E-Mail Marketing für Online Shops

22.01.2015

E-Mail Marketing gehört zu den Online Marketing Disziplinen, die besonders häufig unterschätzt werden. Auffällig ist jedoch, dass gerade dieser Marketing-Kanal sehr viele Vorteile bietet, die beispielsweise in anderen Disziplinen in dieser Form nicht vorhanden sind. Während in den Bereichen SEO und SEA nur ein „unpersönlicher“ Kundenkontakt stattfindet (zumindest bis zum Sale/Lead), findet im E-Mail Marketing ein direkter Kontakt statt.

Besonders interessant ist E-Mail Marketing auch für Online Shop-Betreiber, da hier mit einer entsprechenden Strategie ein sehr hoher ROI möglich ist. Welche Strategie dazu genau entwickelt werden muss und welche Fehler dazu vermieden werden sollten, kann nun im unteren Bereich ausführlich nachgelesen werden.

Die Strategie ausführlich und chronologisch dargestellt

Bevor es überhaupt möglich ist von E-Mail Marketing zu sprechen, benötigt man die E-Mail Adressen mit denen überhaupt potentielle Kunden erreicht werden können. Aus diesem Grund ist es wichtig so früh wie möglich einen E-Mail Stamm aufzubauen. Doch auch hier gibt es einiges zu beachten. Hier eine Schritt für Schritt Anleitung, wie eine effiziente E-Mail Marketing Strategie aufgebaut werden kann.

1. Rechtliche Aspekte müssen beachtet werden

Bevor sich ein E-Mail Pool aufgebaut wird, sollte sich genauestens darüber informiert werden, welche rechtlichen Rahmenbedingungen dazu eingehalten werden müssen. Hierzu sollte stets ein Fachmann zurate gezogen werden.

2. Das E-Mail Tool

Wer im E-Mail Marketing arbeitet, der ist auch wie in anderen Bereichen auf bekannte E-Marketing Tools angewiesen. Diese Tools haben meist mehrere Aufgaben:

  • Erstellung und Verwaltung einer E-Mail Adressdatenbank
  • Möglichkeiten zur Analyse der versendeten Newsletter
  • Ver- und Bearbeitung des erstellten Contents
  • Automatisierung (z.B. Follow-Up E-Mails)

Möchte man sich nun als Online Shop-Betreiber einen E-Mail Pool aufbauen, dann sollte man schauen, dass man entweder auf eine eigene Lösung zurückgreifen kann, oder das man einen E-Mail Toolanbieter findet, der einem genau die Lösung bieten kann, die benötigt wird.

3. Die Anmeldeformulare

Damit sich potentielle Kunden für den Newsletter registrieren können, ist es wichtig, dass das entsprechende Formular auffällig ist. User suchen selten nach einem Anmeldeformular für einen Newsletter, darum sollte man als Shop-Betreiber dafür sorgen, dass der User beim Besuch der Website einmal direkt angesprochen bzw. gefragt wird, ob er Interesse daran hat, dass ihm in Zukunft relevante und interessante Informationen zugesendet werden.

Wichtig! Was im E-Mail Marketing leider viel zu selten verstanden wird, ist die Tatsache, dass in dem Momente, in dem ein Nutzer eine E-Mail Adresse hinterlässt, sowohl Shop-Betreiber, als auch Kunde profitieren können. Die Angabe der E-Mail Adresse ist nicht nur eine Interessensbekundung, sondern zugleich auch ein Vertrauensbeweis, dass der User von dem Angebot bzw. der Webpräsenz überzeugt ist. Als Shop-Betreiber muss man sich von der Einstellung trennen „Ich verschicke nur E-Mails, damit gekauft wird“ und die Beziehung zwischen Kunde und Unternehmen zu schätzen wissen.

Online Shop-Betreiber, die ein breites Portfolio an unterschiedlichen Produkten unterschiedlicher Bereiche (Sport/Wohnen/ Freizeit/..) besitzen, müssen bereits hier darauf achten, dass es sich um unterschiedliche Anmeldeformulare handelt, denn so kann später genau identifiziert werden, welcher Nutzer an welchem Bereich des Shops interessiert ist. In diesem Moment sind wir auch schon wieder bei dem Thema „beide können profitieren“. In dem Moment, in dem der Shop-Betreiber mehr Informationen darüber hat, was den Nutzer interessiert, in dem Moment kann er dem Nutzer auch genau die Informationen zukommen lassen, die ihn interessieren. Aus diesem Grund sollten die Anmeldeformulare unterschiedlich getaggt werden, sodass später identifiziert werden kann, über welches Formular welche E-Mail Adresse zustande kam.

Z.B: E-Mail Adressen, die über das Anmeldeformular im Bereich /sport/ zustande kamen, werden mit eben diesem Tag „Sport“ versehen. So könnte diesem Nutzer später gezielt Sportangebote zugesendet werden. Wichtig also: Vertaggen der E-Mail Adressen!

Das Versenden der E-Mails

Angenommen alle oberen Prozesse wurden nun korrekt durchgeführt und man ist als Shop-Betreiber im Besitz eines gepflegten E-Mail Pools. Nun geht es darum zu ermitteln, wie am Besten per E-Mail mit dem Kunden in Kontakt getreten wird. Hierbei sollten folgende Punkte beachtet werden:

Die Ansprache
Eine Voraussetzung im E-Mail Marketing erfolgreich sein zu können, ist die personalisierte Ansprache. Wenn zu den E-Mail Adressen der vollständige Name vorhanden ist, dann sollte dieser auch genutzt werden um direkt und möglichst persönlich mit dem Inhaber der E-Mail Adresse in Kontakt zu treten.

Der Zeitpunkt des Versands
Auch hier sollte überlegt werden, wann die Zielgruppe am häufigsten ihre E-Mail Postfach prüft. Damit diese Überlegungen keine Bauchentscheidungen werden, sollte man hierfür Tests durchführen und die entsprechenden Öffnungsraten prüfen.

Die Betreffzeile
Man kann davon ausgehen, dass die Betreffzeile mit am wichtigsten ist, wenn es darum geht, ob die E-Mail gelesen wird, oder nicht. Das Wort „Newsletter“ ist bereits bekannt und wird voraussichtlich eher als „unwichtig“ eingestuft, daher sollte überlegt werden, wie die Zielgruppe stets individuell und besonders erreicht werden kann. Hier entscheidet sich, ob der Inhalt der E-Mail überhaupt gelesen wird, oder nicht.

Die Wortwahl
Die Wortwahl sollte unbedingt an die entsprechende Zielgruppe angepasst werden. Zudem sollte auf korrekte Rechtschreibung und Grammatik geachtet werden, damit der User so nicht im Lesefluss gestört wird.

Das Layout
Dass Newsletter optisch ansprechend sein sollten, steht wahrscheinlich außer Frage. Auch wenn der Inhalt in diesem Fall der relevante Teil der E-Mail ist, sollte auch Wert auf Branding und Ästhetik gesetzt werden.

Der Inhalt
Hier sollte stets darauf geachtet werden, dass mit dem Inhalt der E-Mail nur ein Ziel erreicht werden soll. Handelt es sich in diesem Fall um eine reine Informations-E-Mail, dann sollte man es dabei belassen und nicht noch versuchen zusätzliche Conversionelemente einzubauen. Genau so sollte man es auch vermeiden bei einer E-Mail, die beispielsweise über rabattierte Waren im Bereich XY informiert, zusätzliche noch intensiver über ein anderes Thema zu informieren. Aus diesem Grund sollte für jede E-Mail Aktion ein eigenes Ziel festgelegt werden.

Des Weiteren ist es wichtig, dass der direkte Vorteil für den potentiellen Kunden auf den ersten Blick ersichtlich ist. Ihm muss klar sein um was es genau geht und er muss sofort sehen können, wie viel er genau spart. Darum merken: Kurze präzise Informationen statt eine Informationsflut, die ihm keinerlei Chance gibt zu identifizieren, welcher Inhalt nun für ihn relevant sein soll.

Die Links bzw. die Buttons, die in der E-Mail enthalten sind, sollten zudem getrackt werden, sodass später ermittelt werden kann, welcher Link nun genau geklickt wurde. Wichtig ist, dass aus jeder E-Mail, die gesendet wurde, etwas gelernt wird. Auch hier profitieren so wieder Kunde und Shop-Betreiber.

Die Darstellung
Heutzutage werden E-Mails nicht mehr nur auf dem Desktop gelesen, sondern vor allem auch auf dem Smartphone. Das bedeutet, dass sichergestellt sein muss, dass alle Inhalte auf egal welchem Device optimal dargestellt werden. Hier sollte eine responsive Lösung genutzt werden, sodass sich die Inhalte an die Größe des Devices anpassen und der Leser so optimal den Inhalt der E-Mail sehen und lesen kann.

Die Erfolgsanalyse

Mit dem Aufbau eines E-Mail Pools und dem Versenden von E-Mails ist es im E-Mail Marketing noch lange nicht getan. Damit der Erfolg der Marketingdisziplin auch wirklich messbar wird, sollten relevante KPIs ermittelt werden, an denen der Erfolg im Nachhinein gemessen werden kann. Diese KPIs sind stets individuell, dennoch könnten folgende genutzt werden:

  • Neuanmeldungen im Monat
  • Öffnungsraten
  • Klickraten der enthaltenen Links
  • Austragungsraten
  • ROI
  • Über E-Mail Marketing erzielte Conversions

Zusammenfassung und Tipps

Damit E-Mail Marketing für Online Shop-Betreiber auch wirklich effizient ist, sollte darauf geachtet werden, dass dieser Disziplin genau so viel Aufmerksamkeit geschenkt wird, wie anderen Marketingdisziplinen.
E-Mail Marketing kann sehr effizient sein, da es eine wesentlich engere Bindung von Firma zu Kunde gibt. Dieses Vertrauen und diese Bindung kann genutzt werden, damit beide Seiten voneinander profitieren, was allerdings bedeutet, dass vor allem auf Shop-Betreiber Seite einiges dafür getan werden muss, damit nachhaltig profitiert werden kann. Hier noch ein paar Tipps, wie die eigene E-Mail Marketing Strategie noch optimiert werden kann:

E-Mails zu bestimmten Anlässen
Standardnewsletter verschicken ist für viele Unternehmen heutzutage selbstverständlich, aus diesem Grund sollte die eigene E-Mail Marketingstrategie unter anderem darauf ausgelegt sein, einen noch persönlicheren Kontakt zu dem Kunden herzustellen. Aus diesem Grund sollten auch persönliche E-Mails verschickt werden. Hier kann beispielsweise der erste Kauf oder der Jahrestag der ersten Anmeldung genutzt werden.

Specials und Sparangebote per E-Mail
E-Mail Abonnenten sollten stets besonders davon profitieren, dass sie einem Unternehmen die Erlaubnis erteilt haben Ihnen E-Mails schicken zu dürfen. Aus diesem Grund sollten Specials und Angebote wie beispielweise Rabattcodes genutzt werden um die E-Mail Abonnenten auch weiterhin zu überzeugen. Hier kann zugleich damit geworben werden, dass nur E-Mail Abonnenten diese Rabattcodes erhalten können.

Hinweise auf andere Kanäle
E-Mails sollten nicht nur darauf ausgelegt sein in irgendeiner Form Conversions zu erzielen, sondern sie sollen auch den Kontakt zum Kunden ermöglichen und diesen bestmöglich informieren. In diesen E-Mails kann auch auf andere digitale Kanäle hingewiesen werden, die für den Nutzer interessant sein könnten.

E-Mails zur Reaktivierung
Eine korrekte Clusterung der E-Mail Adressen und ein gepflegter E-Mail Pool ist die Grundvoraussetzung für eine effiziente E-Mail Marketing Strategie. Kunden, die seit längerer Zeit nicht mehr im Online Shop einkauften, können reaktiviert werden, indem man diesen eine besondere E-Mail schreibt und darauf hinweist, dass man sich wieder über einen Besuch im Online Shop freuen würde. Auch hier können zusätzliche Specials genutzt werden.

Zusätzlichen Service anbieten
Wurde der Warenkorb abgebrochen und es erfolgte kein Einkauf in den letzten 5 Tagen, dann könnte eine E-Mail mit den nicht gekauften Warenkorbinhalten verschickt werden. Hierbei kann nicht nur der Shop-Betreiber profitieren, sondern auch der Kunde. Dieser hat schließlich einige Zeit damit verbracht den Warenkorb mit Inhalten zu füllen, die er möglicherweise mühsam sortierte und mit anderen Produkten verglich.

Bewertungen, Feedback und Meinungen
Mit Hilfe von E-Mails kann direkt mit dem Kunden in Kontakt getreten werden. Hier hat man als Shop-Betreiber die Möglichkeit die Kunden nach dem Kauf um eine Bewertung zu bitten, oder ihn um Feedback zu fragen.

Ähnliche Produkte anbieten
Wenn man als Shop-Betreiber weiß, welcher Kunde welches Produkt gekauft hat, dann könnte man ihm auch Produkte per E-Mail zusenden, die sein bereits gekauftes Produkt noch ergänzen. Wurde beispielsweise eine Kamera gekauft, dann sind sicherlich auch ein Stativ und eine Kameratasche sehr praktisch. Diese Produkte könnten den Kunden noch zusätzlich interessieren.

Alles in allem bietet E-Mail Marketing eine großartige Möglichkeit mit Kunden in Kontakt zu treten. Wichtig ist hierbei eine effiziente und vor allem nachhaltige Strategie, damit ein dauerhafter Erfolg erzielt werden kann.

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