Keywords

Alles über Keywords in der Praxis

Du weißt jetzt etwas mit Keywords anzufangen und hast deine erste Keyword Recherche hinter dir. Jetzt geht es an die Keyword Optimierung bestehender und neuer Inhalte.

Doch worauf musst du dabei achten? Wo müssen die Keywords überall hin, wie genau musst du es mit den Begriffen nehmen und wann ist es zuviel des Guten? Hier bekommst du Antworten, obendrauf gibt es noch eine praktische Checkliste.

Wie mache ich eine Keyword Optimierung?

Domain, URL, Titel, H-Struktur: Auf diese Dinge solltest du bei der Keyword Optimierung achten

Primäres und sekundäres Keyword

Vielleicht hast du auch schon einmal von den Begriffen „primäres Keyword“ und „sekundäres Keyword“ gehört. Das primäre Keyword ist immer der Suchbegriff, für den deine Seite auf jeden Fall ranken soll. Auf dieses Keyword richtest du deine Inhalte aus. Sekundäre Keywords sind weitere Suchbegriffe, die bewusst (meist ergibt sich das allerdings von selbst) im Text untergebracht werden. Sie sind nah mit deinem primären Keyword verwandt; etwa weil sie einzelne Aspekte des Themas abdecken oder verwandet Longtail Keywords sind.

Keyword oder Suchbegriff? Synonyme sind auch okay.

Die Suchmaschinen werden immer intelligenter und sind immer mehr in der Lage, unsere Sprache und Art der Kommunikation zu verstehen. Das bedeutet sie wissen auch, dass wir von Suchbegriffen reden, wenn wir das Wort Keywords verwenden und andersherum. Und sie wissen auch, dass ein Text angenehmer zu Lesen ist, wenn man sich an Synonymen und Umschreibungen bedient. Du musst bei der Keyword Optimierung also nicht “auf Teufel komm raus” das Keyword in ungebeugter Form überall hineinzwängen. Verwende ruhig Synonyme oder Umschreibungen.

Vermeide Keyword Stuffing

Bei der Optimierung ist es wichtig, dass deine Inhalte natürlich wirken. Schließlich wird auch der Leser schnell darüber stolpern, wenn der Text mit so vielen Suchbegriffen vollgestopft ist, dass man ihn eigentlich nicht mehr lesen kann.

Man spricht von Keyword Stuffing, wenn

  • du das Keyword in den meisten Sätzen unterbringst
  • es in jeder Überschrift oder im Title sogar mehrmals vorkommt
  • du es mehrmals in den Alt-Tag von Bildern kopierst
  • es wiederholt in den Metadaten auftaucht

Beispiel-Absatz für Keyword Stuffing

Schokoladen Muffins gibt es in allen Variationen. Du kannst Schokoladen Muffins mit Schokolade selber backen. Oder aber du zauberst Schokoladen Muffins mit Schokostückchen, Nüssen oder beispielsweise Blaubeeren. Wichtig ist da natürlich das richtige Schokoladen Muffins Rezept. Zutaten für Schokoladen Muffins sind Butter, Mehl, Backpulver, Milch, Eier, Zucker und natürlich Kakao oder gar geschmolzene Schokolade. Es gibt aber auch vegane Schokoladen Muffins Rezepte, bei denen die Schokoladen Muffins ohne Milch und Eier zubereitet werden…“ und so weiter und so fort.

Na, was waren wohl primäre und sekundäre Keywords? Hat das Lesen des Textes Spaß gemacht oder einen Mehrwert geliefert? Anfang der 2010er Jahre waren solche SEO Texte gang und gäbe. Das hat sich inzwischen geändert – und das ist auch gut so. Betrachte das Exemplar also als ein How-not-to-Beispiel.

Grundsätzlich gilt: Komm nicht auf die Idee, deine Keywords einfach mehrmals hintereinander in deine Seite zu kopieren. Deine Inhalte sollten natürlich sein, auch bei der Keyword Optimierung. Du schreibst sie für den Leser, nicht für die Suchmaschine. Keyword Stuffing zählt zu den sogenannten Black hat Methoden im SEO und kann ganz schnell in einer Google Penalty enden. Damit schadest du dir am Ende nur selbst.

Deine Keyword Optimierung Checkliste

Wie kann man nun seine Seite für einen Suchbegriff optimieren? Es gibt verschiedene ‘Punkte’ an denen du deine Keywords bei der Optimierung einsetzen solltest. Dafür haben wir für dich eine Checkliste zusammengestellt, an der du dich ganz einfach orientieren kannst.

Domain, URL, H-Struktur uvm: Auf diese Dinge musst du bei der Keyword Optimierung achten

Download Checkliste

Keyword in der Domain

Der Effekt scheint mit den Jahren abgenommen zu haben, aber viele nutzen immer noch Keyword-Domains oder EMD (Exact Match Domains). Diese Domains haben also das gewünschte Hauptkeyword bereits in der Domain enthalten. Für XOVI wäre das z. B. seotool.de oder seo-tool.de. Beide Domains gehören XOVI übrigens nicht. Insbesondere im Bereich Affiliate-Marketing wird das oft genutzt: flatscreen-test.de oder smarttv-test.de. Zum Zeitpunkt dieses Artikels wurden beide Domains übrigens nicht genutzt. Es geht hier lediglich um das Beispiel.

SEO Kompass Tipp

Es ist eine Grundsatzentscheidung, ob du eine EMD (seo-tool.de) oder die Brand (XOVI) als Domain verwendest. Dabei ist die Frage, ob das SEO bzw. die Keyword Optimierung im Vordergrund steht, oder ob du eine Marke aufbauen möchtest. Stimmen deine Inhalte, wird die Suchmaschine auch deine Website auch ohne EMD problemlos einsortieren können. Wenn du dich für eine Exact Match Domain entscheidest, nimm hierfür dein Hauptkeyword.

Keywords in der URL

Ein idealer Ort für deine Keyword Optimierung ist die URL, zum Beispiel für Subdomains, Verzeichnisse, Seiten oder Beiträge. Also im Grunde für alle Inhalte, die du auf deiner Website er- bzw. einstellst. Du setzt dann das jeweilige Keyword in der URL ein, auf das du deinen Inhalt optimieren möchtest.

Zum Beispiel: Blogs einer Website sind in der Regel unter www.domain.de/blog zu finden. Damit wissen Mensch und Suchmaschine, dass es sich hier um einen Blog handelt und dass sie dort zahlreiche, themenrelevante Beiträge finden werden. Die URL des Blogs sind dann idealerweise so aufgebaut:

www.domain.de/blog/artikeltitel

oder

www.domain.de/blog/keyworddesblogartikels

Die H1 wird als URL-Pfad für den beitrag übernommen

SEO Kompass TippSolche URLs nennt man “sprechende URLs”. Sie geben Lesern wie Suchmaschinen genau zu erkennen, wo man sich gerade befindet. Das trägt zu einer positiven User Experience bei. Daher sind sprechende URLs für die Keyword Optimierung unverzichtbar.

Ein Keyword – eine URL

Merke-IconOptimiere immer nur eine Seite deiner Domain auf ein bestimmtes Keyword. Vermeide es also, mehrere URLs zum selben Keyword zu haben. Andernfalls weiß die Suchmaschine nicht, mit welcher Seite du jetzt zu dem Keyword ranken möchtest. Damit machst du dir in den Suchergebnissen womöglich selbst Konkurrenz oder erstellst doppelte Inhalte. Das nennt man dann Keyword Kannibalisierung bzw. Duplicate Content. Biete deinem Leser alle Informationen zu einem Thema/Keyword auf einer Seite.

SEO Kompass Tipp Wenn du mehrere Seiten zu einem Keyword hast (z.B. Produkt-Seiten in Shops), musst du Duplicate Content vorbeugen, um um dir keine Google Penalty einzufangen. Entscheide dich für eine Seite und setze auf den restlichen einen Canonical Tag, hinterlege dort also die URL des ‘Originals’.

Keywords in den Metadaten

Die Metadaten sind wie eine kurze Zusammenfassung der Inhalte, die die jeweilige Seite bereithält. Zu den Metadaten zählen die URL, Der Seiten- bzw. Beitragstitel (H1 bzw. Title) und eine kurze Beschreibung der Inhalte. Diese Daten werden herangezogen, um deine Seite in den Suchergebnissen der Suchmaschinen erscheinen zu lassen. Dabei spricht man von einem Snippet.

Screenshot eines SERP Snippets mit Beschriftung für Title, URL und Description

Der Title-Tag

Zur Berechnung des Rankings nutzt Google auch den Title-Tag. Zum einen wird der Title in der Regal auch als Titel des Snippets auf der Suchergebnisseite genutzt. Zum anderen nutzt Google dies zur Einstufung der Relevanz der Website. Platziere dein Keyword also im Title-Tag der Metadaten.

Hier wurde das Keyword „Blumen zum Muttertag“ an erster Stelle des Titels eingesetzt. Google hat diesen  in den Suchergebnissen übernommen.

Platzierung des Keywords an erster Stelle im Titel des Snippets

Die Beschreibung

Ein weiterer guter Platz, ein zu optimierendes Keyword, Synonyme oder andere relevante Suchbegriffe unterzubringen ist die Meta Beschreibung, auch Meta Description genannt. Sie ist kein direkter Rankingfaktor, aber der Text der Meta-Description wird oft für das Snippet genutzt, wenn die Suchmaschine es als sinnvoll bzw. relevant betrachtet.

SEO Kompass TippNeben dem Keyword gibt es noch andere Dinge, auf die du bei der Optimierung deiner Snippets achten solltest. Schließlich müssen sie den Leser bereits in den Suchergebnissen von dir überzeugen.

Überschriften (HX-Struktur)

Verwende dein Keyword im Seite- bzw. Beitragstitel (H1) sowie in Überschriften (H2-H6) im Text .Wichtig ist dabei, dass du die Überschriften im Backend deines CMS auch als solche kennzeichnest. Überschriften geben deinen Inhalten eine sinnvolle Struktur. Es ist also auch völlig in Ordnung, wenn du mehrere H2, H3 usw. hast.

Merke-Icon Platziere deine Keywords möglichst weit vorn in den Überschriften. Zerstöre dabei aber nicht den Lesefluss, denn die User Experience geht vor. Nicht jede Überschrift muss zwingend das Keyword enthalten. In der H1 sollte es idealerweise vorkommen. Im Rest dort, wo es Sinn ergibt. Nutze auch andere, relevante Suchbegriffe die zum Thema passen.

Der Content

So – und jetzt kommt eigentlich der wichtigste Faktor. Richte deinen Inhalt auf den Suchbegriff aus. Keyword Optimierung bedeutet nicht, dass du dein Keyword so oft wie möglich in den Text kopierst – dann wären wir wieder beim Keyword Stuffing.

Befriedige die Suchintention

Identifiziere die Suchintention hinter dem Keyword. Was sucht der User? Welche Inhalte erwartet er? Liefere ihm diese Inhalte. Dann deckst du in der Regel schon ganz automatisch dein Keyword und relevante Suchbegriffe ab. Bediene dich auch gern an Synonymen.

Du willst auf Nummer Sicher gehen, dass du ein gutes Verhältnis aus Textlänge, thematisch relevanten Begriffen und der Anzahl des Keywords verwendest? Dann hilft dir eine WDF*IDF Analyse bei der Keyword Optimierung weiter. Sie vergleicht deinen Text mit den ersten zehn Suchergebnissen zum Keyword und zeigt dir, wo noch Aufholbedarf ist und wo du vielleicht über das Ziel hinausgeschossen bist.

Darüber hinaus solltest du eine SERP-Analyse des Contents durchführen. Welche Inhalte und Formate ranken auf der ersten Seite? Welche Themen behandeln sie? Wie werden sie aufbereitet? Nimm besonders Position 1 unter die Lupe. Halte aber auch nach Ausreißern ausschau, die sich von den anderen Suchergebnissen unterscheiden. Die Top 10 sind dein Maßstab für deinen Content, wenn du auf Seite 1 mitspielen willst.

Ankertexte

Wer Content kreiert, verlinkt in der Regel auch zu anderen Seiten. Das können weiterführende Informationen auf der eigenen oder auf fremden Websites sein. Oder du verlinkst von einer deiner anderen URLs auf die Seite, die du optimieren möchtest. Das ist eine interne Verlinkung.

Diese internen Verlinkungen erzeugst du, indem du den entsprechenden Text markierst und dort im Backend deines CMS einen Hyperlink zu einer deiner URLs hinterlegst. Auch hier solltest du Keyword Optimierung betreiben. Achte bei der Auswahl des Textes darauf, dass er den Inhalt der Zielseite möglichst zusammenfassend wiedergibt oder zumindest kurz das Thema anreißt. Bringe auch das Keyword der Zielseite unter.

Bilder-SEO

Wann auch immer du Bilder in deine Seite einfügst, solltest du auch diese Keyword optimieren. Dabei spricht man von Bilder-SEO.

Titel und Alt-Tag dienen der User Experience und sind auch für Suchmaschinen relevant

      1. Benenne deine Bilder bereits sinnvoll, bevor du sie in dein CMs hochlädst. Wähle den Dateinamen so, dass du sofort weißt, um was es sich handelt und nutze auch das Keyword. So findest du deine Dokumente schnell wieder.
      2. Wenn du so richtig auf Ordnung abfährst, legst du eigene Ordner in der Mediathek an und versiehst sie ebenfalls im Titel mit dem Keyword. Das ist besonders praktisch bei Seiten mit vielen visuellen Inhalten. Eine saubere Benennung und eine Ordner-Struktur erleichtern dir nicht nur die Suche in der Mediathek, sondern hat auch noch einen anderen positiven Nebeneffekt: Die Suchmaschinen haben eine Vorstellung davon, um was es auf den Bildern geht.
        1. Dieser wird angezeigt, wenn das Bild aus irgendwelchen Gründen nicht dargestellt werden kann.
        2. Bildschirmleseprogramme lesen den Alternativen Text für Menschen mit Sehbehinderungen aus.
        3. Suchmaschinen werten den Alt-Tag aus.
        4. Suchmaschinen nutzen den Alt-Tag als Ankertext.Wenn du das Bild in deiner Seite einbindest, fülle unbedingt den Titel sowie den Alt-Tag (Alternativer Titel) aus. Der Titel gibt das Thema des Bildes wieder. Der Alt-Tag fasst den Inhalt zusammen. Stelle dir vor, du würdest einer blinden Person erklären, was auf dem Bild zu sehen ist. Versuche, auch das Keyword unterzubringen. Der Alt-Tag ist wichtig, denn

Keyword Optimierung mit Meta-Tag Keywords?! Nein, danke.

In vielen Content-Management-Systemen oder SEO-Plugins kann man Meta-Keywords eintragen. Diese Keywords werden dann im HTML-Header hinterlegt. Das sieht dann in etwa so aus:

<meta name="keywords" content="keyword1, keyword2, keyword3, keyword4, keyword5"/>

Die Idee dahinter ist oft, dass der Webseitenbetreiber zu diese Keywords gefunden werden möchte. Es mag Suchsysteme geben, die diese Methode nutzen, aber Google tut es nicht. Es gibt hierzu eine eindeutige Aussage von Google selbst.

In einem Beitrag aus dem September 2009 im Webmastercentral-Blog von Google wurde das ganz klar ausgeschlossen. Und Google hat auch recht damit. Denn was war passiert: Man schreibt einen mittelmäßigen Text über die Fauna in Saudi-Arabien und optimiert die Seite übr die Meta-Keywords auf Suchbegriffe, die damit überhaupt nichts zu tun haben, z. B. weil sie einfach ein hohes Suchvolumen haben. Das tat man in der Hoffnung, dass man dann über Google viele Besucher erhält. Google würde dann also z.B. zum Keyword „Lebensversicherung“ einen Besucher aus den Google-Suchergebnissen auf eine Seite über die Vegetation in der Wüste von Saudi-Arabien schicken. Der Google-Nutzer wäre enttäuscht, weil er nichts über Lebensversicherungen erfährt. Google hat jedoch das Ziel die qualitativ besten Ergebnisse zu einer Suchphrase oder einem Keyword anzuzeigen.

Matt Cutts von Google hat dies auch in einem Video erläutert und unmissverständlich klar gemacht.

Fazit

Du siehst: bei der Keyword Optimierung gibt eine ganze Reihe von Möglichkeiten. Nutze sie. Kreiere sprechende URLs, die dem Leser bereits erste Informationen liefern. Optimiere deine Metadaten für klickstarke Snippets. Optimiere deine Überschriften. Und das Wichtigste: Decke mit deinem Content alle Fragen rund um das Keyword ab. Die besten Angaben in den Meta-Tags oder den Überschriften nützen nichts, wenn du über ganz andere Themen schreibst. Das bringt dir auch nichts, denn die User die kommen, sind noch schneller wieder weg.

Was ist Keyword Kannibalisierung und wie vermeide ich sie?

Keyword Kannibalisierung

Wenn zwei oder mehr eigene URLs zum selben Keyword auf ähnlichen Positionen ranken, spricht man von Keyword Kannibalisierung. Warum das in vielen Fällen zum Problem werden kann, wie du Keyword Kannibalisierung erkennst und behebst, erfährst du jetzt.

Was ist Keyword Kannibalisierung?

Das Ziel der Suchmaschinenoptimierung ist es, zu jedem relevanten Keyword eine Seite zu besitzen, die eine möglichst hohe Position in den SERPs einnimmt. Bei der Keyword Kannibalisierung gibt es allerdings zwei oder mehr Seiten einer Domain, die zum Keyword als ähnlich relevant eingestuft wurden und ähnliche Positionen einnehmen. Insgesamt behindern sie sich gegenseitig. Beide Rankings sind nicht besonders gut – eine Seite „frisst“ das Potenzial der anderen

Merke-Icon Es ist normal, dass eine Seite zu diversen, meist themenverwandten Keywords rankt. Meist ist die Position zu Keyword A, auf das die Seite optimiert wurde, sehr gut. Rankings zu Keyword B und C sind allerdings häufig deutlich schlechter. Von Keyword Kannibalisierung spricht man dann, wenn zwei Seiten ähnliche Positionen zum selben Keyword einnehmen.

Die Suchmaschine testet dann permanent, welche dieser Seiten die höchste Relevanz besitzt. Sie will herausfinden, welche Seite besser funktioniert und die Suchintention der Nutzer besser befriedigt.

Warum ist es problematisch, wenn Google die Seiten testet?

Aus SEO-Gründen strebt man natürlich Top-Rankings – möglichst auf Platz 1 der ersten Seite – an. Wenn Google aber beim Crawling nun verschiedene ähnliche Texte findet und erstmal die Relevanz testen muss, entstehen keine konstanten Rankings und keine stetige positive Entwicklung. Ständig ranken ja andere URLs. Man spricht hier von Keyword-Kannibalisierung, weil man sich selbst durch verschiedene Seiten Konkurrenz macht.

Die Relevanz der konkurrierenden Seiten testet Google über die Nutzersignale. Eine Kennzahl ist die Bounce Rate, auch Absprungrate genannt. Hier wird die Anzahl der User gezählt, die nach dem Klick auf das Suchergebnis schnell zurück in die Google Suche kommen.

Auch die Verweildauer auf einer Website ist so ein Signal. Gibt es z.B. sehr viel Content auf der Seite, der Nutzer aber nur kurz bleibt, ist das für die Suchmaschine ein Indiz, dass die Seite das Nutzerbedürfnis nicht zufrieden gestellt hat. Eine absolute Zahl als Richtwert gibt es da nicht. Wenn jemand z. B. die Telefonnummer von XOVI sucht, auf der Kontaktseite von XOVI landet und dort direkt die Telefonnummer findet, dann ist das Nutzerbedürfnis ja absolut befriedigt worden, obwohl sich der User vielleicht gar nicht so lange auf der Kontaktseite von XOVI aufgehalten hat. Ist deshalb die Seite schlecht? Nein – sie hat dem Google User ja genau die Information gegeben, die er braucht.

Merke-Icon Keyword Kannibalisierung ist nicht immer ein Problem. Es kann auch Ausnahmen geben. Wenn zwei Seiten jeweils auf sehr guten Positionen (z.B. Position 1 und 2) ranken, kommt die Keyword Kannibalisierung einem Jackpot gleich. Schließlich werden die zwei Positionen mit den höchsten Klickraten von eigenen Inhalten belegt.

Wie kommt es zu Keyword Kannibalisierung?

Oft passiert es, dass auf einer Domain verschiedene Artikel zum gleichen Thema geschrieben werden. Entweder, weil die bisher bestehenden Artikel nicht zentral dokumentiert werden, weil viele Redakteure mehr oder weniger ungesteuert für die Website arbeiten, eine hohe Fluktuation besteht oder schlicht das Bewusstsein darüber fehlt, dass nicht mehrere Seiten auf dasselbe Keyword ausgerichtet werden sollten.

Nehmen wir an, wir schreiben über Katzen.

Fünf ähnliche Seiten die für dasselbe Keyword relevant sind, führen zu Keyword Kannibalisierung

Es gibt dann also z. B. 5 Artikel über Katzen. Woher soll Google nun wissen, welches die relevanteste Seite zum Thema „Katzen“ ist. Was wird wahrscheinlich passieren? Google wird die Nutzersignale zu diesen URLs testen. Mal wird die eine Katzenseite oben in den Suchergebnistreffern angezeigt, mal die andere und später wieder mal eine andere. Google will dann austesten, wie die User auf die jeweiligen Seiten und deren Inhalte reagieren.

Wie erkenne ich Keyword Kannibalisierung?

Stelle sicher, dass du die Rankings zu deinen wichtigsten Keywords gut überwachst. Keyword Kannibalisierung lässt sich besonders einfach durch anhaltende Ranking-Schwankungen erkennen. Kurzweilige kleinere Fluktuationen sind normal, von ihnen solltest du dich erst einmal nicht aus der Ruhe bringen lassen. Schließlich testet Google unentwegt, immer auf der Suche nach dem besten Ergebnis. Auch Änderungen am Algorithmus können kurzzeitige Schwankungen hervorrufen.

Pendeln sie sich allerdings nach einigen Tagen oder gar Wochen nicht ein, solltest du dir deine Rankings und ihre Verläufe genauer anschauen. Hast du noch ähnliche Rankings mit anderen Seiten zu diesem Keyword? Wechseln sie sich ständig in der Position ab? Wenn das der Fall ist, handelt es sich höchstwahrscheinlich um Keyword Kannibalisierung.

Was tue ich bei Keyword Kannibalisierung?

Der Ansatz ist, dass man eine Keyword-Fokussierung vornimmt und verschiedene URLs auf verschiedene Unterthemen hin optimiert und ausrichtet.

SEO Kompass Tipp Erstelle eine Keyword Map. Mit ihr findest du heraus, für welche Keywords du bereits Inhalte hast, wo dir noch welche fehlen und wie du sie optimieren solltest. Außerdem kannst du Keywords priorisieren, Redakteure briefen und Erfolge messen.

Nehmen wir wieder das Thema „Katzen“. Es lässt sich leicht erkennen, dass das Thema „Katzen“ aus vielen verschiedene Blickwinkeln betrachtet werden kann, wenn man seine Webseitenbesucher umfassend informieren möchte. Dazu zählen beispielsweise Katzenfutter, Katzenspielzeug, Katzengesundheit, Kratzbäume und so weiter.
Nun kann man eine ganz große Seite bauen, die alle Unterthemen behandelt oder man baut die Seite etwas logischer auf und stützt die Seiten durch interne Verlinkungen und individuelle Meta-Daten.

Hier das Beispiel:

Keyword-Kannibalisierung vermeiden durch Longtail-Unterseiten und eine übergeordnete Eltern-Seite

Wie wir am Schaubild sehen, haben wir als zentrales Element eine allgemeine Seite über Katzen. Hier könnten z. B. die verschiedenen Rassen erklärt werden oder eine allgemeine Info über Katzen. Zur Vertiefung gibt es nun die verschiedenen Landingpages z. B. zu den Themen “Katzenfutter”, “Katzenspielzeug” oder “Was man bei der Anschaffung einer Katze beachten muss”. Alle Themen haben etwas mit Katzen zu tun, aber untereinander aber recht wenig.

Vorteile dieser Vorgehensweise:

  • Optimiere Title und Description deiner Seiten. Gehe gezielt auf die individuellen Vorzüge deines Inhalts ein. So kannst du den User bereits in den Suchergebnissen von dir überzeugen. Jede URL erhält eigene unique Meta-Angaben. Gute Signale für Google und andere Suchmaschinen.
  • Durch die interne Verlinkung von Unterseiten auf die Haupt-Katzenseite wird diese gestärkt. Google erkennt zudem die Struktur und wird zum generischen Keyword „Katzen“ bessere Rankings ermöglichen.
  • Jetzt sind nicht mehr alle Seiten auf das Keyword „Katzen“ optimiert. Stattdessen auf verschiedene, aber trotzdem verwandte Themen, die alle ihre Berechtigung haben. Sucht jemand z. B. nach Tipps für Katzenfutter, so wird er mit einem Ranking der Unterseite viel zufriedener sein, als wenn er einfach auf eine riesengroße Seite kommt, die das Thema nur in einem Absatz streift – der Text ansonsten aufgrund der Suchintention aber uninteressant für den User ist.
  • Du hast bereits ähnliche Inhalte, die dasselbe “Unterthema” (bzw. Longtail Keyword) behandeln? Dann picke dir die stärkste Seite nach relevanten SEO KPI (Rankings, Traffic, Sitzungsdauer, Absprungrate, Backlinks …) heraus und fasse alle Inhalte auf dieser Seite zusammen. Entferne Dopplungen, aktualisiere veraltete Informationen und biete verschiedene Content-Formate (Bilder, Videos, Infografiken etc.) an. Für die alten Seiten erstellst du 301 Redirects auf die zusammengefasste Seite und setzt sie anschließend auf Entwurf.
  • Gibt es z. B. eine Seite über trockenes Katzenfutter und eine über frisches Katzenfutter, dann machen Sie daraus eine Seite zum Thema „Katzenfutter“ und behandle dort das Thema umfassend.

Fazit

Mach dir auf der eigenen Domain zu wichtigen Keywords nicht selbst Konkurrenz. Führe eine Keyword Recherche durch, erstelle eine Keyword Map und strukturiere deine Inhalte. Achte darauf, dass du deine Keywords thematisch gruppierst, Eltern- und Unterseiten erstellst. Die Eltern-Seite teasert dann mit einem Bild und einer knackigen Zusammenfassung die einzelnen Unterseiten an. Achte auch auf eine gute interne Verlinkung.