Der Footer – meist stiefmütterlich behandelt und stark unterschätzt

22.06.2017

Der Footer gehört meiner Meinung nach zu einem der meist unterschätzten Elemente auf Websites. Kaum einer weiß so richtig wie der Footer dem Nutzer dienen kann, jeder weiß nur, dass er irgendwie da sein sollte.

Im heutigen Beitrag soll es darum gehen woraus ein Footer eigentlich genau besteht, welchen Zweck er erfüllt und inwiefern er positiv Einfluss auf die Rankings Ihrer Website, also Einfluss auf SEO, nehmen kann (direkt und indirekt).

Wie ist ein Footer aufgebaut?

Der Footer befindet sich immer ganz unten am Ende einer Website. Aufgeteilt in (1) Footer und (2) Sub-Footer, ähnlich wie oben Header und Top-Header (der Beitrag zum Header wird mein nächster sein), unterscheidet man zwei Ebenen, die auch eine inhaltliche Hierarchie widerspiegeln sollten.

(1) Footer

(2) Sub-Footer

Hier einmal dargestellt am Beispiel von XOVI:

(1) Footer:

XOVI Footer

(2) Sub-Footer:

XOVI Sub-Footer

Was gibt es beim Design des Footers zu beachten?

Er sollte sich visuell vom Body unterscheiden

Häufig und gerne wird der Footer in einer anderen Farbe als der „Body“ angelegt, um ihn deutlich vom Hauptinhalt der Seite abzusetzen, sowie dem Nutzer auf unterschiedlichen URLs schnell zu signalisieren, dass er nach dem Scrollen erneut beim Footer und damit dem Ende des Main-Contents angelangt ist.

Note: Meine Anmerkungen in den nachfolgenden Screenshots sind gelb markiert.

Footer- & Sub-Footer-Farbgebung, mein Tipp:
Den Footer in einer dunkleren Farbe als den Body darstellen und den Sub-Footer in einer noch dunkleren Farbe (Grau-Regel). Weiterhin sollte darauf geachtet werden, den Kontrast-Wert von Schrift und Hintergrund des Sub-Footers weiter herabzusetzen, um so die Aufmerksamkeit des Nutzers auch visuell-hierarchisch zu lenken. So ähnlich empfehle ich es übrigens auch bei Header und Top-Header.

So umgesetzt z. B. bei der „Zeit.de“, die in Sachen UX & Usability insgesamt eine ganze Menge richtig macht, Kompliment!

ZEIT Online Footer

so gesehen auf Zeit.de

Die von mir erwähnte „Grau-Regel“ befolgt übrigens auch „Google“, die meistbesuchte Website der Welt, siehe hier:

Google Footer

so gesehen auf Google.de

Um alles schlicht zu halten, verzichtet Google auf einen Sub-Footer und hat dafür zwei hierarchische Ebenen in Form von „links“ und „rechts“ geschaffen.

Nicht selten übernimmt die Rolle des Schluss-Einleitens aber auch ein Unternehmenslogo, Newsletter oder anderer Call to Action (CtA). So auch im Beispiel von XOVI.

Call to Action „Websiteanalyse“ leitet den Footer ein.

XOVI Footer Trennung

so gesehen auf XOVI.de

Es wäre lästig, wenn der Nutzer diese visuelle Abgrenzung nicht hätte und jedes mal auf’s neue die ersten Zeilen des Footers lesen müsste, statt weiter den für ihn wirklich relevanten Inhalten seine kostbare Aufmerksamkeit zu schenken.

Eine ideale Größe gibt es nicht

Es gibt große Footer und es gibt kleine Footer. M.M.n. gibt es hier keinen „Idealweg“. Er sollte einfach „angemessen“ für den Zweck der Website sein und sich „passend“ in das Webdesign eingliedern. Im Vordergrund steht dabei gar nicht das Design selbst, sondern die Funktion. Wenn ein großer Footer gut genutzt wird, hat er alle Berechtigung groß zu sein. Das gleiche gilt für den kleinen Footer.

Was macht den Footer besonders?

Deshalb ist der Footer besonders relevant:
Der Footer ist ein sekundäres Element, denn die erste Geige spielt immer der „Body“ bzw. der Main-Content. Dennoch ist der Footer ein globales Element (wie auch Top-Header & Header) und damit als Schluss-Element auf jeder URL der Seite identisch. Das ist gleichzeitig auch sein Vorteil und seine Stärke. (Metapher: Der Footer ist der Bilderrahmen, der visuell und inhaltlich dazu verhilft , das Gemälde (die Inhalte der Website) noch besser zur Geltung zu bringen.

Globales Element: Ist von jeder URL aus erreichbar, sichtbar und immer identisch. Ein globales Element bietet die Möglichkeit Dinge hervorzuheben, die inhaltlich zwar (häufig aber nicht zwingend) sekundär sind und nur beiläufig wahrgenommen werden, aber dennoch kriegsentscheidend sein können. Die bekanntesten globalen Elemente sind: Header, Top-Header, Footer, Sub-Footer und auf manchen Websites auch die Sidebar.

Was genau gehört alles in den Footer?

Einen idealen Footer gibt es nicht, aber es gibt gelernte Standards:
Die Antwort besteht aus zwei Teilen: (1) Das hängt ganz vom Header ab! (2) Was auch immer die Surf- oder Sucherfahrung des Nutzers verbessert. Die inhaltlichen Punkte von (1) und (2) hängen wiederum stark von der Art der Website (Blog, Local Store, E-Commerce, B2B), aber auch der Branche ab. (Dennoch gibt es ein paar von Nutzern gelernte Standards und entsprechend auch Best-Practices. Viele Websites erfüllen genau diese Standards nicht, weshalb reichlich Optimierungspotenzial ungenutzt bleibt und genau darum soll es heute gehen!)

„What is user-facing should be beneficial for the user – and not be solely for bots“

Rechtsrelevante Inhalte – Standard

Frei aus dem Kopf zitiert: Es gibt Inhalte, die müssen von jeder URL der Website mit nur einem Klick erreichbar sein. Das Impressum und falls nicht dort abgebildet: Datenschutz, AGB, Haftungsausschluss und ähnliche rechtlich wichtige Seiten gehören zu solchen rechtsrelevanten Themen. Doch seien wir mal ehrlich, den durchschnittlichen Nutzer interessieren diese Themen nur selten und wer wirklich danach sucht, der ist auch bereit an den etwas „entlegeneren Orten“ der Website zu schauen. Gerade deshalb empfehle ich diese, für den Nutzer meist irrelevanten Themen, auch visuell-hierarchisch entsprechend abzubilden: und zwar im Sub-Footer.

Wer diese nämlich im normalen Footer abbildet, der in meinen Augen noch einen wirklich nennenswerten Zweck erfüllen kann (!) (das sollte in diesem Artikel hoffentlich deutlich werden), zwingt den Nutzer mindestens ein Mal über für ihn irrelevante Inhalte zu blicken. Man kann es sich auch so vorstellen: Wer eine Tafel Schokolade kauft, der möchte die Zutatenliste nicht auf der Front der Verpackung vorfinden, weil sie nur einen geringen Teil der Kunden interessiert. Dennoch ist die Zutatenliste für einige wenige Kunden wichtig, ja vielleicht sogar kaufentscheidend. Außerdem ist sie vom Gesetzgeber vorgeschrieben und damit Pflicht (!) Auf die Verpackung gehört/muss sie also. Sie jedem Kunden aufzuzwingen, würde dem Abverkauf der Schokolade aber mehr schaden als nützen.

Social Media Links – Standard

Sie nehmen nicht viel Platz ein und sollten unbedingt vorhanden sein,: die klassischen Social Media Icons. Ohne in Google suchen zu müssen, sollte der Nutzer sich das für ihn „angenehmste“ und für sein Konsumverhalten „passendste“ Soziale Medium wählen können.

Ein paar Icons im Corporate Design erfüllen meist schon den Job.

XOVI Footer Social Media Links

so gesehen auf XOVI.de

Newsletter Opt-In – Standard

Aktives E-Mail-Marketing sollte heute jedes Unternehmen mit einem Online-Auftritt betreiben, selbst wenn es nur ein großer Newsletter im Quartal ist. Eine umfangreiche E-Mail-Liste ist bares Geld wert und kann für allerlei Geschäftsprozesse eine wichtige Rolle spielen. Damit diese aber auch stetig wächst, sollte das Newsletter-Formular sich m.M.n. in einem globalen Element wie dem Footer befinden und stetig nach dem Lesen eines Artikels zum Opt-In einladen.

Placetel macht es hier ganz simpel und leicht verständlich vor, mit einem gut erkenntlichen Opt-In-Formular.

Placetel Footer Newsletter

so gesehen auf Placetel.de

Übrigens empfehle ich den Newsletter immer als Formularfeld darzustellen und nicht nur bloß als Hyperlink im Text, da Formularfelder dem Nutzer bekannt sind und ihm sofort visuell klar ist: „Hier wird etwas von mir gebraucht“.

Kurze Unternehmensvorstellung (Elevator-Pitch) – Optional

Je mehr Nutzer über andere URLs als die Startseite einsteigen, umso wahrscheinlicher ist es, dass Sie nicht sofort wissen, in welcher Umgebung sie sich genau befinden (besonders bei nicht selbsterklärenden Domain-Namen). Sie besuchen also eine URL, lesen den „Body“ um Ihre Suchintention zu befriedigen, wissen aber gar nicht genau auf wessen Website sie sich eigentlich befinden und was diese Website bzw. das Unternehmen alles zu bieten hat.

Abhilfe schafft eine kurze Unternehmensvorstellung (Elevator-Pitch), die in wenigen Worten beschreibt, um welches Unternehmen es sich handelt, was es macht und was es sich zum Ziel gesetzt hat. Erneut kommt die Stärke des „globalen Elements“ zu tragen, denn nun weiß ein jeder Nutzer, egal auf welcher URL er einsteigt, auf wessen Website er sich befindet und was er hie erwarten kann. Erfolgen Einstiege primär über Blog-Einträge, lässt sich das auch gut in der Sidebar lösen. Zur Sidebar wird aber noch ein eigener Artikel folgen.

Keine ganze Unternehmensvorstellung, aber den Geschäftszweck gibt’s bei Kontist schön fett in nur 1,5 Sätzen.

Kontist Footer

so gesehen auf Kontist.com

Vertrauensbildende Elemente (Indicators of Trust) – falls vorhanden

Das können Social Media Kanäle mit einer größeren Followerschaft sein, Erwähnungen in Radio, Film und Fernsehen, (Fach)-Magazinen oder was auch immer Autorität ausstrahlt. Auch Siegel wie Trusted-Shops, Proven-Expert & Co. gehören hierhin und für Local-Businesses außerdem Bewertungsportale wie Yelp, Trip-Advisor & Co.
Kurz: Was auch immer Vertrauen und Glaubwürdigkeit schafft!

Ein gutes Beispiel ist hier der Online Marketer Björn Tantau, der mit so einigen Medien glänzen kann und der in Sachen UX & Usability auch sonst so einiges richtig macht, Kompliment!

Björn Tantau Footer

so gesehen auf BjoernTantau.com

Aktuelles / News – Optional

Häufig bleibt der „Blog“ ein Feed-Widget auf der Startseite oder ein Reiter im Navigationsmenu, nicht mehr und nicht weniger. Schade, denn viele, oft super gut geschriebene Artikel bleiben ungesehen und werden vom Nutzer ggf. nicht geklickt. Ist der Blog aber ein elementarer Teil der Website und wird viel kostbare Zeit und Aufwand in die Qualität und Frequenz der Artikel geschickt, so lohnt es sich diese auch im Footer zu verlinken. Gute Sortierungen sind „Beliebteste Artikel“, da der Empfehlungscharakter einige psychologische Effekte „triggert“ und den Nutzer so besonders zum Klicken verleitet. Genauso verhält es sich auch mit „Neueste Artikel“, wenn die diese besonders aktuelle und brennende Themen behandeln. Und wie wir oben gelernt haben: je häufiger der Artikel geklickt wird, umso besser auch der interne Linkwert und damit das potenzielle Ranking in der Suchmaschine.

Sonstiges & Extras

Alleinstellungsmerkmale (USPs) – falls vorhanden

Hat Ihr Unternehmen etwas zu bieten, was Ihre Mitbewerber nicht haben oder mit dem sie nicht mithalten können? Im Marketing-Jargon nennt man sie „USPs“ (Unique-Selling-Points) oder zu Deutsch „Alleinstellungsmerkmale“. Meine Empfehlung: Erstellen Sie eine Benchmark (Wettbewerbsvergleich) und heben Sie genau das auf Ihrer Website hervor, was Sie von Ihren Wettbewerbern unterscheidet und für Nutzer/Kunden relevant ist. Und dann platzieren Sie es in das globale Element: Footer. Seien Sie sich sicher, es wird sich positiv auf Ihre Conversions und damit auch indirekt auf Ihre Rankings auswirken. Würde man solche Inhalte z.B. nur auf der Startseite oder einer Unter-URL platzieren, so läuft man Gefahr, dass Nutzer, die auf anderen URLs als der Startseite einsteigen (z.B. über SEO), diese USPs nicht sehen und entsprechend nicht wissen, dass Sie sich in bestimmten Aspekten positiv von Ihren Wettbewerbern abheben können. Hier kommt der Vorteil des Footers als „globales Element“ erneut zum Tragen.

Der Tuning-Shop und Tuning-Teile-Hersteller Bar-Tek wirbt beispielsweise mit 10 Jahren Formel-1-Erfahrung, ein gerade im Tuning-Bereich fantastisches Alleinstellungsmerkmal.

Bar-Tek-Tuning.de Footer

so gesehen auf Bar-Tek-Tuning.de

Placetel hat praktische komplementierende Apps im Service-Portfolio. Bei vielen Mitbewerbern ist das nicht der Fall.

Placetel Footer App Links

so gesehen auf Placetel.de

Standort(e) – Optional

Hat das Unternehmen mehrere Standorte (egal ob in Deutschland oder international), so kann das Größe suggerieren und entsprechend ebenfalls als vertrauensbildende Maßnahme agieren (siehe 4.5). Ebenso kann es aber auch ein Alleinstellungsmerkmal sein, da man ggf. mehr lokale Ansprechpartner hat als die Konkurrenz. Und nicht zuletzt ist es eine wichtige Information für lokale Unternehmen wie Restaurants oder Einzelhändler und sollte deshalb unbedingt im Footer als globales Element Erwähnung finden. So oder so, Standorte bieten unterschiedliche Möglichkeiten im Footer eingesetzt zu werden.

Im m.M.n. etwas zu groß geratenen Footer von Questback findet man u.a. die Niederlassungen mehrerer Standorte.

Questback Footer

Sitemap – Optional
Die exakte Abbildung der Sitemap im Footer ist prinzipiell nicht notwendig (zumindest nicht im Hinblick auf die Link-Juice-Verteilung), wenn das Hauptmenü im Header bereits alle Links enthält und da der Link-Juice ohne hin nicht mehr fließt, wenn mehr Links zu einer URL vorhanden sind. Die Abbildung kann aber Vorteile für den Nutzer bieten, da er (falls nicht bereits mit einem großen Mega-Menu gearbeitet wird) erstmals einen Gesamtüberblick über die Seite erhält.So muss er nicht über die einzelnen Menu-Punkte hovern und kann gleich nach dem Lesen des Main-Contents über den Footer weiternavigieren, anstatt über die Hauptnavigation zu gehen. In den meisten Fällen würde ich aber die Umsetzung der anderen Punkte unter Kapitel 4 einer Sitemap-Abbildung vorziehen, wenn der Platz im Footer mal knapp werden sollte.

Anderes – Individuell
Es gibt Inhalte, die sind nicht unwichtig genug, um in den Sub-Footer gepackt zu werden, interessieren aber auch nicht unbedingt jeden Websitebesucher. Häufig sind das B2B-Inhalte wie „Partner“- oder „Affiliate“-Programme, bei Shops Zusatzinformationen zu „Versand, Rücknahme & Co.“, allgemeine „FAQs“, „Support & Service“ und je nach Unternehmen auch die Unternehmensseiten wie „Über Uns“, „Unsere Philosophie“, etc. Diese Liste lässt sich endlos fortführen. Hier muss ganz individuell den Inhalten, der Website und vor allem den Nutzern entsprechend entschieden werden, welche Seiten wo platziert werden. Nachfolgend ein paar Beispiele mit markierten o.g. „Sonstigen“ Inhalten.

t3n Footer

Artaxo Footer

Placetel Footer

Es gibt noch eine ganze Menge mehr Punkte, die ich hier aufführen könnte, aber wir wollen den Rahmen des Artikels heute nicht sprengen. Wer weitere Ideen und/oder Vorschläge hat, darf sie gerne in den Kommentaren hinterlassen.

Wie nimmt der Footer Einfluss auf SEO?

Direkt: Interne Verlinkung

Die Interne Verlinkung gehört zu einem der wichtigsten Onpage-Faktoren, um die Relevanz und Struktur der Website abbilden und somit unterschiedlichen URLs eine unterschiedliche Relevanz zuordnen zu können. Seiten, zu denen schnell navigiert werden kann und auf die intern oft verwiesen wird, haben dementsprechend eine besonders hohe Relevanz (früher Pagerank).

Google weiß, dass Links die sich ganz unten befinden, auch weniger wichtig sind. Zusätzlich zeigt ein Google-eigenes-Patent (Reasonable-Surfer-Model) deutlich: die wertvollsten Links, sind die Links, die am häufigsten geklickt werden. Entsprechend wird der Hauptnavigation im Header der meiste Linkwert zu Teil, gerade, weil die Navigation durch die Website größtenteils über die Navigation im Header stattfindet.

Häufig ist ein Footer-Link nämlich bereits oberhalb im Body erwähnt worden, sodass der Link unten wenig bis keinen Wert mehr besitzt (aus dem Kopf frei zitiert: Google zählt immer nur den ersten Link zu einer URL).

Nette Zusatzinfo: Man munkelt, dass basierend auf diesen internen Klick-Through-Daten auch die organischen Non-Brand-Sitelinks von Google erstellt werden. Hier ein Beispiel:

Sicherheitsetiketten SERP

TED-X SERP

übrigens

❗ No-Go: Footer-Links zu SEO-Landing-Pages

Ein No-Go sind Interne Verlinkungen zu „Satelliten-Seiten“, also URLs die sonst intern nicht verlinkt werden und denen nur möglichst viel „Link-Juice“ über den Footer gegeben werden soll. Wieso ist das ein No-Go? Es baut eine unsaubere Link-Struktur auf und zeigt Google, dass diese URLs einzelne „Inseln“ im Gesamtkonstrukt der Website sind. Hinzu kommen die Einflüsse des Reasonable-Surfer-Models (s.o.) und schnell wird deutlich: Die Verlinkungen nützen ohnehin wenig, da sie dem Nutzer keinen nennenswerten Mehrwert bieten, entsprechend wenig Klicks erhalten und dadurch zusätzlich nur die Sucherfahrung stören. Dieser Meinung sind übrigens auch das Online-Portal SEO-Trainee.de und die deutschlandweit bekannte Agentur Seokratie.de.

Beispiel eines unsauberen Footers (no offense) mit verlinkten SEO-Landeseiten:

Wirecloud Footer

gesehen auf „wirecloud.de

Indirekt: User Experience (SXO)

Wer seine Suche in der Suchmaschine beginnt und schlussendlich auf einer ausgewählten Website (der SERPs) beendet, statt zurück in die SERPs zu gehen und weiterzusuchen, ist höchstwahrscheinlich glücklich und zufrieden mit diesem Ergebnis (Task-Completion). So hat es sich Google zur Aufgabe gemacht nutzerfreundliche Websites mit guten Rankings zu belohnen (stark vereinfacht dargestellt). Die Rede ist von SEO als Search Experience Optimization, bei der der Nutzer im Zentrum der Optimierungen steht und nicht der Google-Bot.

Die klassischen Bereiche der Conversion-Rate-Optimierung haben dementsprechend auch Einfluss auf SEO. Wer durch den Footer überzeugter vom Produkt oder Unternehmen ist (Indicators of Trust), der Seite nun in den sozialen Medien folgt (Social Indicators, mögliche Backlinks, Wiederkehrer), sich besser auf der Seite zurecht findet (Usability), länger auf der Seite bleibt (relevante/interessante Links), sich in den Newsletter einträgt (Wiederkehrer, mögliche Backlinks), sendet unglaublich viele positive Signale an Google. Kurzum, wer den Footer nicht nutzt oder nicht optimiert, lässt sich diese zahlreichen positiven Signale entgehen, die sich wiederum vorteilhaft auf SEO auswirken.

Schlusswort

Mit diesem Artikel haben Sie nun viele Tipps und eine ganze Menge Beispiele mit an die Hand bekommen, um einen besseren Einblick in die Aufgaben des Footers zu erhalten, dessen Wichtigkeit zu verstehen und zukünftig Optimierungen selbst vorzunehmen. Leider gibt es immer noch zu viele Websites da draußen, die sich das Potenzial des Footers nicht zu eigen machen sowohl bzgl. SEO, aber noch viel mehr aus Sicht der Nutzererfahrung.

Ich wünsche viel Erfolg bei der Implementierung und freue mich wie immer über Feedback, Kommentare und Anregungen!

Herzliche Grüße und happy clicking.

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  • Sehr tiefschurfender Artikel, Bernard! Trotzdem hätte ich noch eine Frage: Besitzt man außer der Website, die man optimieren möchte, noch andere Auftritte (etwa Marken-Websites, Spezialportale oder einen B2B-Shop), sind dann die Links darauf im Footer / Sub-Footer richtig untergebracht, oder eher in einer Header-Navi?

    • Hallo Jacek,

      das hängt ganz davon ab wie relevant die Marken-Websites, Spezialportale und der B2B-Shop für den (Durchschnitts-)Website-Besucher sind bzw. wie stark du seinen Fokus darauf lenken möchtest. Im Header gibst du den anderen Websites natürlich deutlich mehr Aufmerksamkeit als im Footer oder Sub-Footer.

      Ich kann dir hier keine pauschale Antworten geben, das muss von Fall zu Fall entschieden werden. Dafür braucht man Wissen über deine Zielgruppe, ihr Nutzerverhalten und ihr mögliches Interesse an den weiteren Seiten. Hoffe das hilft dir trotzdem etwas weiter! Viel Erfolg bei der Umsetzung!

      Oder ging es dir ausschließlich um die Weiterleitung von Link-Juice auf andere Websites, die für den Nutzer hauptsächlich irrelevant sind? (Optimierung für die Maschine, nicht den Nutzer).

    • Mir ging es tatsächlich um den Missbrauch von Footer-Links für SEO-Zwecke, wie ihn Linkfarmen und Spam-Seiten gerne praktizieren.

    • Dann hast du die Frage tatsächlich schon fast selbst beantwortet. Pack sie in den Footer oder gar Sub-Footer (dort werden sie wahrscheinlich wenig geklickt, lenken den Nutzer also auch nicht ab) und können dennoch den Link-Juice verteilen. Falls das Konzept des Link-Juice überhaupt noch aktuell ist. In den Header- oder Top-Header würde ich sie unter keinen umständen setzen, da das extrem aufmerksamkeitsstarke Bereiche für den Nutzer sind und die besagten Website für den Nutzer keinen Mehrwert liefern. Viel Erfolg!