International SEO – Mit HREFLANG Google zeigen, welche Seite ranken soll

18.08.2015

Eine klassische SEO Hürde ist, dass internationale Unternehmen parallel Webauftritte für Deutschland, Österreich und Schweiz über drei verschiedene Toplevel Länderdomains anbieten und dadurch dieselben oder zumindest fast identische Inhalte auf den entsprechenden Domains zu finden sind:

  • www.webseite.de
  • www.webseite.at
  • www.webseite.ch

Alternativ kommt auch dieses Konstrukt recht häufig vor:

  • www.webseite.com/de
  • www.webseite.com/at
  • www.webseite.com/ch

Unterschiedliche Länderdomains richtig ranken lassen

Aus unternehmensinterner Sicht kann es durchaus sinnvoll sein, unterschiedliche Länder-Domains zu nutzen. So können Versandkosten, Preise oder Währungen je nach Land einfach im Content der Länder-Webseite variiert werden. Bei SEO Experten läuten jedoch bei mehrfach-Veröffentlichungen von gleichen Shops unter verschiedenen URLs direkt die Alarmglocken.

Best Case: So wird’s gemacht

Zuerst sollte für jede einzelne Länderdomain ein eigener Google (und auch Bing!) Webmaster Tool Account angelegt werden. Dieser Account ist die Basis, um später prüfen zu können , ob Google die Internationalisierung der Webseite richtig „versteht“.

Der folgende Screenshot zeigt beispielhaft anhand des Shops von PureNature die unterschiedlichen Google Webmaster Tool Accounts an:

international_seo_1

Jeder Webmaster Tool Account sollte zunächst sauber eingerichtet und anschließend freigeschaltet werden (Einreichen der XML Sitemaps).

Um Google nun „beizubringen“, welche Seite eines Webauftrittes für welche Land-Sprachversion von Google ranken soll, muss das HREFLANG Tag zum Einsatz kommen. Die HREFLANG Tags verraten den Google Bots, welche Webseite man genau für die entsprechende Zielland-Sprach-Kombinationen vorgesehen hat.

Alle Webseiten im Quellcode mit dem HREFLANG Tag versehen

Im Quellcode einer jeden Seite sollte dann das HREFLANG Tag wie folgt eingebunden werden (gezeigt am Beispiel der Startseite von www.snowtrex.de):

international_seo_2

Damit verrät der Quellcode Google nun, welche Webseiteninhalte für welche Sprach-Landkombination vorliegen und unter welcher Google Version (google.de, google.at, google.ch usw) diese Inhalte angezeigt werden sollen. Ein Nachteil bei dieser HREFLANG Implementierung ist, dass der Quellcode des Webauftrittes dadurch (ein wenig) größer wird. Daher empfehle ich eher die Umsetzung der HREFLANG Integration via XML Sitemaps.

HFRELANG Einbindung via XML Sitemaps

Unter der XML Sitemap des Shops (siehe dazu: www.bader.de/products-wohnen-0.xml) können bei jeder Produktdetailseite die entsprechenden „Partner-Seiten“ für andere Land-Sprachversionen aufgeführt werden. Hierzu folgendes Beispiel für die Seite www.bader.de:

< loc>http://www.bader.de/shop/wohnen/esszimmer/hausbar-91535-000
< xhtml:link rel="alternate" hreflang="de-at" href="http://www.bader.at/shop/wohnen/esszimmer/hausbar-91535-000"/>
< xhtml:link rel="alternate" hreflang="nl-nl" href="http://www.bader.nl/shop/wohnen/esszimmer/hausbar-91535-000"/>
< xhtml:link rel="alternate" hreflang="de-de" href="http://www.bader.de/shop/wohnen/esszimmer/hausbar-91535-000"/>
< xhtml:link rel="alternate" hreflang="de-ch" href="http://www.bader.ch/shop/wohnen/esszimmer/hausbar-91535-000"/>

Prüfung, ob Google im richtigen Land auch die richtige Webseite anzeigt

Um nun nach Umsetzung zu prüfen, ob Google die Seiten im jeweiligen Land richtig ranken lässt, gibt es zwei Möglichkeiten:

Mit dem Google Adwords Tool „Anzeigenvorschau und Diagnose“

international_seo_3

Über dieses Tool können beliebige Land-Sprach-Kombinationen simuliert werden. So kann ich, obwohl ich in Köln sitze, beispielsweise die Google Ergebnisse eines Nutzers in Washington DC simulieren.

Hier ein Beispiel des Pure Nature Shops für das Zielland USA. Es wird dabei eine Suchabfrage in englischer Sprache in Washington D.C. simuliert. Das Ziel ist natürlich, dass jetzt die Domain www.purenature.com rankt bzw. angezeigt wird.

international_seo_4

Das Tool zeigt dann folgendes Ergebnis:

international_seo_5

Im Vergleich dazu möchte ich nun noch prüfen, ob auch der englischsprachige Shop für das Zielland UK richtig rankt – dazu stellen wir im Google Tool den Standort auf London um und wählen die Google Version www.google.co.uk – daraufhin zeigt uns Google an, dass bei identischer Suchabfrage in UK die richtige Version bzw. Domain des Pure Natur Shops rankt!

international_seo_6

Fazit

Für einen schnellen manuellen Test ist dieser Weg über das „Anzeigenvorschau und Diagnose“ Tool in Google AdWords optimal.

Ganze Webauftritte hinsichtlich HREFLANG Einbindung prüfen

international_seo_7Um allerdings Webshops mit vielen tausend Produkten und mehreren Sprach-Zielland-Webauftritten hinsichtlich korrekter internationaler Rankings zu prüfen, sind die Google Webmaster Tools der bessere Weg.

Im Screenshot nebenan ist markiert, wo der Link zur internationalen Ranking-Analyse zu finden ist. Unter dem Navigationspunkt „Suchanfragen“ findet Ihr den Unterpunkt „Internationale Ausrichtung“. Dahinter verbirgt sich ein Check, der Euch zeigt, ob die HREFLANG – Verbindungen der unterschiedlichen Webseiten-Versionen von Google „richtig“ angenommen werden.

Die Auswertung dahinter zeigt die Anzahl der richtig erfassten Verbindungen – also zu wie vielen Webseiten Google die passenden Land-Sprachversionen zugeordnet hat. So sieht die Auswertung dann aus:

international_seo_8

Die Anzahl gefundener HREFLANG Tags kann nun mit dem Seitenumfang des Webauftrittes verglichen werden – werden so viele HRELANG Tags gefunden, wie die Webseite Unterseiten besitzt, ist alles perfekt! Die rote Linie im Chart oben zeigt, bei wie vielen HREFLANG Einbindungen noch Fehler bestehen und verrät auch en Detail, welche Fehler genau vorliegen.

Addon: Was tun bei einer Toplevel .com Domain mit Sprachverzeichnissen?

Da internationale Firmen gerne auch alle Inhalte unter einer .com Domain veröffentlichen, gibt’s hier noch eine kurze Anleitung, wie Ihr in einer solchen Situation für gute Rankings sorgen könnt.

  1. Wichtig ist, dass die verschiedenen Inhalte unter der .com Domain tatsächlich auch in getrennten Sprach-Zielland Verzeichnissen liegen. Deutschsprachige Inhalte für das Zielland Deutschland sollten folglich hier liegen: www.webshop.com/de-de
    Deutschsprachige Inhalte für das Zielland Österreich sollten hier zu finden sein: www.webshop.com/de-at
  2. Auf keinen Fall sollten die Inhalte „NUR“ in Sprachordner gepackt werden (also z.B. so: www.webshop.com/spanisch). In einem solchen Fall werden die Inhalte nämlich nicht nach Zielland getrennt und der folgende wichtige Schritt wird nicht möglich sein.

  3. Als Nächstes sollten für alle Sprach-Land-Kombinations-Verzeichnisse eigene Google Webmaster Tool Accounts aufgesetzt werden. Das sieht dann so aus:
    international_seo_9
  4. Innerhalb der Webmaster Tool Accounts sollten dann die jeweiligen Sprach-Zielland-Versionen „ge-geotargetet“ werden. Dies geht unter dem Menüpunkt Suchanfragen / Internationale Ausrichtung – hier wechselt man dann den Reiter von Sprache zu Land – et voilà:

    international_seo_10

    Hier kann dem Sprach-Zielland-Verzeichnis nun ein präferiertes Zielland fürs Ranking zugeordnet werden.

  5. Ist dieser Schritt erfolgt, sollte wie oben beschrieben das HREFLANG Attribut auf allen Seiten via XML Sitemap oder im Quellcode der Seiten eingebunden werden. Anschließend ist nach erfolgter Umsetzung in den einzelnen Sprach-Land-Verzeichnissen auch wieder zu prüfen, ob Google die Länderversionen der Webseite korrekt „erfasst“ hat.

Diesen Beitrag teilen

  • Hi Christian,

    danke für die Erwähnung! Sobald wir endlich mal dazu kommen die XML-Sitemaps unserer SnowTrex Domains aufzuräumen, werden wir deinen Vorschlag, die HREFLANG-Infos dort anzusiedeln, sicherlich mal ausprobieren.

    Alles Gute und viel Erfolg!

    Gunnar

  • Hi Christian,
    interessanter Artikel. Wie sieht es aber mit einer Toplevel Domain .info. Kann diese gleich behandelt werden, wie eine .com im Beitrag.

    lg Fischbacher

  • Elisabeth

    Hi Christian,
    super Artikel! Eine Frage hätte ich aber noch. Wir haben eine Toplevel .com Domain mit Länderverzeichnissen und eigentlich alles wie beschrieben umgesetzt. Die .com ohne Länderverzeichnis ist bei uns für den Kunden nicht erreichbar, weil er sofort anhand seiner Browsereinstellungen/IP in das jeweilige Land weitergeleitet wird. Unter 3. beschreibst du die Sprach-Zielland-Ausrichtung. Welche Ausrichtung würde ich für die .com ohne Länderverzeichnis einstellen bzw. wie verklickere ich Google, dass es diese Seite gar nicht wirklich gibt, sondern nur die Seiten mit Verzeichnissen ranken sollen. Im Moment rankt auch in DE die US-Amerikanische Seite (am Title und Snippet ersichtlich), aber der deutsche User wird dann natürlich gleich auf die deutsche Seite weitergeleitet.
    VIele Grüße,
    Elisabeth

    • Hi Elisabeth,

      schande über mich, dass die Antwort so lange gedauert hat. Ich hatte keine Benachrichtigung über Deine Frage erhalten und das hier gerade durch Zufall gesehen. Schreib mir doch bitte kurz nochmal per Mail deine exakte Hürde und Deine URL, dann check ich das für Dich :-) am besten an c.tembrink [at] netspirits.de – Danke!

  • Marcus Sonntag

    Hi Christian, vielen Dank für diesen Expertenrat – sehr hilfreich. Ich habe ihn gerade wieder gelesen, weil mir nochmal eine Frage eingekommen ist, zu der ich aber noch keine Antwort im Artikel gefunden habe: wir haben die Variante .com-Domain mit Sprach-Zielland-Verzeichnis und würden auch über die XML-Sitemap die Zuweisung für Google vornehmen. Wir bieten aber nur eine begrenzte Sprach-Zielland-Kombinationsanzahl an. Jetzt die Frage – wie teilt man es Google mit, dass für Sprach-Zielland-Versionen, für die es kein entsprechendes Sprach-Zielland-Verzeichnis gibt, dass es dann auf die englische Seite verweisen soll? Gibt es eine Möglichkeit mit dem hreflang-tag auszudrücken, dass Google die englische Variante für alle Sprachen verwendet, für die keine eigene Sprach-Zielland-Version der Seite vorliegt? Oder bietet Google automatisch die englischen Inhalte an, wenn eine bestimmte Sprache nicht vorliegt. Oder versteht Google die Suchanfrage dann garnicht, weil der Inhalt ja garnicht in der Sprache von Google indiziert wurden ist. Vielen Dank, wenn du mir hier helfen kannst, auch wenn der Beitrag schon ein paar Monate alt ist.