Google Disavow – So entwerten Sie schädliche Links

Google Disavow trash links

02.08.2016

Am 24.04.2012 änderte sich vieles in der Welt der Suchmaschinenoptimierung. Google rollte das erste Pinguin-Update aus und dies machte sich bei einer Vielzahl von Domains bemerkbar – die Sichtbarkeit bei Google sank oder die Domain flog sogar ganz aus dem Index der Suchmaschine.

Worum ging es? Die Rankings bei Google fußen maßgeblich auf Links von anderen Websites. Sie dienen Google als Empfehlung für eine Website. Wenn viele Webmaster auf ihren Webseiten Links zu einer bestimmten Domain setzen, dann gilt dies als Referenz und gibt der verlinkten Seite mehr Bedeutung. Dieses Prinzip gilt auch heute noch.

Vor dem 24.04.2012 war es aber quasi gleichgültig, wo sich externe Link befand. Eine russische Seite verlinkt eine deutschsprachige Website als Empfehlung? Kein Problem. In einem Text über Autoradios tauchte auf einmal ein völlig irrelevanter Link zu einem Parfum auf? Kein Problem. Alles hat genützt. Kein Link verfehlte seine Wirkung. SEOs haben das schnell erkannt und damit die Suchergebnisseiten manipuliert. Nicht die beste Antwort auf eine Suchanfrage stand oben, sondern im Zweifel die Website mit den meisten Backlinks. Es war dann nur klar, dass es dann auch viele SEOs übertrieben haben. Mit echten Empfehlungen von Website zu Website hat das nichts zu tun.

Nach wie vor sind Backlinks ein sehr wichtiges Rankingsignal für Google. Seit dem Pinguin-Update zählt aber nicht mehr ausschließlich die Quantität, sondern eben die Qualität. Handelt es sich um eine wirkliche Empfehlung oder wurde der Link nur für das Google-Ranking gesetzt? Diese Frage versucht Google seit 2012 immer besser zu beantworten und herauszufinden, welche Links wirklich als Verweis auf gute Inhalte gesetzt worden sind. Am Algorithmus und den Pinguin-Bestandteilen wird ständig gearbeitet und die Qualitätskriterien ständig erweitert.

Vermeiden Sie die folgenden Methoden:

  • Automatisch generierte Inhalte
  • Teilnahme an Linktauschprogrammen
  • Erstellen von Seiten ohne oder mit nur wenigen eigenen Inhalten
  • Cloaking
  • Irreführende Weiterleitungen
  • Verborgener Text/verborgene Links
  • Brückenseiten
  • Kopierte Inhalte
  • Teilnahme an Affiliate-Programmen ohne ausreichenden Mehrwert
  • Laden von Seiten mit irrelevanten Keywords
  • Erstellen von Seiten mit schädlichen Funktionen, durch die beispielsweise Phishingversuche unternommen oder Viren, Trojaner oder andere Badware installiert werden
  • Missbrauch von Rich Snippet-Markup
  • Senden von automatisierten Anfragen an Google

Quelle: Google Webmaster Hilfe

Neben den Deindexierungen oder Rankingherabstufungen durch den Algorithmus gibt es bei Google auch ein Spam Team, welches Websites und deren Backlinks bewertet und dann manuelle Strafen verhängt, sog. Penaltys. Matt Cuts und Alex von Google haben in einem Video über unnatürliche Links gesprochen und Tipps gegeben.

Folgende Kriterien könnten auch auf qualitativ schlechte Backlinks schließen:

  • Links mit einem sehr harten Anchortext (z.B. „Urlaub“)
  • Links aus dem Footer (Side-wide und im nicht sichtbaren Bereich)
  • Backlinks, die unnatürlich zustande gekommen sind (z.B. kommerziell)
  • Unnatürlich schnelle Backlinkentwicklung (Zeitraum)
  • Links aus Linklisten, Artikelverzeichnissen und Webkatalogen
  • Links von thematisch irrelevanten Websites (Unnatürlichkeit)

Nutzen Sie das Linktool und das Disavow-Tool von XOVI

Analysieren Sie Ihr Linkprofil mit dem Linktool von XOVI und nutzen Sie zudem auch die Möglichkeiten des Disavow-Tools von XOVI. Hier werden Ihre Backlinks nach bestimmten Kriterien untersucht und schädliche Links angezeigt. Anschließend haben Sie die Möglichkeit, eine Textdatei für das Google Disavow-Tool zu erstellen. Nach der Analyse der Backlinks kann man sich mit wenigen Klicks eine Auswahl an zu entwertenden Links zusammen stellen und die Text-Datei für das Google-Tool herunter laden. Ein praktischer Service, weil dann weniger Fehler bei der Erstellung entstehen. In einem Blogartikel erläutern wir die Vorgehensweise im XOVI Disavow-Tool.

Hat man in seinem Backlinkprofil noch einige Backlinks, die nach heutigen Kriterien nicht mehr da sein sollte, sollte man zunächst versuchen, den Backlink zu entfernen. Manchmal kann man dies selbst tun, in den meisten Fällen wird man den Domaininhaber anschreiben müssen.

Nun passiert es aber immer wieder, dass Webmaster auf Ihre Mails mit der Bitte um Löschung von Backlinks nicht reagieren. Eine gesetzliche Pflicht dazu haben sie auch nicht. Wenn man den Admin der Seite tatsächlich nicht erreicht bleibt nur noch die Möglichkeit die Backlinks für Google zu entwerten.

Das Disavow-Link-Tool von Google

Hierzu hat Google ein eigenes Tool erstellt, welches an die Nutzung der Google Search Console gekoppelt ist. Wenn Sie also noch keine Anbindung an die Google Search Console haben (früher hieß das Webmaster Tools), dann richten Sie diese am besten zeitnah ein.

Wenn Sie sich dann in der Search Console eingeloggt haben, dann rufen Sie in einem zweiten Browser-Tab einfach folgende URL auf:

https://www.google.com/webmasters/tools/disavow-links-main

Sie gelangen dann direkt ins Disavow-Tool von Google selbst.

Search Console: Google Disavow

Es erwartet Sie folgendes Auswahlmenü, in dem sie aus den in der Search Console angelegten Domains auswählen können, für die Sie gegenüber Google Links für ungültig erklären möchten. Wählen Sie dann die entsprechende Domain aus.

Sie werden im nächsten Schritt nochmals aufgeklärt, dass die Funktion weitreichende Konsequenzen haben kann und müssen nochmal bestätigen, dass Sie tatsächlich Backlinks entwerten möchten.

Links für ungültig erklären

Sie werden dann aufgefordert eine Textdatei zu Google hochzuladen, die eine Liste der Backlinks enthält, die Sie tatsächlich für ungültig erklären wollen.

Disavow Datei upload

In der Text-Datei muss im Format TXT und einer Codierung UTF-8 oder 7-Bit-ASCII sein. Die Links einfach unter einander auflisten – d. h. die linkgebenden URLs müssen dort zu finden sein.

In der Text-Datei muss im Format TXT und einer Codierung UTF-8 oder 7-Bit-ASCII sein. Die Links einfach unter einander auflisten – d. h. die linkgebenden URLs müssen dort zu finden sein.

Sie können in der Textdatei weitere Informationen zu den ausgeschlossenen Links hinzufügen. Jede Zeile mit beschreibendem Text muss mit dem Zeichen „#“ beginnen (alle Zeilen mit # am Zeilenanfang werden ignoriert). Laden Sie nicht die gesamte Liste der Links zu Ihrer Website hoch: Die Textdatei, die Sie hochladen, sollte die Liste der Links enthalten, die Google ignorieren soll.

Hier ein Muster, wie so eine Datei aussehen kann:

# beispiel.de Die meisten Links wurden entfernt. Diese hier wurden vergessen
http://spam.beispiel.de/stuff/comments.html
http://spam.beispiel.de/stuff/paid-links.html
# Inhaber von shadyseo.com kontaktiert am 15.06.2016
# zur Entfernung der Links. Keine Antwort erhalten.
domain:shadyseo.com

Quelle: Google Webmaster Hilfe

Es kann mehrere Wochen dauern, bis die Links entwertet werden. Wichtig zu wissen ist, dass die Links weiterhin in der Search Console unter „Eingehende Links“ angezeigt werden, auch wenn sie entwertet werden. Auch XOVI zeigt im Linktool weiterhin die gefundenen Links an – unabhängig davon, ob sie über das Disavow-Tool gemeldet wurden. Die Links gibt es ja weiterhin auf der linkgebenden Seite.

In einem Video erklärt Matt Cutts nochmal die Funktion des Google Disavow Links Tool:

Hat die linkgebende Website etwas zu befürchten?

Oft wird die Frage gestellt, ob es Nachteile für die linkgebende Domain gibt, wenn auf der Website enthaltene Backlinks mit dem Disavow-Tool von Google entwertet werden? Das ist nicht der Fall. Ausgehende Links sind für eine Domain zunächst keine schlechten Bestandteile. Und nur weil jemand nicht möchte, dass dieser Link bei der Ranking-Beurteilung nicht zählt, so heißt das ja nicht, dass der Link nicht korrekt angebracht ist. Sollte der Link auf einer Spam-Seite stehen, dann wird der Inhaber der Seite womöglich Probleme bekommen mit dem Google-Algorithmus. Dann aber nicht wegen des Disavow-Files, sondern weil es sich um eine Spam-Seite handelt.

Hinweis

Gehen Sie bei der Entwertung wirklich vorsichtig vor. Zwar kann man immer wieder eine neue Textdatei hochladen und somit auch Abwertungen von Links rückgängig machen, aber da die Bearbeitung der Disavow-Listen von Google mehrere Monate dauern kann, wäre es fatal, wenn ein oder mehrere wertvolle Links aus Versehen entwertet wurden und es dann Monate braucht diese Links wieder wirken zu lassen. Massive Rankingverluste können die Folge sein.

Weitere Informationen zum Thema finden Sie direkt bei Google.

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