Direktmarketing via Messenger-Dienst: Der WhatsApp-Newsletter

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05.04.2018

Newsletter-Versand via E-Mail? Kann jeder. Exklusivität beim Echtzeit-Direktmarketing mit 100% Zustellgarantie? Könnte mit einem WhatsApp-Newsletter realisiert werden. Doch was einfach und sehr verlockend klingt, sollte gut überlegt sein, erfordert eine sehr sensible Vorgehensweise und Mut – denn noch immer ist die Rechtslage zur kommerziellen Nutzung der App nicht geklärt.

Direkter geht nicht: Der WhatsApp-Newsletter als persönliche Empfehlung

Im Juli diesen Jahres wurde die Marke geknackt: Eine Milliarde aktive Nutzer verzeichnete der Messenger Dienst weltweit. http://www.giga.de/unternehmen/whatsapp-inc/news/neuer-rekord-so-viele-nutzer-hat-whatsapp-taeglich/ Geteilt werden Texte, Bilder und Videos – in Echtzeit und bislang nahezu ausschließlich mit Freunden, Bekannten und in ausgewählten WhatsApp-Gruppen – auch diese meist in einem privaten Kontext. Der Entscheidung für einen WhatsApp-Newsletter sollte deshalb eine sehr feinsinnige Strategie zugrunde liegen, die

  • die potenziellen Empfänger gezielt auswählt
  • die zu kommunizierenden Inhalte exakt definiert

Auswahl der Empfänger

Hier sollte ganz am Anfang die Frage stehen: Lebt meine Zielgruppe mobile first? Falls ja: Dann können Sie davon ausgehen, dass Ihre Zielgruppe

  • Informationen am liebsten via Smartphone erhält
  • vorzugsweise über das Smartphone kommuniziert
  • optimal über das Smartphone erreichbar ist

Dies könnte ein Hinweis darauf sein, dass Ihre Zielgruppe auch für weitere News und Mehrwerte durch einen WhatsApp-Newsletter empfänglich ist.

Auswahl der Themen

Neben der Auswahl der Empfänger ist die Wahl und Aufmachung der Themen die Kür eines erfolgreichen WhatsApp-Marketings. Und hier gilt noch rigoroser als beim E-Mail-Marketing: Werbung verboten! Das sehen im Übrigen nicht nur die User der App so, sondern auch der Anbieter des Messenger-Dienstes, der seit diesem Jahr verstärkt gegen Spam & Co. vorgeht – bis hin zur Blockade der Konten.
http://www.stern.de/digital/smartphones/whatsapp–so-geht-der-messenger-gegen-spam-vor-7311718.html

Doch was wäre, wenn Ihr WhatsApp-Newsletter

  • immer einen echten Mehrwert für den Empfänger hätte?
  • gerne von den Empfängern geteilt wird?
  • ein Vorbild für Ihre Mitbewerber wäre?

Dann hätten Sie alles richtig gemacht. Oder fast, denn …

Always look at the right side of Marketing

Hier lohnt sich ein Blick in die Nutzungsbestimmungen des Messenger-Dienstes, der sofern nicht anders mit dem Unternehmen geklärt, die „nicht private Nutzung“ untersagt. Wer es trotzdem wagen will, dem sei ein weiterer Blick in das Telemediengesetz empfohlen. (Siehe auch: https://www.adzine.de/2017/03/whatsapp-newsletter-rechtlich-auf-der-sicheren-seite/) Denn auch für WhatsApp gilt: Ohne Zustimmung des Empfängers, bleibt der Versand eines Newsletters untersagt.
Für alle, die trotz der aktuellen Rechtslage Pionierarbeit auf einem neuen Marketingkanal leisten wollen:

Newsletter mit WhatsApp erstellen – so geht’s

Sie können auf eine professionelle Software oder spezialisierte Dienstleister wie z.B. https://www.whatsbroadcast.com/de/ setzen – oder Ihren WhatsApp-Newsletter Schritt für Schritt selber starten.

  • Definieren Sie im Unternehmen ein Smartphone mit der dementsprechenden Mobilnummer über das der Messenger-Newsletter abgewickelt werden soll.
  • Launchen Sie eine Landing-Page auf Ihrer Website. Genau wie bei einer Newsletter-Anmeldung meldet sich hier der Empfänger per Double-opt-in an.
  • Launchen Sie eine Landing-Page auf Ihrer Website. Genau wie bei einer Newsletter-Anmeldung meldet sich hier der Empfänger per Double-opt-in an.
  • Auf dieser Landingpage trägt der Kunde nun seine Mobilfunknummer in ein Formular ein. Dabei erhält er das Codewort z.B. „Start“ für die spätere Aktivierung seiner Nummer.
  • Nun wird dem neuen Nutzer Ihre im ersten Schritt festgelegte „WhatsApp-Telefonnummer“ angezeigt.
  • Diese Nummer muss der neue Abonnent nun selbst zu seinen Telefonkontakten hinzufügen …
  • … und mit dem Codewort z.B. „Start“ an diese „WhatsApp-Telefonnummer“ senden.
  • Nun können Sie Ihren neuen Abonnenten mit einer ersten WhatsApp-Nachricht begrüßen

Den Versand Ihres WhatsApp-Newsletters an mehrere Abonnenten können Sie über die „Broadcast-Funktion“ starten.
Auch die Abmeldung vom Newsletter ist ganz einfach möglich. Hierfür genügt das Senden einer Nachricht an Ihre „WhatsApp-Telefonnummer“ mit einem hierfür von Ihnen festgelegten zweiten Codewort, z.B. „Abmelden“.

Aktuelle Beispiele

Das ProSieben-TV-Magazin „Galileo“ nutzt WhatsApp, um auf seine nächsten Sendungen hinzuweisen und so mehr Reichweite zu erzielen. Als zusätzlichen Service versendet „Galileo“ an seine Abonnenten aktuelle Nachrichten aus der eigenen Online-Redaktion.
https://www.galileo.tv/netzwelt/whatsapp2/
Ob Urlaubsinfos, Termine oder Events: Aktuelle Nachrichten, Wetterinfos, Ferienangebote oder Specials eignen sich sehr gut als Inhalte von WhatsApp-Newslettern.
https://www.oetztal.com/whatsapp
http://www.phantasialand.de/de/whatsapp/

(Zu den Beispielen könnte man Screenshots der jeweiligen Webseiten einfügen – wenn man will 😉)

Fazit
Vergessen Sie nicht: Ganz gleich, ob Sie Ihren WhatsApp-Newsletter im B2B oder B2C einsetzen – abgesehen von einer „holprigen“ Rechtslage kommunizieren Sie in einer Privatsphäre und sollten deshalb besonders zielgruppenorientiert schreiben und Ihre Inhalte auswählen. Dann klappt’s auch mit der langfristigen Verbindung via Messenger.
Der WhatsApp-Newsletter ist nur ein Beispiel für innovative Marketing-Ansätze. In unserem Seminar „Das neue Social Web“ steigen wir noch tiefer in das junge Marketing mit Instagram, Facebook Live, Snapchat und Co. ein. Also… immer am Ball bleiben ;-).

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