SEO Tipps 2017: SEO-Frühjahrsputz

23.02.2017

Anfang des Jahres, Zeit der guten Vorsätze und das Pläneschmieden für die Ziele der kommenden Monate und Wochen.

Während man privat oft den Frühjahrsputz und das Ausmisten des Kellers auf den Listen mit den Vorsätzen fürs neue Jahr findet, sieht das im beruflichen Kontext meist ganz anders aus. Hier macht man sich lieber Gedanken darum, welchen neuen, frischen Content man für den Blog produzieren möchte und wie man die neue Sommerkollektion im Shop kategorisieren soll.

Und selbst, wenn das Ausmisten und Aufräumen des Kellers oder der Website mit auf dem Jahresplan steht, so ist es doch wie mit beinahe allen guten Vorsätzen: Nach ein paar Wochen sind sie vergessen und der Alltag macht sich breit.

Deine Blogseite „119“ ist wie dein unaufgeräumter Keller

… oder dein verstaubter Dachboden, wenn das eher zutreffen sollte. Bei den meisten Website-Betreibern sammelt sich über die Jahre so einiges an (vergessenem) Content an.

Hier kommt die harte und traurige Wahrheit: Weder Google noch den User interessiert ein Artikel von Oktober 2011 über eine neue Kooperation (die es vielleicht schon gar nicht mehr gibt).

„Aber da gibt es diesen einen Artikel, der heute noch unter den Top 10 rankt“, magst du vielleicht gerade empört rufen. Nun, da ist es wie mit dem Keller: Manchmal findet sich der eine oder andere Schatz unter dem ganzen Gerümpel. Außerdem sollst du ja nicht deinen ganzen Blog löschen, geschweige denn deinen kompletten Keller abfackeln.

Wie du diese Schätze findest und was du damit anfangen kannst, zeige ich dir mit ein paar einfachen und erfolgreichen SEO Tipps.

1. Schätze bergen und aufpolieren

Zunächst einmal gilt es herauszufinden, welche Blogartikel auch heute noch einen Mehrwert zu deinem Marketing beitragen. Hier gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder der betreffende Artikel rankt noch sehr gut und zieht so Traffic auf deine Seite, oder aber der Artikel wird von Besuchern deiner Seite häufig angeklickt und gelesen. In beiden Fällen solltest du den Artikel natürlich nicht löschen.

Das Ranking eines Artikels kannst du mit diversen Tools ermitteln. Bei XOVI geht das am einfachsten unter Keywords > Alle Keywords. Hier fügst du noch einen Filter auf deinen betreffenden URL-Pfad hinzu (z.B.: /blog/), und schon siehst du alle URLs und die dazugehörigen Keywords für die deine Artikel ranken. Die Beiträge, die unter den ersten 10 Suchergebnissen sind, kannst du erstmal außen vorlassen, denn sie ranken bereits sehr gut. Interessanter für den „Frühjahresputz“ sind die URLs, die auf den Positionen 11-30 ranken. Wenn du sehr viele Treffer haben solltest, kannst du hier erneut einen Filter (Position) setzen.

SEO Frühjahrsputz  Keywords

Jetzt kannst du diese Liste abarbeiten und überprüfst, ob Artikel darunter sind, die du mit frischem Content aufpolieren kannst. Stell dir hierzu folgende Fragen:

  • Kann ich Zahlen & Daten aktualisieren?
  • Kann ich Medien aktualisieren oder hinzufügen (z.B. neuere Bilder/Videos)?
  • Gibt es zu dem Thema neue Erkenntnisse?
  • Kann ich den Text ausbauen?
  • Kann ich Checklisten oder Tipps hinzufügen?
  • Kann ich neue Beispiele oder Best Practises ergänzen?

Wenn du eine oder mehrere Fragen positiv beantwortest, kannst du den Artikel aktualisieren und mit aktuellem Datum neu veröffentlichen. Wann ein Artikel alt genug ist, um ihn zu aktualisieren, ist stark abhängig vom Thema und sollte individuell geprüft werden. Zusätzlich kannst du am Anfang des Artikels einen Hinweis darauf geben, wann und was du aktualisiert hast.

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, verschiedene kleine Artikel zu einem Thema zu konsolidieren und als neuen Meta-Artikel zu veröffentlichen oder aber eine statische Seite aus den vorhandenen Informationen zu kreieren, wenn sich diese sinnvoll in deiner Seitenstruktur unterbringen lässt.

2. Liebgewonnenes neu verwerten

Es kann auch immer mal wieder vorkommen, dass sich unter deinen alten Blogbeiträgen und „News“ auch echte Besuchermagneten tummeln. Diese, von deinen Besuchern liebgewonnen Beiträge, werden häufig geklickt, lassen sich aber nur schlecht oder gar nicht aktualisieren. Interviews mit Experten zum Beispiel könnten noch häufig Referral-Traffic liefern oder ein Bericht über den letzten Firmenausflug könnte von Interesse für zukünftige Bewerber sein. Diese Arten von Beiträgen liefern den Usern immer noch einen Mehrwert, lassen sich aber nicht aktualisieren. (Es sei denn der Kollege aus dem Nachbarbüro rückt endlich die Bilder von der letzten Weihnachtsfeier raus.)

Da du diese Artikel natürlich nicht löschen solltest, musst du erst einmal herausfinden, um welche Beiträge es sich handelt. Am besten erfährst du das über ein Tracking-Tool wie z.B. Google Analytics, Piwik oder Webtrekk. In Google Analytics gehst du dazu auf deine Berichte. Optimaler Weise schließt du deine eigenen Besuche und die deiner Mitarbeiter natürlich aus, aber das ist eine andere Geschichte. Zuerst bestimmst du den Zeitraum deiner Analyse. Hier empfiehlt es sich einen Zeitraum von ca. sechs bis zwölf Monaten auszuwählen, um auch saisonale Themen abzudecken. Auf der linken Seite klickst du dann auf Verhalten > Websitecontent > alle Seiten. Rechts über den Zahlen und Daten findest du den Link „Erweitert“. Hierüber öffnet sich die erweiterte Suche, mit der du deine liebgewonnen Artikel ausfindig machen kannst. Der erste Suchoperator sollte alle Seiten „einschließen“, die in deinem Blog oder deiner News-Sektion „enthalten“ sind. Tippe hierfür einfach den Beginn der URL deines Blogs in das Suchfeld.

Anschließend fügst du noch „einzelne Seitenaufrufe“ als einen weiteren Messwert hinzu. Als Maßstab kannst du hier mit einem Wert „größer als“ zehn beginnen.

SEO Frühjahrsputz

Jetzt zeigt dir Google Analytics alle Artikel an, die im letzten halben Jahr oder Jahr mehr als zehn Besucher hatten. Sollten darunter Beiträge sein, die schon deutlich älter sind, weißt du, dass trotz des Alters häufig von deinen Usern besucht werden.

Expertentipp: Bei besonders umfangreichen Blogs, kannst du diese Listen (XOVI / Analytics) auch in Excel exportieren und mit einer Liste aller Blogartikel abgleichen. Diese erhälst du z.B. durch das „Scraping“ deiner Seite.

Deine „all-time-favourite“-Artikel kannst du ebenfalls gut wiederverwerten. Zum Beispiel kannst du diese Artikel in deinem Newsletter erwähnen oder ein Whitepaper daraus bauen und in deiner Download-Sektion anbieten. Bei manchen Artikeln kann es sich auch lohnen eine statische Seite daraus zu machen (z.B. der Artikel zur Betriebsfeiern als Unterseite in deinem Bewerbungsprozess).

3. Unnützes und Vergessenes einfach rausschmeißen

Es ist immer schwierig sich von Dingen zu trennen. Besonders, wenn man viel Zeit und Energie investiert hat. Deine Besucher und die Suchmaschinen werden es dir dennoch danken, wenn du deinen Blog richtig ausmistest. Wirklich unnütze Artikel findest du, wenn du die vorher beschriebenen Analysen einfach umdrehst. Du machst eine Liste mit Blogartikeln, die weder auf den Positionen 1-30 ranken und keine oder nur wenige Besucher in den letzten Monaten hatten. Zu diesen Artikeln stellst du dir einfach folgende Fragen:

  • Löst dieser Artikel ein Problem meiner Website-Besucher?
  • Schafft der Artikel einen Mehrwert?

Musst du diese Fragen mit „Nein“ beantworten (und sei hier wirklich ehrlich zu dir selbst), dann solltest du diese Artikel löschen. Glaub mir, nichts fühlt sich so gut an wie ein aufgeräumter Keller, ähm Blog!

Fazit und Vorteile

Hier nochmal alle Vorteile des SEO-Frühjahrsputzes auf einen Blick:

  • Durch das Aktualisieren, Konsolidieren und Erweitern von alten Artikeln erzielst du bessere Rankings.
  • Du erhältst neuen Content für deine Downloads oder Newsletter.
  • Du verschlankst deinen Blog und verschwendest weniger Crawling-Budget.
  • Deine User freuen sich über aktualisierte Inhalte und einen übersichtlichen Blog, auf dem jeder Artikel einen Mehrwert bietet.

Also worauf wartest du noch? Viel Spaß beim Aufräumen!

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  • Dorothea Heymann-Reder

    Hallo Dominik,

    danke für den Beitrag, das sind sehr gute Tipps! Wenn ich alte Artikel optimiere, gehe ich genau so vor.

    Hinzufügen möchte ich, dass ich vor der Optimierung eines Onpage-Analyse mache, um zu sehen, in welcher Keyword-Welt sich das Ganze im Verhältnis zu Wettbewerbern bewegt.

    Die Optimierung oder der Ausbau von älteren Artikeln stößt allerdings an Grenzen, wenn man beginnt, zu „verschlimmbessern“. Nebenthemen auszubauen kann dem Artikel seinen Fokus rauben. „Business“ statt „Unternehmen“ zu sagen, kann den Stil eines Artikels unterminieren. Manchmal ist weniger mehr.