Neues Update bei Google: RankBrain. Google arbeitet an künstlicher Intelligenz

05.11.2015

rankbrainSchon seit der Gründung von Google ist das ausgegebene Ziel von Google, dem User zu jedem Suchbegriff das qualitativ beste Ergebnis anzuzeigen. Die Suchmaschine aus dem Silicon Valley möchte, dass in den Suchergebnissen die passenden Webseiten angezeigt werden. Hierzu entwickelt Google seinen Algorithmus ständig weiter und testet auch viele Dinge. Größere Updates bekommen Namen, meistens aus der Tierwelt.

Pinguin und Panda

Die beiden wohl bekanntesten Updates sind die Pinguin Updates und die Panda Updates. Während es beim Pinguin vereinfacht ausgedrückt um die Verlinkungen durch Backlinks geht und Seiten wegen unnatürlichem Linkprofil auch komplett aus dem Google-Index fliegen können, geht es beim Panda Update um die Qualität des Contents und optimale technische Voraussetzungen. Über das Panda-Update haben wir bereits vor längerer Zeit einen Blogbeitrag geschrieben, der nach wie vor Gültigkeit besitzt. Auch Ronny Marx hatte sein Wissen zu diesem Update vor einiger Zeit in unserem Expertenrat geteilt. Auch zum Pinguin Update gibt es indirekt bei uns im Blog einen Beitrag von Kevin Jackowski. Er hat hier erklärt, was einen guten Link ausmacht. Nur, wer dies auch weiß, kann „schlechte“ Links erkennen, abbauen und somit dem Google-Abseits durch den Pinguin-Algorithmus entgehen.

Zuletzt im Mai 2015 rätselte die SEO-Branche über starke Veränderungen in den Suchergebnissen. Viele SEOs stellten starke Schwankungen fest – sowohl bei einigen Domains mit starken Sichtbarkeitsgewinnen als auch bei vielen Domains mit Sichtbarkeitsverlusten. Ein Beispiel hierbei war www.finanzen.de. Ein genaues Muster konnte aber nicht erkannt werden und bis heute weiß man nicht so genau, was da geändert wurde. Die Branche nannte das Google Update deshalb Phantom-Update oder Core-Update. Google hat seiner Zeit bestätigt, dass Änderungen am Algo vorgenommen wurden – hat aber nie erklärt, in welche Richtung diese Änderungen gingen. Wir haben wenige Tage nach dem Ausrollen des Updates unsere Beobachtungen in einem Artikel festgehalten.

Die künstliche Intelligenz

Wie in diesen Tagen bekannt wurde, hat Google schon vor Monaten einen neuen Faktor in seine Suchergebnisse eingebaut – RankBrain. Hier geht es darum, das durch künstliche Intelligenz „Maschinen“ die besten Ergebnisse zu einer Suchanfrage anzeigen und die Ermittlung und Bewertung der passenden Inhalte nicht mehr durch die allgemeine Programmierung eines Algorithmus erfolgt. Maschinen ermitteln nun selbständig die Intention der Suche des Google-Users. Programmiert wird dabei nicht – die Maschine muss selbst eine Lösung finden. Google investiert schon seit Jahren in die Entwicklung von künstlicher Intelligenz. Es scheint, als habe diese Technik mit RankBrain als Implementierung in die Suchmaschine begonnen. Sie hat die bisherige Technik allerdings nicht komplett abgelöst, sondern ist zu dessen Bestandteil geworden.

Auffällig ist dies vor allem bei Keywords, die das erste Mal in die Suchmaske eingegeben werden. Natürlich gibt es Milliarden von Begriffen, die öfter gesucht werden. Hierzu hat Google dann schon Daten gesammelt wie Click-Through-Rate oder die sog. Verweildauer. Hier lässt sich dann mit den riesigen Datenmengen mit der Zeit leicht ermitteln, welche Intention der User mit seiner Suchanfrage wirklich hat. Greg Corrado, Wissenschaftler bei Google, hat gegenüber Bloomberg angegeben, dass ca. 15% der Suchanfragen jeweils das erste Mal eingegeben werden. Hier ist die Intention durch User-Verhalten natürlich noch nicht analysiert – trotzdem muss die Suchmaschine eine Antwort darauf finden. Tests haben ergeben, dass RankBrain hier sehr gute Ergebnisse liefert.

RankBrain ist daher natürlich auch ein Rankingfaktor, denn es wird ja bestimmt, welche Website an welcher Position in den Suchergebnissen auftaucht, um die Suchanfrage zu beantworten. Corrado hat ebenfalls erklärt, dass dieser Faktor von zwei weiteren ergänzt wird. Welche Faktoren auf den ersten beiden Plätzen wirklich stehen, wird Google nie bekannt geben, aber die einhellige Meinung dazu ist, dass es sich um Backlinks und qualitative Seiteninhalte handeln dürfte.

Danny Sullivan von Search Engine Journal aus den USA hat hierzu einen ausführlichen Artikel in seinem Blog veröffentlicht. Er geht beispielsweise davon aus, dass der RankBrain Teil des Hummingbird-Updates (Kolibri) sei und vorrangig Suchanfragen „bearbeitet“, die vorher noch nie registriert wurden.

Phantom-Update = RankBrain?

Der bekannte SEO Martin Mißfeldt stellt in seinem Blog nun die These auf, dass das Phantom-Update im Mai in Wirklichkeit schon die Implementierung des RankBrain gewesen sei. Die weit verbreitete Vermutung war damals, dass die Suchanfragen mit der Analyse der Sucher-Intention im Zusammenhang stehen. Bestätigt wurde das offiziell jedoch nie. Martin´s Schlussfolgerung klingt allerdings sehr plausibel. Er hat dazu auch ein Zitat von Gary Illyes von Google aus Twitter angeführt, in dem dieser bestätigt, dass RankBrain schon seit einigen Monaten läuft (und SEO trotzdem funktioniert).

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