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Schädliche Backlinks

Viele Backlinks – Fluch oder Segen?
Winfried Wengenroth

Winfried Wengenroth | 16.11.2018

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Backlinks sind ein wichtiges SEO-Tool. So wichtig, dass sogar relative Anfänger mittlerweile wissen, wie bedeutsam sie beim Versuch, eine Webseite im Suchmaschinenranking nach oben zu bringen, sein können. Doch Backlink ist nicht gleich Backlink. Einige von ihnen können einer Webseite nicht nur „nicht helfen“, sondern schädlich für sie sein. Zu viele Backlinks dieser Sorte können gar in Strafen resultieren. Wie erkennt man also schädliche Backlinks? Und vor allem: Wie kann man verhindern, dass sie einer Webseite schaden?

Was sind überhaupt Backlinks?

Das Onlineportal Gruenderszene beschreibt einen Backlink als einen „hereinführende[n] Link einer Webseite auf eine andere.“ In anderen Worten: Webseite A wird auf Webseite B verlinkt, sodass man nur auf ein kleines Textfeld klicken muss, um zwischen den beiden Seiten zu wechseln.

Links werden gesetzt, um Querverweise zu machen oder auf verwandte Themen hinzuweisen.

Warum sind Backlinks für SEO so wertvoll?

Oft werden diese Links jedoch nicht nur zur Quellenangabe oder zum Teilen von Informationen genutzt, sondern von Suchmaschinenoptimierern gezielt gesetzt, um eine Webseite im Suchmaschinenranking auf einen höheren Platz zu befördern. Warum? Ganz einfach: Je öfter auf eine Webseite verwiesen wird, desto eher denkt Google, dass Sie wertvollen Content enthält und dem Suchenden das bietet, was er benötigt. Und wertvoller Content wird dementsprechend promotet.

Backlinks sind sogar derart wichtig, dass einige wirklich wertvolle Links, eine Internetpräsenz signifikant nach vorne befördern können. Da ist es selbstverständlich von Vorteil, wenn die Webseite, auf der verlinkt wird, thematisch zu der verlinkten Seite passt. Gehören die jeweiligen Keywords zum selben Themenfeld, erkennt Google, dass der Link relevant ist.
Aufgrund ihrer Wichtigkeit haben Suchmaschinenoptimierer in der Vergangenheit oft dafür gesorgt, dass die von ihnen betreuten Webseiten über möglichst viele Backlinks verfügen – egal, woher. So stiegen einige Webseiten aufgrund dieser Taktiken im Ranking auf.

Was macht einen guten Backlink aus?

Im Grunde hat ein guter Backlink drei Eigenschaften:

  1. Er ist relevant.
  2. Google vertraut der Seite, in die der Link eingebettet ist.
  3. Er unterscheidet sich von anderen Backlinks, die eine Webseite bereits hat. Diversität ist wichtig.

Was macht einen Backlink schädlich?

Vor einigen Jahren hat Google etwas dagegen unternommen, dass Webseiten mit vielen spammigen Backlinks in seinen Suchergebnissen einfach so aufsteigen. Nach dem Google Penguin Update werden nicht mehr alle Backlinks gleich gewertet. Google legt nun mehr Wert darauf, dass die gesetzten Backlinks den Lesern der Internetpräsenzen auch einen Mehrwert bringen.

Wenn ein Link also zum Beispiel nicht in Text eingebettet ist, sondern allein steht, so deutet das für Google darauf hin, dass er Spam sein könnte. Auch, wenn der Link auf einer Seite eingestellt wurde, die von Google nicht als besonders hochwertig angesehen wird, kann dies schädlich sein. So werden zum Beispiel Links in öffentlich zugänglichen Foren nicht besonders positiv bewertet. Pi mal Daumen kann gesagt werden: Wenn die Besucher einer Webseite nicht auf den Link klicken würden, dann ist er dort fehl am Platz und wird dementsprechend von Google als Spam angesehen.

Woran erkennt man einen schädlichen Backlink?

Google stuft Backlinks in der Regel dann als Spam ein, wenn sie

  • mit anderen Webseiten ausgetauscht werden
  • sich auf fachfremden Webseiten befinden
  • in bezahlbaren Verzeichnissen auftauchen
  • in Foren gepostet werden
  • in Presseberichten stehen, die keine wirklichen Neuigkeiten enthalten
  • durch illegale Taktiken wie z.B. Hacking irgendwo erscheinen

Auch hier ist wieder Diversität wichtig: Bis auf den letzten Punkt ist keine der oben erwähnten Sachen per se schlecht. Doch oft macht es die Masse. Wenn jetzt hunderte Backlinks für eine Webseite in für das Thema völlig irrelevanten Foren auftauchen, dann ist da in Google’s Augen etwas faul.

Was bewirken schädliche Backlinks?

Mittlerweile gilt im SEO „Qualität über Quantität“. Das bedeutet nicht nur, dass Backlinks von vertrauten Quellen höher angesehen werden und von daher positiv in das Suchergebnisranking einfließen – es bedeutet auch, dass von Google als Spam beurteilte Backlinks einer Webseite schaden können. So kann zum Beispiel der Platz im Ranking in den Sturzflug gehen.

Glaubt Google nämlich erst einmal, dass eine Webseite mit unlauteren Taktiken beworben wird, so geht der Tech-Gigant dagegen vor. Das resultiert allerdings nicht immer nur in absichtlicher Benachteiligung im Ranking: Wer als richtiger Bösewicht angesehen wird, kann sogar aus dem Index entfernt werden. Das hätte zur Folge, dass die Internetpräsenz für potenzielle oder bestehende Kunden über Google gar nicht mehr zu finden wäre. Und da Google in Deutschland einen Marktanteil von über 80 Prozent, in der mobilen Suche sogar von über 90 Prozent, hat, wäre das verständlicherweise fatal.

Warum hat eine Webseite schädliche Backlinks?

Internetpräsenzen haben oft aus einem von zwei Gründen schädliche Backlinks:

Vorherige SEO-Taktiken

Es ist möglich, dass der letzte Dienstleister, der für eine Webseite Suchmaschinenoptimierung betrieben hat, dies gemacht hat, indem er so viele Backlinks gesetzt hat wie nur möglich. Dies ist insbesondere deshalb eine Option, weil diese Taktiken bis vor wenigen Jahren noch funktioniert haben, wenn sie auch damals schon nicht besonders hoch angesehen waren.

Spam-Attacke

Schädliche Backlinks können ebenfalls dank einer Spam-Attacke durch einen Konkurrenten zustande kommen. Oft wird dies über andere Dienstleister im Ausland verrichtet, um Spuren zu verwischen. Die Bereinigung von aus solchen Attacken resultierenden Backlinks ist oft komplizierter als solche, die aus den Tätigkeiten von Dienstleistern hervorgehen. Oft werden sie nämlich erst bemerkt, wenn sie bereits Schaden angerichtet haben. Zusätzlich dazu muss in so einer Situation oft jeder gesetzte Backlink überprüft werden, um seine Qualität sicherzustellen.

Wie kann man schädliche Backlinks entfernen?

Eine Liste aller Backlinks erstellen

Bevor schädliche Backlinks entfernt werden können, müssen sie erst einmal gefunden werden. Hierfür empfiehlt es sich, für eine Domain eine Liste aller Backlinks zu erstellen. Dies kann ganz einfach und kostenlos mit Googles markeneigenen Webmaster Tools gemacht werden – ein Weg, der vor allem deshalb empfehlenswert ist, weil die daraus resultierende Liste genau die gleiche ist, mit der Google auch arbeitet.

Unnatürliche Muster erkennen

Nun gilt es, zu erkennen, was in diese Liste nicht hineingehört. Sind der Grund für die schädlichen Backlinks vorherige SEO-Bemühungen, so können einfach die Links aus einem bestimmten Zeitraum in Augenschein genommen werden. Ist dies nicht der Fall, so ist zum Beispiel der Ankertext ein guter Indikator. Das ist der sichtbare Text des Links, genau der Teil, auf den man draufklicken muss, um einem Link zu folgen. Ist dieser Text oft gleich, kann das auf eine Spam-Attacke hinweisen – oder auf schlechtes Linkbuilding. Schädlich ist dies allemal. Unnatürlich kann es ebenfalls sein, wenn in einem Zeitraum, in dem kein Linkbuilding betrieben wurde, trotzdem viele Links hinzugekommen sind. Auch diese sollten überprüft werden.

In Kontakt treten

Sind nun die Links gefunden worden, empfiehlt es sich, einfach direkt auf die Webmaster der Seiten zuzugehen, auf denen sie gepostet wurden. Oftmals wird hier Verständnis gezeigt, und das Ganze kann unkompliziert abgewickelt werden. Doch selbstverständlich kann es auch passieren, dass Webmaster nicht zu erreichen sind oder nicht kooperieren. Dies bedarf viel Zeit und Nerven.

Disavow Tools

Sollte dies der Fall sein, sind Disavow Tools gefragt. Google selbst verfügt über ein solches, mithilfe dessen Spam-Backlinks entwertet werden können. Funktioniert dies nicht, so kann immer noch das Google Webmaster Team kontaktiert werden, das sich dann des Problems manuell annimmt.

Vorbeugung

Am besten ist es, nicht erst dann aktiv zu werden, wenn schon ein Problem besteht. Auch, was schädliche Backlinks angeht, ist eine gute Defensive die wirkungsvollste Offensive. XOVI selbst hat vor einiger Zeit ein hauseigenes Disavow Tool herausgebracht, das das Linkprofil einer Internetseite innerhalb kürzester Zeit überprüfen kann. So können eventuelle schädliche Backlinks frühzeitig erkannt und entfernt werden, bevor Strafen verhängt werden.

Immer auf dem neuesten Stand

Letzten Endes ist nur eines sicher: Google wird seinen Algorithmus weiterhin verändern. Genau so wenig, wie die Suchergebnisse konstant bleiben werden, sind auch die Rankingkriterien in Stein gemeißelt. Wer seine Webseite weiterhin hoch platziert sehen will, der muss sich kontinuierlich über Veränderungen informieren, um nicht böse überrascht zu werden. Eine Tendenz ist trotzdem zu erkennen: Google erscheint immer erstrebter zu sein, unfairen Wettbewerb auszumerzen und ehrliche Geschäftspraktiken zu belohnen. Es rechnet sich also, aufzuräumen und sich in Zukunft um hochwertige Backlinks von vertrauten Quellen zu bemühen.

Quellen:
https://www.xovi.de/2015/10/schaedliche-links-erkennen-und-entwerten-das-neue-xovi-disavow-tool/
http://www.affima.de/spam-backlinks/
https://www.seohermit.com/articles/good-backlinks-vs-bad-backlinks/
https://www.searchenginejournal.com/disavow-links/214172/
https://www.rankranger.com/blog/backlinks-explained
https://www.audiencebloom.com/find-remove-bad-links-pointing-site/
https://www.prawfit.com/seo/remove-bad-backlinks/
https://www.google.com/webmasters/support/

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