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Erfolgreiches Kanzleimarketing Teil 1

Christian Solmecke

Christian Solmecke | 19.11.2019

Teil 1 der Reihe Kanzleimarketing für Rechtsanwälte
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Christian Solmecke ist Rechtsanwalt und Partner der Kölner Medienrechtskanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE. Daneben ist er mittlerweile auch erfolgreicher YouTuber, Unternehmer, Autor, Speaker und Medienexperte in TV, Radio und Zeitungen. Leidenschaft, Intuition, Talent und auch eine Portion Glück haben dazu beigetragen, dass „Christian Solmecke“ heute eine Marke ist, die mediale Aufmerksamkeit garantiert und dadurch auch Mandanten für seine Kanzlei generiert. Doch wie kam es dazu?

Teil 1 – Die Anfänge

Kanzleimarketing für Rechtsanwälte ist seit geraumer Zeit in aller Munde. Denn klar ist: Wer sich auf dem Beratungsmarkt (dauerhaft) etablieren will, muss im Rahmen der berufsrechtlichen Grenzen die Werbetrommel rühren. Viele Kanzleien und Rechtsanwälte vernachlässigen dieses Thema weiterhin fahrlässig.

Dabei muss jedem klar sein: Darauf zu warten, dass jemand an der Kanzleitür klingelt, war noch nie erfolgversprechend. Ohne sich zielführend und möglichst flächendeckend zu positionieren, läuft man heute der Konkurrenz heillos hinterher. Ich versuche daher seit Jahren, meine Kanzlei und mich bestmöglich zu präsentieren.

Präsent in sozialen Netzwerken und deutschen Medien

So betreibe ich folgende Kanäle für unsere Kanzlei:

  • der erfolgreiche YouTube-Kanal
  • Facebook
  • Twitter
  • Instagram
  • Xing
  • LinkedIn
  • Blog auf unserer Kanzleiwebsite

SEO TippWorauf du achten musst, wenn du Inhalte auf Facebook und Co. teilst, erfährst du in meinem Artikel “Teilen, Posten, Verlinken – Inhalte auf sozialen Medien veröffentlichen: Was muss ich beachten?

Darüber hinaus bin ich täglich in verschiedenen Medien wie TV, Radio, Zeitungen und (Fach-) Magazinen (online wie offline) zu sehen bzw. zu hören. Ich bin Autor von mittlerweile zahlreichen Fachbüchern und regelmäßiger Speaker bei diversen Veranstaltungen – insbesondere zu den Themen „LegalTech“ bzw. Digitalisierung und Marketing.

Doch Kanzleimarketing ist keineswegs ein Selbstläufer. Es steht und fällt mit dem unbedingten Willen aller Handelnden in der Kanzlei, um ein gemeinsam definiertes Ziel wirklich zu erreichen. In meiner Kanzlei arbeiten wir im Team bereits seit Jahren hart daran, uns stetig weiterzuentwickeln und schnell auf Neuerungen zu reagieren. Nur so sind wir dort angelangt, wo wir derzeit stehen.

In diesem Beitrag möchte ich euch berichten, wie es dazu kam, dass ich heute als „Marke“ Christian Solmecke enorme Aufmerksamkeit erhalte und so tausende Mandate für unsere Kanzlei generieren konnte.

Vom Radiomoderator zum Rechtsanwalt

Um meine Kanzlei bestmöglich zu repräsentieren und auf dem Markt zu positionieren, hat mir der Umstand geholfen, dass ich ursprünglich Journalist werden wollte. Meine seit jeher existierende Neugier und der Wunsch, Informationen verständlich zu vermitteln, haben sich nicht gelegt. So begleitet mich der Journalismus im täglichen Kanzleileben bis heute weiterhin. Und das mit Erfolg.

Bereits vor meinem Studium der Rechtswissenschaften habe ich als Radiomoderator gearbeitet und so frühzeitig Kontakt mit den Medien gehabt.

Schon zu Beginn meiner Tätigkeit als Anwalt legte ich meinen Fokus auf die vielen betroffenen Internetnutzer, die wegen angeblicher Tauschbörsennutzung teure Abmahnungen erhalten hatten. Meiner Ansicht nach fehlten in diesem Bereich damals Anwälte, die die Position der Abgemahnten kompetent vertraten, während gleichzeitig eine „Abmahnwelle“ nach der anderen auf die meist jugendlichen Tauschbörsennutzer zurollte.

Bei WILDE BEUGER habe ich inhaltlich neben der Vertretung von abgemahnten Tauschbörsennutzern zunächst die Bereiche IT- und Internetrecht sowie den Bereich E-Commerce ausgebaut.

Erst Blogger, dann TV-Rechtsanwalt

Meine beiden damaligen Chefs ließen mir weitestgehend freie Hand – und so konnte ich meinen ersten, eigenen Blog aufbauen. Damit stand schon einmal das Sprachrohr zur Außenwelt – das im weiteren Verlauf meiner bisherigen Karriere noch sehr wichtig werden sollte.

Der Moment, in dem sich dann alles veränderte, war im Jahr 2007. Ich stand am Autobahnkreuz Köln-Nord im Stau und hörte den Radiosender WDR 2. Die Topmeldung des Tages lautete:

„Internationaler Tauschbörsen-Ring zerschlagen, 160 Hausdurchsuchungen in ganz Deutschland.”

Nur: Ich hatte einen dieser „Verbrecher” als Mandanten und wusste, dass die klassischen Medien gerade falsch lagen. Hier war nicht etwa ein Ring organisierter Kriminalität mit mafiösen Strukturen zerschlagen worden. Vielmehr hatte es 160 Eltern von Jugendlichen erwischt, die Musik über Tauschbörsen wie Napster, Limewire oder BitTorrent getauscht hatten.

Mir war sofort klar: Die Fehlinformation, die hier gerade durch die klassischen Medien verbreitet wurde, muss richtiggestellt werden!

In der Kanzlei angekommen, verfasste ich sofort einen Blogbeitrag, in dem ich den Sachverhalt ins juristisch korrekte Licht rückte. Diesen Beitrag schickte ich an ca. 200 andere Blogbetreiber. Wenige Minuten später verlinkten andere Blogs auf meinen Text. Das war – zwar noch Fernab von Facebook oder YouTube – mein erstes „virales“ Erlebnis, in dem Sinne, dass ein Beitrag von mir zigmal geteilt und gelesen worden ist.

Am Nachmittag bekam ich dann einen Anruf. Am anderen Ende der Leitung meldete sich das ZDF heute journal und bat mich um einen O-Ton für die Abendsendung. Das Interview glückte und seitdem werde ich bis heute regelmäßig zu aktuellen rechtlichen Einschätzungen angefragt. Für das Kanzleimarketing ein wertvoller Schritt.

Nach und nach begriffen die Medien, dass die Internet-Tauschbörsen mit der einen Hausdurchsuchungswelle keinesfalls trockengelegt worden waren.

Am Abend des 10. Oktober 2007 war ich dann zum zweiten Mal – wieder zum Thema „Filesharing“ – Gast in der RTL-Sendung SternTV. Vor über drei Millionen Zuschauern hatte ich live die Möglichkeit, mir ein Streitgespräch mit dem Anwalt der Musikindustrie, Clemens Rasch, zu liefern.

Ich scheine mich nicht so schlecht geschlagen zu haben, denn am nächsten Tag überfluteten Mandatsanfragen unsere Kanzlei. Ein Erfolg, den ich bei keinem der etwa 400 späteren Fernsehauftritte je wieder erlebt habe. Von dem Ansturm wurden wir damals in der Kanzlei völlig überrascht.

Dies aber zeigte mir, wozu gute Social-Media-Kommunikation und ein professioneller Auftritt im Web in der analogen Anwaltswelt führen kann.

YouTube und mehr – in Teil 2!

Doch zurück zum Marketing: Um den Filesharingbereich aufrechtzuerhalten, war eine stete Präsenz und Aktivität in den sozialen Netzwerken notwendig. Also trieb ich unseren Blog voran und legte mir recht früh schon einen Facebook- und Twitter-Account zu. Damals war das – gerade im eher traditionell verankerten Berufsfeld der Rechtsanwälte – ziemlich innovativ. Denn lange Zeit hatten die meisten Kanzleien – und manche unerklärlicherweise bis heute immer noch – den Bereich Social-Media-Marketing links liegen gelassen und für entbehrlich erachtet. Hier waren wir damals ohne Zweifel Pioniere der Branche.

Inzwischen bloggen wir täglich, sind auf allen bekannten sozialen Medien präsent, führen täglich Interviews zu führen und versorgen die Presse regelmäßig mit Meldungen. Außerdem ist aus diesen Medienaktivitäten heraus mein YouTube-Kanal entstanden, der mittlerweile über 450.000 Abonnenten hat.

Doch wie haben wir es geschafft, das neben dem Kanzleialltag zu organisieren? Und wie baue ich mir nun eine persönliche Marke auf, mit der ich Aufmerksamkeit und Mandanten generieren kann? Das und mehr erfährst du im zweiten Teil dieses Beitrags.

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