Pagespeed – wie ich eine Website schneller mache und das auch überwache

Pagespeed beschleunigen

06.04.2016

„Optimiere für den Nutzer – nicht für Google“ ist in der SEO-Branche ein oft gehörter Satz und da ist auch was dran. Die geschätzt 200 Rankingfaktoren bei Google basieren zu großen Teilen auf Usersignalen, also aus der Auswertung des Verhaltens von Besuchern Ihrer Website, die über die Google-Suche zu Ihnen gekommen sind. Hier spielt die CTR (Click-Through-Rate) z. B. eine Rolle, also die Anzahl der Klicks auf Ihr Suchergebnis in der Suchergebnisliste bei Google. Die Bounce-Rate ist quasi das Gegenteil, nämlich die Absprungrate. Google misst wie viele User nach einem Klick auf Ihr Suchergebnis zurück zu den Suchergebnissen kommen und schließt oft daraus, dass die Website vielleicht doch nicht so relevant für das eingegebene Keyword war.

Ein Grund, warum die Bounce Rate hoch sein kann, ist die Geschwindigkeit mit der eine aufgerufene Seite aufgebaut wird. Damit ist nicht nur die Serverantwortzeit gemeint, sondern auch das (Nach-) Laden der weiteren Inhalte einer Page im Browser bis die Seite vollständig geladen ist. Auch das misst Google im Rahmen des Crawlings und bewertet dies. Die Ergebnisse fließen dann – als einer von vielen Faktoren – in die Rankings mit ein. Etwas verkürzt gesagt:

Wenn die Website langsam ist, dann werden die Rankings schlechter sein als bei schnell ladenden Webseiten.

Pagespeed-wie-ich-eine-Website-schneller-macheAus Sicht von Google ist das nachvollziehbar und aus Sicht des Website-Besuchers erst recht. Machen Sie mal den Selbsttest. Wie viel Vergnügen bereitet es Ihnen, wenn Sie eine Website aufrufen und dann erst mal eine gefühlte Ewigkeit warten müssen, bis die Inhalte zur Verfügung stehen und Sie die gesuchte Information erhalten. Richtig – bei den meisten ist die Geduld da endlich und oft klicken wir dann zurück zu den Google-Suchergebnissen und schauen uns einen anderen Treffer an.

Wie macht man eine Seite schneller?

Vieles kann man als Websitebetreiber selbst unternehmen, um die Seite zu beschleunigen. Ein paar Ideen listen wir hier mal auf – natürlich ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

1. Schnellen Server nutzen

Bei der Auswahl des Servers bzw. des Webhosting-Pakets sollte man nicht immer den günstigsten Tarif wählen. Oft sind diese Webserver langsam. Sprechen Sie mit Webmaster-Kollegen über deren Erfahrungen. Ein guter Hoster kann schon einen Ausschlag für die Serverreaktionszeiten geben.

2. Browser Caching benutzen

Gerade bei Webseiten die einen hohen Anteil von wiederkehrenden Besuchern haben lohnt sich der Einsatz von Browser-Caching. Inhalte werden im Cache des Browsers gespeichert und so lange dieser nicht geleert wird, werden bei einem Wiederbesuch die Inhalte lokal abgerufen, was viel schneller geht. Das erhöht den Komfort für den Besucher, weil die Seite einfach schneller aufgebaut wird.

3. Redirects und Weiterleitungsketten vermeiden

Natürlich ist es oft angezeigt eine URL umzuleiten, wenn der Inhalt auf einer anderen URL zu erreichen ist. Damit sichert man auch die Erreichbarkeit, wenn z. B. noch alte URLs in den Google Suchergebnissen ranken. Diese Rankings möchte man natürlich nicht verlieren. Trotzdem werden oft Weiterleitungsketten versehentlich eingerichtet. URL A wird auf URL B umgeleitet und diese wiederum auf URL C. Einfacher und positiver für die Ladezeit wäre es, wenn direkt von URL A auf URL C umgeleitet wird, weil das ja das endgültige Weiterleitungsziel ist. Der Umweg über URL B ist nicht nötig.

4. Bildgrößen verringern

Im Internet sind in der Regel große Auflösungen von Bilder nicht nötig. 72 dpi sollten für die Darstellung im Web völlig ausreichend sein. Ein Bild, welches komprimiert und nicht in voller Größe online gestellt wird, wird viel schneller geladen. Um verlustfrei zu komprimieren gibt es im Internet viele kostenlose Tools. Wir empfehlen z. B. Tinypng (https://tinypng.com/). Ihr Besucher auf der Website wird den Unterschied am Bild nicht bemerken – sich aber über eine schnelle Ladezeit freuen.

5. Plugins in Content Management Systemen (CMS) vermeiden

Eigentlich sind Plugins eines CMS wie z. B. WordPress tolle Helferlein, um das CMS nach den eigenen Bedürfnissen zu erweitern und Funktionalitäten hinzu zu fügen. Leider hemmen sie aber die Ladezeit, weil zusätzliche Ressourcen geladen werden müssen. Mit entsprechenden Kenntnissen lassen sich viele zusätzliche Funktionalitäten aber auch ohne Plugin direkt in den PHP-Dateien oder im CSS lösen. Das setzt natürlich gewisse Programmierkenntnisse voraus, aber hilft die Seite zu beschleunigen. Zudem sind Plugins übrigens auch ein Sicherheitsrisiko – der sparsame Einsatz von Plugins dient dann auch der Sicherheit vor Hackerangriffen.

Nochmals gesagt: Diese Liste ist natürlich nicht vollständig, sondern eine Auswahl von Möglichkeiten. Wir haben hier mal fünf Möglichkeiten heraus gesucht, die recht einfach umzusetzen sind.

Mit dem XOVI PageSpeed Monitoring die Geschwindigkeit überwachen

Mit dem XOVI PageSpeed Monitoring-Tool haben Sie die Möglichkeit die Ladezeiten Ihrer Website im Auge zu behalten. Das große Plus dabei: Sie können die Überwachung URL-genau anlegen und haben so einen genauen Überblick.

Sie finden das Pagespeed Monitoring im Onpage-Tool von XOVI. Um eine Überwachung anlegen zu können, muss die Domain in XOVI als Projekt vorhanden sein. Wie man ein Projekt anlegt, haben wir in einem separaten Artikel erläutert.

Wir können nun über den Button eine neue URL zur Überwachung anlegen:

Pagespeed mit XOVI messen: Anlegen

Klicken Sie einfach auf „Neue URL überwachen“

Wählen Sie nun das Projekt aus, tragen Sie die zu überwachende URL ein und wählen Sie das Intervall aus. Soll nur einmalig die Ladezeit gemessen werden, oder soll die Überwachung jede Woche automatisch durch XOVI durchgeführt werden? Nach den Eintragungen speichern Sie die Analyse. Mit dem Google PageSpeed-Tool ist eine dauerhafte Überwachung automatisiert nicht möglich, sondern muss immer wieder durchgeführt werden.

Pagespeed mit XOVI messen: Details

Wenn Sie dann die fertige Überwachung aufrufen erhalten Sie eine Vielzahl von Informationen. Zunächst beginnt der Überblick, wie in XOVI üblich, mit einigen Kennzahlen.

Pagespeed mit XOVI messen: Performance

Sie kennen vielleicht den Google PageSpeed Score und den YSlowScore von Yahoo. Beide Kennzahlen werden für die betreffende URL ermittelt. In diesem Falle sind die Werte recht schlecht, wenn man beachtet, dass z. B. die Skala für den Google PageSpeed Score bis 100 als Bestwert geht und die Domain gerade einmal den Wert 8 erreicht.

Die Ladezeit (bis die Seite vollständig geladen ist) betrug beim letzten Crawling durch XOVI 6,84 Sekunden und hat sich gegenüber dem letzten Crawling verschlechtert. Zum Aufbau der kompletten Seite im Browser waren 135 Requests notwendig und die Inhalte wurden von 13 verschiedenen Domains geladen. Die Seitengröße beträgt 8,66 MB, die der Browser aufrufen muss.

Wenn man als Intervall die wöchentliche Analyse ausgewählt hat, dann wird die Entwicklung der Ladegeschwindigkeit auch in einem Diagramm dargestellt.

Pagespeed mit XOVI messen: Statistik

Schwankungen sind da völlig normal. Zu traffic-starken Zeiten kann es z. B. sein, dass die Antwortzeiten erheblich langsamer werden. Wenn man also nur eine einmalige Auswertung macht, dann kann es sein, dass man genau in dieser Zeit die Geschwindigkeit gemessen hat. Dann ist das Ergebnis aber nicht sehr repräsentativ. Deshalb empfehlen wir die dauerhafte Überwachung. Die Anzahl der anzulegenden URLs ist übrigens nicht beschränkt. Sie können so viele URLs ins Monitoring hinzu fügen wie Sie möchten und benötigen.

Weiter nach unten gescrollt erhalten Sie dann noch weitere Informationen und Analysen, z. B. aus welchen Quellen die Requests genau stammen. Auf zwei Bestandteile der Analyse möchten wir hier noch genauer eingehen:

In der Timeline am Ende der Übersichtsseite sehen Sie welche Anfrage wie lange gedauert hat. So können Sie potentielle Bremsen Ihrer Website ausmache und untersuchen, ob Sie hier Verbesserungen vornehmen können.

Pagespeed mit XOVI messen: Details

Google und Yahoo liefern über ihre PageSpeed-Tools hier auch konkrete Vorschläge, wie man eine Verbesserung der Ladezeiten erreichen können. Wenn man in der Tabelle mal auf die beiden anderen Reiter klickt, gelangt man zu diesen Informationen. Hier finden sich dann z. B. wieder Tipps wie „Browser-Caching nutzen“ oder „Bilder optimieren“. Das gibt dann konkrete Anhaltspunkte an welcher Stelle man ansetzen kann um dem Besucher Ihrer Website durch einen schnellen Aufbau der Seite eine gute Nutzererfahrung zu ermöglichen.

Pagespeed mit XOVI messen: Tabellen

Fazit

Schon mit wenigen Handgriffen lassen sich gute Erfolge in der Beschleunigung der Ladezeiten erreichen. Manche Maßnahmen erfordern tiefere Programmierkenntnisse im Bereich PHP oder CSS. Ziehen Sie hier am besten einen Fachmann zu Rate, der sich mit der Materie auskennt. Viel Erfolg.

Diesen Beitrag teilen