Mobile ist nicht Desktop: Tipps für Ihre mobilen Inhalte

30.04.2015

Google setzt auf mobilen Content. Daran gibt es keinen Zweifel. Schon seit Ende 2014 weist Google Webseiten, die für mobile Endgeräte gut geeignet sind, mit einem eigenen Label in den Suchergebnissen aus. Das Mobil-Update, das erst im April 2015 ausgerollt wurde, konzentriert sich ganz auf die Suchergebnisse auf mobilen Endgeräten. Trotzdem bleiben die Anforderungen an mobilen Content bei vielen Unternehmen unbeachtet, dabei ist es gar nicht so schwierig.

Der Desktop-User stirbt aus

Man kann von der ständigen Erreichbarkeit und der Dauerberieselung auf Smartphones halten, was man will. Fakt ist jedoch, dass keine Unternehmens-Webseite ein Bollwerk gegen die Smartphone-Nutzung sein sollte. Denn Zahlen belegen, dass der Trend in Deutschland längst etabliert ist. Laut aktuellen Studien ist die Smartphone-Nutzung von 2013 bis 2014 um 25 Prozent gestiegen. Mehr als die Hälfte gibt an, durch das Smartphone das Internet häufiger zu nutzen. Über 90 Prozent macht es ausdrücklich Spaß, ihr Smartphone zu nutzen – und das sagen nicht nur Teenager (BVDW/TNS Infratest 2014). Besucher gelangen längst nicht mehr mehrheitlich vom klassischen Rechner oder Laptop auf eine Webseite. Internetnutzer in Deutschland verwenden mittlerweile durchschnittlich 2,4 internetfähige Endgeräte. Viele User ziehen Tablets und Smartphones sogar vor, selbst wenn ein Computer in der Nähe ist.

Sofa-Surfing mit dem Smartphone

Gerade für lokale Suchanfragen werden Smartphones viel benutzt. Unternehmen, deren Kerngeschäft an eine bestimmte Stadt oder Gegend gebunden ist, kommen um mobilen Content nicht mehr herum. Aber ein Blick in die Statistiken zeigt, dass bei den meisten Webseiten ein großer Anteil der Seitenzugriffe, nicht selten mehr als die Hälfte, von mobilen Endgeräten aus erfolgt. Eine Google-Studie hat übrigens Interessantes zutage gefördert: Internetnutzung über mobile Endgeräte findet häufiger zu Hause statt als unterwegs. Darum sollten Sie iPads und Smartphones bei der Planung Ihres Contents nicht außen vor lassen. Die erste Maßnahme ist, die eigene Webseite mobilfähig zu machen. Grundsätzlich gibt es zwei Herangehensweisen: Entweder Sie haben nur eine Webseite, die aber technisch und inhaltlich so aufgebaut ist, dass auch Smartphone-User auf sie zugreifen können, oder es gibt für die mobile Nutzung eine eigenständige Webseite. Bei Ersterem greift man auf das sogenannte Responsive Design zurück. Ob eine Webseite responsiv ist, testet man leicht am Browser: Verkleinern Sie das Fenster einfach. Bei responsiven Webseiten springen Bild und Text der jeweiligen Größe entsprechend in Form. Zum Schluss ist das Design nur noch einspaltig. Ein gutes Beispiel ist die Webseite des amerikanischen Time Magazine (www.time.com).

Die mobile Webseite: Weniger ist deutlich mehr!

Viele Unternehmen entscheiden sich, eine eigene Webpräsenz für mobile Endgeräte zu präsentieren. In der URL ist diese am kleinen ›m‹ zu erkennen, das der Domain vorgeschoben ist, zum Beispiel so: m.unternehmen.de. Nutzer, die von einem mobilen Endgerät die Webseite ansteuern, werden automatisch auf die mobile Webseite umgeleitet. Gerade bei sehr großen Webpräsenzen kann diese Variante die bessere sein. Die mobile Webseite ist quasi die abgespeckte Version. Überprüfen Sie dafür genau, welche Webseiten-Inhalte die Smartphone-User benötigen und aufrufen. Dieser Content wird auf der mobilen Webseite entsprechend aufbereitet. Andere Inhalte lassen Sie einfach weg.

Mobiler Content muss schnell und funktional sein

Bei der Produktion von mobiltauglichen Web-Inhalten gilt es zu beachten, dass die User an mobilen Content einen anderen Anspruch haben: Die Internetnutzung ist stärker von konkreten Fragestellungen getrieben. Mobiler Content muss daher funktional sein und schnell Ergebnisse liefern. Das bezieht sich auf die Technik wie auf die Gestaltung von Bild und Text. Denken Sie immer daran, wie klein ein Smartphone-Display ist. Der Content wird darum in verdaulichen Happen präsentiert. Im Branchenslang spricht man von ›bite size content‹. Das Design sollte möglichst klar und schlicht sein. Dazu gehören gerade Linien, einfache Formen und kontrastreiche Farben. Die Motive in Bildern und Fotos dürfen nicht zu kleinteilig sein. In der Verkleinerung wären sie gar nicht mehr erkennbar.

Was brauchen Texte im Taschenformat?

Auch die Texte brauchen ein paar Handgriffe. Die Qualität der Überschrift ist auf mobilen Endgeräten noch wichtiger, als es sowieso schon der Fall ist. Denn auf dem Smartphone sehen die User in der Vorschau weniger von einem Text als im normalen Browser. Außerdem sollte die Überschrift so knapp wie möglich sein, damit sie nicht in zwei Zeilen umbricht.

Ein kleiner Bildschirm ist mitunter schon mit zwei längeren Sätzen gut gefüllt. Der Text muss daher idealerweise in viele kleine Absätze unterteilt und mit Zwischenüberschriften versehen werden. Auflistungen mit Spiegelstrichen verdichten nicht nur Informationen, sondern geben dem Text zusätzlich Struktur. Die Leser scannen anhand dieser Elemente den Text und können so auch in kürzester Zeit – beispielsweise in der Warteschlange – die für sie wichtigsten Aspekte erfassen.

Die Unterteilung funktioniert aber nur, wenn Aufbau und Inhalt eines Artikels es auch zulassen. Das muss bereits bei der redaktionellen Planung des Contents berücksichtigt werden.

Wie lang darf ein Text für die mobile Nutzung sein?

Gerade sehr lange Text-Formate sind schwierig für die mobile Rezeption. Kleinere Beiträge von zwei- bis dreihundert Wörtern lassen sich leichter auch für Smartphones und iPads aufbereiten. Allerdings sollten Sie nicht vorschnell die Flinte ins Korn werfen. Die Zahlen zeigen, dass gerade iPads und andere Tablets immer mehr zum Feierabend-Gerät mit Wohlfühl-Faktor werden. Wenn der Content technisch gut aufbereitet ist und inhaltlich passt, scrollt oder blättert sich ein User auch am mobilen Endgerät ganz in Ruhe durch. Gerade bei längeren Textformaten ist eine gute Struktur jedoch noch bedeutsamer. Sofern möglich, bieten Sie dem User bei ausführlicheren Artikeln auch Zusatzelemente wie Infoboxen, Bildergalerien oder Videos. Allerdings darf dies nicht auf Kosten der Ladezeit gehen, schließlich ist man bei der mobilen Internetnutzung häufig auf das Handynetz angewiesen.

Behalten Sie die Entwicklung und vor allem Ihre Webstatistik gut im Auge. Dann werden Sie mobil überzeugen können.

Tipp

Ob Ihre Webseite von Google als mobile friendly eingestuft wird, können Sie bei Google selber überprüfen: https://www.google.com/ webmasters/tools/mobile-friendly/

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