8 schwerwiegende SEO Fehler bei Online-Shops

27.04.2015

Im Bereich der Suchmaschinenoptimierung stellen Online-Shops in vielerlei Hinsicht eine Besonderheit dar, sodass Webmaster, die über die organische Suche zielgruppenrelevanten Traffic erhalten möchten, mit besonderen Herausforderungen konfrontiert werden. Damit ein Online-Shop auch wirklich erfolgreich sein kann, sollten Usability und Conversion-Optimierung zwar im Vordergrund stehen, dennoch sollten die Inhalte so aufbereitet werden, dass diese von den Suchmaschinencrawlern optimal interpretiert und verarbeitet werden können, sodass die organische Suche zu einem relevanten Traffickanal ausgebaut werden kann. Viele Webmaster sind sich dieser Herausforderung nicht bewusst, sodass schwerwiegende SEO Fehler relevanten Umsatz verhindern.

1.) Mangelhafte Websitearchitektur

Online-Shops benötigen, wie andere Webprojekte auch, eine sinnvolle Websitearchitektur, sodass das vollständige Produktsortiment nicht nur von Usern, sondern auch von den Suchmaschinencrawlern optimal gefunden werden kann. Inhalte, die sich in sehr tiefen Ebenen der Online-Shops befinden, können meist von den Suchmaschinencrawlern schwer bzw. überhaupt nicht gefunden werden, was zur Folge hat, dass relevante (Produkt)-Unterseiten nicht in den Suchmaschinenindex aufgenommen werden können und User diese so nicht über die Suchmaschine finden können.

Thematische Zusammenhänge und Kontext werden in Zukunft in der Disziplin „SEO“ immer relevanter werden und auch Online-Shops werden von diesem Fortschritt zukünftig nicht verschont bleiben. Aus diesem Grund sollten thematisch passende (Keyword)Cluster innerhalb des Online-Shops erstellt werden und diese zu Kategorien ausgebaut werden. Was Online-Shop Betreiber häufig nicht beachten ist, dass die Websitearchitektur auch die Priorisierung innerhalb des Online-Shops widerspiegelt. Da auch Suchmaschinen Inhalte, die sich in den oberen Ebenen tendenziell als relevanter erachten, sollten sich wichtige Kategorien und Produktseiten nicht in tieferen Ebenen befinden.

2.) Doppelte Inhalte

Dadurch, dass sich viele Inhalte sehr stark ähneln (meist auf Produktebene), entsteht aus Sicht der Suchmaschine „Duplicate Content“. Suchmaschinen legen großen Wert darauf, dass Inhalte einzigartig und mehrwerthaltig sind. Wenn nun sehr ähnliche Inhalte unter verschiedenen URLs vorhanden sind, dann kann es sein, dass die Suchmaschinen diese als „doppelt“ identifiziert. Diese Einordnung kann zu Rankingproblemen und vor allem auch zu starken Rankingschwankungen führen. Dadurch, dass in Online-Shops Produktseiten meist übernommen werden und sich diese nur durch wenige Attribute unterscheiden (beispielsweise: Farbe des T-Shirts), stehen Webmaster vor der Herausforderung aus diesen „doppelten Inhalten“ einzigartige Inhalte zu machen.

Duplicate Content kann in Online-Shops in folgenden Bereichen entstehen:

  • Produktbeschreibungen werden vom Hersteller übernommen (externer Duplicate Content).
  • Filter können dafür sorgen, dass sehr ähnliche Seiten entstehen
  • Paginierungen (ähnliche Auszeichnungen: u.a. Title, Description, Kategorietexte)
  • Es werden sowohl https:// als auch http:// genutzt
  • Sehr ähnliche Produktversionen (unterscheiden sich beispielweise nur durch Farbe, oder Größe)
  • Produkte in mehreren Kategorien (unterschiedliche URLs, gleiche Inhalte)
  • Mehrere Sprachversion D/A/CH (Inhalte sind unter mehreren Sprachversionen innerhalb der Website erreichbar)
  • Keine Standard-URL Version festgelegt (Inhalte sind sowohl unter www. als auch nicht www. erreichbar)
  • Druckansichten können Duplicate Content verursachen
  • Inhalte als PDF Dateien, die ebenfalls indexiert werden

3.) Verschwendung der Bilder-Potentiale

Bilder spielen in Online-Shops eine große Rolle, sodass diese auch korrekt ausgezeichnet werden sollten. Da es Suchmaschinencrawlern schwer fällt die Inhalte auf dem Bild zu identifizieren, sollten Alt-Tags genutzt werden um den Inhalt des Bildes bestmöglich zu beschreiben. So können User diese Bilder später leichter in der Bildersuche finden und über diese in den eigenen Online-Shop gelangen. Es sollte darauf geachtet werden, dass in der Beschreibung der Bilder (Alt-Tag) relevante Keywords genutzt werden, sodass die Suchmaschine diese später leichter thematisch einordnen können.

Ein weiterer sehr wichtiger Hinweis zur Feststellung des Inhalts ist der Dateiname. Bevor die Datei bzw. die Produktbilder eingebunden werden, sollten diese korrekt benannt werden (Nutzung der relevantesten Keywords).

4.) Zu lange Ladezeiten

Nicht nur aus Conversion-Sicht sind zu lange Ladezeiten inakzeptabel, sondern auch aus Sicht der Suchmaschinen. Suchmaschinen legen großen Wert auf Qualität und Userzufriedenheit (siehe Verweildauer und Absprungrate). User, die sehr lange warten müssen bis die aufgerufene Seite vollständig geladen wird, werden sehr schnell die Seite verlassen und sich um eine Alternative bemühen. Da PageSpeed mittlerweile zu einem Rankingfaktor geworden ist, sollten Betreiber von Online-Shops darauf achten, dass die Ladezeiten sehr niedrig sind.

Hier finden Sie diverse Möglichkeiten wie Sie die Ladezeiten Ihres Online-Shops mit XOVI verbessern.

5.) Nicht optimierte Snippets

Ziel der Suchmaschinenoptimierung für Online-Shops sollte sein, dass potentielle Kunden über die organische Suche der Suchmaschine zu vordefinierten Keywords in den eigenen Online-Shop gelangen um in diesem einzukaufen. Es geht also nicht darum möglichst viel Traffic zu erhalten, sondern es geht darum zielgruppenrelevanten Traffic über die Suchmaschine zu erhalten. Auch wenn dafür meist Top-Rankings zu den relevanten Keywords ausschlaggebend sind, geht es auch darum innerhalb der Suchergebnisse optimal zu performen. Wenn ein User nun eine Suchanfrage an die Suchmaschine gestellt hat, dann kann er sich in den meisten Fällen zwischen acht bis zehn Suchergebnissen auf der ersten Seite entscheiden. Höchstwahrscheinlich wird er ein Suchergebnis im oberen Bereich wählen, doch was ist, wenn die eigene (Produkt)-Unterseite im unteren Bereich rankt?

Mit Hilfe von Rich Snippets ist es möglich die eigenen Snippets in den Suchergebnissen mit zusätzlichen Informationen anzureichern und so den entscheidenden Unterschied auszumachen. Wenn die Wettbewerber keine Rich Snippets verwenden und nur das Snippet des eigenen Online-Shops beispielweise Sterne-Bewertungen aufweist, dann wird die Aufmerksamkeit des Users auf dieses Snippet gelenkt, sodass die Chance erhöht wird, dass dieser User sich für den eigenen Online-Shop entscheidet und das auch bei mittelmäßigem Ranking.

Für den eigenen Online-Shop eignen sich vor allem die Auszeichnungen der Breadcrumb und der Produktbewertungen mittels der Markups von beispielsweise schema.org.

6.) Desolate interne Verlinkung

Einer der wichtigsten SEO Faktoren, der am häufigsten vernachlässigt wird, lautet: Interne Verlinkung. Mit Hilfe der internen Verlinkung können innerhalb des Online-Shops Schwerpunkte gesetzt werden und die Inhalte entsprechend priorisiert werden. Zudem kann über die interne Verlinkung wichtiger Backlinkjuice auf relevante Unterseiten geleitet werden, sodass diese aus SEO-Sicht zusätzlich gestärkt werden. Online-Shop Betreiber sollten daher darauf achten, dass die interne Verlinkung bewusst als Hebel genutzt wird um den Suchmaschinencrawlern zu signalisieren, welche Dokumente Ihnen besonders wichtig sind und welche daher höher priorisiert werden.

Hierzu eignen sich:

  • Keywordhaltige und beschreibende Anchortexte (nicht: „Weiterlesen“ oder „Zum Produkt“)
  • Breadcrumb-Navigationen
  • Verlinkungen auf Herstellerseiten
  • Links zu ähnlichen Produkten (auch aus Usability-Sicht sinnvoll)
  • Links zu Zusatzprodukten (beispielsweise: Smartphone + Smartphone Hülle)

7.) Verzicht auf Produktrezensionen

Produktrezensionen stellen nicht nur einen relevanten Conversionhebel dar, sondern helfen auch dabei den Wert von Dokumenten im Suchmaschinenindex zu erhöhen. Die Vorteile bestehen unter anderem darin, dass sich die Inhalte der Produktseiten im Laufe der Zeit ändern (durch die Ergänzung von zusätzlichen Rezensionen) und dass einzigartige Inhalte von Kunden erstellt werden (Stichwort: User Generated Content).
Produktrezensionen bieten sehr viele Vorteile, die den Mehrwert von Dokumenten in Online-Shops dauerhaft erhöhen und können sich auch sehr conversionfördernd auswirken. Wichtig ist, dass die Produktrezensionen auch von den Suchmaschinencrawlern leicht ausgelesen werden können, daher sollten diese beispielsweise nicht per Iframe zur Verfügung gestellt werden.

8.) SEO-Grundlagen bleiben unbeachtet

Auch wenn Online-Shops im Bereich „Suchmaschinenoptimierung“ in einigen Bereichen andere Herausforderungen aufweisen als Websites, bedeutet das nicht, dass gängige Suchmaschinenoptimierungsfaktoren keine Bedeutung besitzen. Da es sich bei Online-Shop Unterseiten genau so um Dokumente in einem Suchmaschinenindex handelt, wie auch bei Websites, müssen auch hier:

  • individuelle Titles, H1, und Descriptions genutzt werden (in Verbindung mit den wichtigsten Keywords)
  • sprechende URLs verwendet werden
  • korrekte Weiterleitungen genutzt werden (meist Statuscode 301, damit wichtiger Linkjuice weitergegeben wird).
  • diese in einer Sitemap zu finden sein

Fazit:

Damit der eigene Online-Shop zukünftig optimal performen kann ist es wichtig, dass sich Webmaster sowohl in den User, als auch in die Suchmaschinen versetzen. Dadurch, dass die Suchmaschinen viele Fortschritte bei den Interpretationen von Inhalten machen, werden in Zukunft Zusammenhänge und Kontext immer wichtiger werden. Aus diesem Grund sollte der eigene Online-Shop so strukturiert werden, dass sich thematisch passende (Keyword)-Cluster ergeben, die die jeweiligen Kategorien widerspiegeln. Einer der häufigsten Fehler, weshalb Online-Shops keinen relevanten Traffic über die Suchmaschine erhalten, liegt darin, dass sich seitens der Betreiber ausschließlich auf das Layout und die Produkte konzentriert wird, aber nicht auf die Individualisierung der einzelnen Dokumente. Es ist keine Struktur ersichtlich und jedes Dokument des Online-Shops wird als gleichwertig dargestellt, was aber nur in den seltensten Fällen korrekt ist (Websitearchitektur und interne Verlinkung). Diese mangelnde Individualisierung und dieser (aus Sicht der Suchmaschinen) qualitativ minderwertige Content werden es in Zukunft schwer haben nachhaltig stabile Rankings zu wichtigen Keywords zu erzielen.

Online-Shop Betreiber sollten zukünftig mehr Wert darauf legen nicht nur Produkte zu vermarkten, sondern wichtige individuelle Zusatzleistungen zu erbringen, die sich auf die Produkte beziehen, wie beispielsweise:

  • Individuelle Beratungen zu den entsprechenden Produkten (beispielsweise FAQs pro Produkt auf der Produktdetailseite)
  • Produktvideos nutzen
  • Mehrere Produktbilder nutzen

Dadurch, dass aus Sicht der Suchmaschinen der (mehrwerthaltige) Content in Online-Shops häufig zu gering ausfällt, fällt es vielen Online-Shop Betreibern häufig schwer über die Suchmaschinen Kunden zu gewinnen. Aus diesem Grund sollten Online-Shop Betreiber zukünftig ihre Zeit in folgende Bereiche investieren:

  • Content-Individualisierung
  • Abarbeitung der SEO Grundlagen
  • Verbesserung der Online-Shop Performance (Ladezeiten)
  • Optimierung der Klickraten (Snippet-Optimierung)
  • Einbinden von Produktrezensionen

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