CDN

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CDN ist die Abkürzung für Content Delivery Network. Ein CDN beschreibt einen Verbund von Servern, die die Daten abhängig vom Standort des Nutzers ausgeben, der die Anfrage gestellt hat. Davon erhofft man sich eine Zeitersparnis, da der kürzeste Weg zwischen Server und Nutzer gewählt wird.

Was ist ein Content Delivery Network?

Normalerweise liegen die Daten, zum Beispiel das HTML-Dokument einer Website, auf einem Server. Ruft der Nutzer die Website auf, stellt er damit eine Anfrage an den Server, die dieser mit der Ausgabe der Website beantwortet. Befindet sich der Client in Düsseldorf und der Server in Peking, müssen die Daten einen extrem weiten Weg zurücklegen. Beim Content Delivery Network ist die Funktionsweise eine andere: Es gibt einen root-Server, der die Daten auf Server an anderen Standorten spiegelt. Diese fungieren sozusagen als Cache. Kommt eine Anfrage vom Client, wird überprüft wo sich dieser befindet, anschließend gibt der geographisch nächstgelegene Server die entsprechenden Daten aus. Mit einem CDN lässt sich die Performance einer Website enorm verbessern, allerdings ist das System aufwendig.

Wie funktioniert's?

Es gibt drei unterschiedliche Formen von Content Delivery Networks, wobei die Unterscheidungen vor allem durch die unterschiedlichen Größen bedingt sind. Bei der Edge Distribution befindet sich der root-Server in der Mitte des Netzwerks. Dieser verteilt die Daten dann auf Randknoten des Netzwerkes (Edge Devices) oder direkt an den Zugangspunkt des Nutzers (PoP: Point of Presence). Die Edge Distribution kommt vor allem bei kleineren Netzwerken zum Einsatz. Netzwerke mittlerer Größe arbeiten eher mit dem Prinzip der Edge Hierarchy. Wieder gibt es einen root-Server und die ausgebenden Server, allerdings kommen zusätzliche Hub-Caches zum Einsatz, die die Verteilung des Contents an die passenden Server steuern. Zuletzt gibt es noch das System Hub and Spoke, was nur in großen Netzwerken zum Einsatz kommt. Der root-Server wird dabei auf alle verbundenen Server gespiegelt, das Cache-System kümmert sich darum, dass die Daten im Falle einer Abfrage möglichst schnell zur Verfügung stehen.

Warum CDN?

Manch einer mag sich fragen was eine Zeitersparnis von maximal ein paar Sekunden überhaupt bringt. Tatsächlich bringt eine solche Zeitersparnis in der Praxis eine ganze Menge: Wenn Nutzer zum Beispiel Onlineshops besuchen, um Produkte anzusehen und zu vergleichen, wird die Seite schnell wieder geschlossen, wenn das Produktfoto nicht unverzüglich erscheint. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn der Nutzer das Produkt bereits auf anderen Seiten geöffnet hat. Gleichzeitig kann beim CDN auch die Auslastung eines Servers miteinbezogen werden, es muss nicht ausschließlich um den geographischen Standort des Nutzers gehen. Auf diese Weise lässt sich die Serverauslastung wesentlich besser verteilen, was der Performance und Erreichbarkeit einer Seite in jedem Fall förderlich ist.

Die Relevanz von Content Delivery Networks für die Suchmaschinenoptimierung

Suchmaschinenoptimierer streben immer nach der bestmöglichen Performance einer Website. Dies ist nicht nur für den Nutzer relevant, sondern auch für die Platzierung in den SERPs. Es gilt gemeinhin als sicher, dass Google die Performance einer Seite, insbesondere die Ladezeit, mit ins Ranking einer Seite einfließen lässt.