Eine Google Penalty erkennen und beheben

Rote Karte durch Google Penalty

21.04.2016

Die Maxime von Google ist es schon immer gewesen, dem Nutzer der Suchmaschine auf eine Eingabe eines Suchbegriffes oder einer Suchphrase das qualitativ beste Ergebnis anzuzeigen. Zu diesem Zweck wird ständig an den Suchalgorithmen gearbeitet, um Webseiten zu entdecken, die gegen die Richtlinien für Webmaster von Google verstoßen. Das kann reiner Spam sein, aber auch doppelte Inhalte (Duplicate Content), Brückenseiten (Doorway-Pages), rechtlich problematische Inhalte und aus Sicherheitsgründen, z.B. wenn eine Website Malware, Viren oder Trojaner verbreitet werden. Diese Gründe können eine „Abstrafung“ einer Domain in den Google Suchergebnissen zur Folge haben.

Die meisten Rückstufungen in den Suchergebnissen werden durch eine algorithmusbedingte Abstrafung ausgelöst. Die bekanntesten Algo-Updates dürften das Pinguin-Update und das Panda-Update sein. Es gibt aber auch manuelle Maßnahmen durch Google. Echte Mitarbeiter von Google im Spam-Team von Google bewerten Websites und prüfen Verstöße gegen die Qualitätsrichtlinien von Google.

Warum sind Abstrafungen denn negativ?

Google ist häufig ein wichtiger Traffic-Lieferant. Natürlich gibt es auch andere Suchmaschinen (z.B. Bing, für Unternehmen yelp, die Youtube-Suche für Videos, chefkoch.de für Rezepte etc.), aber Google hat oft einen großen Anteil am Traffic für eine Domain. Grundsätzlich raten wir Ihnen, den der Mix der Traffic Quellen (Suchmaschinen, Social Media, Links) möglichst breit zu streuen, damit die Abhängigkeit von Google nicht zu hoch ist.

In der Regel verfolgt man mit seiner Website ein Ziel. Im kommerziellen Bereich ist das z.B. das Verkaufen von Produkten (Webshops) oder das Anbieten von Dienstleistungen (z.B. eine SEO-Agentur). Natürlich gibt es auch das Ziel, Nachrichten zu verbreiten (wie z.B. Nachrichtenportale oder Webseiten von Zeitungen) und darüber hinaus ist auch das Bloggen sehr beliebt und dient z.B. dem Wissenstransfer. Für alle Ziele gilt aber, dass die Webseiten irgendwie im Web gefunden werden müssen, denn ohne Besucher auf der Webseite werden die jeweiligen Ziele nicht erreicht. Insofern würde sich eine Penalty auf die Zielerreichung negativ auswirken. Im Falle von Google würde es dazu führen, dass die Website im Google-Index nicht mehr oder nur eingeschränkt zu finden ist. Der Traffic über Google würde zwangsläufig sinken.

Welche Arten von Penalties gibt es?

1. Keyword-Ebene

Diese Abstrafung bewirkt, dass Sie für ein spezielles Keyword oder wenige weitere in den Rankings von den Top-Positionen verbannt werden. War Ihre Domain für das spezielle Keyword seit Wochen oder Monaten auf Platz 1 oder auf der ersten Seite, so wird bei einer Keyword-Penalty Ihr Ranking schlagartig verschlechtert. Oft finden Sie Ihre Domain in den Suchergebnissen dann plötzlich auf Seite 3 oder 4 der Suchergebnisseite von Google oder noch weiter hinten. Andere Keywords sind dann nicht betroffen, sondern nur einzelne.

2. URL- oder Verzeichnisebene

Bei dieser Penalty sind nicht die Rankings zu einem speziellen Keyword betroffen, sondern es verhält sich genau anders herum. Hier ist ein spezielles Verzeichnis oder eine spezielle URL einer Domain betroffen. Es kann ja durchaus sein, dass eine Unterseite einer Domain zu mehreren Keywords rankt. Das ist sogar sehr wahrscheinlich bei umfangreichem Content. Bei einer Abstrafung dieser Unterseite würden alle Rankings für diese URL bestraft werden. Die Unterseite oder ein ganzes Verzeichnis würden also entweder aus dem Google-Index entfernt oder nur noch sehr weit hinten in den Ergebnissen zu finden sein und faktisch damit auch unsichtbar sein, weil Google-User in der Regel nicht in den hinteren Suchergebnisseiten blättern.

3. Domain oder Subdomain-Ebene

Die Abstrafung erfolgt hier nach demselben Muster wie bei der Penalty auf Verzeichnis- oder URL-Ebene, jedoch für die ganze Domain oder Subdomain (Host). Die Domain bzw. Subdomain bleibt zwar im Index und über eine Site-Abfrage finden Sie die URLs der Domain noch, aber Sie verlieren Ihre Rankings komplett. Google-Nutzer werden Ihre Webseite nicht mehr finden kann. Sämtliche Positionen bei Google sind weg. Der OVI-Wert in der XOVI Suite würde dann übrigens auch den Wert Null und keine gerankten Keywords mehr anzeigen.

4. Deindexierung

Die schärfste Form der Penalty stellt die Deindexierung oder auch Delisting dar. Hier wird die Domain mit all ihren Unterseiten komplett aus dem Index genommen und aus der Datenbank der Suchmaschine gelöscht. Auch eine Siteabfrage würde dann anzeigen, dass keine Seiten anzeigt werden können. Siehe das folgende Beispiel:

Google Penalty Site Search

Ein Delisting bzw. eine Deindexierung folgt meistens aufgrund eines massiven Verstoßes gegen die Richtlinien oder eine Häufung von verschiedenen Verstößen. Auch ein Gerichtsbeschluss kann dazu führen, dass Google komplette Domains aus dem Index entfernen muss.

Manuelle Maßnahmen durch das Google-Spam-Team

Zunächst sollten Sie prüfen, ob Ihre Seite durch einen Algorithmus von Google abgestraft wurde oder durch eine manuelle Maßnahme. Während Ihnen Google zu einer automatischen Abstrafung kein Feedback gibt, erhalten Sie bei einer manuellen Maßnahme in der Google Search Console (ehem. Webmaster Tools) eine Nachricht eingestellt.

Über das Keyword-Tool können Sie schnell anhand des OVI und des Static OVI sehen, ob es einen plötzlichen Einbruch der Sichtbarkeit Ihrer Domain bei Google gab. Das kann einen Hinweis auf eine Auswirkung durch ein Google Update sein.

Google Penalty OVI Sichtbarkeit

Es ist also für jeden SEO wichtig, seine Domains in der Search Console anzulegen. Dort erhalten Sie nicht nur Infos zu manuellen Spam-Maßnahmen, sondern auch viele Informationen darüber hinaus. Sie können Ihre XOVI Suite auch mit dem Account der Search Console verknüpfen.

Sowohl in Ihrem Postfach unter „Nachrichten“ in der Search Console als auch unter „Suchanfragen“ > „Manuelle Maßnahmen“ würden Sie im Abstrafungsfall eine Nachricht bekommen. Leider verrät Google darin nicht genau, welche Maßnahmen Sie genau unternehmen müssen, um die Abstrafung wieder aufheben zu lassen. Das Spam-Team gibt jedoch Anhaltspunkte, wenn es z.B. um unnatürliches Linkbuildung geht. Es werden bis zu drei Beispiel-Links genannt, die zur Abstrafung geführt haben. Es handelt sich dabei aber nicht um eine vollständige Liste, sondern nur um Beispiele.

Google Penalty Search Console

In diesem Falle hier liegen keine manuellen Spam-Maßnahmen vor. Sollte die Domain also an Sichtbarkeit verloren haben, dann könnte ein automatisches Update die Ursache sein.

In diesem Video (Englisch mit deutschem Untertitel) erklärt Matt Cuts von Google das Vorgehen des Google Spam-Teams:

Folgende Gründe können z.B. Auslöser für eine manuelle Maßnahme sein:

  • Unnatürliche eingehende Backlinks
  • Unnatürliche ausgehende Backlinks
  • Nicht gekennzeichneter bezahlter Content mit ausgehenden Follow-Links (Paid Links)
  • Spam-Seiten
  • Inhalte mit geringem Inhalt mit wenig oder keinen Mehrwert für den Nutzer
  • Versteckte Inhalte (z.B. weißer Text auf weißem Grund)
  • Keyword-Spamming (unnatürlich häufige Verwendung eines Keywords im Text) usw.

Das Search Quality Team von Google nutzt dabei auch von Usern gemeldet Spam Seiten. Man kann diese Seiten direkt an Google per Spam-Report melden.

Wie lange wirkt eine Penalty?

Auch hier ist wieder zu unterscheiden, ob es sich um eine algorithmische Abstrafung handelt oder um eine manuelle Maßnahme.

Die algorithmische Strafe wird in dem Moment aufgehoben, in dem nach einem Crawling durch Google die Gründe für die Abstrafung nicht mehr gefunden werden. Der Algorithmus springt dann auf die abstrafungswürdigen Signale nicht mehr an und entlässt die Domain meist vollständig aus der Penalty und Rankingverluste werden meist vollständig wieder wett gemacht.

Bei einer manuellen Strafe ist ein Antrag auf erneute Prüfung, ein sog. Reconsideration Request bei Google einzureichen. Das funktioniert über die Search Console. Sie haben dort die Möglichkeit darzulegen, welche Maßnahmen Sie unternommen haben, um die beanstandeten Regelverstöße zu beseitigen. Sobald der Antrag gestellt wird, wird das Google Team diese Requests auswerten und entscheiden, ob es die manuelle Maßnahme aufhebt oder nicht. Es gibt keine Garantie, dass eine Aufhebung erfolgt und liegt allein im Ermessen von Google. Sollte beim ersten Antrag keine Aufhebung erfolgen, so kann man immer wieder einen neuen Antrag stellen. Allerdings hat dies dann nur eine höhere Aussicht auf Erfolg, wenn weitere Maßnahmen durch den Webmaster erfolgt sind.

Google erklärt in seiner Webmaster-Hilfe das Verfahren des Antrags auf eine erneute Prüfung.

Johannes Mehlem vom Search Quality Team von Google hat in einem Interview auf der SEO Campixx in 2014 einige Tipps gegeben, wie ein Reconsideration Request aussehen und beinhalten sollte. An den Aussagen hat sich bis heute nichts verändert.

Wie komme ich aus der Penalty heraus?

Ob Ihre Domain durch eine manuelle Maßnahme oder durch eine Abstrafung durch den Google-Algorithmus an Sichtbarkeit verloren hat, ist eigentlich unerheblich. Zur gezielten Beseitigung der Abstrafungsgründe müssen Sie zunächst herausfinden, welches die wahrscheinlichste Ursache ist. Bei einer manuellen Maßnahme durch Google werden Ihnen hierzu in der Search Console Hinweise gegeben. Bei algorithmischen Abstrafungen geschieht dies nicht. Dann sollten Sie verschiedene Faktoren prüfen.

Pinguin Update

Sollten Sie vom Pinguin Update betroffen sein, so besitzt die Domain Backlinks von externen Seiten, die Google verdächtig vorkommen oder klar gegen die Regeln verstoßen. Wir sprechen von „schädlichen“ Links oder „schlechten“ Links. Sie nützen dem Ranking nicht, sondern schaden ihm.

Diese Links sollten Sie zunächst identifizieren. Kevin Jackowski hat in unserem Blog hierzu bereits einen ausführlichen Blogartikel geschrieben, den wir Ihnen ans Herz legen möchten. Sie erfahren darin auch, wie Ihnen die XOVI Suite mit dem Disavow-Tool dabei unterstützt.

Haben Sie die schädlichen Links identifiziert, so sollten Sie diese versuchen abzubauen. Oft ist es aber so, dass Sie die Webmaster der linkgebenden Domains nicht erreichen oder der Webmaster Ihnen nicht antwortet oder trotz wiederholter Bitte die Links nicht entfernt. Dann haben Sie die Möglichkeit über die Google Search Console diese Links zu entwerten. Google entfernt dabei die Links natürlich nicht von den linkgebenden Webseiten, jedoch „wertet“ Google die Links nicht mehr für Ihre Domain. Hierzu hat Sascha Lienesch im letzten Jahr eine Anleitung in unserem Blog veröffentlicht, die noch heute gültig ist.

Panda Update

Bei einer Abstrafung aufgrund des Panda-Updates geht es meist um qualitative Faktoren Ihrer Domain. Das gute ist: Sie können sie komplett selbst beeinflussen und beheben. Anlässlich des Rollouts des Panda Updates 4.1 hat Sascha Lienesch die Faktoren bzw. Kriterien des Panda Updates skizziert. Sie finden auch diesen Artikel im Blog von XOVI. Weitere Infos finden Sie im Artikel: Was ist Panda eigentlich?

Fazit

Eine Abstrafung (Penalty) durch Google kann massive Schäden anrichten. Sinkt oder verschwindet die Sichtbarkeit von Projekten in den Suchergebnisseiten finden weniger potentielle Kunden und Leser Ihre Website und Umsätze oder Neuaufträge sinken oder brechen ein. Insbesondere wenn ein großer Traffic-Anteil von Google kommt können die Auswirkungen dramatisch sein. Die gute Nachricht: sowohl aus einer algorithmischen Penalty als auch aus einer manuellen Spam-Maßnahme können Sie entfliehen – meistens jedenfalls. Eine Garantie gibt Ihnen Google nicht, aber wir haben schon viele Domains gesehen, die sich nach einer Abstrafung wieder erholen konnten.

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  • Sehr ausführlicher Beitrag! Es liest sich leichter als es meist umzusetzen ist. Beim Herausfiltern der Penalty Ursachen stochert man oft sehr lange im Nebel und testet einfach.