen, aber keine oder nur geringe Conversions generieren. Im Folgenden werden wichtige Einstellungen dieser Tools und sinnvolle KPIs genauer vorgestellt, sodass Online Marketing Budgets zukünftig präziser und erfolgreicher eingesetzt werden können.

Google AdWords

Google AdWords gehört für viele Unternehmen zu den beliebtesten Traffic-Lieferanten überhaupt, schließlich kann mit Hilfe von Google AdWords sehr zielgruppenrelevanter Traffic generiert werden. Hierbei handelt es sich um bezahlten Traffic, da wichtige Suchmaschinenpositionen zu relevanten Suchanfragen gekauft werden können. Wenn nun die eigene Zielgruppe nach z.B. passenden Dienstleistungen im Umkreis sucht, können lokale Unternehmen in den Suchmaschinenergebnissen passende Werbeanzeigen schalten, die noch vor den organischen Suchergebnissen der Suchmaschine angezeigt werden. Diese Möglichkeit ist besonders für Unternehmen, die aufgrund zu starken Wettbewerbs wichtige Suchmaschinenpositionen nicht mit Suchmaschinenoptimierung erreichen können, eine wichtige Alternative um conversionstarken Traffic zu generieren.

Keywordoption „weitgehend passend“ vermeiden

Wenn Google AdWords Kampagnen eingerichtet werden, dann ist die Keywordoption „weitgehend passend“ i.d.R. eine schlechte Wahl, da bei dieser Option auch auf Suchanfragen von Usern geboten wird, die voraussichtlich keine Conversions bzw. Umsatz generieren werden. Am einfachsten kann diese Option anhand eines Beispiels verdeutlich werden:

Beispiel: Online Shop für Fahrräder

Angenommen ein Unternehmen betreibt einen Online Shop und verkauft in diesem online „Fahrräder“. Dann liegt es ja eigentlich nahe, dass als Keyword das Wort „Fahrrad“ bei Google AdWords eingebucht wird. Wird dabei die Keywordoption „weitgehend passend“ genutzt, dann wird die Anzeige des Online Shops auch bei Suchanfragen wie z.B. „Fahrrad Reparatur Köln“ erscheinen. Klicken User nun auf die Anzeige des Unternehmens, dann wird dieses für den Klick zahlen müssen, jedoch wird der User voraussichtlich keine Conversion (Kauf eines Fahrrads) erzielen, da das Bedürfnis des Users nicht befriedigt werden kann.

Die Keywordoption „genau passend“ bietet Unternehmen die Möglichkeit auf genaue Keywords bzw. Keywordphrasen zu bieten. Hierbei sollte vor allem darauf geachtet werden, dass nur Keywords gewählt werden sollten, die auch Conversions bzw. Umsatz generieren können. In diesem Fall wäre das z.B. „Fahrrad online kaufen“.

Landingpages optimieren

Traffic, der mit Hilfe von Google AdWords eingekauft wird, muss bestmöglich convertieren können. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass die Landingpages conversionoptimiert werden, sodass sowohl die Bedürfnisse der User befriedigt werden, als auch eigene Unternehmensziele erreicht werden können. Diese Landingpages sollten optimal zur Suchanfrage der User passen, erreichbar sein und nur relevante Elemente enthalten, die zu einer gewünschten Conversion führen können. Dazu gehören unter anderem:

  • Conversionbuttons farbig hervorheben (z.B. „Kaufen-Button“)
  • Conversionoptimierte Texte verwenden
  • Trustsymbole nutzen
  • Produktverfügbarkeit sicherstellen
  • Zahlungsoptionen anzeigen

Anzeigenqualität erhöhen

Um Traffic möglichst günstig einkaufen zu können, sollte besonders darauf geachtet werden, dass sowohl die Anzeigen als auch die Landingpages optimal zu den entsprechenden Suchanfragen passen. Dabei sollte vor allem darauf geachtet werden, dass:

  • Die Suchanfrage in der Überschrift verwendet wird
  • Die Suchanfrage im beschreibenden Text genutzt wird
  • Die Suchanfrage in der angezeigten URL erscheint
  • Eine Call2Action in der Anzeige verwendet wird
  • Dass die entsprechende Landingpage auf die Suchanfrage optimiert wurde

Conversiontracking einrichten

Nur weil ein Keyword bzw. eine Suchanfrage aus Sicht eines Unternehmens sinnvoll erscheint (und dieses sogar Traffic generiert) bedeutet das nicht, dass dieser Traffic auch convertiert oder aus KPI-Sicht relevant ist. Mit Hilfe eines eingerichteten Conversion-Trackings kann analysiert werden, welche Suchanfragen zu selbstdefinierten Conversions führten. Diese Keywords sollten stets präferiert werden und mehr Budget erhalten als andere potenziell relevante Suchanfragen. Häufig enthalten diese Keywords Elemente wie „Kaufen“, „Online kaufen“, „Eigener Brand + Produkt“ oder auch einen „Konkreten Produktnamen“.

Anzeigen gezielt schalten (Ort und Telefonnummer)

AdWords Anzeigen können mittlerweile sehr gezielt ausgespielt werden und z.B. mit Telefonnummern angereichert werden. Lokale Unternehmen sollten daher sicherstellen, dass ihre Anzeigen ausschließlich in den Städten erscheinen, in denen sie auch lokal ansässig sind. Ebenso sollten Anzeigen mit Telefonnummern-Erweiterungen nur in den Zeiträumen angezeigt werden, wenn diese Anrufe auch wirklich entgegengenommen werden können und eine 100% Kundenzufriedenheit gewährleistet werden kann.

Facebook Ads

Facebook gehört für viele Unternehmen zu den wichtigsten Social Media Traffic-Kanälen überhaupt, schließlich haben sie dort die Möglichkeit mit ihren Zielgruppen direkt in Kontakt zu treten und zu interagieren. Doch auch bei Facebook können falsche Einstellungen und ein begrenztes Know-how schnell dazu führen, dass zwar Budget investiert wird, der ROI aber sehr gering ausfällt.

Fans, Likes, Shares und Kommentare nicht mit Umsatz gleichsetzen

Auch wenn soziale Interaktionen in Zeiten des Inbound Marketings sehr wichtig sind, sollte nie vergessen werden, dass auch eine Social Media Nutzung stets KPI-orientiert sein sollte. Nur weil die eigene Zielgruppe einen Beitrag liked, oder z.B. eine Werbeaktion zu einer Traffic-Steigerung führt, bedeutet das nicht, dass bereits von Erfolg gesprochen werden kann. Umsätze und Gewinne sollten auch bei der Nutzung der sozialen Netzwerke als Marketinginstrument stets im Fokus stehen, daher sind Analysen (z.B. mit Hilfe des Facebook Tracking Pixels) wichtig um z.B. zu ermitteln, ob der eingekaufte Facebook-Traffic auch zu Conversions geführt hat und ob mit einer Werbeaktion auch wirklich Unternehmensziele erreicht wurden.

Facebook Tracking Pixel nutzen

Nicht nur Google AdWords bietet seinen Nutzern die Möglichkeit konkrete Erfolgsmessungen zu betreiben, sondern auch Facebook unterstützt Unternehmen bei präzisen Werbeanzeigen-Analysen. Mit Hilfe dieses Facebook Pixels können Unternehmen eigene Conversions definieren und analysieren, wie viel Budget notwendig ist um eine Conversion zu generieren. Diese Analyse-Möglichkeit von Facebook schafft eine notwendige Transparenz und hilft dabei Budgets zukünftig noch erfolgsorientierter planen und einsetzen zu können.

Content Marketing

Viele Unternehmen erarbeiten mittlerweile Content Marketing Strategien, mit denen sie zukünftig ihre Zielgruppen erreichen und langfristig an sich binden möchten. Hochwertige und mehrwerthaltige Inhalte können nicht nur dabei helfen die eigenen Unternehmenswerte transparenter zu machen, sondern auch Suchmaschinen präferieren diese individuellen und einzigartigen Inhalte. Viele kleine und mittelständische Unternehmen machen häufig den Fehler, dass sie nicht genau definieren aus welchem Grund sie diese Inhalte überhaupt erstellen. Contentquantität, Reichweite und auch Sichtbarkeit sind schließlich keine sinnvollen und conversionorientierte KPIs.

Sinnvolle Unternehmensziele und individuelle KPIs müssen bei Online Marketing Strategien stets im Fokus stehen, daher ist es essentiell, dass vor Erstellung des Contents sehr präzise definiert wird, welche konkreten und messbaren Ziele mit diesem Content verfolgt werden.

Diese Ziele können zum Beispiel lauten:

  • Content für Landingpages erstellen (Google AdWords)
  • Unternehmensrelevanten Content für User und Suchmaschinen erstellen (Themenwelten)
  • Unternehmensleistungen und Werte mit Hilfe von Content transparenter machen (Branding)
  • Content für konkrete, neue Werbeaktionen (Werbung)

Fazit

Die verschiedenen Online Marketing Disziplinen können dabei helfen die eigene Markenbekanntheit online erheblich zu stärken und den Umsatz dauerhaft zu erhöhen. Voraussetzung dafür ist, dass einer der größten Vorteile des Online Marketings genutzt wird: „Konkrete Analysen und Conversionoptimierung“. Der Streuverlust kann bei vielen Online Marketing Strategien mit Hilfe von präzisen Analysen und optimierten Einstellungen auf ein Minimum reduziert werden, sodass das volle Potenzial des eigenen Budgets genutzt werden kann.

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