Einführung des Mobile-first Index soll nicht zu großen Veränderungen der Suchergebnisse führen

Mobile first

11.04.2017

Am 15. November hat Google in der deutschen Version des Webmaster Zentrale Blogs (in den USA ein paar Tage vorher) bekannt gegeben, dass Suchergebnisse der mobilen Suche künftig als Hauptindex gelten und eben nicht mehr die Suche auf dem Desktop.

Dort wird erklärt: „Mittlerweile wird die Google-Suche vor allem auf Mobilgeräten verwendet. Unsere Ranking-Systeme ermitteln die Relevanz einer Seite für die Nutzer aber normalerweise immer noch anhand der Desktop-Version. Dies kann zu Problemen führen, wenn die mobile Seite weniger Inhalt als die Desktop-Seite hat, da unsere Algorithmen so nicht die Seite analysieren, die mobile Nutzer tatsächlich sehen.“

Google folgt damit eigentlich „nur“ dem Trend, denn die Zahl der Suchanfragen über mobile Endgeräte hat im Durchschnitt schon die Abfragen vom PC überholt. Es ist daher nur folgerichtig, die Gewichtung zu ändern. Die Suchmaschine hat aber bisher stets betont, dass dies erst im Laufe des Jahres geschehen soll und sie derzeit noch an der Umsetzung arbeiten würden.

Worauf ist zu achten als Webmaster, damit man vorbereitet ist?

Schon lange ist es so, dass der Anteil der mobilen Suchen stetig steigt. Gerade Unternehmen, die ein Business im Internet verfolgen, sollten ihre Seiten schon längst mobilfähig gemacht haben. Trotzdem sieht man immer wieder Seiten, die es nicht sind. Jetzt wird es Zeit.

Was sollte man konkret tun?

  • Bereitstellung eines responsiven Layouts oder einer extra mobilen Seite. Laut Google reicht aber ein responsives Layout völlig aus. Das ist für den Webmaster in der Regel auch weniger Aufwand in der Pflege und Wartung der Seite gegenüber einer ausgelagerten extra mobilen Seite. Beides ist aber in Ordnung.
  • Strukturierte Daten: Wenn Ihr mit strukturierten Daten (schema.org) arbeitet, dann sollten diese für die mobile Version und die Desktop-Version identisch sein. Mit dem Testing Tool für strukturierte Daten in der Google Search Console könnt ihr das testen.
  • Robots.txt: Über die Robots.txt gebt ihr sämtlichen Bots Anweisungen und Regeln. Mit dem Robots.txt-Tester in der Google Search Console könnt ihr prüfen, ob der Googlebot Zugang zu Eurer Website hat.

Pagespeed doch wichtig für Mobile-First-Ranking

Bisher war Googles Aussage immer, dass die Website-Geschwindigkeit nicht so entscheidend sei für das Ranking im „Mobile-First-Index“. Das hat etwas verwundert, denn die Ladezeit ist doch insbesondere auf mobilen Geräten ein wichtiger Faktor. Niemand möchte unterwegs lange auf den Aufbau einer Website warten müssen.

Auf der SMX West in den USA hat Gary Illyes nun bestätigt, dass die Ladezeit ein Rankingfaktor für den „neuen“ Index sein wird. Zwar bestätigte er, dass der Faktor in den Experimenten derzeit noch nicht drin ist, aber es das Ziel von Google ist, dass bei Launch des neuen Algorithmus die Ladezeit ein Rankingfaktor sein soll. Er meinte, es mache keinen Sinn die Ladezeiten auf Desktops heran zu ziehen für den Mobile-First-Index, der ja von mobilen Abfragen geprägt wird.

Jennifer Slegg, US-Bloggerin auf „thesempost.com“ berichtet quasi live von der SMX West:

Wie können Sie Ihre Eure Ladezeiten checken?

Da gibt es – wie immer – mehrere Methoden. Die erste Anlaufstelle ist Google selbst. Google stellt ein Testing-Tools zur Verfügung. Einmal etwas oberflächlicher über https://testmysite.withgoogle.com/intl/de-de/. Geben Sie dort einfach die zu testende URL ein und erfahren Sie, wie Google Ihre Website einschätzt. Es wird einerseits die Mobilfreundlichkeit getestet wie auch die Ladezeiten auf dem Desktop und Smartphone.

Google Test Tool

Google Test Tool

Bei der hier getesteten Website ist die Optimierung für Mobiltelefone aus Sicht von Google schon nahezu perfekt mit 98 von 100 Punkten. Die Geschwindigkeit auf Mobilgeräten wird hingehen als „Schlecht“ bezeichnet bei einem Wert von 60 von 100. Google liefert in diesem Tool auch einige Hinweise, wie man die Ladezeit verbessern kann.

Mit XOVI den Pagespeed immer im Griff

Auch XOVI hilft mit einem kleinen Tool, damit Sie Ihre Ladezeiten im Griff haben. Gehen Sie dazu einfach ins Onpage-Tool über das Hauptmenü und wählen Sie dort den Menüpunkt „Pagespeed Monitoring“ aus.

Mit dem Pagespeed Tool kann eine URL im Hinblick auf die Ladezeiten verschiedener Dokumente wie CSS, JavaScript oder auch die Anzahl der Requests zu externen Domains überwacht werden. Auf Basis der durchgeführten Analysen können so Optimierungen vorgenommen werden, die die Webseite schneller ausliefern und so zu einer besseren Bedienbarkeit für den User führen.

Pagespeed Monitoring von XOVI

Mit einem Klick auf das orangene Plus-Symbol kann man dann auch eine neue Analyse anlegen.

Pagespeed Analyse hinzufügen

Wichtig zu wissen ist, dass man in der XOVI Suite ein Projekt angelegt haben muss auf Domainebene. Danach kann man jede beliebige URL, also auch spezielle Unterseiten, zur Überwachung anlegen.

Man kann eine einmalige Prüfung vornehmen oder das Abfrageintervall auf „1 Woche“ stellen. Natürlich bleiben das Stichproben, aber bei einer wöchentlichen Überprüfung erhält man doch einen guten Eindruck über die Performance der Seite.

Pagespeed Performance Indikatoren

Es geht zunächst los mit den Pagespeed Performance Indikatoren – also eine Reihe von Kennzahlen. Hier findet sich übrigens auch der Score von Google wieder. Bei dem Beispiel hier hat es z. B. eine stärkere Verbesserung der Ladezeit um fast 37% gegeben. Die Ladezeit von 8 Sekunden ist aber hier immer noch sehr hoch. Genauso wie die Seitengröße von 5,6 MB. Bleibt für den Webmaster also noch was zu tun.

Wenn man als Abfrageintervall die wöchentliche Abfrage eingestellt haben, dann erhalten Sie auch einen Verlaufschart, um die Entwicklung schnell ablesen zu können. Die Daten werden aber auch in einer Tabelle dargestellt.

Pagespeed Verlauf

Um die genauen Ursache für die hohe Ladezeit herauszufinden zu können, gibt es Empfehlungen von Google und Yahoo sowie auch das Waterfall-Diagramm. Dort werden alle einzelnen Requests dargestellt inkl. der jeweiligen Ladezeiten.

Waterfall

Gehen Sie Ihren „Bremsklötzen“ also nach und prüfen Sie, ob eine Verbesserung hier möglich ist. Manchmal liegt es nicht in Ihrer Hand, wenn externe Dinge geladen werden. Eine kritische Prüfung sollten Sie aber durchführen.

Wann kommt die Umstellung auf den Mobile-First-Index?

Gary Illyes hat auf der SMX in den USA mitgeteilt, dass man sich noch nicht verrückt machen solle. Die Umstellung solle nicht in den nächsten Wochen erfolgen, sondern Monaten. Die Entwicklung dauere noch an und Google sei noch nicht soweit.

Fazit

Die Umstellung des Google-Index wird bald erfolgen. Wer heute schon gut auf mobilen Geräten unterwegs ist, braucht sich nicht so viele Gedanken machen. Aber auch hier gibt es oft noch Optimierungsmöglichkeiten. Wer seine Website immer noch nicht mobilfähig hat, der sollte spätestens jetzt damit anfangen, die Seite zu verbessern – übrigens nicht nur für den Googlebot und die Rankings, sondern erst recgt für den Nutzer!

Diesen Beitrag teilen