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Featured Snippet Optimierungstipps

Wie kommst du auf Position Null?

Christoph Pawletko | 26.05.2020

Titelbild zu "Featured Snippet Optimierungstipps – Wie kommst du auf Position Null?"

Je weiter oben ein Suchergebnis in den SERPs platziert ist, desto besser.

Eine Vielzahl an Untersuchungen zeigt, dass schon ab der zweiten Position die CTR (also die Klicks) und damit der Traffic deutlich abfallen. Für einige Suchergebnisse spielt Google jedoch mit Featured Snippets noch ein weiteres Ergebnis in den organischen Treffern aus, dass noch vor Platz 1 auftaucht. So entsteht die Position 0, die damit zur neuen Position 1 wird. Was man beachten muss, um ein Featured Snippet zu erhalten, und ob sich diese wirklich lohnen, erfährst du in diesem Beitrag.

Was ist überhaupt ein Featured Snippet?

Google arbeitet seit geraumer Zeit daran, die Nutzererfahrung zu verbessern. Featured Snippets sind ein Format, bei dem Google das Suchergebnis direkt als Text darstellt, ohne dass der Nutzer noch auf die Website klicken muss. Den Inhalt des Snippets zieht Google automatisch aus der verlinkten Seite und platziert dies noch über dem eigentlich ersten Suchergebnis. Somit entsteht durch das Featured Snippet die sogenannte Position 0.

Durch diese Funktion sollen Nutzer noch schneller Antworten auf ihre Fragen bekommen, eben ohne die eigentliche Seite zu besuchen. Featured Snippets können verschiedene Formen annehmen:

  • Text-Snippets
  • Video-Snippets
  • Tabellen- und Listen-Snippets

Wie unterscheidet sich ein Featured Snippet vom Rich Snippet bzw. Knowledge Graph?

Ein Featured Snippet darf nicht mit dem Knowledge Graph verwechselt werden. Diese Einblendung erscheint oberhalb der eigentlichen Suchergebnisse und bietet eine kurze Antwort auf eine spezifische Frage. Der Hauptunterschied zum Featured Snippet ist, dass hier nicht auf eine URL verwiesen wird, da die Informationen oft von Google Partnerseiten oder Wikipedia stammen.

Screenshot eines Google Knowledge Graphs zum Thema Alpen

Der Knowledge Graph kann außerdem auch noch weitere Reiter zur Ergänzung enthalten, zum Beispiel für Filme, Personen etc..

Ein Rich Snippet ist ein Suchergebnis, das mit zusätzlichen Informationen erweitert wurde. Dies können zum Beispiel Bewertungssterne, aktuelle Veranstaltungen oder FAQ-Elemente sein. Diese “Nutzer fragen auch”-Box oder PAA (“People also ask”) ist ein zusätzlicher Bestandteil der SERPs, die entweder am Ende der Suchergebnisse oder als Erweiterung des Snippets innerhalb der organischen Treffer auftauchen. Im Gegensatz zum Featured Snippet können die Frage-Elemente auch zu mehr als einem Suchergebnis ausgespielt werden.

Voraussetzung für derartige Elemente ist, dass deine Inhalte mit strukturierten Daten ausgezeichnet werden. Dafür kann man zum Beispiel schema.org nutzen.

Was bringt mir ein Featured Snippet?

Zunächst ist ein Featured Snippet und damit die Position Null natürlich sehr begehrt, da es mehr Sichtbarkeit in den SERPs bedeutet. Das Ziel jeder SEO-Maßnahme. Normalerweise kommen damit eine Steigerung des Traffics und eine bessere CTR einher. Außerdem kann es oft die beste Chance sein, an Konkurrenten vorbeizukommen, wenn dies ansonsten sehr schwierig wäre. So kann ein Featured Snippet auch ganz oben stehen, wenn die eigentliche Seite zum Beispiel auf Platz 5 wäre.

Problematisch bei Featured Snippets ist, wenn der Traffic durch das Snippet weniger wird. Das kann passieren, wenn die Fragen der Nutzer schon in den SERPs beantwortet werden, ohne dass ein Nutzer überhaupt die Seite dahinter besuchen muss. Besonders bei sehr allgemeinen Fragestellungen, die schnell beantwortet werden können, kann dies schnell passieren. Aus diesem Grund musst du Featured Snippets so gestalten, dass diese lediglich als Teaser, also als Einstieg, für deine Website funktionieren. Mach deine Besucher neugierig oder zeige, dass auf der eigentlichen Seite noch weitere, nützliche Informationen sind. Besonders mit Anleitungen, Listen oder Rezepten ist dies gut umsetzbar. Für mehr Informationen empfehle ich diese Studie zu Featured Snippets von Ahrefs.

Wer absolut nicht als Featured Snippet ausgespielt werden will, kann dies mit diesem Meta-Tag im Head Bereich verhindern:

<meta name=“googlebot“ content=“nosnippet“>

So verschwindet jedoch auch das komplette Snippet und ein Mitbewerber kann das Featured Snippet besetzen.

Was bezweckt Google mit Featured Snippets?

Google will langfristig weg von der reinen Traffic-Vermittlung, hin zu einer Antwortmaschine. Letztlich ist es dem Suchmaschinenriesen nicht unbedingt daran gelegen, Webseiten kostenlos Seitenbesucher zu verschaffen, sondern seine eigenen Nutzer zufriedenzustellen. Zufriedene Nutzer kommen wieder und klicken Werbeanzeigen, womit Google sein Geld verdient. Seiten, die viel informationellen Content liefern, könnten so langfristig ein Problem bekommen: denn simple Daten, Zahlen oder kurze Antworten kann Google jetzt schon komplett ausspielen. Wer wissen will, wie hoch die Zugspitze ist, muss zum Beispiel nicht extra eine Seite mit Informationen über die Zugspitze aufrufen.

Screenshot des Know Simple Graphs zur Zugspitze

Auch das Thema Voice Search wird noch mehr in diese Richtung entwickeln, denn das wird den Kampf um die vorderste Position in den SERPs noch verschärfen. Bei der Sprachsuche werden oft nicht einzelne Suchbegriffe eingegeben, sondern ganze Fragen formuliert. Die Antwort darauf muss in vielen Fällen natürlich anders gestaltet sein als bei einer Texteingabe. Genau hier könnten Featured Snippets zukünftig noch mehr Bedeutung zukommen.

Was hilft? Langfristig werden sich nur Seiten behaupten können, die einfach das anbieten, was der User sucht bzw. verlangt. Wenn du den User Intent triffst, wirst du auch Erfolg haben. Egal ob kurze Häppchen im Featured Snippet oder ausführliche Inhalte auf der Seite selbst.

Schritt für Schritt zum Featured Snippet

Schritt 1: Featured Snippets identifizieren

Zunächst solltest du prüfen, für welche Suchanfragen deines Themas Featured Snippets ausgespielt werden. Je nach Umfang kannst du das ganz einfach über Google selbst machen oder ein Tool nutzen, was diese Funktion anbietet. Die Google Search Console kann hier zum Beispiel helfen.

Mit einer Keywordanalyse kannst du gut erkennen, mit welchen Fragewörtern oder Sätzen, Nutzer auf deiner Seite landen. Halte hier besonders nach Wörtern, wie zum Beispiel “Wie”, “Was”, “Warum”, “Definition” oder “Anleitung” Ausschau, denn diese sind meist ein Indikator für Featured Snippets. Auch die PAA-Boxen können dir helfen. Mit dieser Liste kannst du nun priorisieren, für welche Zielseiten du Optimierungen vornehmen kannst, um ein Featured Snippet zu erlangen und auf die Position Null zu kommen.

Schritt 2: Suchintention bzw. User Intent erfüllen

Da für jedes Featured Snippet Format speziell optimiert werden muss, solltest du zunächst feststellen, wie die Suchintention am besten erfüllt werden kann, damit du dafür passende Inhalte zur Verfügung stellen kannst. Was erwartet ein Nutzer, wenn er mit einem bestimmten Begriff oder einer Wortgruppe sucht? Erfüllt eine Liste, ein Text oder eine Tabelle seinen Informationsbedarf?

Wenn du für bestimmte Keywords schon rankst, ist es natürlich einfacher, hier auch ein Featured Snippet zu erreichen.

Schritt 3: Optimierung

Für die verschiedenen Arten Snippets benötigt es unterschiedliche Voraussetzungen. Auf Video Snippets wird nicht eingegangen, da Google diese automatisch aus YouTube Videos erstellt.

Text-Snippets

Diese Snippets sind die am häufigsten zu findende Art. Auf eine Frage wird im Featured Snippet im Prinzip eine Antwort geliefert. Um für ein Text-Snippet zu optimieren muss man daher die Bestandteile anbieten, die derartige Fragen beantworten. Fragewörter für Listen-Snippets sind zum Beispiel: “Was”, “Warum”, “Definition” oder “Erklärung”. Für den englischen Sprachraum hat MOZ untersucht, welche Bestandteile für Featured Snippets eine Rolle spielen.

Screenshot eines Text Snippets der Google SERPs

Die Frage sollte nun auf deiner Zielseite genau und knapp in circa 25 bis 50 Wörtern beantwortet werden. Kurze Sätze und einfache Sprache funktionieren hier scheinbar am besten. Der Absatz sollte mit einer H2-Überschrift beginnen, die exakt die Suchanfrage beinhaltet. Dieses Schema lässt sich optimal in FAQ-Seiten umsetzen, in denen dann sogar gleich mehrere Fragestellungen für verschiedene Featured Snippets umgesetzt werden können.

Listen-Snippets

Wenn die Suchintention laut Google-Algorithmus auf eine Aufzählung oder eine Anleitung hindeutet, kann ein Listen- oder Tabellen-Snippet ausgespielt werden. Typische Fragewörter sind zum Beispiel: “Wie”, “Welche”, “Anleitung” oder “Checkliste”. Natürlich kann es auch Suchanfragen geben, die Featured Snippets auslösen, ohne eines der typischen Fragewörter enthalten, einfach weil sie auf eine Liste hinauslaufen.

Screenshot eines Featured Snippets mit einer Liste

Auch hier müssen deine Inhalte richtig strukturiert sein, damit sie als Featured Snippet genutzt werden. Per HTML muss die Auflistung daher mit <ul> oder <ol> gekennzeichnet werden. Auch wichtig ist eine kurze Einleitung oder eine Überschrift zur Kennzeichnung. In einigen Fällen erkennt Google auch eine Aneinanderreihung von H2-Überschriften als Liste.

Für Listen Snippets werden maximal acht Elemente ausgespielt. Es empfiehlt sich daher, mindestens neun Elemente einzubauen, damit Nutzer auch einen Grund haben, deine Seite auch anzuklicken und zu besuchen.

Tabellen-Snippets

Für Tabellen-Snippets müssen deine Inhalte per HTML als Tabelle formatiert sein. Google spielt dann automatisch zumindest einen Auszug der Tabelle aus. Meist ist dies auf neun Zeilen und drei Spalten beschränkt. Auch hier empfiehlt es sich, mehr Zeilen und Spalten anzubieten als ausgespielt werden, damit ein Anreiz für einen Klick besteht.

Schritt 4: Prüfen und Monitoring

Nach den Optimierungsmaßnahmen solltest du prüfen, ob du Erfolg hattest. Am einfachsten geht das, indem du die jeweilige Suchanfrage bei Google eingibst. Wie lange eine solche Änderung braucht, um bei Google für eine Veränderung in den SERPs zu sorgen, ist unterschiedlich. Oft dauert es nur Tage, es kann aber auch Monate dauern. Es empfiehlt sich, hier dann auch KPIs, wie Aufrufe, CTR oder Impressions zu tracken, um zu beobachten, wie sich das neu gewonnen Featured Snippet auswirkt.

Fazit:

Wenn es richtig gemacht wird, lohnt es sich auf jeden Fall mögliche Featured Snippets abzugreifen. Du solltest immer darauf achten, dass du den User Intent im Blick behältst und deine Inhalte auch dementsprechend anlegst und optimierst. Mit einem Featured Snippet und der damit verbundenen Position Null kann man auch sonst übermächtige Konkurrenz in den SERPs überholen und auch den Traffic steigern – Wenn man den User einen Anreiz liefert, auch auf das Suchergebnis zu klicken.

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