Was ist „Panda“ eigentlich?

22.01.2015

Google haben wir es zu verdanken, dass man im Online-Marketing-Business beim Wort „Panda“ nicht mehr zuerst an das possierliche Tierchen denkt, sondern an eine Erweiterung im Update des Algorithmus der Suchmaschine, die es in sich hat. Tatsächlich hat der Name dieses Updates nichts mit dem Bären, sondern mit seinem Chef-Programmierer und Schöpfer zu tun: Navneet Panda. Im Februar 2011 schickte er das Update zum allerersten Mal ins Rennen und versetzte der SEO-Branche einen kräftigen Schrecken, der zum Teil noch bis heute anhält. Aber warum ist das so? Das lässt sich am einfachsten mit der Geschichte des Google-Algorithmus erklären. Waren es früher hauptsächlich viele Backlinks, die zu einem besseren Ranking innerhalb der Suchergebnisse führten, so ist es dank des Pandas heute immer mehr der Content, welcher dauerhaft die Platzierung einer Seite in den SERPs (Search Enging Result Pages) entscheidet. Und Google wird immer besser darin, guten von schlechtem Inhalt zu unterscheiden. War es früher noch verhältnismäßig einfach, einige Links zu setzen und ein paar Keyword-Wiederholungen auf der Website einzubauen, so ist es heute sehr viel aufwändiger und schwieriger, guten Content zu produzieren und damit für ein Ranking-Anstieg zu sorgen.

Filter vs. Update

Hier herrscht nicht selten Verwirrung: ist Panda nun ein Update oder ein Filter? Beides trifft zu. Grundsätzlich wurde der Google-Algorithmus durch Panda erweitert – er wurde also einem Update unterzogen. Betrachtet man es für sich und im Detail, so ist Panda eigentlich ein Filter, der den Content einer Website bewertet. Dabei filtert Panda nicht nur einzelne Unterseite, sondern betrachtet die Website im Ganzen. Es nützt beispielsweise nichts, wenn man ein paar gute Landing-Pages hat und der Rest der Website eher von minderer Qualität ist. Wichtig ist auch zu wissen, dass Panda kein starres Konstrukt ist, dass nach der Implementierung in den Algorithmus unverändert bestehen bleibt. Das Gegenteil ist der Fall: bereits circa 30 Mal wurde der Panda-Filter aktualisiert, erweitert und verändert. Kein anderer Filter erfuhr von Google eine derart große Aufmerksamkeit, was wiederum eine wichtige Erkenntnis ist. Die Suchmaschine mit den bunten Buchstaben hat es sich auf die Fahnen geschrieben, die Qualität seiner Suchergebnisse nachhaltig und iterativ zu verbessern und den Suchenden damit eine immer optimale User Experience zu bieten.

Update Historie von 2013 bis 2014

Will man nicht jedem neuen Update hinterherlaufen und ständig nachjustieren, so lohnt es sich, eine Blick zurück zu werfen, denn wenn man sich einmal die letzten 2 Jahre anschaut und genau prüft, was am Panda-Algorithmus geändert und erneute wurde, so lassen sich künftige Anpassungen an diesem Filter besser antizipieren. Auf diese Weise minimiert man das Risiko, einer Abstrafung unterzogen zu werden und sichert sich gleichzeitig die Chance, weiter im Ranking zu steigen.

September 2014 – Panda 4.1

Nach Googles eigenen Angaben betrifft dieses Ranking nur 3% aller Websites und zum ersten Mal sind auch Backlinks in die Bewertungsgrundlage eingeflossen, die sonst nur durch das Penguin-Update analysiert wurden. Darüber hinaus wurden einige Veränderungen aus dem Panda 4.0 Update ergänzt und erweitert.

Mai 2014 – Panda 4.0

Die offizielle Version 4.0 wurde von Google im Vorfeld angekündigt und viele Optimierer und Seitenbetreiber fürchteten sich vor einem der weitreichendsten Onpage-Updates. Tatsächlich gab es nach Panda 4.0 mehr Gewinner als Verlierer. Websites mit einer besonders guten Termgewichtung und einzigartigen Texten gehörten zur Gewinnerseite, während Sites mit einer unklarer Linkstruktur und „thin content“ deutlich im Ranking herabgesetzt wurden.

März 2014 – „soft Panda“

Offiziell hatte dieses Update keinen Namen. Tatsächlich veränderten sich in dieser Zeit verdächtig viele Rankings, sodass man hier auf ein softes Update von Panda spekulierte.

Juli 2013 – Panda Recovery

Manchmal greift Google zu streng durch und korrigiert das Ganze später wieder. Man spricht hier von „Data Recovery“ und im Juli 2013 nahm die Suchmaschine einige Abstrafungen (Penalties) des letzten Panda-Updates wieder zurück.

Juni 2013 – Panda Dance

Eine weitere Aktualisierung des Panda-Filters veränderte die Suchergebnisse auf skurrile Weise: war eine Seite erst auf Platz 5, dann wurde sie nach dem Panda-Update auf Platz 20 herabgesetzt, um kurze Zeit wieder auf den fünften Platz zu ranken. Dieses permanente Auf und Ab wird auch als „Google Dance“ (tanzende SERPs) bezeichnet und da sie in diesem Fall durch Panda ausgelöst wurden, kam es eben zu besagtem „Panda Dance“.

März 2013 – Panda #25

Zum letzten Mal erfuhr der Panda-Filter eine Auffrischung, bevor er als fester Bestandteil in den Google Algorithmus überging. Bis hier hin fungierte Panda als eine Art „stand alone“ Version. Die feste Integration war ein entscheidendes Signal für die SEOs, denn es zeigte die Wichtigkeit und zukünftige Beständigkeit des Content-Filters.

Januar 2013 – Panda #24

Gerade einmal 1% der englisch sprachigen Websites waren von diesem Update betroffen – international waren es noch weniger. Offiziell wurde von Google nicht bestätigt, dass Panda hier einen Refresh erhalten hat – messbare Ranking-Veränderungen waren dennoch erkennbar.

Die richtige Panda-Strategie

pandaWelche Strategie lässt sich nun aus den vielen Panda-Updates schlussfolgern? Die Tatsache, dass Panda einen festen Stammplatz im Google-Algorithmus bekommen hat und mit der Version 4.0 nicht nur ein kleines Refresh, sondern vielmehr eine komplette Überarbeitung erhalten hat, zeigt eines sehr deutlich: die Suchmaschine legt immer größeren Wert auf die Qualität des Contents. Aber auch verschiedene andere Onpage-Faktoren wie Verweildauer, Link- und Überschriftenstruktur, Performance und Usability beeinflussen das Ranking immer stärker. Der Faktor Mensch erfährt eine noch nie dagewesene Aufmerksamkeit seitens Google. Will man zukünftig bei der nächsten Ankündigung eines Updates des Content-Filters ruhig schlafen können, so sollte man vorsorgen und manchmal bedarf es auch einer radikalen Anpassung und Optimierung einer Website. Vor allem Unterseite mit „thin content“, also beispielsweise kaum Text, wenige Bilder usw. sollten entweder aussortiert oder schleunigst überarbeitet werden. Es ist wichtig zu verstehen, dass Panda vollkommen automatisiert vorgeht. Ob eine Seite schön aussieht interessiert Panda herzlich wenig – ihm kommt es vor allem auf einzigartige Texte mit Mehrwert, sauber formatierte und komprimierte Bilder und eine sinnvolle Linkstruktur an. Hier die Top3 Tipps zum Panda und wie du das bekannte XOVI SEO Tool dafür nutzen kannst:

1. Schreibe lieber ein paar Zeilen mehr Text, denn Buchstaben kann der „blinde“ Googlebot (noch) am besten lesen und verstehen. Umso mehr davon vorhanden sind und desto relevanter diese zum Suchbegriff passen, desto höher auch die Chancen eine Ranking-Aufwertung zu erhalten. Im Menüpunkt „Onpage > Analyse > Inhalte“ findest du bei XOVI übrigens einen guten Überblick über deine Inhalte und deren Einzigartigkeit. Desto uniquer deine Texte sind, desto besser.
2. Analysiere und optimiere deine Texte mit WDF-IDF: die richtige Gewichtung von Keywords und deren semantischen Abweichungen sind essentiell, wenn man die Relevanz seines Contents steigern möchte. Das WDF-IDF-Tool von XOVI kann hier in Ergänzung durch Keyword-Suggest-Tools sehr hilfreich sein.
3. Sinnvoll intern verlinken hilft: die Onpage-Verlinkung steigert nicht nur die Klickrate (auch CTR „Click Through Rate“ genannt) und erhöht damit die Verweildauer auf einer Seite, sondern gibt auch dem Googlebot einen nachvollziehbaren roten Faden vor, was wiederum bei der Indexierung der Website enorm helfen kann. Wie die Customer-Journey auf deiner Seite aussieht, kannst du über den Verhaltensfluss zum Beispiel bei Google Analytics einsehen. Ein Tipp: verknüpfe deinen Analytics-Account einfach direkt mit der übersichtlichen XOVI SEO Software und du bekommst alle Daten in nur einem Tool gesammelt angezeigt. Das klappt übrigens auch mit Piwik und etracker.

Die 5 häufigsten Content-Fehler

Tatsächlich machen noch immer viele Webmaster (häufig unwissentlich) einiges falsch und könnten dies ohne riesigen Aufwand abstellen. Selbst vermeintlich kleine Fehler werden gnadenlos abgestraft was mit deutlichen Ranking-Verlusten und nicht selten auch Umsatzeinbußen einhergeht. Was also wird falsch gemacht? Hier die Top5 Panda-Fehler:

1. Textinhalte sind zu spärlich oder werden 1-zu-1 von anderen Seiten kopiert, was sich am Beispiel von Onlineshops zeigt: die Produktbeschreibungen werden oft vom Hersteller kopiert und direkt übernommen. Da dies viele Shops mit gleichen Angeboten machen, wird auf diese Weise eine Menge „duplicate content“ produziert und genau das sieht der Panda gar nicht gern.

2. Keyword-Stuffing: noch immer denken viele Seitenbetreiber „Viel hilft viel!“ und pressen in kurze Texte eine hohen Anzahl sich wiederholender Keywords hinein. Man spricht hier auch vom „Keyword-Stuffing“, das einen gewissen SPAM-Charakter hat und nicht selten durch Panda zu signifikanten Ranking-Verlusten führt.

3. Interne Links haben keine Struktur und ständig wechselnde Ankertexte, was den Googlebot und Menschen gleichermaßen verwirrt. Auch interne Links zu weiterführenden und verwandten Themen sollten sinnvoll durchdacht sein und nicht in alle Richtungen zeigen. Zu viele Links sind ebenfalls nicht förderlich und manchmal auch nachteilig. Im Bereich „Interne Dokumente“ im detaillierten XOVI Keyword Monitoring Tool kann man übrigens sehr gut die einzelnen Verlinkungen prüfen und erste Optimierungsschritten einleiten.

4. Bilder werden außerhalb des Textcontents platziert, sind nicht genügend komprimiert und verfügen über fehlende alt-Tags. All das mag Panda überhaupt nicht und ist auch für echte Besucher wenig förderlich. In den Text eingebettete Bilder mit sinnvollen Dateinamen, title- und alt-Tags steigern die Qualität des Contents.

5. Interner doppelter Content belastet nicht nur das Crawl-Budget eine Website unnötig, sondern führt auch zu ungewollten Indexierungen seitens Google. Gerade bei Onlineshops und Blogs lässt sich doppelter Content manchmal nicht vermeiden, was auch nicht schlimm ist. Mit dem sinnvollen Einsatz von canonical-Tags schafft man klare Verhältnisse und macht seine Panda-Hausaufgaben.

Fazit: nach dem Panda ist vor dem Panda

Die Intensität und Kontinuität bei der Weiterentwickelung von Googles „Content-Waffe“ Nummer 1 zeigt eindeutig, wo es hingeht: bessere Inhalte führen zu besseren Rankings – schlechte, kopierte oder dünne Inhalte schaden einer Website langfristig. Machen wir uns nichts vor: Backlinks sind nach wie vor ein sehr starkes Mittel, dass die Suchergebnisse beeinflusst. Aber: einige Praxisbeispiele haben gezeigt, dass auch Websites ohne viel Linkpower bis in die Top5 SERPs zu stark umkämpften Keywords aufsteigen konnten. Möchte man also seine gute Platzierung nicht verlieren oder hier weiter vorankommen, dann sollte man besser heute als morgen vor allem den Text-Content seiner Seite überarbeiten.

Mit dem XOVI-Tool und anderen Hilfsmitteln wie dem kostenlosen Keyword-Tool von Google Adwords kann man nicht nur Ideen für neue Inhalte sammeln, sondern sieht auch, was potentielle Besucher und Kunden suchen. Google liebt lange Texte mit einer klar definierten Überschriftenstruktur und aus dem Fließtext verlinkte andere Inhalte (intern wie extern). Frei nach dem Motto „Deine Website ist keine Einbahnstraße.“ sind auch Verweise zu anderen Websites mit ähnlichen oder ergänzenden Informationen hilfreich und seitens Google gern gesehen. Zu guter Letzt entscheidet der Nutzer, ob der bereitgestellt Content relevant ist. Bleibt er lange auf einer Seite, fühlt sich wohl und gut informiert, dann registriert das auch Google und belohnt dies mit einer besseren Platzierung in den Suchergebnissen.

Abschließend sei gesagt, dass Content nicht in steingemeißelt und man mit der Optimierung einer Website praktisch nie fertig ist. Diejenigen, die stetig und fleißig an hochwertigen Inhalten arbeiten und ihre Seite up-to-date halten (Blogs sind noch immer ein probates Mittel), die brauchen das nächste Panda-Update nicht fürchten.

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