Wissenswertes über das Backlink-Profil

09.02.2016

Spätestens seit dem Google Pinguin Update wissen die meisten Webmaster, dass Backlinks zwar einen großen Einfluss auf das Suchmaschinenranking haben können, diese allerdings mittlerweile von der Suchmaschine auf Qualität und Natürlichkeit geprüft werden. Die Zeiten in denen „jeder Backlink wertvoll ist“ sind längst vorbei, schließlich können Backlinks mittlerweile auch zu Abstrafungen (Pinguin-Update & Manuelle Abstrafung) seitens der Suchmaschine führen.

Webmaster, die zukünftig weiterhin über die organische Suche Traffic generieren möchten, müssen von nun an das eigene Backlink-Profil kennen um ggf. qualitativ minderwertige Backlinks abzubauen, oder mit Hilfe des Google Disavow-Tools zu entwerten. Dabei spielt nicht nur die Qualität der Backlinks eine entscheidende Rolle, sondern auch deren Verhältnisse und Natürlichkeit.

Darauf sollten Webmaster bei der Analyse des eigenen Backlink-Profils achten:

Verhältnisse analysieren

Verhältnisse spielen aus Sicht der Suchmaschine eine sehr wichtige Rolle, schließlich lassen sich mit Hilfe dieser leichter Auffälligkeiten und Unnatürlichkeiten ermitteln. Webmaster sollten bei der Analyse am Besten versuchen sich in die Suchmaschine hineinzuversetzen und überlegen, ob aus deren Sicht die entsprechenden Link-Verhältnisse natürlich erscheinen.

Verhältnis von follow/nofollow Links

Sogut wie jeder Blog und jede Website verlinkt ohne besondere Änderungen mit dem Link-Attribut „follow“, was bedeutet, dass dieses Attribut sozusagen als Standard angesehen werden kann. Auch die Suchmaschine wird diesen Standard voraussichtlich bei der Bewertung der eigenen Backlinks berücksichtigen, sodass davon ausgegangen werden kann, dass ein Großteil der natürlich erworbenen Links das Attribut follow besitzen werden.

Wenn einige Backlinks bewusst mit dem Attribut „nofollow“ gekennzeichnet wurden, dann bedeutet das aus Sicht der Suchmaschine, dass Webmaster die Entscheidungen getroffen haben diese Links „negativer“ zu bewerten (z.B. häufig: Blogkommentare).

Weist das eigene Backlink-Profil nun mehr nofollow-Links als follow-Links auf, dann sollten Webmaster schnellstmöglich handeln, schließlich wirkt dieses Verhältnis aus Sicht der Suchmaschine voraussichtlich unnatürlich, da anscheinend die meisten Webmaster bewusst den Wert der Empfehlungen (Backlinks) herabgesetzt haben. Auch wenn ein nofollow-Attribut keinesfalls bedeutet, dass ein Backlink aus SEO Sicht wertlos wird (häufiger Irrtum), stellt dieses Attribut eine Änderung des ursprünglichen Wertes dar (follow), welche von der Suchmaschine bei der Bewertung des eigenen Backlink-Profils sicherlich berücksichtigt werden wird.

Natürlich kann kein genauer Wert angegeben werden, welches Verhältnis von follow/nofollow-Links optimal erscheint, dennoch versuchen viele SEO-Experten zumindest eine Art Richtwert zu definieren, an dem sich Webmaster mit geringerem SEO Know-how orientieren können. Ein gesundes Verhältnis von follow/nofollow wird häufiger mit ca. 80% follow-Links und 20% nofollow-Links beschrieben.

Wichtig ist jedoch zu verstehen, dass es sich bei diesem Richtwert um einen sehr allgemeinen Wert handelt, welcher keine individuellen Faktoren berücksichtigt (,welche allerdings bei jeder SEO-Analyse mit SEO Tools allerdings essentiell sind). Jedes Online-Projekt ist einzigartig und steht vor individuellen Herausforderungen, daher können keine allgemeingültigen Werte definiert werden. Das oben genannte Verhältnis soll Webmaster lediglich sensibilisieren sich näher mit dem Thema Link-Attribut-Verhältnisse auseinander zu setzen.

Verhältnis von Startseitenlinks / Deeplinks

Auch wenn die Startseite meist die Seite ist, die sowohl intern, als auch extern mit am häufigsten verlinkt wird, sollten Webmaster auch einen Blick auf das Verhältnis von Startseitenlinks zu Deeplinks werfen. Bevor dieses Verhältnis allerdings genauer analysiert wird, sollten Webmaster erst einmal die Inhalte ihrer Online-Präsenz überprüfen und definieren.

Handelt es sich beispielsweise um einen Online-Shop, oder um eine Job-Suchmaschine? Diese Content-Art-Definition fließt voraussichtlich auch in die Bewertung der Suchmaschine mit ein, schließlich werden bei Online-Shops voraussichtlich häufiger einzelne Produkte verlinkt (Deeplinks) als die Startseite, während bei Job-Suchmaschinen eher die Startseite verlinkt werden wird.

Jeder Webmaster sollte sich daher am Besten selber die Frage stellen, inwieweit er das vorhandene Verhältnis von Startseitenlinks zu Deeplinks für natürlich hält. Zeigen bei einem contentstarken Online-Projekt fast alle Links auf die Startseite, obwohl eigentlich viele andere Inhalte auf Unterseiten vorhanden sind, dann könnte das dafür sprechen, dass viele Webmaster und User nicht von der Qualität der produzierten Inhalte überzeugt sind und diese daher nicht für „erwähnungswürdig“ (backlinkwürdig) halten.

Deeplinks zeigen in den meisten Fällen der Suchmaschine, dass die einzelnen produzierten Inhalte empfehlenswert und für die Zielgruppe relevant sind, sodass Webmaster daher darauf achten sollten, dass nicht ausschließlich die Startseite verlinkt wird. Wird allerdings die Startseite (die eigentlich wichtigste Seite des gesamten Online-Projekts) nur sehr selten verlinkt, die produzierten Inhalte dagegen sehr häufig (Deeplinks), dann kann auch dieses Verhältnis aus Sicht der Suchmaschine wiederrum unnatürlich wirken.

Auch hier darf der Hinweis nicht fehlen, dass es nicht möglich ist ein optimales Verhältnis von Startseitenlinks zu Deeplinks zu definieren, da wieder individuelle Faktoren eine erhebliche Rolle bei Bewertung des Backlink-Profils spielen.

Zeiträume analysieren

Was viele Webmaster häufig nicht wissen ist, dass auch Zeiträume dazu führen können, dass das eigene Backlink-Profil von der Suchmaschine als unnatürlich angesehen wird. Je älter ein Online-Projekt wird, desto höher ist voraussichtlich die Wahrscheinlichkeit, dass die Inhalte (sofern diese qualitativ hochwertig sind) verlinkt werden, was wiederrum bedeutet, dass die Zahl der Backlinks im Laufe der Zeit kontinuierlich steigen sollte.

Auch wenn immer mal wieder ein paar Backlinks wegfallen werden, sind meist gewisse Regelmäßigkeiten zu erkennen, die Natürlichkeit und Wachstum widerspiegeln. Ein neues Online-Projekt ist am Anfang eher unbekannt, sodass dieses meist in den ersten Wochen und Monaten nur sehr wenige Backlinks erhalten wird. Wenn allerdings neue Inhalte hinzukommen (die die Suchmaschine auch interpretieren und verarbeiten kann), dann werden diese sicherlich auch im Laufe der Zeit verlinkt werden (natürliches Linkwachstum).

Alle Faktoren, die ein natürliches Linkwachstum unterbrechen bzw. stören, können dazu führen, dass die Suchmaschine diese Ereignisse als Unnatürlichkeiten einstuft. Fallen beispielsweise innerhalb einer Woche 60% der vorhandenen Backlinks weg, dann könnte das als unnatürlich gewertet werden. Hat ein Online-Projekt viele Monate keine neuen Inhalte erhalten, weist aber in einem sehr kurzen Zeitraum sehr viele neue Backlinks auf, dann könnte dieser Vorgang ebenfalls als unnatürlich gewertet werden.

Auch hier spielen Verhältnisse wieder eine wichtige Rolle, wobei bei der Bewertung u.a. die Gesamtanzahl der Links von verschiedenen Domains und die Art der Verlinkung (Content / Sidewide) berücksichtigt werden sollte.

Anchortexte analysieren

Harte Anchortexte können das Ranking zu einem bestimmten Keyword bzw. einer Keywordphrase zum Teil erheblich beeinflussen, daher werden diese spätestens seit dem Pinguin-Update von der Suchmaschine sehr genau analysiert und bewertet.

Webmaster, die keine aktuellen SEO-Kenntnisse besitzen, sind häufiger noch der Meinung, dass sie anderen Webmastern einen Gefallen tun würden, wenn sie deren Inhalte mit nur einem (Money)-Keyword verlinken, doch das kann im schlimmsten Fall zu einer Abstrafung der verlinkten Seiten führen. Webmaster sollten daher darauf achten, dass das eigene Backlink-Profil sehr vielfältige Anchortexte aufweist und dass andere Online-Projekte die eigenen Inhalte „weich“ verlinken, was bedeutet, dass mehr als nur ein Keyword verlinkt wird.

Fazit

Webmaster sollten regelmäßig die Gesundheit des eigenen Backlink-Profils analysieren um sicher zu gehen, dass keine Unnatürlichkeiten bzw. Störungen vorhanden sind, die von der Suchmaschine negativ bewertet werden könnten. Kranke Backlink-Profile können erhebliche Rankingverluste über einen sehr langen Zeitraum zur Folge haben, daher sollten diese regelmäßig kontrolliert werden. Da jede Onlinepräsenz vor individuellen Herausforderungen steht, sollten Webmaster die entsprechenden Verhältnisse kennen, versuchen sich in die Suchmaschine hineinzuversetzen und überlegen, was als natürlich und was als unnatürlich gewertet werden könnte.

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