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Online erfolgreicher trotz begrenzter Online Marketing Ressourcen

Kevin Jackowski

Kevin Jackowski | 26.02.2019

Verletztes Sparschwein: Online erfolgreich trotz begrenztem Online Marketing Budget

Kleine- und mittelständische Unternehmen (ebenso wie Blogger/innen, Webmaster und Nischenseitenbetreiber) stehen häufig vor der großen Herausforderung, mit nur geringem Marketing-Budget und überschaubaren Ressourcen den eigenen Online-Erfolg sichern zu müssen. Viele Unternehmen, die langfristig im Internet erfolgreich werden wollen, sind meist auf Online Marketing Strategien und Disziplinen angewiesen, die entsprechende Kapazitäten und Budgets voraussetzen.

Ist der Wettbewerb im Bereich SEO beispielsweise zu hoch, sodass über die organische Suche der Suchmaschinen kein zielgruppenrelevanter Traffic generiert werden kann, dann werden oft Paid Kanäle wie Facebook Ads, Google Ads oder auch Bing Ads genutzt, um die eigenen Zielgruppen online zu erreichen.

Sind jedoch die jeweiligen Werbebudgets begrenzt (oder nur in geringem Umfang vorhanden), dann bedarf es gezielter Optimierungsmaßnahmen und Strategien, damit das vorhandene Budget bzw. die vorhandenen Ressourcen auch wirklich effektiv verwendet werden können. In diesem Artikel werde ich Webmastern wichtige Impulse und hilfreiche Tipps geben, wie sie ihre Kapazitäten zukünftig noch effektiver einsetzen können um online erfolgreicher zu werden.

Strategische Webanalyse und individuelle KPIs

Damit Online Marketing Ressourcen überhaupt zielführend verwendet werden können, ist es essentiell, dass Unternehmen und Webmaster eine strategische Webanalyse durchführen. Eine Webanalyse befähigt Webmaster und Marketingverantwortliche, Schwächen und Potenziale zu erkennen, das Verhalten der eigenen Zielgruppen zu analysieren um entsprechende Marketing-Maßnahmen abzuleiten.

Die verschiedenen Online Marketing Disziplinen wie SEO, Social Media Marketing, Content Marketing, SEA, oder auch E-Mail Marketing sollten stets als Werkzeuge verstanden werden. Mit ihnen erhält man als Webmaster die Möglichkeit erhält vordefinierte Unternehmensziele zu erreichen. Damit diese Unternehmensziele allerdings auch wirklich erreicht werden können, müssen individuelle KPIs festgelegt werden, die der essentiellen Erfolgsmessung dienen. Die Webanalyse und vordefinierte, individuelle KPIs stellen das Fundament einer erfolgreichen Onlinestrategie dar. Unternehmen, Webmaster und Marketingverantwortliche können also nur dann Marketing-Ressourcen zielführend verwenden, wenn konkrete, messbare Faktoren und Ziele definiert wurden.

Die eigenen Zielgruppen stets so präzise wie möglich ansprechen

Fällt der Wettbewerb in den Suchmaschinen sehr hoch aus, oder ist beispielsweise nur eine geringe SEO Expertise vorhanden, dann nutzen viele kleine- und mittelständische Unternehmen die Möglichkeit, bezahlte Anzeigen (SEA) und Social Ads (Facebook, Twitter, Instagram..) zu schalten um die eigenen Zielgruppen in den Suchmaschinen zu erreichen. Einer der häufigsten Fehler, weshalb Online Marketing Budgets im Paid-Bereich nicht effektiv eingesetzt werden, lautet: „Fehlerhafte Einstellungen“.

SEO TippUnternehmen und Webmaster sollten sich stets bewusst machen, dass falsche Einstellungen im Paid Bereich schnell dazu führen können, dass wichtiges Marketing-Budget verschwendet wird, schließlich wird häufig als Modell „CpC“ gewählt, sodass für einen Klick auf eine Werbeanzeige gezahlt wird.

Falsche Zielgruppen und fehlerhafte Einstellungen in bezahlten Anzeigen führen zu unnötigen Ausgaben im Marketing

Um zu verdeutlichen, inwiefern mangelhafte Einstellungen und falsche Zielgruppendefinitionen schnell erhebliche Kosten mit nur einem geringen Nutzen verursachen können, möchte ich an dieser Stelle ein konkretes Beispiel aufzeigen:

Ein regionales Unternehmen nutzt Google Ads um eine regionale Dienstleistung zu bewerben (z.B. ein Friseur). Werden falsche Einstellungen gewählt, dann werden beispielweise User, die nicht zu den gewünschten Zielgruppen gehören, Kosten verursachen, allerdings jedoch voraussichtlich keine Conversion generieren.

Dazu gehören:

  • Keine regionale Beschränkung (die Anzeigen erscheinen z.B. deutschlandweit)
  • Keine zeitliche Beschränkung (die Anzeigen erscheinen auch nach Feierabend)
  • Keine Keywordbeschränkung (die Anzeigen erscheinen auch in Regionen, in denen keine Dienstleitungen angeboten werden)
  • Es wird eine Telefonnummer in den Anzeigen angegeben, jedoch kann niemand die eingehenden Anrufe entgegennehmen

Unternehmen und Marketingverantwortliche sollten bei der Verwendung von Paid Kanälen sicherstellen, dass die eigenen Zielgruppen so präzise wie möglich angesprochen werden. Dabei sollte vor allem auch unbedingt darauf geachtet werden, dass die entsprechenden Zielgruppen auch möglichst leicht convertieren können. Speziell conversionoptimierte Landingpages und eine optimierte Darstellung auf mobilen Endgeräten können erheblich dabei helfen, dass Werbebudgets zielführender eingesetzt werden.

Weitere wichtige Impulse:

Mehr Conversions dank Conversionoptimierung

Ein entscheidendes Online Marketing Werkzeug, welches von vielen Unternehmen und Webmastern viel zu häufig vernachlässigt wird, lautet: Conversionoptimierung. Auch wenn die Erhöhung des zielgruppenrelevanten Traffics durchaus eine Möglichkeit darstellen kann, den eigenen Umsatz zu erhöhen bzw. um relevante Unternehmensziele zu erreichen, sollte eine Erhöhung der Conversionrates bei gleichbleibendem Traffic stets im Fokus stehen.

Sehr häufig können mit zum Teil überschaubaren Veränderungen sehr positive Ergebnisse erzielt werden. Auffälligere Conversionbuttons, eine optimierte mobile Darstellung und z.B. auffällige Hinweise auf Kontaktmöglichkeiten gehören zu den Möglichkeiten, denen Webmaster und Marketingverantwortliche zukünftig mehr Aufmerksamkeit schenken sollten.

Weitere wichtige Conversion-Impulse lauten:

  • Jedes Dokument, welches zielgruppenrelevanten Traffic erhält, sollte mindestens eine Conversionmöglichkeit enthalten
  • Team-Vorstellung nutzen (Vertrauen schaffen)
  • Trustsiegel einbinden (zum Beispiel: SSL-Zertifikat und Auszeichnungen)
  • Pagespeed verbessern (Lange Ladezeiten vermeiden)
  • Buchungsstrecken verkürzen und optimieren
  • Call2Actions verwenden
  • Storytelling verwenden
  • Emotionen und konkrete Bedürfnisse der Zielgruppen ansprechen
  • Spezielle Landingpages für Paid-Traffic verwenden
  • Bezahlmöglichkeiten transparent darstellen
  • Darstellung prüfen (Schriftart, Schriftgröße..)
  • Feedback und Testimonials einbinden
  • Erfolge, Vorteile und Nutzen transparent darstellen
  • Webanalyse nutzen um Conversionhürden aufzudecken

Bindung der eigenen Zielgruppen

Jeder User, der über Suchmaschinen (oder auch über Paid-Traffic) auf die eigene Onlinepräsenz gelangt und zur Zielgruppe gehört, sollte eine Conversion generieren oder zumindest nachhaltig an das Unternehmen gebunden werden. Das wäre zum Beispiel als Social Media Follower/in, oder auch als Abonnent/in des eigenen Newsletters (Leadgenerierung).

Unternehmen, Webmaster und Marketingverantwortliche sollten sich stets bewusst machen, dass bereits der Besuch eines Users auf der eigenen Website von erheblichem Wert ist. Aus diesem Grund sollte sichergestellt werden, dass User sehr einfach convertieren und zudem auch zu einem späteren Zeitpunkt erneut erreicht werden können.

User, die noch keine relevanten Eigenschaften der gewünschten Zielgruppen aufweisen, (weil diese beispielsweise über die organische Suche der Suchmaschine auf die Website gelangt sind (allerdings zu conversionfernen Queries)), sollten bestmöglich von den eigenen Leistungen, Produkten und Angeboten überzeugt werden, sodass trotzdem ein Transfer von User zu Zielgruppenmitglied gelingen kann.

Interdisziplinären Content erstellen

Wer heutzutage die eigenen Zielgruppen begeistern und von sich überzeugen möchte, der muss besonders viel Wert auf qualitativ hochwertige Inhalte legen, da diese die entsprechende Expertise widerspiegeln.

Aus diesem Grund betreiben zum Beispiel viele Unternehmen mittlerweile einen eigenen Blog, für den in regelmäßigen Abständen neue, interessante Inhalte erstellt werden. Vor allem kleinen- und mittelständischen Unternehmen fällt es allerdings oft sehr schwer, die nötigen Ressourcen für die kontinuierliche Contenterstellung aufzubringen. Sie nimmt viel Zeit in Anspruch, die dann wiederum an anderer Stelle wieder fehlt.

Es gibt jedoch einige Faktoren und Möglichkeiten, wie zukünftig hilfreiche und unternehmensfördernde Inhalte erstellt werden können, auch wenn nur wenige Ressourcen zur Verfügung stehen. Dazu gehören beispielsweise:

  • Der Fokus sollte stets auf conversionfördernde Inhalte gelegt werden
  • Von Evergreen-Content kann über einen längeren Zeitraum profitiert werden, da die Inhalte länger „aktuell“ bleiben
  • Longtail-Keywords helfen dabei, sehr zielgruppenrelevanten Traffic über die organische Suche der Suchmaschine zu generieren
  • Chancenkeywords sollten bevorzugt behandelt werden (Es sollten zuerst die Dokumente „SEO-optimiert“ werden, die bereits gute Rankings zu relevanten Suchanfragen aufweisen).
  • Es sollten eher Inhalte erstellt werden, die gleich in mehreren Online Marketing Disziplinen performen können (SEO, Social Media, E-Marketing…)
  • Es sollten vorwiegend Themen bevorzugt werden, die ein konkretes Bedürfnis befriedigen und so die Emotionen der eigenen Zielgruppen ansprechen.
  • Vor der Contenterstellung sollte stets die konkrete Nachfrage ermittelt werden (Keywordrecherche, Google Trends..)

Fazit:

Kleine- und mittelständische Unternehmen, Online Shop Betreiber/innen und Webmaster, die nur über geringe Online Marketing Budgets und Ressourcen verfügen, besitzen dennoch viele Möglichkeiten und Werkzeuge, um online erfolgreicher zu werden. Einer der ersten wichtigen Schritte lautet: „Conversionoptimierung“. Bevor Budgets und Kapazitäten verwendet werden, um mehr zielgruppenrelevanten Traffic zu generieren, sollte stets sichergestellt werden, dass die eigenen Zielgruppen auch möglichst leicht convertieren können. Zudem sollte sichergestellt werden, dass Ressourcen möglichst nachhaltig verwendet werden, sodass von diesen langfristig profitiert werden kann.

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