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Welche Bedeutung hat der Google Mobile First Index für meine SEO Strategie?

Saban Denis Dasgin

Saban Denis Dasgin | 05.11.2018

Smartphone mit einer 1. Platz-Medaille
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Google kündigte bereits im November 2016 den Mobile-First-Index an. Nach eineinhalb Jahren Tests und Experimenten ist der Rollout-Prozess endlich offiziell gestartet. Mit diesem Vorgehen wird Google ab sofort die mobilen Versionen einer Webseite heranziehen, um deren Relevanz für die mobilen Nutzer zu bewerten. Solltest Du eine Webseite betreiben, dann solltest Du Dich spätestens jetzt um eine optimale mobile Version Deiner Seite kümmern. Wir zeigen Dir, wie!

Mobile-First: Index bewertet die mobile Version einer Webseite

Um die Relevanz einer Webseite für die mehrheitlich mobilen Nutzer zu bewerten, nutzt Google nun die mobile Version einer Seite. Google informiert die Seitenbetreiber, deren Webseiten in den Mobile-First-Index aufgenommen wurden, über die Search-Console. Laut Google gibt es nur einen Index, den die Suchmaschine für ihre Suchergebnisse verwendet. In ihrem Blogbeitrag wird außerdem klargestellt, dass es keinen zusätzlichen “mobile-first index” gebe, der einen Hauptkatalog ergänzt.

Was bedeutet “mobile-friendly”?

Wie bereits erwähnt, ist mit “mobile-friendly” die Nutzbarkeit einer Website auf Smartphones gemeint. Die Veränderung des Algorithmuses wirkt sich auf die mobilen Suchanfragen in allen Sprachen weltweit aus. Klartext: Sind die Inhalte Deiner Domain nicht “mobile-friendly” – also nicht für den Zugriff über ein Mobilegerät optimiert – ist es möglich, dass die Landingpage bei der Suche über ein Smartphone oder Tablet benachteiligt wird. Google kennzeichnet die Mobilfreundlichkeit einer URL innerhalb der SERPs und warnt den mobil suchenden Nutzer über nicht optimierte Inhalte.

So machst Du Deine bestehende Webseite mobil fit

Keine Angst! Viele der mobilen SEO-KPIs stimmen mit den Desktop-KPIs überein: Rankings, technische Optimierung, Erreichbarkeit Deiner Webseite, Ladegeschwindigkeiten, Crawlbarkeit der Inhalte, etc. Neben den Gemeinsamkeiten gibt es noch einige Aspekte, die Du gezielt untersuchen solltest.

Vorab kannst Du prüfen, wie viel Prozent Deiner Seite bereits mit dem mobilen Googlebot gecrawlt werden. Ebenfalls ein wichtiger Indikator dafür, wie Google Deine Webseite “sieht”: Wie oft kommt der Googlebot und crawlt die mobile Seite?

Responsives Layout von Webseiten

Responsives Webdesign umschreibt eine Technik, welche es ermöglicht, mit Hilfe von HTML5 und CSS3 Media-Queries den Inhalt einer Webseite einheitlich anzuzeigen. Der Vorteil liegt dabei praktisch auf der Hand: Die Inhalte und der Quelltext einer Seite sind sowohl in der Desktop-Variante als auch in der Mobile-Variante identisch.

Dadurch kann Google einfacher dieselben Inhalte der beiden Ansichten interpretieren. Achte auch auf die korrekte Implementierung der dynamischen Inhalte! Google empfiehlt in ihren Hilfen für Entwickler ganz deutlich diese Variante der technischen Optimierung für mobile Webseiten.

Eigenständige mobile Seiten

Immer noch eine beliebte Variante: Das Anlegen einer separaten mobilen Webseite, die sich häufig unter “m.domainname.de” befindet. Zwar ist der Aufwand bei der Seitenpflege größer, jedoch lassen sich dadurch Funktionen für die mobile Version gezielt optimieren. Für Google entsteht dadurch hingegen die Webseite unter zwei verschiedenen URLs (domain.de und m.domain.de).

Wenn Du eine separate mobile Seite anbietest, solltest du einige Punkte beachten:

  1. Google Search Console: Alle mobilen Websites sollten angemeldet und verifiziert werden, um Google über die Existenz einer separaten mobilen Version einer Webseite in Kenntnis zu setzen. Dabei müssen die Canonicals nicht verändert werden.
  2. Metadaten: Title und Meta Description müssen nicht 1:1 identisch sein, sollten aber auf beiden Versionen das Gleiche kommunizieren. Achtung: Beide Versionen werden in der mobilen Variante – aufgrund der geringen Bildschirmgröße – optimiert und fallen daher kürzer aus.
  3. Open-Graph-Tags, Twitter Cards, etc.: Sind diese auch auf der mobilen Website korrekt implementiert und optimiert? Frage diese Funktionen zur Kontrolle ab.
  4. Inhalte: Alle wichtigen Inhalte (Text, Bilder und Videos) der Desktop-Variante sollten auch in der mobilen Variante enthalten sein. Lass den Feinschliff nicht außer Acht, wie zum Beispiel alt-Tags für Bilder.
  5. hreflang-Tags: Sind hreflang-Tags auf der mobilen Variante gesetzt? Checken!
  6. Sitemaps: Eine Sitemap ist eine Auflistung von Webadressen, den sogenannten URLs, die auf einer Webseite verfügbar sind. Von der mobilen Website aus müssen die Sitemaps ebenfalls erreichbar sein.

Solltest Du bereits ein responsives Layout haben, musst du – laut Aussagen von Google – nichts tun.

Seite durch mobilen User Agent prüfen lassen

Crawle Deine eigene Webseite mit Hilfe eines mobilen User Agents. Dadurch erhältst Du folgende Informationen:

  • Einschätzung der Benutzerfreundlichkeit
  • Ladezeiten der Website
  • Störende Banner oder Interstitials
  • Verfügbarkeit des Hauptcontents

Structured Markup prüfen

Bereits im November 2016 widmete Google sich in der Mitteilung zum Mobile-First-Indexing detailliert den strukturierten Daten (Structured Markups). Strukturierte Daten ermöglichen es Dir, Elemente auf Deiner Webseite mit Markups zu versehen.

Diese Markups machen es Google leichter, die Daten auf der Seite zu verstehen. In Zukunft sollen “large amounts of markup” vermieden werden, die nicht relevant für das spezielle Dokument sind. Wenn es zwei Webseiten gibt – die Mobile- und die Desktop-Variante – weisen die Desktop-Versionen in den meisten Fällen strukturierte Daten auf, die auf der Mobilen-Variante oftmals fehlen. Auch dieses “Phänomen” soll umgangen werden.

Überprüfe am besten die Markup-Struktur Deiner Landingpage(s). Im Idealfall verwendest Du ein Markup pro Seite. Das Markup in der Desktop-Version sollte genau so ausfallen wie das der Mobile-Variante.

Desktop- vs. Mobile-Visibility prüfen

Da Google Websites in Zukunft nur noch nach ihren Mobilen-Versionen bewertet, ist es wichtig, sich die Performance Deiner Webseite(n) in den mobilen Suchergebnissen genauer anzuschauen. Vergleiche auch die Desktop- mit der Mobile-Visibility miteinander.

AMP: Mehr Power für Deine Website!

Schnelle Ladezeiten und eine bessere Benutzerfreundlichkeit – das verspricht sich Google mit dem Open-Source Projekt AMP (Accelerated Mobile Pages). Das Hauptaugenmerk bei AMP liegt dabei auf der Geschwindigkeit! Die durchschnittliche Ladezeit für AMP-Seiten beträgt weniger als 0,3 Sekunden. Das heißt, dass diese durchschnittlich viermal so schnell geladen werden kann, wie herkömmliche Websites. Weiterer Vorteil: AMP-Seiten verbrauchen dabei eine deutlich geringere Datenmenge.

Fazit

Da das Smartphone ein immer wichtigerer Bestandteil unseres täglichen Lebens wird, ist die Einführung des Mobile-First-Index ein sinnvolle Maßnahme von Google. Die mobilen Suchanfragen überschreiten bereits jetzt die Desktop-Suche. Da hat es sich Google zur Aufgabe gemacht, den Algorithmus und das Ranking auf mobile Webseiten anzupassen.

Wir empfehlen Dir, ein responsives Design für Deine Website zu wählen. Wenn Du in Zukunft weiterhin gute Rankings bei Google erzielen bzw. weiter ausbauen möchtest, solltest Du Dich mit den oben genannten Maßnahmen zur Optimierung der mobilen Seite beschäftigen und auseinandersetzen.

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