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HTTP Statuscodes & Weiterleitungen

Was sind HTTP Statuscodes? Was steckt hinter 404, 301 und 510? Welche Statuscodes musst du kennen und welche Bedeutung haben sie für SEO?
Welche Weiterleitungen gibt es, wann benötigst du welche und wie richtest du sie ein? Hier werden deine Fragen beantwortet.

Welche HTTP-Statuscodes sind wichtig für SEO?

Titelbild zu Welche HTTP Statuscodes sind wichtig für SEO?

Sobald du dich im Web bewegst, bist du von HTTP-Statuscodes umgeben. Meistens bemerkst du das gar nicht. Nämlich dann, wenn alles glatt läuft. Denn Statuscodes werden im Browser für den User nicht angezeigt. Triffst du aber auf eine URL, unter der keine Informationen abrufbar sind, sieht das schon ganz anders aus. Beispielsweise so:

Screenshot einer 404 Seite bei xovi.de

So:

Screenshot einer 404 Seite bei amazon.de

Oder so:

Screenshot einer 404 Seite bei aldi

Die 404-Seite taucht immer dann auf, wenn es die aufgerufene URL nicht (mehr) gibt. Tatsächlich gibt es circa 40 verschiedene Statuscodes. Über einige solltest du Bescheid wissen.

Was ist ein HTTP-Statuscode?

Sobald du im Web eine Seite aufrufst, (also eine URL in die Browser-Zeile eingibst oder in den SERPs auf ein Snippet klickst) schickt der Browser (Client) eine Anfrage an den Server der Website. Diese Anfrage wird per HTTP gesendet, dem HyperText Transfer Protocol. Der Server antwortet dem Browser dann mit einem HTTP-Statuscode und teilt ihm den Erfolg bzw. die Umstände der angefragten Seite mit. Der Server schickt die angefragte URL an deinen Browser zurück und stellt sie auf dem Bildschirm dar.

Die HTTP-Statuscodes in der Übersicht

Hier fassen wir dir eine grobe Übersicht der Statuscodes zusammen. Insgesamt gibt es mehr als 60 offizielle HTTP-Statuscodes, hinzu kommen eine ganze Reihe an inoffiziellen und unternehmensspezifischen Codes. Falls du es genauer wissen willst, findest du hier eine umfassende Liste mit allen HTTP-Statuscodes.

Natürlich erfährst du aber alles über die Statuscodes, die für SEO relevant sind.

HTTP-Statuscode Klasse Beschreibung
Der Server bearbeitet gerade die Anfrage 1XX Ich bin dran! Der Server verarbeitet gerade die Anfrage.
Die Anfrage war erfolgreich. Der Server hat dem Browser die Informationen gesendet. 2XX Alles ok! Die Anfrage war erfolgreich. Der Server hat dem Browser die Informationen gesendet.
Die angefragte Seite wurde nicht erreicht. Sie existiert nicht (mehr) oder kann nicht gefunden werden. 3XX Umleitung Die Anfrage wurde bearbeitet, du wurdest aber zu einer anderen URL weitergeleitet.
Die angefragte Seite wurde nicht erreicht. Sie existiert nicht (mehr) oder kann nicht gefunden werden. 4XX Verschwunden. Ups. Die angefragte Seite wurde nicht erreicht. Sie existiert nicht (mehr) oder kann nicht gefunden werden.
Die Anfrage war korrekt aber der Server kann sie nicht bearbeiten. 5XX Server-Störung! Die Anfrage war korrekt aber der Server kann sie nicht bearbeiten.

Welche HTTP-Statuscodes sind wichtig für SEO?

Als (angehender) SEO und Webmaster musst du nicht alle Statuscodes in- und auswendig kennen. Mit einer Handvoll HTTP-Statuscodes solltest du allerdings vertraut sein.

Die Anfrage war erfolgreich. Der Server hat dem Browser die Informationen gesendet.

HTTP-Statuscode 200: OK

Der Statuscode 200 sendet die Nachricht “OK”. Das bedeutet, dass der Server die Anfrage erfolgreich bearbeitet hat und das Ergebnis in der Antwort überträgt.

200, bzw. “OK” ist die bestmögliche Antwort, die ein Server für eine ganz normale Seite liefern kann. Das bedeutet, dass mit der angeforderten Seite alles in wirklich allerbester Ordnung ist. Die URL existiert und kann abgerufen werden, deine User (und auch Crawler) können die Seite ganz normal nutzen. Hier ist die Welt noch in Ordnung.

HTTP-Statuscode 301: Permanent Redirect

Eine dauerhafte Weiterleitung richtest du immer dann ein, wenn eine URL A eben dauerhaft an eine andere URL B weitergeleitet werden soll. Das bedeutet, User und Webcrawler werden fordern zwar Seite A an, bekommen aber Seite B ausgeliefert.

Gründe für eine 301 Weiterleitung sind beispielsweise
  • ein Relaunch mit neuen Strukturen (neue URLs),
  • eine Umstellung von HTTP auf HTTPS oder
  • das Zusammenfassen kleinteiliger Inhalte auf einer themenrelevanten Seite.

Auch der Linkjuice von URL A wird mit einer 301 Weiterleitung an die neue Seite mitgegeben.

HTTP-Statuscode 302: Temporary Redirect

Die Anfrage wurde bearbeitet, du wurdest aber zu einer anderen URL weitergeleitet.Im Gegensatz zur 301 handelt es sich bei der 301-Weiterleitung nur um eine vorübergehende Umleitung. Der User wird dann zu einer anderen URL weitergeleitet und bekommt die dortigen Inhalte zu sehen. Er bemerkt den Unterschied zwischen 301 und 302 in dem Moment also nicht.

Den Crawlern der Suchmaschinen signalisierst du allerdings, dass die Inhalte bald wieder auf der angefragten URL verfügbar sein werden. Die ursprüngliche URL behält also ihre Gültigkeit und wird auch weiterhin gecrawlt und indexiert. Auch Canonicals bleiben erhalten. Im Gegensatz zur weit verbreiteten Annahme wird Linkjuice auch mit einer 302-Weiterleitung an die vorübergehende URL vererbt.

Nutze die 302-Weiterleitung für

Aktionen: Wenn du zeitlich begrenzte Angebote hast, kannst du für den Zeitraum eine temporäre Weiterleitung auf eine eigens erstellte Landing Page einrichten

Updates: Stehen ‘Bauarbeiten’ an deiner Seite an, sodass die Website vorübergehend nicht erreichbar ist? Dann reichte eine 302-Weiterleitung auf eine Seite ein, die den User über die Art und Dauer der Maßnahmen informiert.

SEO Kompass TippNotiere dir die 302-Weiterleitungen und ihr ‘Ablaufdatum’ in deinem Kalender, damit du sie nicht vergisst und die ursprünglichen Inhalte dann wieder angezeigt werden können.

HTTP-Statuscode 404: Not Found

Die angefragte Seite wurde nicht erreicht. Sie existiert nicht (mehr) oder kann nicht gefunden werden.Der Klassiker. Die Seite ist nicht abrufbar, weil die Inhalte nicht gefunden werden konnten. Das passiert zum Beispiel dann, wenn du eine URL änderst, ohne eine 301-Weiterleitung von der alten auf die neue URL anzulegen. Du hast einige 404-Seiten bereits weiter oben gesehen, aber weil es so schön war, gibt es hier noch eine:

Klar, eine 404-Seite ist ein Fehler und schlecht für’s SEO. Schließlich landet der Crawler in einer Sackgasse und auch der User bleibt unbefriedigt zurück – immerhin bekommt er nicht die Inhalte, die er sich gewünscht hat.

Halte deine 404-Seiten auf einem Minimum. Das bedeutet aber nicht, dass du alle nicht mehr existierenden URLs einfach kommentarlos auf die Startseite umleiten solltest. Schließlich erwartet dein Leser gewisse Inhalte und ist verwirrt, wenn er einfach auf der Startseite landet und nicht weiß, warum. Das ist für den User frustrierend und schlecht für die User Experience – und damit auch schlecht für dich.

Was tun beim HTTP-Statuscode 404?
  • Den User auf eine Seite mit vergleichbaren Inhalten weiterleiten
  • Den User auf eine eigens erstellte 404-Seite leiten

Du hast ähnliche Inhalte hast wie jene, die auf der jetzt nicht mehr erreichbaren Seite zu finden waren? Perfekt. Leite die alte Seite per 301 Redirect dauerhaft auf diese Inhalte um.

Auf einer eigens erstellten 404-Seite kannst du den User über die fehlenden Inhalte informieren und um Entschuldigung bitten. Darüber hinaus hast du die Möglichkeit, ihm weitere Handlungsoptionen anzubieten, wie beispielsweise zur Startseite zu gehen.

SEO Kompass Tipp Du willst mehr über den 404-Fehler lernen und möchtest wissen, welche Informationen in eine 404-Seite gehören? Dann haben wir einen ausführlichen Artikel für dich: Error 404 – Schluss mit der Sackgasse! Eine Anleitung

HTTP-Statuscode 410: Gone

Während du eine 404-Seite möglichst schnell beheben solltest, ist das beim HTTP-Statuscode 410 etwas anders. Du setzt ihn dann ein, wenn das abgerufene Dokument dauerhaft entfernt wurde, diese Information für Besucher und Crawler aber wichtig ist.

Das ist z.B. bei Webshops der Fall, wenn es eine Produktseiten nicht mehr gibt. Etwa, weil das Produkt aus dem Sortiment genommen wurde. Den Besucher dann auf ein anderes Produkt weiterzuleiten, erfüllt die Suchintention ggf. nicht. Schließlich wird sich der User aus irgendeinem Grund für genau dieses Produkt entschieden haben.

SEO Kompass TippDu hast allerdings die Möglichkeit, eine individuelle 410-Seite zu erstellen. Informiere den Kunden über die Situation. Wenn es dein CMS hergibt, richte die Custom 410-Seite so ein, dass sie alternative Produkte vorschlägt.

Google wird 410-Seiten recht schnell aus dem Suchindex nehmen. Schließlich sind sie für den User nicht relevant und nicht erreichbar.

Merke-IconStelle sicher, dass keine internen Links auf 410-Seiten zeigen. So verhinderst du, dass deine Besucher und Crawler auf einer für sie sinnlosen Seite landen.

SEO Kompass TippDie XOVI Suite zeigt dir für jede URL u.a. die Liste aller eingehenden Links an. Stellst du den Statuscode einer URL auf 410 um, kannst du die eingehenden internen Links löschen oder die Quellseite mit einem anderen Linkziel versehen.

Screenshot der Liste der eingehenden Links in der XOVI Suite

HTTP-Statuscode 500: Internal Server Error

Die Anfrage war korrekt aber der Server kann sie nicht bearbeiten. Hier wird dem Client wie dem Browser oder eben auch einem Bot von Suchmaschinen ein allgemeiner Serverfehler angezeigt. Die Ursache für den Serverfehler wird hier nicht näher bezeichnet. So kann der Server down sein oder ähnliche Probleme haben. Sollten Sie auf einen solchen Fehlercode bei Ihrer Website stoßen, sollten Sie die Ursache also auf dem Server suchen.

HTTP-Statuscode 503: Object Not Found

Nanu, wo ist denn bloß der Server hin? Der Statuscode 503 bedeutet, dass der Server temporär gerade nicht zur Verfügung steht. Das kommt häufig bei einem großen Ansturm auf einen Server vor. Noch nie gesehen? Dann versuch mal, auf einer der Ticketplattformen beim Vorverkaufsstart Karten für Konzerte von Helene Fischer zu bekommen. Trotz Vorsorge sind dann immer wieder Server wegen Überlastung nicht erreichbar. Sobald die Serverlast sinkt, erfolgt in der Regel wieder die Übergabe des Status 200 – also OK. Das ist nur ein Beispiel, wann dieser Code 503 angezeigt wird. Nur ob es dann noch Karten gibt, ist eine andere Frage.

Was tun beim HTTP-Statuscode 503?

Hier hilft nur aufrüsten. Dein Server ist mit der Anzahl der Aufrufe überlastet. Ist das bei einem normalen Besucheraufkommen der Fall, musst du unbedingt für mehr Kapazitäten sorgen. Aber auch bei Aktionen führt ein Server-Ausfall wegen Überlastung zu zwei DIngen: frustrierten Usern und verpatzte Conversions, die andernfalls für mehr Umsatz gesorgt hätten.

Wie kann ich meine HTTP-Statuscodes überprüfen?

Bevor du jetzt mühselig nach den Nadeln im Heuhaufen suchst: Es gibt einfache und schnelle Wege, dir deine 404 Statuscodes mit den zugehörigen URLs ausgeben zu lassen.

1. HTTP-Statuscodes in der Google Search Console anzeigen lassen

Im Dezember 2018 hat Google die Google Search Console umstrukturiert. Ende 2019 wird die ‘alte’ Version gänzlich abgeschaltet. Du findest die Statuscodes jetzt nicht mehr unter Crawling → Crawling Fehler, sondern unter Abdeckung.

Allerdings kannst du dir hier nicht alle Statuscodes anzeigen lassen. Die Google Search Console gibt dir lediglich die Fehlermeldungen aus, also HTTP-Statuscodes wie 404: Not Found oder 500: Internal Server Error.

Report Crawling-Fehler inkl HTTP Stauscodes Google Search Console

Du bekommst eine Fehler-Übersicht, in der auch 404-Statuscodes angezeigt werden, wenn es welche gibt.

Solltest du unerwartet viele 404-Fehlermeldungen in der Google Search Console finden, brich erstmal nicht in Panik aus. Es kann sein, dass diese Fehlermeldungen für deine Seite nicht weiter relevant sind, weil es sich dabei um externe Links handelt.

2. HTTP-Statuscodes in der XOVI Suite anzeigen lassen

Ein gutes SEO Tool sollte dir auch alle technischen Aspekte deiner Domain liefern können. Dazu gehören auch die HTTP-Statuscodes. In der XOVI Suite kannst du dir alle Statuscodes einer untersuchten Domain anzeigen lassen – also auch die, deiner Konkurrenz, falls du neugierig bist wie es bei ihnen aussieht.

Die Übersicht der HTTP Status Codes in der XOVI Suite

SEO Kompass TippTrage dir die regelmäßige Überprüfung auf fehlerfreie Statuscodes als Erinnerung in deinen Kalender ein. Am besten checkst du deine Domain monatlich oder mindestens quartalsweise auf HTTP-Statuscodes.

Fazit

Jetzt kennst du die HTTP-Statuscodes, die für dich als SEO wirklich wichtig sind. Während bei den HTTP-Statuscodes 200 und 301 alles in bester Ordnung ist, sollten bei 404, 500 oder 503 die Alarmglocken läuten – und du solltest schnell handeln. Auch bei den restlichen Statuscodes weißt du jetzt, wann sie eingesetzt werden und was du sonst noch beachten solltest. Ein ausführlicher Artikel darüber, wie du Weiterleitungen einrichtest, folgt in Kürze.

Weiterleitungen einrichten für Anfänger

Welche Weiterleitungen gibt es, wann benötigst du welche und wie richtest du sie ein?

Kurz und knapp: Was ist eine Weiterleitung?

Eine Weiterleitung (auch Redirect genannt) zeigt eine alternative Seite deiner Website an, wenn die ursprünglich durch den User (oder Crawler) angefragte URL nicht mehr bestehen soll. In anderen Worten: Deine User klicken auf eine URL deiner Domain (zum Beispiel über die Suchergebnisse der Suchmaschine), es erscheint aber eine andere URL deiner Domain auf ihrem Bildschirm.

Den Usern fällt das in den wenigsten Fällen auf, es sei denn, sie bemerken dass die angezeigte URL jetzt eine andere ist. Wichtig ist, dass die erwarteten Inhalte nicht signifikant abweichen, sondern sich ähneln.

Das ist bei den Crawlern der Suchmaschinen anders, denn sie können auch hinter die Kulissen blicken und bekommen mit, was auf technischer Ebene passiert. Daher sind korrekt eingerichtete Weiterleitungen auch für dein SEO wichtig.

Wann brauche ich eine Weiterleitung?

Du brauchst eine Weiterleitung immer dann, wenn der ursprüngliche Inhalt entweder

  • vorübergehend oder dauerhaft nicht erreichbar ist
  • vorübergehend: Temporäre Weiterleitung, Statuscode 302
  • dauerhaft: Permanente Weiterleitung, Statuscode 301
  • nicht mehr deinen Content- bzw. SEO-Ansprüchen genügt

Zum Vergleich: Die dauerhafte Weiterleitung ist wie ein Umzug. Du verlässt die alte Adresse und ziehst an eine neue. Die permanente Weiterleitung ist wie ein ewig bestehender Nachsendeantrag bei der Post. Die temporäre Weiterleitung kannst du eher mit einem Urlaub vergleichen: Du bist kurzzeitig woanders zu finden, wirst aber auf jeden Fall nach Hause zurückkehren. Währenddessen lässt du deine Post an Familie oder Freunde schicken, danach kommt sie aber wieder zu deiner alten Adresse.

Welche Weiterleitungen gibt es?

301 Redirects: Permanente Weiterleitungen

Wir haben es bereits kurz erwähnt: Es gibt permanente und temporäre Weiterleitungen. Permanent Redirects werden dauerhaft etabliert. Sie leiten “bis in alle Ewigkeit” von der alten auf die neue URL um. Sie sind die neue Adresse nach dem Umzug.

Konkrete Gründe für einen 301 Redirect können sein:

  • Umzug der Domain / Relaunch
  • Umstellung von http auf https
  • Änderung des Permalinks, z.B. /p=123 zu /sale/
  • Änderung der Verzeichnisstruktur, z.B. /2019/06/artikel/ auf /blog/artikel
  • Migration von ähnlichen Artikeln/Inhalten auf eine gemeinsame URL
  • Entfernen von veralteten Content / Produkten / Leistungen
301 Weiterleitungen und SEO

Der Statuscode der 301 Weiterleitung lautet: “Moved Permanently”. Damit signalisierst du den Crawlern der Suchmaschine zwei Dinge:

  1. dass die eigentliche URL nicht mehr erreichbar ist, an ihre Stelle aber dauerhaft eine andere tritt.
  2. dass die eigentliche URL nicht mehr indexiert werden soll, dafür aber die neue bzw. alternative Seite in die Suchergebnisse aufgenommen werden soll.

Mit 301 Redirects verhinderst du Broken Pages (Seiten mit dem Statuscode 404), die sich negativ auf dein SEO auswirken. Schließlich führen Sie User und Crawler in eine Sackgasse. Mit einer 301 Weiterleitung führst du sie auf eine relevante Alternative. Das ist besonders nach einem Relaunch wichtig, wo nach einer Neustrukturierung der Domain zahlreiche Inhalte unter einen neuen URL zu finden sind.

Wenn du dich schon etwas besser mit SEO auskennst, fragst du dich jetzt sicherlich, was mit eventuellen, wertvollen Backlinks passiert, die auf die alte Seiten zeigen. Die Antwort ist: Alle 300er Statuscodes geben den wertvollen Linkjuice eingehender Backlinks weiter.

302 Redirects: Temporäre Weiterleitungen

Temporäre Weiterleitungen werden für Inhalte genutzt, die nur vorübergehend nicht erreichbar sind; etwa aufgrund einer Aktion oder “Baumaßnahmen” auf der jeweiligen Seite. Sie sind die vorübergehende Adresse.

Konkrete Gründe für einen 302 Redirect können sein:

  • zeitlich begrenzte Aktionen
  • der normalerweise gültige Inhalte aufmerksam gemacht werden sollen.
  • Informationen über “Baumaßnahmen” auf deiner Website (Updates, Servermigration etc.)
  • andere, vorübergehend relevante Informationen für den Nutzer
302 Weiterleitungen und SEO

Mit einer Weiterleitung mit dem Statuscode 302 – Moved Temporarily signalisierst du den Suchmaschinen, dass die ursprüngliche URL bald wieder erreichbar sein wird. Deswegen macht sich die Suchmaschine gar nicht erst die Mühe, die “neue” URL zu indexieren. Das bedeutet, dass die ursprüngliche URL weiterhin in den Suchergebnissen erscheint. Wenn also die neue URL indexiert werden soll, richte unbedingt eine 301 Weiterleitung ein!

Wenn die temporäre Weiterleitung doch über lange Zeit im Einsatz bleibt, kann das die Suchmaschinen verwirren. Dann kann es sein, dass sie abwechselnd die neue und die alte URL indexieren, weil sie nicht wissen, welche schlussendlich Gültigkeit besitzt. Das führt natürlich zu dauerhaft schwankenden Rankings und sollte vermieden werden.

Wie richte ich eine Weiterleitung ein?

Jetzt weißt du, welche Weiterleitung du benötigst, doch wie und wo richtest du sie ein? Wie immer führen mehrere Wege nach Rom. Du hast 3 Wege, eine Weiterleitung einzurichten

  1. Redirect über die .htaccess-Datei einrichten
  2. Redirect über ein WordPress Plugin einrichten
  3. Redirect über PHP einrichten

1. Redirect über die .htaccess-Datei in 7 Schritten einrichten

Du kannst eine Weiterleitung direkt in die .htaccess-Datei auf deinem Apache Server schreiben. Das funktioniert allerdings nur mit Apache-Servern. Das ist eine Textdatei, die u.A. für Weiterleitungen zuständig ist. Du findest sie im root-Verzeichnis des Servers.

Merke-Icon Du benötigst das Apache Modul “mod rewrite”.

  1. Gehe ins Hauptverzeichnis deiner Domain und lade die .htaccess-Datei über einen FTP-Client herunter.
  2. Lege vor der Bearbeitung eine Kopie der .htaccess-Datei auf deinem Rechner an. So hast du ein Backup, falls etwas schief gehen sollte. Dann kannst du die ursprüngliche .htaccess-Datei wieder einspielen.
  3. Öffne die Datei im Texteditor.
  4. Trage deine Weiterleitung(en) VOR dieser Zeile ein:
    # Beginn [CMS-Typ] z.B. # Beginn WordPress
  5. Falls noch keine Weiterleitungen eingerichtet wurden, füge die folgenden 2 Zeilen ein:
    RewriteEngine On
    RewriteBase /
  6. Darunter bekommt jede Weiterleitung ihre eigene Zeile. Du benötigst nur die Pfade der alten und neuen URL und den gewünschten Statuscode (301 oder 302)
    RewriteRule /pfadalt.de /pfadneu.de [R=301]

    Wobei [R=30X] für die Art der Weiterleitung steht (301 oder 302)

  7. Speichere die .htaccess-Datei ab und lade sie wieder ins Hauptverzeichnis hoch.

SEO Kompass Tipp Hier findest du einen ausführlichen Artikel über .htaccess-Dateien; worum es sich dabei handelt, wann du sie (nicht) einsetzen solltest und wie du mit ihnen arbeitest.

SEO Kompass TippWenn du dir unsicher bist, nutze einen 301 Redirect Generator. Hier kannst du einfach die Pfade der alten und neuen URL eingeben und du bekommst eine funktionierende Directive, die du einfach in deine .htaccess-Datei einfügen kannst.

Dieser Weg ist natürlich sehr umständlich. Schliesslich musst du jedes Mal die .htaccess Datei herunterladen, bearbeiten und wieder heraufladen. Für temporäre 302-Weiterleitungen lohnt sich die Arbeit ggf. nicht einmal.

2. 301 Redirects über ein WordPress Plugin einrichten

Um ein vielfaches unkomplizierter ist die Einrichtung eines Redirects über ein Plugin. Diese Vorgehensweise macht es besonders für WordPress-Seiten einfach, einen Redirect einzurichten. Mit einem Plugin musst du nicht mehr auf deinen Server zugreifen, sondern kannst die Weiterleitungen ganz bequem über dein Backend einrichten.

Ein zuverlässiges WordPress Plugin für 301 Weiterleitungen ist beispielsweise Simple 301 Redirects. Es ist kostenlos und einfach in der Handhabung. Nach der Installation findest du es unter Einstellungen – 301 Redirects. Hier siehst du alle deine Weiterleitungen auf einen Blick.

Screenshot des Simple 301 Redirect Plugin

Eine neue Weiterleitung richtest du ein, indem du in der letzten leeren Zeile zuerst den URL Pfad der alten URL hinein kopierst, dann den Pfad der neuen URL. Auf Änderungen speichern klicken, fertig.

Hier wird der Pfad der alten und der neuen URL eingetragen und gespeichert

3. Redirect über PHP einrichten

Für die Weiterleitung per PHP wird ein Code-Snippet im Header des HTML Dokuments der URL untergebracht, die du weiterleiten möchtest. Die Weiterleitung wird also nicht auf Server-Ebene eingerichtet. Das Code-Snippet für eine 301 Weiterleitung sieht folgendermaßen aus:

<? 
Header( “HTTP/1.1 301 Moved Permanently” ); 
Header( “Location: http://www.urlneu.de” ); 
?>

Diese Methode funktioniert zwar, kann aber schnell unübersichtlich werden. Denn im Gegensatz zur .htaccess-Datei oder dem Plugin hast du keine Übersicht aller eingerichteten URLs direkt auf deiner Website.

Testen und Nacharbeiten

Nachdem du deine Weiterleitung eingerichtet hast – sei es nun über die .htaccess-Datei, ein Plugin oder per PHP – ist es wichtig, dass du sie überprüfst. Setze jetzt die alte URL auf Entwurf, damit diese nicht mehr erreichbar ist und von Usern und Suchmaschinen nicht mehr gefunden werden kann. Rufe jetzt die alte URL auf. Du solltest jetzt automatisch an die neue URL weitergeleitet werden.

Interne Weiterleitungs-Ketten vermeiden

Aktualisiere die internen Verlinkungen, die auf die alte URL zeigen. Ändere also die Links in anderen Dokumenten von der alten URL auf die neue. Denn mit der Zeit wächst deine Website, mehr Weiterleitungen werden eingerichtet, der Überblick geht verloren. Mit etwas Pech stecken dann deine Nutzer und die Crawler der Suchmaschinen in Weiterleitungs-Ketten oder gar -Schleifen fest. Im schlimmsten Fall hören die Crawler einfach auf, der Kette weiter zu folgen. Das führt zu

  • einer schlechten User-Experience
  • langsamen Ladezeiten deiner Website
  • unklarer Website-Struktur für Suchmaschinen
  • schlechteren Rankings

Auch Matt Cutts von Google rät im Video von Weiterleitungs-Ketten ab. Eine Weiterleitung von A nach B ist ideal, von A über B,C,D zu E ist es nicht.

SEO Kompass Tipp Mit XOVI kannst du dir mit der URL Detailanalyse ganz leicht die ein- und ausgehenden Links einer URL anzeigen lassen. Hier bekommst du also eine Liste mit allen Links, die auf die alte URL zeigen. Rufe jetzt nach und nach deine eigenen verlinkenden Seiten auf und aktualisiere das Linkziel.

Die Liste der ausgehenden Link in der URL Detailanalyse der XOVI Suite

Fazit

Eine Weiterleitung einzurichten, kann durchaus eine sinnvolle Maßnahme sein; sei es nun aufgrund von einer Zusammenführung deines Content, einer Umstellung von HTTP auf HTTPS oder weil du gerade eine Aktion oder Baumaßnahmen durchführst. Die Gründe sind vielfältig. Wichtig ist, dass du dir über den richtigen Statuscode bewusst bist und dass die Weiterleitung korrekt eingerichtet wird. Achte unbedingt darauf, deine Weiterleitung zu testen, Linkziele zu aktualisieren und Weiterleitungs-Ketten zu vermeiden. Dann kann nichts schief gehen.