5 Onpage-Fehler und wie ich sie behebe

Onpage Fehler beheben

02.02.2016

Die XOVI Suite beinhaltet als All-in-One-Tool natürlich auch ein Onpage-Tool. Mit der Onpage-Optimierung verbessert man die technische Seite einer Website, um sie z. B. für Suchmaschinen crawling-freundlicher zu machen. Es wird aber auch optimiert um eindeutige Signale an Suchmaschinen zu senden, um was es auf der Seite geht. Das kann bei der Verbesserung der Rankings helfen. Aussagen von Google und Erfahrungswerte von SEOs haben gezeigt, dass hier mit einfachen Mitteln gute Ergebnisverbesserungen zu erzielen sind. Verpassen Sie also nicht diese Chance. Das Gute ist: Sie sind dabei nicht von Dritten abhängig wie beim Linkaufbau, sondern können viele Dinge selbst erledigen – insbesondere dann, wenn Sie in der Programmierung etwas fit sind. Aber auch ohne Programmierkenntnisse kann man schon einiges machen.

Onpage-Analyse mit XOVI

Wenn man auf der Überblick-Seite der Onpage-Analyse im XOVI Onpage Tool mal etwas nach unten scrollt erhält man eine schöne Liste an Fehlern, Hinweisen und Tipps. Sie sollten stets mit den Fehlern beginnen, weil die Behebung derer die größten Auswirkungen auf das Ranking haben sollten. Danach betrachten Sie am besten die Hinweise und anschließend die Tipps. Manchmal sind Ihnen bei der Behebung von Fehlern etc. durch Ihre Systeme Grenzen gesetzt. Das ist z. B. bei Shopsystemen so. Nicht überall können Sie die notwendigen Veränderungen vornehmen, die vielleicht optimal wären. Konzentrieren Sie sich auf das Machbare. Der XOVI Onpage-Crawler untersucht beim Crawling nicht, ob eine Behebung möglich ist, sondern listet einfach alle Potentiale auf.

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Wir erklären nun 5 Onpage-Fehler bzw. –Hinweise aus dem Tool und erläutern, wie man diese behebt. Wir bitte um Verständnis, dass wir das eher allgemein machen, wenn die konkrete Umsetzung liegt natürlich am eingesetzten System. Ein Content Management System (CMS) wie Joomla unterscheidet sich ja doch von WordPress oder Typo3 und ein Shopsystem von Shopware ist ganz anders aufgebaut als die Systeme von OXID oder Strato zum Beispiel. Das grundsätzliche Verständnis des Optimierungspotentials wird Sie aber zur Lösung führen.

URLs, die nicht gefunden wurden (HTTP 404)

Hier ist der XOVI Crawler einer internen Verlinkung gefolgt und ist auf eine Unterseite gestoßen, die den http-Code 404 zurück gibt. Die Seite existiert also nicht mehr. Das ist nicht gut für den Besucher Ihrer Webseite und auch nicht für die Suchmaschinen. Man landet quasi ein einer Sackgasse. Diese schlechte „Nutzererfahrung“ bewertet Google z. B. als negativ. Das kann negative Auswirkungen auf das Ranking Ihrer Website haben.

XOVI zeigt Ihnen für jede nicht erreichbare URL, von wo diese intern verlinkt wurde. Die einfachste Methode das Problem zu beheben ist also die interne Verlinkung zu ändern oder zu löschen, damit kein Besucher und kein Crawler auf diese Seite geleitet wird.

Da es ggf. noch Backlinks von außerhalb auf die nicht mehr existierende Seite gibt, empfiehlt es sich die URL mit einer 301-Weiterleitung weiter zu leiten auf eine neue URL, wo der Inhalt nun zu finden ist. Gibt es die Inhalte gar nicht mehr, so empfehlen wir eine individuelle 404-Seite mit Hinweisen und internen Links. Man kann auch eine lustige 404-Seite erstellen.

Hier z. B. die 404-Seite von XOVI:

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Eine schöne Übersicht über kreative 404-Fehlerseiten finden Sie z. B. hier: drweb.de

Sorgen Sie dafür, dass so wenige Seiten wie möglich einen http-Code 404 aussenden.
Kleiner Zusatztipp: Auch die Google Search Console zeigt Ihnen Seiten, die beim Google-Crawling einen 404-Fehler verursacht haben. Gehen Sie dazu in die Google Search Console in den Menüpunkt „Crawling“ und dann in den Unterpunkt „Crawling-Fehler“. Dort sehen Sie dann den Reiter „Nicht gefunden“. Das sind dann die Crawling-Fehler, die in den letzten 90 Tagen beim Crawlen durch Google aufgetreten sind.

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URLs werden temporär weitergeleitet (HTTP 302/303)

302- bzw. 303-Weiterleitungen sind temporäre Weiterleitungen. Sie werden genutzt, wenn Inhalte wirklich nur für eine gewisse, überschaubare Zeit auf einer anderen URL zu finden sind und die umgeleitete URL später wieder gültig wird. Es ist also nicht grundsätzlich ein Fehler eine temporäre Weiterleitung einzurichten. Wir sehen aber oft, dass anstelle von permanenten Weiterleitungen temporäre gesetzt werden. Warum ist das nicht so optimal?

Nehmen wir an, dass der Inhalt einer URL jetzt auf der Website auf einer anderen URL zu finden ist, weil Sie z. B. die Permalink-Struktur geändert haben. Die Veränderung ist also dauerhaft. Mit einer 302- bzw. 303-Weiterleitung geben Sie den Suchmaschinen das Signal, dass diese Veränderung der URL nur vorübergehender Natur ist. Google wird die alte, nicht mehr existierende URL weiter im Index behalten und immer wieder crawlen und dann der Weiterleitung folgen. Man geht davon aus, dass jede Website ein gewisses Crawling-Budget hat. Das bedeutet, dass der Googlebot bei jedem Besuch Ihrer Website nur eine bestimmte Zahl von Unterseiten crawlt. Bei 302/303-Weiterleitungen wäre es also eine Verschwendung von Crawling-Budget, wenn eine dauerhaft nicht mehr existierende URL immer wieder mitgecrawlt wird.

Leiten Sie URLs per 301-Weiterleitung um, wenn die alte URL nicht mehr reaktiviert wird. Die alte URL verschwindet dann auch relativ zeitnah aus dem Google-Index und wird nicht mehr gecrawlt. Sollten Sie auf temporäre Weiterleitungen im richtigen Sinne setzen, dann prüfen Sie regelmäßig, ob diese noch berichtigt sind oder nicht doch auf eine 301-Weiterleitung umgestellt werden kann. Ist die alte URL wieder gültig, kann die Weiterleitung auch komplett entfernt werden.

URLs mit Duplicate Content

Im XOVI Onpage-Tool geht es bei diesem Fehlerhinweis internen Duplicate Content (DC). Das bedeutet, dass auf mindestens zwei verschiedenen URLs der gleiche Inhalt zu finden ist. Das ist für das Ranking nicht gut. Woher soll Google wissen, welche der beiden URLs „die Richtige“ ist und in den Suchergebnissen höher bewerten soll? Es ist ja der gleiche Inhalt zu finden. Oftmals wechselt dann Google zwischen den URLs hin und her und ein stabiles Ranking ist fast nicht möglich. Diesen Fehler gilt es zu beheben.

Ursachen könnten z. B. sein, dass die Website sowohl mit www als auch ohne www zu erreichen ist und keine Umleitung eingerichtet ist. Technisch gesehen ist die www-Variante eine eigenständige (Sub-)Domain. Sie sollten sich bei der Einrichtung von Domains für eine Variante entscheiden, welche in den Google-Index aufgenommen werden sollen. In Deutschland wird meistens auf die www-Variante verwiesen, aber da sind Sie wirklich frei. Leiten Sie also die nicht gewünschte Variante auf die gewünschte Variante mit einer 301-Weiterleitung um. Schon haben Sie das DC-Problem gelöst.

Ähnlich verhält es sich mit den Varianten HTTPS und HTTP oder einer URL mit Backslash und ohne.

Natürlich kann es auch sein, dass Sie tatsächlich doppelte Inhalte auf Ihrer Website haben. Oft passiert das in Online-Shops bei Artikelbeschreibungen. Sie verkaufen z. B. Pullover der gleichen Marke und des gleichen Typs, aber in verschiedenen Farben. Dann sind oft die Artikelbeschreibungen bis auf das Produktmerkmal der Farbe in der völlig identisch. Hier handelt es sich auch um Duplicate Content. Optimal wäre hier auch, wenn jede Artikelseite eine einzigartige Beschreibung hätte, aber gerade bei größeren Shops sollten Sie hier zwischen Aufwand und Ertrag abwägen. In der Regel optimiert man seine Seite nicht auf Produkt- sondern auf Kategorieebene, da Produkte auch mal aus dem Sortiment genommen werden und dann die mühsam optimierte URL gänzlich verschwindet.

„URLs mit Duplicate Title“ und „URLs mit fehlenden Titles“

Auf die Title-Tags sollten Sie bei Ihren Webprojekten einen stärkeren Focus legen. Sie sind tatsächlich ranking-relevant und werden von Google herangezogen, um die Relevanz einer Seite zu bestimmen. Zudem nutzt Google die Title-Tags oft, um sie in Suchergebnistreffern als Titel anzuzeigen. Der Google-Nutzer sieht diesen Title also auch und entscheidet u. a. aufgrund des Titles, ob er Ihre Website anklickt. Die Klickrate wiederum ist ein Rankingfaktor für Google.

So sieht ein Suchergebnis bei Google z. B. aus:

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Die blaue Zeile ist aus dem Title-Tag entnommen und wurde durch „I´m walking“ und „Tamaris“ bearbeitet.

Was sollte einen guten Title ausmachen?

  • Das Hauptkeyword steht ganz vorne
  • Der Title enthält eine Handlungsaufforderung für den User
  • Er ist nicht zu lang, denn der Platz ist begrenzt. Google kürzt dann mit Punkten ab, wenn der Title zu lange ist. Es bemisst sich aber nicht nach Zeichen, sondern Pixeln. Mit ca. 58 Zeichen sollte man auf der sicheren Seite sein. Ansonsten gibt es verschiedene Snippet-Tools, um die Title korrekt zu erstellen
  • Der Title sollte zum Klicken anregen

Wichtig ist, dass jede Unterseite einen eigenen Title besitzt. Duplicate Title sind also ähnlich wie Duplicate Content zu vermeiden. Bei URLs mit fehlendem Title wird Optimierungspotential liegen gelassen. Erstellen Sie für jede Seite einen Meta-Title-Tag.

„URLs nicht in Sitemap gefunden“ und „Sitemaps mit URLs, die nicht gefunden wurden“

Eine Sitemap ist in der Regel eine XML-Datei, in der alle URLs der Website aufgelistet werden. Es ist quasi ein Inhaltsverzeichnis für die Seite, die aber vornehmlich für Suchmaschinen erstellt werden und nicht für den Webseitenbesucher.

Google selbst erklärt den Sinn und Zweck einer Sitemap auf den eigenen Support-Seiten sehr verständlich. Schauen Sie gerne mal rüber zu diesem Artikel.

Der Onpage-Crawler von XOVI crawlt je nach Einstellung der Crawlingtiefe ihre Website und folgt allen internen Links. Dabei findet Sie jede URL und vergleicht dann mit der Sitemap. Dabei kann es sein, dass URLs beim Crawling gefunden werden, die nicht in der Sitemap vorhanden sind. Diese ist damit unvollständig und sollte aktualisiert werden, damit alle URLs wirklich enthalten sind.

Genau der umgekehrte Fall kann natürlich durch eine nicht aktualisierte Sitemap auftreten. Sie haben eine Seite aus Ihrer Website entfernt (z. B. in Online-Shops einen nicht mehr verfügbaren Artikel aus dem Sortiment genommen). Die URL befindet sich jedoch noch in der Sitemap und würde unnötiger Weise durch Google gecrawlt. Sparen Sie hier also Crawling Budget, in dem die Sitemap aktuell ist. Oft kann man die Sitemap in Shopsystemen oder Content-Management-Systemen automatisch aktualisieren lassen oder es gibt entsprechende Plugins für diese Systeme.

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