Alles halb so wild: Warum Gastartikel nicht tot sind

Markus Rödl | 27.01.2014

Die vergangene Woche fing mit einem Schock an – zumindest für viele SEOs. Matt Cutts, das Gesicht des Google-Spam Teams, warnt in seinem Blog vor Gastbeiträgen. Doch sind Gastbeiträge damit wirklich tot?

Okay, I’m calling it: if you’re using guest blogging as a way to gain links in 2014, you should probably stop. Why? Because over time it’s become a more and more spammy practice, and if you’re doing a lot of guest blogging then you’re hanging out with really bad company.

So am Montag in seinem Blog zu lesen, schreckte Matt Cutts eine ganze Szene auf. Gastartikel sind tot, so die Reaktion vieler Teilnehmer. Eine böse Überraschung!

Doch kam es wirklich so überraschend? Hatte Matt Cutts nicht mehrfach seit Oktober 2012 darauf hingewiesen, dass man Gastartikeln viel kritischer gegenüber stehen solle? Dies schreibt zumindest Matt McGee unter http://www.mattcutts.com/blog/guest-blogging/.

Hat Matt Cutts also wirklich alles kaputt gemacht?
Außerdem: Was sagt Matt Cutts in seinem Blogbeitrag wirklich? Am besten fasst er es bei einer seiner Antworten auf einen Kommentar zusammen:

I wanted to give people a heads up mainly because the practice has gotten so spammy. There are certainly reasonable and valid reasons to consider guest posts, but regular site owners should be aware of the risks as well.

Gastartikel sind also keinesfalls grundlegend und ausnahmslos von Google verurteilt. Problematisch ist vielmehr ein falscher Fokus wie beispielsweise der Missbrauch eines Gastartikels als weitere Linkbuildung Maßnahme. Wichtig dabei ist das Wort „Missbrauch“, denn genau betrachtet, sind selbst Links in Gastartikeln nicht verboten und daher weiterhin sowohl möglich, als auch sinnvoll.

Was tun: So sind Gastartikel weiterhin sinnvoller Teil Ihrer SEO-Strategie
Gastartikel in Blogs und Links innerhalb von Gastartikeln sind auch weiterhin sinnvoll. Der Grund dafür: Eine ganzheitliche Onlinemarketing-Strategie.

SEO selbst wird mehr und mehr als Teil eines Ganzen gesehen. Als eine Praxis also, die sich nur im Verbund mit anderen Disziplinen sinnvoll umsetzen lässt und Erfolge möglich macht. Eines der aktuellen Schlagworte dafür ist sicherlich das „Inbound Marketing“.

Wer also ganzheitlich arbeitet, kann auch weiterhin Gastartikel nutzen. Nützliche Effekte finden sich u.a. auf folgenden Ebenen:

  • Brandingeffekte
  • Trafficsteigerung
  • Schaffung von Glaubwürdigkeit/Expertise
  • Aufbau und Pflege einer Community
  • Erreichung des Status eines Autors über das Authorship-Tag von Google
  • Erreichung neuer Zielgruppen

Was Matt Cutts am Ende wirklich meinte: Warum auch alles besser werden könnte
Gastartikel sind damit nicht am Ende. Vielmehr kann man mit ein wenig Optimismus davon ausgehen, dass sie an einem ganz neuen Anfang stehen. Denn sie müssen fortan noch bedachter eingesetzt werden, was letztendlich zu einer Qualitätssteigerung für die Leser führt.

Und genau hier wird es spannend: es muss ein neues Set an Richtlinien entwickelt werden, um Gastbeiträge wieder zu dem zu machen, was Sie einmal waren. Einen möglichen Vorschlag finden wir bereits unter http://moz.com/blog/time-for-guest-blogging-with-a-purpose.

Anstatt also das Kind mit dem Bade auszuschütten und Gastartikel insgesamt zu verdammen, hat Google ein – wenn auch ein deutliches – Zeichen gesetzt. Ein Startschuss dafür, kurz inne zu halten und neue Wege zu gehen, anstatt weiter dem Spam der Masse zu folgen.

Ganz in diesem Sinne wünscht Xovi einen guten Wochenanfang und falls ihr am Wochenende noch nichts geplant habt, so geht doch ein wenig wandern: neue Wege lohnen sich! Inzwischen gibt es sogar einen neuesten Stand zum Thema Gastartikel, den ihr hier im Expertenrat nachlesen könnt.