Wie du dein Budget für Facebook Werbung zielsicher verschleuderst

Wie du dein Budget für Facebook Werbung zielsicher verschleuderst

24.10.2017

Du fühlst dich bereit, eine besonders erfolgreiche Facebook Werbekampagne zu starten? Alles ist fertig, du hast die Zielgruppenfindung abgeschlossen, deinen potenziellen Traumkunden identifiziert und dir einen treffenden, witzigen Text einfallen lassen, ein super Bild und einen starken Call-To- Action?
Na, dann kann’s ja losgehen! Aber bevor du dich Hals über Kopf in deine neue Kampagne stürzt, solltest du dir lieber noch einmal ganz genau ansehen, ob du nicht doch auf dem direkten Weg bist, dein Budget schnell und heiß zu verbrennen – oder ob du wirklich startklar bist und an alles gedacht hast…

1. Du hast kein klares Ziel gewählt

Mit einer vagen Idee zu starten – genau das ist leider der Anfang vom Ende deiner Kampagne. Bevor du dich überhaupt um die Erstellung kümmerst, solltest du zunächst klare Ziele definieren. Was willst du mit der Kampagne erreichen? Welche Marketingziele sollen gefördert werden? Richtet sie sich an eine bestimmte Zielgruppe?
Wenn du genau weißt was du erreichen willst, ist es deutlich einfacher, den richtigen Anzeigentyp zu wählen, um deine Ziele auch tatsächlich zu erreichen.

Je schwammiger dein Ziel, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass du dein Geld aus dem Fenster wirfst.

2. Du nimmt eine viel zu breite Zielgruppe

Falsch! Viel wichtiger ist die Spezifikation… bevor du eine Kampagne erstellst, musst du in deine Zielgruppe eintauchen und sie genau kennen, bzw. kennenlernen. Führe dir
deinen idealen Kunden vor Augen, entscheide dich, wen du ansprechen willst und erstelle eine Anzeige, die genau passt.

Es ist eigentlich ganz einfach – versetze dich in die
Lage deines potenziellen Kunden, schließlich bist du selbst doch auch Konsument und weißt, was du willst.

Wenn du dir bisher noch keine Gedanken über deinen idealen Kunden gemacht hast oder du deine Kampagne bloß zum Experimentieren nutzt, wird es Zeit für ein bisschen Recherche… durchleuchte deinen idealen Kunden und fühl ihm auf den Zahn – zum Beispiel mit solchen einfachen Fragen:

  • welcher demografischen Gruppe gehört er an?
  • was sind seine exakten Interessen?
  • welche Bedürfnisse hat er im Leben oder im Berufsleben?
  • für welches Unternehmen arbeitet er und in welcher Position?

Zielgerichtete Kampagnen weißen einen höheren ROI (Return on Investment) auf. Je konkreter du beim Erstellen bist, desto besser für dich und dein Unternehmen.
Und mit den oben genannten Fragen bist du bei der Informationsbeschaffung schon eine großen Schritt weiter – immerhin weißt du jetzt deutlich mehr als vorher. Noch mehr weißt du allerdings, wenn du von Anfang an Zielgruppen ins Visier nimmst, die dir nicht mehr komplett unbekannt sind.

Das Ansprechen von Zielgruppen, die dich auf Facebook bereits kennen, wird zu besseren Ergebnissen führen. Mit Hilfe des Facebook Pixel kannst du deine Zielgruppe zum Beispiel viel genauer erstellen und dank Conversion Messung nachverfolgen, welche Handlungen Personen ausführen, nachdem sie deine Werbeanzeige gesehen haben. Zudem zeigt Facebook deine Anzeige automatisch den Personen an, bei denen eine Reaktion am wahrscheinlichsten ist. Dabei kannst du wählen zwischen:

  • Leuten, die deine Website besucht haben
  • Personen, die spezielle Seiten von dir ansehen
  • Leuten, die seit einiger Zeit nicht mehr auf deiner Seite waren

Möglich ist zudem auch eine Kombination aus unterschiedlichen Aspekten. So kannst du zum Beispiel User innerhalb von Facebook ansprechen, die sich zwar ein Angebot von dir angesehen haben, danach aber nicht zu Käufern geworden sind. Solchen Leuten kannst du dann maßgeschneiderte Werbung auf Facebook zeigen und genau das Produkt bewerben, dass sie bereits gesehen haben. Wenn du dann zum Beispiel mit Rabatten arbeitest, verbessert du die Chancen, dass es doch noch zu einem Verkauf kommt.

3. Du ignorierst die Kommentare der User

Die Leute werden deine Anzeige kommentieren, so oder so. Wenn du ignorierst, was dir potentielle Kunden zu sagen haben, verschwendest du bares Geld. Reagiere auf Kommentare unter deiner Anzeige genauso wie du es bei einem normalen Post machen würdest. Und nutze konstruktive Kritik, um deine Anzeige zu verbessern.
Es ist sicher nicht ganz leicht, die zahlreichen Gespräche im Auge zu behalten, aber es ist entscheidend für dein Werbebudget. Facebook zeigt dir ja mittlerweile recht zuverlässig alle Kommentare an, die zu deinen Beiträgen auflaufen – und zwar nicht nur bei organischen Postings, sondern natürlich auch bei deinen Facebook Ads. So geht dir nichts durch die Lappen und du erkennst, wo du schon geantwortet hast und wo nicht.

Denk aber daran: speziell bei deinen Facebook Ads wirst du auf Leute treffen, die deine
Werbung doof finden und entsprechend negativ kommentieren – das ist leider einfach
so.

Trotzdem solltest du diese Kommentare nicht löschen oder verbergen, denn as merkt Facebook natürlich und verpasst deiner Anzeige ein schlechteres Ranking. Mein Tipp: antworte höflich, auch auf richtig ätzende Kommentare. So zeigst du allen anderen, dass du auch deine Kritiker ernst nimmst und dich um jeden Kommentar kümmerst.

4. Deine Landing Page ist mangelhaft

Dein Angebot auf Facebook sollte sich sinnigerweise auch an die Personen richtig, die du auf Facebook erreichst. Facebook allein ist aber nur die halbe Miete, denn wenn du auf Facebook eine Werbung (oder auch ein herkömmliches Posting) zeigst, dann schickst du deine Interessenten meistens auf eine externe Website – also auf eine Landing Page. Eine solche Landing Page brauchst du, um zum Beispiel ein Produkt zu verkaufen oder E-Mail Adressen für deinen Verteiler einzusammeln – und die Landing Page muss maßgeschneidert sein!

Ads helfen dir zwar dabei, die Aufmerksamkeit deiner Zielgruppe zu erlangen… die Landing Page aber sorgt für die nachfolgende Aktion.

Mit dieser Erkenntnis im Hinterkopf musst du dafür sorgen, dass die Zielseite das Angebot deiner Werbung erfüllt oder zumindest aufgreift. Der sicherste Weg, um dein Budget zuverlässig zu verschwenden ist, die Zielgruppe, die du dir so hart erarbeitet hast, auf eine irrelevante und chaotische Website zu leiten – denn dort wird es nicht zu einer Conversion kommen und du verdienst kein Geld.

5. Du testest deine Werbung nicht

Wenn du nicht erfolgreich bist, musst du deine Anzeigen immer wieder testen. Auch die besten Werbefachleute sind nicht einfach vom Himmel gefallen und haben von heute auf morgen Meisterwerke – das dauert für gewöhnlich ein bisschen. Zahlreiche Testläufe sind das eigentliche Geheimnis hinter den meisten erfolgreichen Facebook Kampagnen.

Bevor du dein ganzes Budget mit einer einzigen Facebook Werbung verpulverst, solltest du ein paar Varianten von genau dieser Ad ausprobieren, um zu sehen, wie deine Zielgruppe darauf reagiert. Wähle einfach ein Budget im unteren Bereich aus und experimentiere mit unterschiedlichen Texten, Bilder und Call-To- Actions. Das dauert zwar ein bisschen, aber danach weißt du, welche Anzeige am besten funktioniert und wie du letztendlich deinen ROI steigerst. Wenn deine Werbekampagne aufgrund deiner Tests nämlich günstiger wird, dann erreichst du dein angepeiltes Ziel, zahlst aber weniger Geld als vorher eingeplant.

Deine Kosten sinken also, womit dein Gewinn zwangsläufig steigen wird.

6. Du benutzt schlechte Bilder

Nutze bei deinen Facebook Anzeigen visuelle Möglichkeiten, die deine Absichten ergänzen und deine Ziele fördern. Facebook Postings mit Bildern werden häufiger geteilt als solche, die keine Bilder haben oder nur aus Text bestehen. Eine Facebook Werbung mit passendem Bild verbessert nicht nur deine Conversions. Ein kontrastreiches Bild, das dein Produkt oder deine Marke verkörpert, dient als Fokus und erregt die Aufmerksamkeit deiner Zielgruppe beim Scrollen durch den mittlerweile ziemlich vollgestopften Newsfeed auf Facebook.

Viele Menschen nutzen Facebook übrigens inzwischen vornehmlich mobil auf dem Smartphone – vermeide also zu viel Text in deiner Anzeige, da dieser auf kleinen Bildschirmen nicht optimal angezeigt werden kann. Setze auf optische Reize und vertraue darauf, dass die User auf Facebook eher hingucken, wenn sie ein aufregendes Motiv sehen oder eine Anzeige, die mit auffälligen Farben punktet.

7. Du ignorierst Video Ads

Video ist ein sehr einflussreiches Medium, das unglaublich nützlich für erfolgreiche Facebook Werbung sein kann. Es lässt eine sehr persönliche und unmittelbare Ansprache an deine Zielgruppe zu, was deutlich besser funktioniert als es bei herkömmlichen Anzeigen der Fall ist. Allerdings konkurrierst du auch in Sachen Video auf Facebook mit den üblichen Verdächtigen.

Du solltest also sicherstellen, dass bereits die ersten Sekunden des Videos dafür sorgen, dass der Zuschauer gebannt weiterschaut. 85% aller Videos werden ohne Ton angesehen, also muss dein Video auch ohne funktionieren. Wenn es trotzdem auf den Text im Video ankommt und du deine Botschaft auf jeden Fall rüberbringen willst, brauchst du Untertitel. Die kannst du auf Facebook noch nicht automatisch erstellen lassen, es sei denn, du arbeitest mit englischsprachigen Videos. Geh aber davon aus, dass die automatische Erstellung von Untertiteln auf für die deutsch Sprache nicht lange auf sich warten lässt und früher oder später kommt.

Fazit
Auf Facebook stehen dir als Werbetreibender zahlreiche Tools zur Verfügung, die es dir einfach machen, Zielgruppen zu ermitteln und deren Wünsche und Bedürfnisse zu
verstehen. Genau das weiß auch dein Publikum auch und erwartet deshalb einen gewissen Grad an Professionalität von dir. Nutze also die Möglichkeiten, die dir Facebook bietet, und präsentiere deinem Publikum hochwertige Werbung, die sich entsprechend lohnt. Denn wenn du dich mit deinen Inhalten, deiner Werbung und deinen Produkten nützlich machst oder sogar in der Lage bist, akute Probleme deiner Zielgruppe zu lösen, dann werden deine Werbekampagnen auf Facebook auch funktionieren. Verschwende dein Facebook Ads Budget also nicht für vage Ideen. Recherchiere, teste und erstelle Anzeigen, die genau auf deine Zielgruppe zugeschnitten
sind.

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  • Björn, gibt es eine Größenordnung die ideal wäre um seine Zielgruppen für Facebook Werbung festzulegen? Also Segmente mit wie vielen potentiellen Empfängern?

    • Nein, das liegt ganz einfach daran, dass jede Zielgruppe unterschiedlich viele Interessenten hat. Wer z.B. junge, sportlich aktive Menschen mit gesunder Ernährungsweise (gute Zielgruppe für Superfood-Anbieter beispielsweise) ansprechen möchte, hat zwangsläufig eine größere Zielgruppe als jemand, der Hochseeangler anspricht. Interessensgruppen sind eben unterschiedlich.

      Viel wichtiger ist es in dem Zusammenhang, mehrere Zielgruppen anzulegen, auf diesen Ads zu testen und dann nachzujustieren – am Anfang macht es durchaus Sinn, die Zielgruppe lieber etwas zu groß als zu klein zu testen. Bei Ersterem justiert man nach, bei Letzterem bekommt man im schlimmsten Fall kein Feedback, da kaum User angesprochen werden.

      Facebook Ads sind aber nach wie vor eine sehr starke A/B-Testingsache, stärker als beispielsweise Google AdWords, wo durch Aussteuerung in Form reiner Keywords simpler gefiltert, aber weniger gezielt angesprochen werden kann.