Google bestimmt Sitelinks künftig ganz allein

Google Site Links
Sascha Lienesch

Sascha Lienesch | 28.10.2016

Google spielt bei vielen Websites in den Suchergebnissen sogenannte Sitelinks aus. Sie sollen Nutzern die Navigation auf der Website erleichtern. Die Systeme untersuchen die Linkstruktur. Durch die Anzeige verschiedener Links will Google dem Nutzer Wege und Zeit sparen und schnell die gewünschten Informationen anzeigen.

Aus SEO-Sicht ist es natürlich sehr positiv, wenn Google für die eigene Domain Sitelinks ausspielt und in den Suchergebnissen oben anzeigt. Das bedeutet, dass man einen großen Teil des Bildschirms einnimmt und erst viel weiter unten die anderen Suchergebnistreffer erscheinen. Die Klickwahrscheinlichkeit ist dabei natürlich höher.

Für XOVI sehen die Sitelinks derzeit so aus:

Google SERP XOVI Sitelinks

Schon bisher war es so, dass man nicht selbst bestimmen konnte, ob Sitelinks ausgespielt werden und wenn ja, welche URLs ausgewählt werden für die vier Unterseiten. Das hat Google ganz allein bestimmt.

Bisher gab es allerdings die Möglichkeit bestimmte Seiten für die Sitelinks auszuschließen. Man konnte Google also über die Search Console (früher Webmaster Tools) mitteilen, dass bestimmte URLs auf keinen Fall in den Sitelinks auftauchen sollte. Z. B. hat Google gerne das Impressum in den Sitelinks angezeigt. Das ist natürlich nicht wirklich effektiv für den Domaininhaber, denn nach dem Impressum suchen die Nutzer nur in den seltensten Fällen aktiv.

So sah die Funktion in der Search Console bis vor kurzem aus:

Sitelinks in Webmaster Tools

Hier war es einfach möglich eine URL abzuwerten und diese also auszuschließen. Richtig – es „war“ einfach möglich, denn Google hat leider diese Funktion aus der Search Console gestrichen. Dies teilte Google über Google+ mit.

Die Funktion ist ersatzlos weggefallen.

Search Console Neue Optionen

Was sagt Google dazu?

In der Webmaster-Hilfe findet sich nun dieser neue Hinweis:
„Derzeit sind Sitelinks automatisiert. Wir arbeiten ständig daran, die Algorithmen für unsere Sitelinks zu verbessern, und integrieren die Eingabe durch Webmaster möglicherweise in der Zukunft. Zur Verbesserung der Qualität Ihrer Sitelinks können Sie sich jedoch an Best Practices orientieren. So sollten Sie für die internen Links Ihrer Website beispielsweise Ankertext und alt-Text verwenden, der informativ und kompakt ist, und Wiederholungen möglichst vermeiden.“

Quelle: https://support.google.com/webmasters/answer/47334?hl=de

Google vertraut künftig also alleinig dem Algorithmus. Der vagen Ankündigung, die Eingabe durch Webmaster zu ermöglichen, sehe ich erstmal skeptisch. Dann hätte man die Möglichkeit der Abwertung ja jetzt nicht streichen müssen. Wie sagt der Kaiser so schön: „Schau mer mal“.

Was kann man tun? Google bietet an, dass man eine Meldung im Webmaster-Forum machen kann, wenn man der Meinung ist, dass Google „falsche“ oder ungünstige Links in den Sitelinks aufnimmt. https://productforums.google.com/forum/#!forum/webmaster-de

Wichtig: mit den Sitelinks, die man in AdWords schalten kann hat das nichts zu tun. Hier geht es ausschließlich um den organischen Teil der Suchergebnistreffer.

Fazit

Schade, dass Google den Webmastern die kleine Möglichkeit der Einflussnahme auf die Sitelinks genommen hat. Es wird sich zeigen, ob der Algo von Google wirklich in Zukunft die sinnvollsten Sitelinks ausspielen wird.