Think with Google – dann klappt’s auch mit dem Online Marketing

13.05.2015

In Amerika ist „Think with Google“ schon seit etwa 2 Jahren am Start. In Deutschland, Österreich und der Schweiz läuft die Content-Plattform seit rund 3 Monaten. In seinem Leadership-Artikel beschreibt der Chef von Google Deutschland Philipp Justus das Werk als „… eine wichtige und umfangreiche Informationsquelle“. Jeder könne hier von der langjährigen Erfahrung und dem Wissen der Google-Experten profitieren. Gründe genug also, diese Plattform einmal etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.

Willkommen in Amerika!

Der erste Eindruck ist USA-lastig. Und zwar ziemlich. Ob Interviews oder Downloads: entweder sind die Interview-Partner, die die Plattform mit ihrem Wissen aus erster Hand bereichern sollen, ansässig in den Staaten oder die Download-Grafiken sind auf Englisch. Das ist schade. Denn schon in diesen kleinen Details spielt Google mit seinem Weltmacht-Image einen Tick zu viel. Die klare Botschaft: Wer online Erfolg haben will, muss die Google-Sprache sprechen.

Trotz deutscher Ausrichtung der Plattform: Viele Studien, Interviews oder Downloads sind in englischer Sprache und beschreiben amerikanische Erfolge.

Trotz deutscher Ausrichtung der Plattform: Viele Studien, Interviews oder Downloads sind in englischer Sprache und beschreiben amerikanische Erfolge.

Eine echte Hilfe, gerade auch für die kleinen Unternehmen, die ja irgendwie auch mit dabei sein wollen, wäre mit Sicherheit eine Übersetzung der Daten. Schön wären Interviews mit einem deutschsprachigen Marketingmachern über deren Erfahrungen auf dem heimischen Markt. Gleiches gilt für die Beispiele in der Rubrik „kreative Kampagnen“. Gut, da ist auch ein Exempel aus Frankreich mit dabei. Aber eben keines aus der DACH-Region. Schade. Besserung gibt es bei den Fallstudien. Da sind wir plötzlich mittendrin und daheim.

Beispielhaftes aus Deutschland

In seine Fallstudien begibt sich die Plattform auf eine schöne Reise durch die Welt heimischer Marken, die auf dem internationalen Markt aber durchaus bekannt sind. Diese Fallstudien zeigen durch die Bank, wie ein Unternehmen mit einem Google-Tool sein Marketing besser in den Griff bekommen hat. Sei es durch die Analyse des Nutzerverhaltens, clevere AdWords-Kampagnen oder der Trennung von Desktop- und Mobile Kampagnen.

Fallstudie babybutt.de - mobile AdWords-Anzeigen

Fallstudie babybutt.de – mobile AdWords-Anzeigen

Die Sprache der Erfolgsgeschichten ist einfach und klar. Die Aussage auch: Nutze Google-Produkte und du wirst erfolgreich. Halte dich an die Google-Regeln und alles wird gut. Das Ziel von „Think with Google“ ist nicht nur, wie Philipp Justus beschreibt, „… Ihnen dabei zu helfen, Ihre Marketingmaßnahmen zu optimieren. Die Plattform zeigt Ihnen als Werbetreibenden, wie Sie mit Google immer einen Schritt voraus sein und Ihren Geschäftserfolg weiter vergrößern können.“ Das Ziel von „Think with Google“ ist vor allem die unmissverständliche Ansage: Wenn du nicht machst, was Google vorgibt, bist du raus aus der digitalen Welt. Gerade für die ganz kleinen Unternehmen, ohne eigene Marketingabteilung und Riesenbudgets für ständig neue Website-Strategien und Must-haves kann das bitter werden. Das zeigt das jüngste Beispiel Mobilegeddon: Wer bis letzte Woche seine Seite nicht mobile getrimmt hat, weil er sich auf sein Kerngeschäft und nicht auf Google konzentriert hat, verliert mittelfristig Traffic auf seiner Webseite. Einfach so.

Der Unterschied zum großen Bruder

Das amerikanische Original von „Think with Google“ hat natürliche eine Zeitvorsprung und ist deshalb noch praller gefüllt mit den Optimierungsmöglichkeiten im Google-Universum. Durch die klare Unterteilung in die Kategorien „Solutions for you“, „Related products“, „Learning & support“ und „Business essentials“ wird dann auch gar nicht mehr groß drum herum geredet: hier werden Google-Produkte und Google-Wissen verkauft. Und das mit schönen Bildern, großen Emotionen, eben genau so, wie gutes Marketing gemacht sein soll. Einen „Think Newsletter“ gibt es auch. Um am Ball zu bleiben. Nur eine Frage der Zeit, bis Google auch täglich in unser E-Mail-Postfach flattert. Der große Bruder überall. Was tut man nicht alles, für Erfolg.

Fazit – wir haben keine Wahl

Die Marktmacht von Google ist unbestritten und, so scheint es derzeit, unerreichbar. Wer im Online Marketing mitspielen will, sollte sich von den Tipps und Tools von „Think with Google“ durchaus inspirieren lassen. Trotzdem neue oder eigene Online Marketing-Strategien zu entwickeln und zu realisieren ist und bleibt jedoch essenziell und wertvoll. Der Kompromiss von heute: Bleib wie du bist und nutze die Google-Möglichkeiten deinen Brand ins beste Licht zu rücken. Haben wir eine andere Wahl?

Think with Google – DACH: https://www.thinkwithgoogle.com/intl/de-de
Think with Google – US: https://www.thinkwithgoogle.com

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