Interne Verlinkung. Der oft unterschätzte SEO-Hebel

SEO interne Links

09.08.2016

Links sind ein viel diskutiertes und besprochenes Thema in der Welt der Suchmaschinenoptimierung. Der Fokus liegt aber fast immer auf guten oder bösen Backlinks von externen Seiten. Wie baut man Backlinks auf und wie wird man schlechte Links wieder los? Die Diskussion gibt es nicht zu unrecht, denn Links sind nach wie vor einer der wichtigsten Rankingfaktoren im Google-Algorithmus. Hier im Blog und im Expertenrat haben wir schon des Öfteren erklärt, was heutzutage ein guter Backlink ist. Daher möchten wir darauf heute an dieser Stelle nicht eingehen.

Viel weniger Beachtung finden hingegen interne Links, also Links, die Sie direkt auf Ihrer Website setzen können zu eigenen Unterseiten. Wenn Sie mal im HTML-Quellcode Ihrer Seite vergleichen: der Aufbau eines internen Links ist genau der gleiche wie bei einem externen Link – nur mit dem Unterschied halt, dass das Linkziel keine externe Domain oder URL ist sondern eine interne von der eigenen Domain. Google macht bei der Bewertung von Links bis auf wenige Aspekte keinen Unterschied zwischen einem internen und einem externen Link.

Linkpower wird auch intern weitergegeben

Warum versucht man externe Backlinks zu sammeln? Die Linkpower von anderen starken Domains soll weiter gegeben werden auf meine eigene Domain und dadurch soll das Ranking meiner Seite steigen. Früher nahm man den sog. PageRank (PR) zur Hilfe. Das war eine Bewertung durch Google mit einer Skala von 0 – 10. Der PageRank stellt heute keine nutzbare Messgröße mehr dar, weil Google diesen zwar immer noch aktualisiert, aber nicht mehr veröffentlicht. Google nutzt den PageRank nur noch intern. Auch die Toolbar von Google gibt’s nicht mehr, die schnell den PR einer Seite angezeigt hat.

Das System hinter dem PageRank ist aber geblieben und das Vertrauen von Google, welches Mittels eines Links weiter gegeben wird, wird auch mit internen Links weiter gegeben. Sie können also mit Hilfe von internen Links die Power auf Ihrer Website verteilen.

In der Regel ist die Startseite die am häufigsten verlinkte Seite – auch von extern. Alle Unterseiten, die Sie von der Startseite aus verlinken erhalten somit auf direktem Wege Linkjuice. Sie lenken dabei auch den Crawler von Google, der ja von Link zu Link crawlt, direkt auf wichtige Unterseiten. Auch aus dem Fließtext in Ihrem Content können Sie weitere Unterseiten verlinken.

Das beste Beispiel für eine perfektionierte interne Verlinkung ist Wikipedia. Jedes Schlagwort im Text ist intern verlinkt. Bei Klick kommt man direkt zur speziellen Seite zum verlinkten Begriff usw. Auf dem Screenshot sehen Sie oben ein Inhaltsverzeichnis für diese Seite mit Sprungmarken sowie im Text viele verlinkte Begriffe.

Suchmaschinenoptimierung Wikipedia
Quelle: Screenshot Wikipedia

Interne Links auf nofollow oder follow?

Immer wieder geistert das Gerücht, man müsse interne Links mit Nofollow kennzeichnen, damit man keine Bestrafung bekommt von Google. Das stimmt nicht. Interne Links sollten nie auf Nofollow gesetzt werden, denn sonst wird die Linkpower nicht weiter gegeben – und gerade das ist ja unser Ziel. Der Googlebot soll den internen Links folgen und ihren Trust auch weiter geben. Der ehem. Head of Spamteam bei Google, Matt Cutts, hat das in einem Video einmal deutlich erklärt:


Interne Links also nie auf Nofollow setzen.

Viel hilft viel?

Eine Seite ist umso wichtiger, je öfter sie verlinkt wird. Dabei spielt es keine Rolle ob die Links von internen Seiten oder von fremden Domains kommen. Wie stark Eure einzelnen Unterseiten intern verlinkt sind, zeigt Euch Google sogar in der Search Console.

Search Console interne Links

Hier wird für jede Unterseite angezeigt wie oft sie intern verlinkt ist. Bei Klick auf den Pfad können Sie in der Detailansicht zudem sehen, von wo die Seite alles einen Link erhalten hat.

Ankertexte

Während es bei externen Backlinks mitunter sehr unnatürlich und damit schädlich sein kann, mit harten Keywords zu verlinken, ist das bei internen Links unerheblich. Sie können in den Ankertexten auch harte „Moneykeywords“ wie „Lebensversicherung“, „Kreditangebot“ verwenden. Der Pinguin-Algo ist nicht auf interne Links aus, sondern auf Linkspamming von externen Domains.

Wie sollte eine gute Backlinkstruktur aufgebaut sein?

Hier gibt es nicht die eine Antwort. Für jede Website sollte ein eigenes Konzept zur internen Verlinkung erstellt werden. Eine gängige Methode ist das Siloing. Hierbei werden klare Hierchien beachtet und vertikal verlinkt. Dabei werden die einzelnen Kategorien eingehalten und sowohl von „oben“ nach „unten“ als auch anders herum verlinkt.

Zunächst clustert man die Inhalte einer Website nach verschiedenen Themengebiete, damit eine klare Struktur auf der Website erkennbar ist. Seiten mit verschiedenen Inhalten werden nicht miteinander verlinkt, sondern nur Seiten mit gegenseitig relevantem Content. So kann auch Google die Struktur erkennen und für den Besucher Ihrer Website hat das auch den Vorteil, dass er sich besser auf Ihrer Website zurecht findet.

Interne Links Diagramm

Fazit

Die interne Verlinkung ist ein großer Hebel für Ihren SEO-Erfolg. Nutzen Sie diese Möglichkeit, aber gehen Sie systematisch vor. Verlinken Sie nur, wenn es inhaltlich sinnvoll ist und mit verlinken Sie systematisch. Das Risiko für Ihre Website eine Google Penalty zu bekommen ist gleich Null. Es ist uns kein Fall bekannt, bei dem es wegen internen Links zu einer Abstrafung gekommen ist – selbst Matt Cutts hat ja zur internen Verlinkung mit Follow-Links geraten. Das gute an internen Links ist vor allem: Sie haben alles selbst in der Hand und sind nicht auf andere Webmaster angewiesen, ob diese Ihnen einen Backlink spendieren oder nicht. Sie behalten die volle Kontrolle.

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