7 Google-Ranking Trends für 2017

Ranking Trends 2017

20.12.2016

1. Mobile First

Google setzt seine Mobile First Strategie weiter konsequent und sukzessive um. Nach dem ersten Mobile Update Anfang des Jahres 2015 und Mobilegeddon im zweiten Quartal 2016 erklärte Google im Oktober diesen Jahres nun auch den Mobile Index zum primären Suchindex. Spätestens jetzt dürfte auch dem letzten Skeptiker klar geworden sein: Google macht Ernst mit der Mobile First Strategie. Es ist also absehbar, dass Google Webseiten bevorzugen wird, welche auf mobile Endgeräte optimiert sind. Höchstwahrscheinlich wird es in 2017 kaum mehr möglich sein, Top-Platzierungen in den Google Suchergebnissen zu erzielen ohne eine mobile-fähige Webseite.

Hilfreiche Tipps zur Mobile-Optimierung

Responsives Webdesign sollte mittlerweile Standard sein. Hierbei sollte man insbesondere folgendes beachten:

  • Festlegung des Darstellungsbereichs
  • Content-Priorisierung (Above-The-Fold)
  • Verwendung lesbarer Schriftgrößen (Empfehlung: Schriftgröße 16px)
  • Links sollten einen gewissen Abstand zueinander haben
  • Gestaltung von Buttons, so dass sie sich antippen lassen. (Empfehlung: Mindestgröße 48px, Mindestabstand 32px).
  • Zugänglicher Content (Vermeidung von Interstitials)

Mobile-friendly Test:
https://search.google.com/search-console/mobile-friendly

Weiterführende Informationen:
https://developers.google.com/speed/docs/insights/ConfigureViewport
https://developers.google.com/speed/docs/insights/UseLegibleFontSizes
https://developers.google.com/speed/docs/insights/SizeTapTargetsAppropriately
https://developers.google.com/webmasters/mobile-sites/mobile-seo/common-mistakes

2. Page Speed Rules

Im Zuge der Mobile First Strategie bewertet Google schnelle Webseiten mit geringen Ladezeiten positiver als langsame Seiten. Denn wer wartet schon gerne? Mittlerweile ist die Webseiten Geschwindigkeit zu einem bedeutenden Ranking-Faktor aufgestiegen. Dieser Trend wird sich vermutlich auch im kommenden Jahr fortsetzen und noch verstärken. Auch mit Technologien wie beispielsweise AMP (Accelerated Mobile Pages) wird die Auslieferung von Inhalten auf mobilen Endgeräten noch performanter als bisher.

Tool zum testen der Ladezeit:
https://developers.google.com/speed/pagespeed/insights/

Weiterführende Informationen:
http://www.visio7.com/blog/seo-vorteil-schnelle-ladezeiten/
http://www.visio7.com/blog/globaler-rollout-von-google-amp/

3. Die Transformation der SERP’s

Im ersten Quartal 2016 hat Google bereits das Layout seiner Suchergebnisseiten (SERP’s) für mobile Endgeräte optimiert, indem die AdWords Anzeigen neu positioniert wurden. Doch damit nicht genug: Google wird die Suchergebnisseiten auch in Zukunft kontinuierlich weiterentwickeln.

Ranking von Veranstaltungen

Seiten mit Informationen zu Veranstaltungen werden vielleicht schon bald eigene Ranking-Kriterien erhalten. Sucht ein Nutzer upcoming Events aus der näheren Umgebung, hat es Google sich zur Aufgabe gemacht, zukünftig noch bessere Suchergebnisse zu liefern als bisher. Zu diesem Zweck hat Google im Sommer ein Patent angemeldet, was darauf abzielt, Events genauer zu bewerten. Hierbei könnten Faktoren wie Beliebtheit sowie Anzahl an Erwähnungen im Web und den sozialen Medien eine wichtige Rolle spielen. Vermutlich wird Google auch Informationen und Bewertungen zur Location heranziehen. Somit dürften zukünftig die Rankings weniger von der Anzahl und Qualität der Backlinks abhängen als bisher. Noch ist aber unklar ob bzw. ab wann Google die neuen Faktoren bei dem Ranking heranziehen wird. Ein entsprechendes Update könnte aber in 2017 ausgerollt werden.

Der Anteil an Universal- und Extended-Search Ergebnissen wird steigen

Verfolgt man die aktuelle Entwicklung hinsichtlich der Suchergebnisse, so stellt man fest, dass Google immer mehr dazu übergeht, Suchanfragen mit eigenen Suchergebnissen und eigenen Inhalten auszuliefern. Diese Inhalte werden von Google auf eigenen Servern vorgehalten, um diese dann noch performanter auszuliefern. Diese eigenen Suchergebnisse wird Google vermutlich bevorzugen und als zusätzliche Bereiche oberhalb der herkömmlichen, organischen Suchergebnisse anzeigen. Bestanden früher die Suchergebnisse noch aus 10 organischen Ergebnissen, so bietet Google heute mit Universal- und Extended-Search zusätzliche Informationen. Dementsprechend ist jedoch die Anzahl der herkömmlichen Suchergebnisse zurückgegangen, was es schwieriger macht, die eigene Website auf der ersten Suchergebnisseite zu platzieren. Mittlerweile finden sich in den Desktop-Suchergebnissen von im Schnitt nur noch 8,4 organische Ergebnisse. Im Universal Search finden sich bereits seit mehreren Jahren Bilder, Videos, Maps oder Produktinformationen. Zukünftig werden außerdem Ergebnisse aus dem Extended Search mit dem Knowledge Graph oder Apps in den mobilen Ergebnissen zunehmen. Die angezeigten Apps werden von Google auf eigenen Servern bereitgestellt und sind im Browser lauffähig.

Direct Answers

Google versucht, Suchanfragen in Frageform selbst zu beantworten bevor weitere Suchergebnisse angezeigt werden. Die so genannten Direct Answers werden als Antwortboxen oberhalb der organischen Suchergebnisse angezeigt. Während Google in den USA bereits heute zu ca. 20% der Suchanfragen Direct Answers ausliefert sind es in Deutschland gerade mal knapp 2%. Die Vergangenheit hat oft genug gezeigt, dass sich die Entwicklungen des US Marktes verzögert dann auch in Deutschland ankommen. So ist daher davon auszugehen, dass der Anteil an Direct Answers auch in Deutschland schon bald zunehmen wird. Durch den Einsatz strukturierter Daten erleichtert man es Google, Inhalte einer Webseite zu verstehen. Google kann Auszüge dieser Inhalte dann auch für Direct Answers nutzen. Häufig genutzte Markups finden sich beispielsweise bei Rezepten, Veranstaltungen, Bewertungen sowie Produktpreisen.

4. Der schleichende Einfluss der User Signals

Ein bislang eher selten beachteter Ranking-Faktor sind die soggenannten User Signals. Zu Unrecht! User Signals wie Klickraten, Verweildauer und Absprungraten stellen für Google einen überaus wichtigen Indikator dar. Sie geben Aufschluss darüber, ob der Inhalt der Webseite die Suchanfrage des Nutzers befriedigen konnte. Umso länger der Nutzer auf einer Webseite verweilt und umso geringer die Absprungrate ist, desto eher geht Google davon aus, dass der Nutzer die gewünschten Informationen erhalten hat und desto besser wird die Webseite von Google bewertet. Aus diesem Grund ist es absehbar, dass User Signals zunehmend das Ranking von Webseiten beeinflussen werden.

Google Chrome ist mit einem Marktanteil von 49% der weltweit meist genutzte Browser (Quelle: StatCounter, Mai 2015). Auch in Europe nutzen 47% (Quelle: StatCounter, März 2016) der Internetnutzer Google Chrome. Bedenkt man, dass außerdem 53% aller .de Domains Google Analytics im Einsatz haben, dürfte Google damit in der Lage sein, die Nutzungsdaten von nahezu 75% aller deutschen Webseiten und deren Traffic auszuwerten. Diese Daten kann Google auch beim Ranking heranziehen und für die Optimierung der eigenen Suchergebnisse verwerten. Nicht zuletzt dadurch kann Google einzigartig gute Suchergebnisse liefern und wird sich auch in den kommenden Jahren seine Marktführerschaft unter den Suchmaschinen sichern.

5. Keyword-Domains – Who Cares?

An Alle, die auf eine Keyword-Domain setzen und damit denken, dass sie langfristig eine Top-Platzierung bei Google sicherstellen, sei gesagt, dass dem nicht so sein wird. Auch wenn in den vergangenen Jahren Domains, die einen bestimmten Suchbegriff im Namen trugen, mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit – sogar ohne aufwendige Optimierung – zu diesem Suchbegriff unter den Top 10 Suchergebnissen zu finden waren, hat sich dies in den vergangenen Jahren zunehmend geändert. Auf Grund von semantischen Suchergebnissen werden in Zukunft Inhalte stärker bewertet als die bloße Keyword-Domain. Damit werden Keyword-Domains für das Ranking nicht mehr so bedeutsam sein wie bisher und weiter an Einfluss verlieren.

6. Voice Search und die verbesserte Erkennung von Medieninhalten

In den USA werden bereits heute 20% der mobilen Suchanfragen per Spracheingabe getätigt. Es ist anzunehmen, dass dieser Anteil insbesondere mit Google Home und dem Verkauf des neuen Google Phone „Pixel“ kontinuierlich weiter steigen wird. Laut einer Schätzung von Comscore wird der Anteil der per Sprache gestellten Suchanfragen im Jahr 2020 sogar bei 50% liegen. Die meist getätigten Suchanfragen via Spracheingabe unterscheiden sich von den konventionellen Suchanfragen dahingehend, dass sie als Fragen formuliert werden. Die meisten Fragestellungen beziehen sich dabei auf aktuelle Ereignisse wie das Kinoprogramm oder Wetter. Bei Suchanfragen von mobilen Endgeräten hat Google Zugriff auf die GPS-Daten des Nutzers und kann somit der Suchanfrage einen Standort zuordnen. Dadurch erkennt Google, an welchem Ort, häufig eine bestimmte Frage gestellt wird und kann zukünftig auch standortbezogen, noch passendere Suchergebnisse liefern als bisher. Mit der Weiterentwicklung der Spracherkennung wird Google auch zunehmend den Ton in Videos besser verstehen können, was sich auch auf die YouTube Suche und die Video-Suche innerhalb des Universal Search auswirken dürfte. Im Übrigen wird Google auch den Inhalt von Bildern und das was darauf abgebildet ist immer besser erkennen können.

7. SSL / HTTPS Verschlüsselung

Ab 2017 wird Google Website die Daten unverschlüsselt übertragen als ‚unsicher‘ einstufen und in den Suchergebnissen wahrscheinlich entsprechend markieren. Bereits heute wirkt sich die HTTPS Verschlüsselung einer Website positiv auf das Ranking aus. Stellt dies derzeit noch einen untergeordneten Ranking-Faktor dar, so wird dieser sicherlich schon bald an Bedeutung gewinnen. Somit sollten sich alle Website Betreiber im kommenden Jahr damit auseinandersetzen, ihre Webseiten auf HTTPS umzustellen, um zukünftig keine Wettbewerbsnachteile zu erlangen.

Für Fragen und Anregungen zu diesem Artikel: 7trends@visio7.com
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