Instant Messenger

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Ein Instant Messenger (IM) ist eine Software zur Kommunikation per Textnachricht. Instant bedeutet in deutscher Sprache "augenblicklich", Messenger bedeutet "Kurier" oder "Bote". Der Name Instant Messenger rührt daher, dass Nachrichten via Internet unverzüglich übermittelt werden, sofern die Teilnehmer der Kommunikation mit dem Internet verbunden sind. Das Prinzip des Instant Messengers ist das gleiche wie beim Chat, nur dass Chats offen konzipiert snid, während es beim Instant Messaging grundsätzlich um die Kommunikation zwischen ganz bestimmten Teilnehmern geht. Die Kommunikation via Instant Messenger erfolgte bis vor einigen Jahren fast ausschließlich per Computer, inzwischen hat sich Instant Messaging - dank der Durchsetzung des mobilen Internets - auch auf Handys etabliert. Dabei löst das Instant Messaging zunehmend die SMS als bevorzugte Kommunikation via Textnachricht ab. Der Grund: Via Instant Messenger lassen sich inzwischen auch Medieninhalte wie Bilder und Videos verschicken, außerdem zahlt der Nutzer nur für das mobile Internet, nicht aber pro Nachricht.

Wie funktioniert's?

Für die Nutzung eines Instant Messengers muss ebenjener zunächst auf dem Computer oder dem Mobiltelefon installiert werden. Anschließend bekommt der Nutzer einen eindeutig zuweisbaren Account. Bei den ausschließlich mobilen Instant Messengern wie Whatsapp oder Threema wird dieser Account durch die Handynummer personalisiert. Bei Instant Messengern am Computer (z. B. ICQ) richtet sich der Nutzer zunächst einen Account ein, indem er klassischerweise seine E-Mail-Adresse angibt und ein Passwort wählt. Die Software enthält eine entsprechende Kontaktliste, die bei mobilen Messengern mit dem Telefonbuch abgeglichen wird, bei PC-Messengern in der Regel manuell befüllt werden muss. Jedem seiner Kontakte kann der Nutzer daraufhin Nachrichten und Medieninhalte zukommen lassen. Neben der Übermittlung von Textnachrichten gibt es eine Vielzahl von Funktionen, die inzwischen zum Standard bei Instant Messengern gehören. Dazu gehören neben der Übertragung von Medieninhalten wie Fotos oder Videos auch die Übermittlung von Emoticons, der Versand von SMS und die Übermittlung von Kontakten. Welcher Messenger welche Funktionalitäten im Detail bietet, soll im Folgenden erläutert werden.

ICQ

ICQ ist ein Instant Messenger, der sich insbesondere zu Beginn der Nullerjahre größter Beliebtheit bei der jüngeren Generation erfreute. ICQ existiert seit 1996 und ließ sich zunächst nur am PC nutzen, ist mittlerweile aber auch für Smartphones verfügbar. Mit ICQ lassen sich Textnachrichten verschicken, es können Bilder übertragen werden und Nutzer können Spiele gegeneinander spielen. ICQ ist kostenfrei nutzbar.

Skype

Skype ist mehr als ein Instant Messenger, denn Skype wird auch für die Voice-over-IP-Telefonie verwendet. Allerdings lassen sich auch mit Skype Textnachrichten und Medieninhalte versenden. Eine besondere Funktionalität ist die Bildschirmübertragung, die Skype besonders für den Business-Bereich attraktiv macht. Ein Nutzer kann seinen Bildschirminhalt an den anderen Nutzer übertragen, woraufhin dieser zum Beispiel Instruktionen geben kann. So lässt sich zum Beispiel ein technischer Support umsetzen.

Windows Live Messenger bzw. MSN Messenger

Der ehemalige MSN Messenger aus dem Hause Microsoft wurde 1999 der Öffentlichkeit vorgestellt, ist seit 2013 allerdings mit Skype verschmolzen.

Mobile Instant Messenger

Durch die sich steigernde mobile Verfügbarkeit des Internets haben in den letzten Jahren mobile Instant Messenger stark an Bedeutung gewonnen. Die wichtigsten seien im Folgenden kurz erläutert. Whatsapp Whatsapp ist hierzulande der am weitesten verbreitete mobile Instant Messenger. Er lässt sich mit allen gängigen Betriebssystemen nutzen und mit ihm können Fotos, Videos, Audio-Dateien und Tonaufnahmen, Standorte und Kontakte übertragen werden. Whatsapp hat maßgeblich dazu beigetragen, dass die SMS immer weniger genutzt wird. Whatsapp wurde 2009 gestartet, innerhalb von fünf Jahren wuchs die Zahl der Nutzer auf eine halbe Milliarde an. 2014 wurde Whatsapp für 19 Milliarden Dollar von Facebook gekauft, was der App einen erheblichen Imageschaden einbrachte. Seitdem schauen sich viele Nutzer nach Alternativen um, weil sie befürchten, dass Facebook den Facebook-Messenger mit Whatsapp verschmelzen könnte. Außerdem gibt es datenschutzrechtliche Bedenken. Die Nutzerzahl hat sich dennoch nicht merklich verringert.

Threema

Threema kommt aus der Schweiz, wurde 2012 veröffentlicht und gilt als die sichere Alternative zu Whatsapp. In Sachen Funktionalität sind Threema und Whatsapp nahezu identisch, nur das Nachrichten bei Threema mit einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung versehen werden. Nicht einmal das Unternehmen selbst ist in der Lage, die Nachrichten der Nutzer auszulesen. Außerdem werden die Nachrichten auf den sich in der Schweiz befindlichen Servern nach Erhalt beim Empfänger gelöscht. Durch die Übernahme von Whatsapp seitens Facebook sind die Nutzerzahlen von Threema sprunghaft auf 2,8 Millionen angestiegen. Im direkten Vergleich ist das allerdings immer noch eine sehr geringe Anzahl. Zudem ist Threema kostenpflichtig: 1,60€ bezahlen Android-Nutzer, für iOS-Nutzer sind es 1,79€.

Die Entwicklungen bei der Nutzung von Instant Messengern

Am PC oder Laptop werden reine Instant Messenger wie ICQ kaum noch genutzt. Skype wird zwar immer noch aufgrund der Telefoniemöglichkeiten genutzt, bei der Übertragung von Textnachrichten liegt aber vor allem Facebook als soziales Netzwerk im Nutzerfokus. Facebook vereint die Funktionalität des sozialen Netzwerks mit der eines Instant Messengers, was aufgrund von über einer Milliarde Nutzer sehr gut funktioniert. Da viele Nutzer ihre Kommunikation aber nicht ausschließlich via Facebook führen möchten, steigen die Nutzerzahlen bei den mobilen Instant Messengern wie Whatsapp oder Threema nach wie vor.